
Was wäre, wenn Gott dem Menschen machtvoll zwingend sagt: „Hier bin ich!“? Es würde ihm keiner glauben – wie wir an Jesus bzw. den Verkündigerinnen und Verkündigern sehen. Was wäre wenn Gott in irgendeiner Form, wie wir es heute fordern, beweisbar wäre? Der Glaube wäre nicht mehr Glaube. Man wäre nicht mehr frei zu glauben. Glaube – das Wort bedeutet: Vertrauen. Glaube wäre nicht mehr Vertrauen, keine Beziehung, sondern Wissen. Wissen kann glücklich machen – aber es ist ein rationales Akzeptieren ohne Beziehung.
Letztlich sagt Gott aber: „Hier bin ich!“ – Aber der Mensch als freies Wesen kann sagen:
„Ja! Du bist es!“ Oder auch:
„Nein, das bist du nicht!“ Kann sagen:
„Du magst es sein, aber ich will von dir nichts wissen!“; oder:
„Du störst!“ Oder:
„Ich stelle dich mir ganz anders vor, ich mag das mir Vorgestellte lieber!“
Und das nennt man eben Sünde des Menschen.
Gott ist also nicht rational beweisbar, so dass wir sagen können: „Das ist Gott!“ Wer meint, Gott zu haben, steht auch in Gefahr, Gott als Instrument, als sein Diener zu missbrauchen. Wir haben nur Spuren Gottes.
(aus: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/spuren-gottes/)
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