Sehnsucht nach Nicht-Gott

Menschen haben Sehnsucht nach Gott.
Sie suchen – und suchen die Erfüllung der Sehnsucht in Menschen.
Sie suchen sie in Weltanschauungen,
sie suchen sie in emotionalisierender Rhetorik,
in anregenden Bildern und Menschen,
sie suchen sie in alles Mögliche, das sie vereinnahmen kann.

Teil werden des Ganzen, sich verlieren,
aber Gott – Gott ist zu wenig.
Er ist zu wenig rational,
er ist zu wenig emotional,
er ist zu wenig auf allen Ebenen.
Dabei ist er alles.

Wie kommt es zu einer überschüssigen Sehnsucht?
Die überschüssige Sehnsucht ist Teil des Sündenfalls:
zu sein wie Gott.
Die überschüssige Sehnsucht verpufft mit der Zeit,
die überschüssige Sehnsucht kreiert Extremismus,
die überschüssige Sehnsucht ist maßlos.

Gott – liebe Gott und den Menschen wie dich selbst –
Gott schenkt Sehnsucht – Gott versachlicht Sehnsucht.

Band der Liebe

Es gibt massive Unterschiede zwischen christlicher und buddhistischer Meditation:
Buße und Neuanfang durch Vergebung – statt Selbstentleerung;
Nachfolge des liebenden Jesus Christus – statt Versenkung;
Erleuchtung durch das Licht des Geistes Gottes – statt Erwachung.

In buddhistischer Meditation geht es um Selbstfindung in der Nichtsfindung,
geht es um Loslösung von allem, an das wir anhaften und uns anhaften könnten;
in christlicher Meditation geht es um die Bewusstwerdung des Bandes der Liebe,
das Gott in Jesus Christus zu uns und anderen geknüpft hat –
das der Heilige Geist in uns und zu anderen festigt.

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Liebe

Gott liebt den Menschen – sichtbar in Jesus Christus.
Der Mensch liebt Gott – in Jesus Christus.
(Glauben, Mystik).
Der Mensch liebt andere Menschen – in Jesus Christus.
(Diakonie, Seelsorge).
Der Mensch liebt sich selbst – in Jesus Christus.
(Sündenvergebung, Freiheit).
Bis er Ruhe findet in der großen Liebe – in Jesus Christus. (2013)

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Theodizee-Frage

Manche Philosophen und Laienphilosophen kritisieren scharf den Glauben, wie auch immer er Gott mit dem Leiden in Verbindung bringt.

Aber haben sie eine Alternative? Nein. Stoische Anpassung an das Schicksal oder – weniger philosophisch – Aktivismus pur oder einfach Spott – das kann das Leiden nicht mindern und führt in die Anthropodizee.

Not lindern aus dem Glauben heraus – hilft stärken und kämpfen. So, wie Jesus Christus es tat: körperlich und seelisch stärken.

Jesus hat nicht versucht, Gott und Leiden philosophisch zu durchdringen – weder um Glauben zu destruieren noch um Glauben zu verteidigen. Er hat einfach im Geist Gottes gegen das Leiden gekämpft. (2021)

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