Wenn ich das recht sehe, heißt das:
Sei gesegnet im Namen des Vaters / Im Namen des Vaters segnen wir:
Einmal ein etwas anders ausgesprochener Segen.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Weltwahrnehmung – ein Lernprozess: Kritik hat das Ziel, Missstände zu verbessern
Wenn ich das recht sehe, heißt das:
Sei gesegnet im Namen des Vaters / Im Namen des Vaters segnen wir:
Einmal ein etwas anders ausgesprochener Segen.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Afrika wird auferstehen – nein, denn Afrika ist nicht tot. Afrika wird aufstehen. Noch überwiegen – wie immer – die negativen Nachrichten: die Islamisten in Nord- und Ostafrika, Ebola in Westafrika, die Potentaten wie Mugabe, die Dominanz von Kriminellen in Südafrika, die Ausbeutung durch fremde Mächte im Kongo…
Aber es gibt auch den Alltag, der für viele äußerst schwer ist – aber eben Alltag. Er ist nicht immer besetzt mit Angst, sondern auch mit Freude, Lachen, Lieben und Tanzen.
Und ich denke an die vielen Christen. Und ich vermute, dass es in Afrika mehr Christen gibt als in Europa – und sie werden mit den asiatischen Christen den christlichen Glauben in der Zukunft stärker prägen. Ich hatte im Blog schon zahlreiche Beiträge zu diesem Thema.
Und so ist es gut, dass wir nicht nur von der EU bzw. unserer Regierung verlangen, dass sie in den jeweiligen Ländern helfen, die Bedingungen zu verbessern, sondern dass es auch zahlreiche christliche Organisationen gibt, die gerade das tun: Brot für die Welt, Misereor, World Vision, Gottes-Liebe-Weltweit, SOS-Kinderdörfer, Christoffel Blindenmission… – man kann sie gar nicht alle aufzählen, auch die vielen Orden der katholischen Kirche, die Missionsstationen der Protestanten… – es wird viel auf der Ebene der Bevölkerung getan – wenn auch nicht genug – ohne, dass es an die große Glocke gehängt wird. Und ich finde es klasse, dass es in unserer Bevölkerung auch kleinere Initiativen gibt, die hier jede auf ihre Weise und in ihrem jeweiligen Gebiet tätig sind:
Nennen möchte ich an dieser Stelle nur Moko e.v. http://www.afrikachor-heidelberg.de/deutsch/moko-e-v/
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Wenn man Jesu Lehre wieder verlässt – dann kommen die Dämonen vielfältig wieder, sagte Jesus (Lukasevangelium 11,14-28).
Und das ist an diesem Pfarrer erkennbar, der trotz seines Wissens, dass er Aids hat, mit Frauen der Gemeinde in den Gemeinderäumen geschlafen hat. Und anderes hat er auch noch an kriminellen und unchristlichen Taten angehäuft. Das Schlimme ist darüberhinaus, dass ich – weltweit gesehen – vermute, dass er nicht der Einzige ist.
Eine ethische Erneuerungsbewegung muss in so mancher Gemeinde, in so manchem Herzen und Verstand Fuß fassen. Nachfolge Jesu Christi ist das Bestimmende – und hat das Bestimmende zu sein. http://www.focus.de/panorama/welt/beichte-im-gottesdienst-aidskranker-us-pastor-hat-sex-mit-gemeindemitgliedern_id_4193355.html
Das soll nicht heißen, dass ich den aus irdischer Perspektive vollkommenen Menschen kreieren will, so vermessen bin ich nicht. Darum geht es nicht, denn Gott kann auch gerade durch unvollkommene Christen fragende und suchende Herzen berühren. Wir sind ja auch keine Christen „von der Stange“ – jeder ist als der berufen, der er ist. Nachfolge Jesu Christi bedeutet für mich aber, dass man sich dem Geist Jesu Christi öffnet und ihn wirken lässt. Ihn wirken lassen heißt nicht, dass man sich selbst nach seinem eigenen Bilde vermeintlicher Vollkommenheit gestaltet. Das gibt nur unnatürliche Zerrbilder. Ihn wirken lassen heißt eben: Sich ihm öffnen und – wirken lassen. Das ist die Grundbedingung der Nachfolge Jesu Christi.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Künast will Sterbehilfe-Vereine – und wirft der Regierung vor, „religiöse Vorstellungen im Strafrecht verankern zu wollen“ http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/kuenast-will-sterbehilfe-vereine-erlauben-89677/ Dass religiöse Vorstellungen auch für die Gesellschaft relevant sein können, hat Madame wahrscheinlich noch nicht mitbekommen. Aber: Es sind nicht nur religiöse Vorstellungen – also Hirngespinste – sondern: Es ist ein Akt der Vernunft, Sterbehilfe möglichst restriktiv zu behandeln. Sonst kommen wir dahin wie in Belgien, dass sich Straftäter genötigt sehen, Sterbehilfe zu beantragen. Das ist natürlich für eine Gesellschaft billiger – aber ob das der Menschenwürde (auch eine religiöse Vorstellung!) entspricht?
