
1. Jesus von Nazareth
Menschen lernten Jesus von Nazareth kennen. In seinen Worten hörten sie Gott sprechen, in seinen Taten sahen sie Gott wirken. Und Jesus sprach und handelte auch wie sie erkannten: mit Vollmacht. Er wusste wie Gott ist (Gleichnis vom Verlorenen Sohn – Lukas 15), er wusste, was Gott mit Worten des Alten Testaments sagen wollte (Antithesen: Es wurde gesagt – ich aber sage euch: Matthäus 5; die Propheten sagten: „So spricht der Herr!“, sprachen nicht von „Ich“), er wusste, dass Gott in den Menschen zu finden ist, die Not leiden (Mt 25,34ff.; Mk 9,33ff.). Er hat Sünden vergeben, was in der Tradition nur Gott im Tempel durch Opfer tat. Er hat sich nicht als „Gott“ bezeichnet, aber eine ungeheure Nähe zu Gott ausgestrahlt, auch durch seine Gottesanrede: Abba, Vater / Väterchen. Das wird „implizite Christologie“ genannt: Seine besondere Gottesnähe äußerte sich in seinen vollmächtigen Worten und Taten, aber eben nicht dadurch, dass er sich als Gott bezeichnet hat.
Nachdem er hingerichtet worden war, haben diejenigen, die ihm nachfolgten, ein paar Tage resigniert – doch dann hatten sie ein Erlebnis, das alle Welterfahrung auf den Kopf gestellt hat: Sie haben Jesus von Nazareth als den erfahren, der von den Toten auferstanden war. Da es unmöglich ist, dass ein Mensch von den Toten aufersteht, muss Gott hinter diesem Wunder stehen. Mit diesem Wunder, dass ein einzelner Mensch auferweckt und auf diese Weise erfahrbar wurde, erkannten sie: Gott bestätigt Worte und Taten dieses Jesus von Nazareth. Um das tiefer erfassen zu können, so bekennen sie, bekamen sie den Heiligen Geist. Doch warum?
(aus: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/trinitaet-dreieinigkeit/)
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