Rembrandt: Christus am Kreuz / van Eyck: Anbetung des Lammes

Manche Menschen sehen – und sehen gleichzeitig nicht.

Ging es wirklich um das Geld?

Rembrandt hat häufiger Christus am Kreuz gemalt und gezeichnet. Die Bilder zeigen seine Auseinandersetzung mit seiner eigenen Schuld, Erlösung, Gnade, Befreiung.

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Der Genter Altar: Die Anbetung des Lammes von Van Eyck.

Zu diesem Werk, das von den Nationalsozialisten geraubt worden war und in dem Stollen einer Mine entdeckt wurde, schreibt Jennifer Lesieur: Rose Valland und die Liebe zur Kunst, München 2024, 112:

„Im Halbdunkel des Bergwerks richtete Rorimer seine Lampe auf ein großes Tafelbild. Die Anbetung des Lamm Gottes erstrahlte, als hätte sie (sic) einen goldenen Heiligenschein. Die Soldaten hielten inne vor der ruhigen Erhabenheit des Werks der Brüder van Eyck aus dem Jahr 1432, das mehrmals gestohlen wurde, bis hin zu seiner letzten Entdeckung in Pau. Der Krieg hatte dem wertvollen Altarbild zugesetzt; eine der Tafeln war umgedreht worden, um als Vespertisch zu dienen, eine andere hatte einen Riss…“

Ja, das Kunstwerk ist als solches wunderbar. Aber es darf nicht übergangen werden, dass in diesem Kunstwerk der Glaube der Künstler zum Ausdruck kommt. Die Präzision, mit der gemalt wurde, zeigt, dass Gott als Schöpfer meditiert und gelobt wurde. Auch die Feinheit, mit der Adam und Eva gemalt wurden: ein Lob auf Gott, den Schöpfer. Gott ist in der Schöpfung, in seinem Ebenbild, anwesend. Im Mittelpunkt des Werkes steht Jesus Christus, das Lamm. Zu diesem Erlöser kommen alle möglichen Menschen. Er ist das Zentrum, nicht die Mächtigen sind es, das Lamm ist es, das Hinzuströmen zu Christus ist nicht abhängig vom gelebten Schicksal. Die Vision der Seligen, das himmlische Jerusalem – die eröffnet der Altar. Das Bild ist ein Fenster in die Herrlichkeit Gottes – allerdings eben als die Herrlichkeit des leidenden, aber stolzen, den Betrachter anblickenden Lammes. Zudem sehen wir hinein in die Heilsgeschichte – wir betrachten die Verkündigung des Engels an Maria, dass sie den Erlöser gebären wird. Während die Menschen im Bild selbst nichts davon mitbekommen, ihrem Alltag nachgehen. Hat er die Engel tatsächlich sozusagen polyphon singen hören? Erkennbar wird eine visuelle Polyphonie, die Vertikalschicht, die Gleichzeitigkeit des Gesangs der Töne.) In dem Beitrag wird dargelegt, dass die Welt damals im Umbruch war, politisch, wissenschaftlich – und das Kunstwerk van Eycks gibt das selbst wieder. Und eben in dieser Welt des Umbruchs, so ist weiterzuführen, bleibt eines konstant: Gottes Handeln in Jesus Christus.

Der Glaube war es, der die Künstler angespornt hat, so gut sie können („als ich can“ – Jan van Eyck) ein Wunderwerk zu schaffen.

Das Bild ist eine Brücke – manche betrachten nur die Brücke – wagen es aber nicht, hinüberzugehen. Aber schön ist es, dass sie zumindest das Gemälde als Gemälde würdigen, und es nicht verachten, auch wenn sie die eigentliche Aussage nicht wahrnehmen wollen / können.

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