Maler 64: Clarence Gagnon

Clarence Gagnon (1881-1942) malte seine kanadische Welt – viel Schnee, viel Blautöne, auch die Welt aus Schnee ist bläulich, blau und so manches Bild zeigt voll gelben Herbst. Viele Schneebilder zeigen den schmelzenden Schnee, also signalisieren sie: Frühling, nahenden Frühling.

Spannend ist zum Beispiel das Bild, das Häuser im hellen Mondlicht zeigt, aber die Menschen stehen vor einem Raum mit orange leuchtendem Feuer – was sehr gemütlich aussieht. Diese Lichtverhältnisse, auch mit Blick auf Schnee und Schatten, gelbe leuchtende Blätter, bunte Häuser zeigen eine versöhnte Beziehung zwischen Mensch und Landschaft, die der Maler vermitteln will.

Häuser sind ein beliebtes Motiv. Weil sie Schutz bieten in der Kälte? Auch Kirchen finden wir, als Teil des Dorf-Ensembles aber auch betont. Es geht um das Überleben in unwirtlicher Welt (Schlagen von Eisblöcken aus dem See), einer Welt, die aber aufgrund der Maltechniken eher gemütlich aussieht. Vermutlich bewundert er das Wirken dieser Menschen, das ihnen das Überleben sicherte. Von moderner Industrie ist nicht viel zu sehen, eine Lokomotive wirkt eher bedrohlich.

Zudem malt er häufig Menschen am Strand, allerdings ist es in Kanada wohl auch nicht sehr warm am Strand. Oder sind die Herrschaften so dick und mit Kopfbedeckung angezogen wegen der Mode, Sitte und Moral?

Die Menschen haben vielfach keine Gesichter. Es geht nicht um Individuen, sondern um den Menschen als Gattung, der seine Leben in dieser Welt lebt. Auffällig ist, dass kleine Menschen mit ihren AlltagsTätigkeiten vor weiter Landschaft gemalt werden. Menschen dominieren nicht die Natur, sie wirken in ihr. Gagnon zeigt nicht nur Menschen bei der alltäglichen Arbeit, bzw. der Freizeit am Strand. Auch lesende Frauen sind sein Motiv, im Haus, außerhalb des Hauses. Während also die im Alltag arbeitenden Männer und Frauen mit ihrer Tätigkeit beschäftigt sind, weisen diese Bilder darauf hin, dass die Menschen auch ausbrechen können aus ihrer kleinen Alltagswelt. Wenn es die Bibel sein sollte, die die alte Frau liest – auch das ein Ausbrechen in andere Dimensionen, hinein in die Weltgeschichte, die Geschichte Gottes mit den Menschen in der Welt – und hinein in ihr Seelenleben, es sind Bilder der Ruhe.

Er war auch in Europa – von seinem Leben und Reisen dort, gibt es in dem folgenden Link auch Beispiele. Aber ihm scheint vor allem seine Heimat wichtig, eine Heimat, wie sie Europäer in Kanada neu geschaffen haben. Die traditionelle Welt europäischer Einwanderer – mit modernen Stilmitteln seiner Zeit gemalt.