Niemand muss für mich sterben

Im Halbdunkel der kleinen Kirche saß Jonas allein in der letzten Bank. Die Worte wollten ihm nicht aus dem Kopf gehen: Für mich muss keiner sterben. Es klang trotzig, fast stolz. So hatte er immer gedacht. Was er getan hatte, das würde er selbst tragen. Er war doch verantwortlich für sein Leben.

Draußen zog der Wind durch die noch kahlen Bäume, und irgendwo klapperte eine lose Tür. Jonas verschränkte die Arme. „Ich stehe für das ein, was ich angestellt habe“, murmelte er leise vor sich hin, als müsste er sich selbst überzeugen.

Doch dann fiel sein Blick nach vorn, auf das schlichte Kreuz. Er wusste nicht genau, warum er heute hierhergekommen war. Vielleicht, weil dieses Gefühl ihn nicht losließ – dass es Dinge gab, die er nicht in den Griff bekam. Gedanken, Reaktionen, Fehler, die sich wiederholten, obwohl er sie längst hinter sich lassen wollte.

Er erinnerte sich an ein Gespräch aus seiner Studienzeit. Ein Professor hatte gesagt: „Der Mensch ist nicht Herr in seinem eigenen Haus.“ Damals hatte Jonas darüber gelacht. Heute fühlte es sich anders an. Es war, als würde ein Teil von ihm Dinge tun, die ein anderer Teil gar nicht verstand.

„Ich verstehe mich nicht einmal selbst“, flüsterte er.

Die Stille antwortete nicht. Und doch war da etwas, das ihn weiterdenken ließ. Wenn er sich selbst nicht vollständig begreifen konnte – wie sollte er dann alles in Ordnung bringen, was schiefgelaufen war? Wie sollte er für alles einstehen, wenn er nicht einmal wusste, woher manches kam?

Sein Blick blieb am Kreuz hängen.

„Und wenn es doch jemand getan hat?“, dachte er plötzlich. Nicht als fertige Überzeugung, eher als vorsichtige Frage.

Was, wenn dieses „Für dich“ nicht bedeutete, dass er sich drücken durfte – sondern dass jemand für etwas einstand, das größer war als er selbst? Größer als sein Verstehen. Größer als seine Kraft.

Jonas lehnte sich zurück. Zum ersten Mal fühlte sich sein Trotz nicht mehr stark an, sondern eng. Begrenzend. Vielleicht war es gar kein Zeichen von Stärke, alles selbst tragen zu wollen.

Vielleicht war es eher eine Erkenntnis, zu sehen, dass man es nicht kann.

Und wenn das stimmte – dann musste es auch etwas anderes geben. Etwas, das größer war als dieses Scheitern. Größer als das, was ihn von sich selbst und anderen trennte.

Er schloss die Augen.

Wenn es eine Tiefe gab, die er nicht begreifen konnte – dann vielleicht auch eine Liebe, die genauso unermesslich war.

Der Wind draußen hatte aufgehört. Die Tür klapperte nicht mehr. Und in der Stille blieb ein Gedanke zurück, leise, aber klar: Ich muss nicht alles tragen, weil Gott mich liebt. Ich darf verstehen lernen, dass ich es nie allein konnte. Gott, wie unermesslich groß ist Deine Liebe.

(Diesen Text machte Chatgpt, nachdem ich eines meiner Gedichte eingegeben hatte mit der Bitte, daraus eine kurze Erzählung zu machen.)

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