*
Und Schleswig-Holsteins gegenwärtige Mehrheit im Parlament meint, dass das Ländchen ohne Gott in der Verfassung auskommt. Stattdessen betont man die Menschenrechte. Aber zum Glück haben nur 66 dafür gestimmt und 61 dagegen. Was denken sich eigentlich die 66 was die Menschenrechte begründet? Wie schnell sind sie in einer Gesellschaft entwertbar, wenn die Letztbegründung fehlt. Aber es gibt auch in Parlamenten Leute, die in ethischen Fragen ungebildet sind. Hauptsache, es ist alles so schön lieb hier.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Pakistanische Christen, die nach Sri Lanka geflohen sind, stehen unter Druck. Sie sollen deportiert werden: http://www.persecution.org/2014/10/08/supreme-court-in-sri-lanka-endorses-forced-deportations-of-refugees/
*
Angeblich sollen die beiden Mädchen aus Österreich, die sich der ISIS angeschlossen haben, wieder nach Österreich zurück wollen http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/teenagerinnen-im-dschihad-oesterreicherinnen-wollen-zurueck-a-996670.html – dabei ging vor einiger Zeit durch die Presse, dass eine der beiden tot sei.
Aber was der Artikel zeigt: Diese Mädchen rennen in ihr Unglück. Sie werden zwangsverheiratet und unter das islamistische Recht gepresst und gehen daran innerlich zugrunde. Wie auch so mancher Junge. Sicher nicht alle. Aber man kann sich vorstellen: Es spielen sich schlimme Dramen ab in den Herzen derer ab, die aus Europa fortgezogen sind, um Heldin oder Held für Allah zu werden und dann doch nur durch brutale Menschen missbraucht werden.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Frank Schäffler formuliert Grundsätze für eine gegenwärtige liberale Partei. Das wäre ein Gegengewicht zu den gegenwärtigen Versuchen, die Gesellschaft von oben herab zu bestimmen. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article133145588/Die-grosse-Koalition-der-Zwangsbeglueckung.html Wie jedoch der „Liberalismus“ – auch der moderne – zur Ideologie werden kann, wenn er an den Realitäten vorbeigeht, so werden auch einzelne dieser in dem Artikel genannten Punkte durch das Feuer der Realität gehen müssen.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Was ich von einer solchen Absage halte, wissen alle Blogleserinnen und Blogleser: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/russland-regierungskonsultationen-mit-deutschland-fallen-aus-a-996674.html Gar nichts. „Mit dir rede ich nicht mehr!“ sagte das Kindergartenmädchen zu ihrer Freundin. Zumindest hat es zwei Minuten später wieder mit es geredet. Hoffentlich sind Politiker und gesellschaftliche Kräfte auch so klug.
Aber das ist ja auch egal, was ich davon halte. Denn da das nicht der allgemeinen politischen Sichtweise entspricht, kann man solche Meinungen vergessen.
Zumindest Poroschenko will reden. Und das ist wesentlich: http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-poroschenko-kuendigt-treffen-mit-putin-an-a-996686.html Hoffentlich klappt es. Es wird dringend Zeit – der Winter steht vor der Tür. Und viele Ukrainer müssen versorgt werden.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de
Es ist mir bekannt, dass die Zwei-Naturen-Lehre (Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch gleichzeitig) und die Trinitätslehre (Christen glauben an einen Gott: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist) aus einer anderen Tradition kommen als der buddhistische Kōan.
