Ein Leben – geprägt von Geschichte.
Quellen: https://fr.wikipedia.org/wiki/P%C3%A8re_Marie-Beno%C3%AEt und: https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A8re_Marie-Beno%C3%AEt und ´: https://en.wikipedia.org/wiki/P%C3%A8re_Marie-Beno%C3%AEt
Mit 12 wollte er Priester werden.
Er konnte nicht aufgenommen werden im katholischen Seminar, da sehr viele Anmeldungen vorlagen, der Staat einen Ausbau aber verboten hatte (Laizismus).
Er wurde auf den Kapuzinerorden verwiesen, da aber der französische Staat die Kapuziner ausgewiesen hatte, ging er nach Belgien. Legte 1914 bei den Kapuzinern sein Ordensgelübde ab.
Er meldete sich 1915 nach Frankreich zurückgekehrt als Sanitäter, wurde in Nordafrika eingesetzt. Frankreich war Kolonialmacht und sicherte Marokko, damit keine Aufstände vom Deutschen und Osmanischen reich angezettelt werden konnten. Er wurde später in der Schlacht von Verdun schwer verwundet. In Briefen beschrieb er die Grauen des Krieges. Diese Erfahrungen können mit dazu beigetragen haben, furchtlos den Nationalsozialisten zu widerstehen und Leidenden zu helfen, angesichts des Drucks Ruhe zu bewahren und logistisch präzise zu arbeiten. Er wurde mit einem Orden und Belobigungen ausgezeichnet.
Er war Student in den Niederlanden, wurde 1921 in Rom promoviert, 1923 zum Priester geweiht und lehrte Philosophie und Theologie – vor allem Bonaventura, was ihn vielleicht prägte (ich bin kein Marie-Benoit-Experte, aber Bonaventuras Menschenbild passt sehr gut zu dem Handeln von Marie-Benoit).
1928 trat er der Vereinigung Freunde Israels bei – die die Kurie 1928 verboten hat.
1940 erklärte Italien Frankreich den krieg, er musste Italien verlassen, ging in ein Kloster der Kapuziner in Marseille.
In Predigten trat er für die Flüchtlinge, für die Juden ein, die baten ihn um Hilfe. Er baute mit Bekannten und Juden ein Netzwerk auf, das Flüchtlingen Unterschlupf bot und sie zur Flucht mit Papieren versorgte – auch mit Hilfe der Résistance. Das Kloster diente als Hauptquartier. In Druckereien wurden Pässe gefälscht, Taufbescheinigungen und andere Dokumente wurden gedruckt. Antisemitismus, so Marie-Benoît ist eine Ideologie, die Christen in keiner Weise teilen bzw. an ihr beteiligen können. Er sah seine Taten nicht als politische Taten an, sondern als eine religiöse Verpflichtung, sich für Leidende einzusetzen.
Marseille wurde von den Nationalsozialisten besetzt, er wich nach Südosten aus. 1943 erreichte er, dass in der von Italien besetzten Zone Frankreichs Juden nicht ausgeliefert wurden. Er ging zum Papst, weil Juden nur mit seiner Unterstützung nach Nordafrika fliehen konnten. Bevor das aber soweit war, hatten die Nationalsozialisten auch Nordafrika besetzt. Franco hatte erlaubt, dass Marie-Benoît spanische Juden nach Spanien bringen dürfe. Er achtete jedoch nicht darauf, ob sie wirklich Spanier waren oder nicht.
Er wurde denunziert, ihm wurden von der Gestapo viele Fallen gestellt. Von den Ordensoberen wurde er aber zu seiner Sicherheit nach Rom geholt und mit einem anderen Namen versehen: Padre Benedetti.
In Rom beteiligte er sich an einem Netzwerk, das Juden rettete, indem er die Klöster besuchte und sie drängte, Juden aufzunehmen. Auch hier wurde ein Kloster Hauptquartier. Ein Teil der Führung dieses Netzwerkes wurde verhaftet und hingerichtet. Allerdings gibt es auch die Info, dass er den Chef der Gestapo in Rom aufgesucht hatte, damit die Juden nicht angegriffen werden, damit sie das Land verlassen konnten. Aber er gab ihnen dann neue Pässe/Identitäten, sodass sie blieben.
1944 wurde Rom von den Alliierten befreit, die Juden strömten zusammen, um in der Synagoge zu beteten. Sie fanden den Schlüssel aber nicht vor lauter Aufregung. Pater Marie-Benoît wusste, wo er versteckt war und sie konnten in die Synagoge. Marie-Benoît war es sehr wichtig zu betonen, dass er nicht allein handelte, sondern gemeinsam mit vielen mutigen Juden.
Nach 1945 setzte er sich intensiv für den jüdisch-christlichen Dialog ein. Vorarbeiten von ihm wurden in Nostra Aetate (1965) übernommen.
Auf einer Pilgerfahrt 1965 nach Israel wurde er mit hohen Ehren empfangen. Präsident Johnson sprach von den wunderbaren Taten Pater Benoîts, die das amerikanische Volk dazu inspirieren sollten Menschen unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Religion zu schützen und zu bewahren.
1966 wurde er von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.
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