Die Frage stellt sich, ob man aus dieser Tradition jedoch nicht einen neuen – vielleicht hilfreichen – Zugang finden kann. Was ist ein Kōan? Ein Kōan ist ein Satz, den ein Zen-Meister seinem Schüler sagt – und er hat nun die Aufgabe, den Sinn des Satzes intuitiv zu erfassen. Das Ziel: Der buddhistische Schüler soll in der Meditation “erkennen”, dass er ein Teil des Ganzen ist.
Bezogen auf die christologische Frage und die Trinität: Wir können sie logisch nicht erfassen, aber durch das Nachdenken über sie, nähert man sich dem an, als der Gott sich zeigen will.
Aber wir müssen nicht so weit nach Asien gehen. Jesus erzählt Gleichnisse. Ein paar Gleichnisse dienen dazu, dass man ein Teil des Erzählten wird. So erzählt Jesus das Gleichnis vom Verlorenen Sohn. Während er erzählt, identifiziert man sich und sieht sich als der verlorene Sohn an, der einsam ist und verlassen und sich nach Hause, zu seinem Vater sehnt – und man wird für das handeln Gottes in Jesus geöffnet. Oder man identifiziert sich mit dem älteren Sohn, der neidisch ist und wird auch so zur Erkenntnis geführt, dass man auch Kind Gottes ist – und einem alles gehört, was der Vater besitzt.
Das heißt: Man denkt über das Gleichnis nach, wird ein Teil des Gleichnisses, die Welt Gottes eröffnet sich mir. Es muss kein rationaler Akt sein, kein “Erkennen” im verstandesmäßigen Sinn, sondern ein “Sich-Hineinnehmen-Lassen” in Gottes Welt.
Eine ähnliche Tradition gab es bei den alten Ägyptern: Menschen ließen auf ihrem Grabstein einen weisen Satz meißeln, der Wanderer, der vorbei kam, las ihn und hatte auf seinem Weg etwas nachzudenken – nach-denken heißt, das gelesene wird zu einem Teil des Nach-Denkenden.
Wir haben unterschiedliche Ansätze – aber alle bedeuten: Das Gesagte erschließt sich nicht sofort dem Gehirn, sondern dringt tiefer in den Menschen ein – der Mensch wandelt und verwandelt sich.
Und vielleicht hilft dieses Wissen auch, die Sätze in ihrem Wesen – nicht allein logisch – nachzuvollziehen:
* Jesus Christus – wahrer Gott und wahrer Mensch.
* Ein Gott – Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist.
(Vierblättriges Glücks-Kleeblatt = Trinität (ein Blatt besteht aus drei Blättchen + dem Ich-Blättchen, dass ich zu Gott Vater, Sohn und Geist dazu gehören darf – und das macht glücklich)
Gut, dass man nun weiß, dass kein Mut mehr dazu gehört, den Islam zu kritisieren. Mazyek lässt die Katze aus dem Sack. Und möchte er damit nun durch ein Machtwort beenden, dass so mancher Islamkritiker heute noch Schwierigkeiten hat, weil er den Islam kritisiert? Glaubt er, dass es durch sein Machtwort keine Morddrohungen mehr gibt? Klasse. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article133133894/Schluss-mit-den-ewigen-Totschlagargumenten.html
Wir sollen uns nun als Nichtmuslime zu bzw. vor die Muslime stellen. Ja, da habe ich kein Problem mit, wenn sie körperlich angegriffen werden, wenn Unrecht über sie gesprochen wird, ich wäre einer der ersten, der sie mit verteidigen würde. Und das ist keine Phrasendrescherei sondern christliches Gebot, dem ich von Herzen folgen würde.
Doch vor welche Muslime soll man sich stellen, wenn sie sich gegenseitig angreifen? Die Polizei in vielen Städten kann ein Lied davon singen, dass sie sich zwischen die muslimischen Gruppen stellen muss.
Muslime wollen keinen Hass zwischen Muslimen? Mazyek möchte ihn nicht und viele tausend Muslime auch nicht. Aber es sind nicht nur Kurden, die von ermordeten Frauen reden und überrannten kurdischen Zentren in facebook reden – es sind die Nachrichten, die sagen, was in Syrien und im Nordirak durch Muslime geschieht. Und es sind Muslime, auch wenn sich viele Muslime von ihnen distanzieren. Ihr Selbstverständnis ist die eines Muslims. Und wenn sie sich noch so brutal verhalten – sie können sich auf Texte aus der Tradition des Islam berufen. Und darum kann man sich zwar von ihnen distanzieren, das hilft jedoch mit Blick auf die Zukunft nicht weiter, denn es muss eine neue Hermeneutik gefunden werden.
Ja, er hat Recht: Muslime in Deutschland sollen sich nicht aufstacheln lassen von muslimischen Extremisten, sie müssen gemeinsam gegen diese angehen – auch gemeinsam mit Nichtmuslimen – doch wer hat bislang geschlafen und wollte mit diesen Themen nichts zu tun haben nach dem Motto: Was gehen uns die Muslime in anderen Ländern an? Der bewusst die Augen geschlossen hat vor Warnungen in unserem Land – als andere schon mit schriller Stimme gewarnt haben? Und was geschieht heute noch mit Warnern, damit sie mundtot gemacht werden? Ja, Selbstkritik der islamischen Verbände wird angesprochen. Endlich!
Und was fordert Mazyek gegen die Islamisten? Eine Anerkennungslkultur, eine Gleichstellung und Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften. Sie wollen aus dem Schmuddelecken-Dasein heraus! Und das ist wieder das, was Selbstkritik bedeutet: Wir fordern von anderen! Und solange Selbstkritik nicht das ist, was wir normalerweise in Deutschland unter Selbstkritik verstehen, solange sind diese Worte inhaltlos. Sie verärgern geradezu.
AKP, Muslimbruderschaften usw. Moscheen sind mit „uns“ nicht zu haben? Man traut seinen Augen nicht. Und was ist mit den Verträgen der Regierungen mit der DITIB, mit den Ahmadiyya?
Und als Totschlagargument gegen die Islamkritiker erwähnt er eben eines ihrer Totschlagargumente. Es geht doch nicht um dieses Extrem. Es geht darum, dass die Muslime in unserem Land endlich eine neue Hermeneutik in den Blick nehmen, denn ohne diese werden sie den Geruch der Gewalt nicht los. Die Frage stellt sich: Wie geht man als sunnitische, schiitische, usw. Gemeinschaft weltweit mit dem Thema Gewalt im Koran um? Sie sollen zu Khorchide in die Schule gehen, um ein wenig von dem zu verstehen, was ich meine oder zu den Ahmadiyyas. Damit, dass man sich als etwas Besseres ansieht als die Nichtgläubigen und darum auch Zusammenarbeit verweigert – wie gehen sie damit um? Dass man die Menschenrechte im westlichen Sinn nicht achten muss und das Kollektiv das Individuum in Zucht halten muss? Das sind Themen, die die muslimische Gemeinde anpacken muss – und da kann ihnen keiner bei helfen. Außer sie fragen nach: Wie habt Ihr es als Christen gemacht, dunkle Traditionen dahin zu stellen, wo sie sind: In die Schmuddelecke!
Dieser Beitrag von Mazyek ist verständlich, aber er ist ein Ärgernis. Weil er so tut, als habe einer verstanden, der im Grunde gar nichts verstanden hat oder nicht verstehen will.
Es gibt auch Muslime, die eine Gleichsetzung islamischer Verbände mit Kirchen ablehnen – und statt dessen einen klugen Vorschlag machen: http://www.kath.net/news/47872 Statt den türkischen Verbänden ein Übermaß an Macht zu geben, sollten alle muslimischen Gruppen ein Gremium bilden: „So könnte eine religiöse Renaissance eines europäischen Islam in einem westlichen Kontext beginnen“, so Abdel-Hakim Ourghi.
*
Auch im Islam gibt es eine Erneuerungsbewegung, die sich in unterschiedliche Gruppen spaltet, so erfahren wir von Muhammad Sameer Murtaza: http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-10/islam-thesen-salafiyya Diese Gruppen: Wahhabiten, Muslimbrüder, Hizb At-Tahrir werden mit dem Protestantismus gleichgesetzt!
Was mit Blick auf die Versuche, den Islam von negativen Traditionen zu befreien, allein auf Al-Afghani zutreffen würde, der allerdings in die Bedeutungslosigkeit versenkt wurde!
Interessant fand ich die Unterteilung des Islam in drei Kulturen durch Malik Bennabi: In die „vom Mittelalter geprägte traditionelle Kultur, die Salafiyya-Kultur und eine an Europa orientierte laizistische nationalistische Kultur.“ Und: „Keine dieser Kulturen könne daher einen Zukunftsentwurf für die muslimische Welt darlegen und so sei diese in eine ganz neue Form von Stagnation verfallen.“
Der indische Philosoph Muhammad Iqbal riet den Muslimen, sich „statt auf den Koran auf das Studium der Geschichte (zu) konzentrieren. Der eigenen wie auch der anderen Religionsgemeinschaften.“ Das Ziel: Inhumane Islamauslegungen niederzuringen. Abgeschlossen wird der Artikel damit, dass der Islam dann vielleicht in eine Moderne anbricht – die allerdings nicht die Moderne des Westen sein muss „oder ist der Westen das Maß aller Dinge?“
Natürlich ist der Westen nicht das Maß aller Dinge, aber ist das echt denkbar, dass die Religionsgeschichte für den Islam wichtiger wird als der Koran? Allahs Wirksamkeit in der Geschichte zeigt mehr von Allah als der Koran? Doch welche Geschichte haben wir im Islam – doch eine vom Allah des Koran geprägte Geschichte. Und der Einbezug der anderen Religionen als Maßstab für humanes Verhalten wird im Islam nicht möglich sein. So sehr das auch zu wünschen wäre. Aber diesen Ansatz der Hermeneutik halte ich im Islam nicht für zukunftsrelevant.
Malik Bennabi – hat er einen eigenen hermeneutischen Ansatz vorgelegt, um den Islam aus dieser Stagnation herauszuführen? Händeringend muss der Islam all diese vorangegangenen Versuche wieder reaktivieren – vielleicht bietet ja einer dieser Vordenker einen hermeneutischen Knackpunkt, der den zurzeit verzweifelten Muslimen einen Ausweg weist?
Der Weg, den Khorchide weist, ist nicht schlecht, er ist aber zu sehr vom europäischen Christentum der Gegenwart geprägt – und das trifft auch auf andere Muslime zu, die sich als Laien zu dem Thema äußern. Von daher wäre er in der Moderne sehr stark kommunizierbar – aber eben nur in Europa – und da auch nur unter ein paar Muslimen.
*
Die Ahmadiyya haben eine neue Hermeneutik gefunden. Aber diese Hermeneutik ist nicht aus dem Koran geboren, sondern ist eine Mischung aus den Lebenserfahrungen Ahmads. Von daher hat diese Hermeneutik keine Chance, von allen Muslimen anerkannt zu werden.
Was ich mir denke ist, dass der hermeneutische Ansatz nicht aus der Aufklärung Europas kommen kann, auch nicht aus deren Grundlage, dem Christentum und auch nicht aus der europäischen Philosophie, sondern dass aus dem Koran heraus eine neue Hermeneutik entwickelt werden muss. Der Koran als Allahs Wort – so die Sicht der Muslime – duldet keinen anderen Maßstab neben sich, von daher muss ein Weg gefunden werden, der allen Muslimen plausibel erscheint, weil er im Koran vorgegeben ist. Und dabei hilft es leider nicht, die schönen Worte herauszupicken und diese über die negativen Worte zu stellen oder die negativen still und heimlich unter den Tisch fallen zu lassen. Die negativen, Menschen verachtenden Worte müssen in die humanen, guten Worte eingebettet werden können. Unsere im Christentum entwickelte historisch-kritische Exegese funktioniert nicht 1 zu 1 auf den Koran übertragen, weil eben die Bibel nicht in dem Sinne als Gottes Wort verstanden wird wie der Koran als Allahs Wort. Und so hilft es auch nicht, mit der historisch-kritischen-Exegese zu sagen, dass Teile des Koran eben damals galten – und heute nicht mehr gelten.
Es muss ein eigener Ansatz gefunden werden – und da ich kein Islam-Kenner bin und Koran und Hadith mir eben nur aus meiner Lektüre bekannt sind, muss dieser Ansatz natürlich aus dem Islam selbst her kommen.
Impressum auf www.wolfgangfenske.de