Provokation zum Tag + Anna Luisa Karsch (1722-1791) + Nationalität der Täter + Bürokratische Verarmungsmaschinerie + Polit-Geschwätz + Frankreich: Opfer von Linksextremisten + UN: Reden und schweigen + Internetfunde / Vormärz + In Deutschland: Mut von Iranerinnen + Größenwahn kritisiert Realität

Provokation zum Tag

Anna Louisa Karsch / Karschin (1722-1791)

In meiner Reihe: Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen, geht es heute um diese Frau. Ich hatte sie schon im Kontext meiner Gedicht-Seite angesprochen: https://gedichte.wolfgangfenske.de/18-jh-2/

Sie schreibt ein Gedicht „An Herrn Utz“: „Du, der, vom Weine berauscht, die Lust der Erde besungen, / Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel / Bespannt mit Saiten von Gold, doch sind mir Lieder gelungen, / Süßklingend sang ich der Seele Gefühl.“

Anna Louisa Karsch hatte eine heftige Kindheit. Ihr Vater starb 1728. Die Mutter gab sie einem Verwandten, der ihr viel beigebracht hat, was sie dankbar erwähnt. 1732 holte die Mutter sie zurück, als Dienstmagd für die Stiefgeschwister und die Kühe. Sie heiratete 1738, bekam vier Kinder, der Mann trennte sich von ihr. Sie wurde 1749 mit einem anderen verheiratet, der nicht wie der erste gewalttätig aber Trinker war. 1761 konnte sie sich mit Hilfe anderer von dem Mann lösen und wurde aufgrund ihrer Dichtkunst, in der sie Familienmitglieder und Alltägliches besang und reflektierte, immer bekannter und wurde letztlich gerühmt und stand mit vielen Berühmtheiten in Kontakt. Ihre Gedichte sind hier zu finden: http://www.zeno.org/Literatur/M/Karsch,+Anna+Louisa/Gedichte

Das Trostgedicht („An Professor Sulzer, über den Tod seines Kindes“) gibt vielleicht in etwa das Motto ihres Lebens wieder: „Hier in der Welt voll Unruh, voller Sorgen / Bleibts vor dem trüben Blick des Sterblichen verborgen, / Warum Gott so verfährt; / Dort aber, wo vor hundert tausend Sonnen / Die Finsternis nie einen Sitz gewonnen, / Ist alles aufgeklärt.“ In „Eine Rede zu Gott über die Kürze der Zeit“ beschreibt sie, wie gedankenlos sie gelebt hat und bittet, bewusster leben zu können. Das heißt aber nicht, dass sie nicht häufig an Gott denkt („An Gott als sie bei hellem Mondenschein erwachte“): „Wenn ich erwache, denk ich dein! Du Gott…“. Sie besingt Gott als Schöpfer, die Vergänglichkeit des Menschen und schließt: „Ich lese, großer Schöpfer! Dich / Des Nachts in Büchern, aufgeschlagen / Von deiner Hand. O lehre mich / Nach deinem Lichte fragen! // Sei meiner Seele Klarheit, du / Regierer der entstandnen Sterne! / Und blicke meinem Herzen zu, / Daß es dich kennen lerne!“ (Zitiert nach Kemp) In dem „Morgen-Gesang an ihre Seele“ weiß sie: „O fühle deine Würde ganz, / Unsterbliche! Dir gab der, den die Sterne loben / Ein Theil vom himmlischen Glanz.“ Viele Gedichte sprechen Gott an, so im „Lobgesang nach tödtlichem Schmerz unter meinen Kindern gesungen“ (1789): „Meine Gefühle des Dankes, die sollen ihm glühen, / Bis mir die lobende Seele vom Munde wird fliehen“.

Für Karsch spielt der Gott, der ihr durch den christlichen Glauben verkündet wurde, eine große Rolle – die anderen, die römischen und griechischen Götter, die in der Zeit in der Dichtung modern wurden, sind „Erdengötter“ („An Gott bei dem Ausruf des Friedens“); in dem Gedicht „Die Allmacht und Güte Gottes“, bittet sie darum, dass Gott den „Zank und Tod“ dem ewigen Rebelle in der Hölle schicken möge.

Ich möchte kurz noch das Gedicht ansprechen, in dem sie Gott, ihren Schöpfer dankt („An den Schöpfer„). In diesem Dank greift sie das Hiobbuch auf – denkt an die Schöpfung der gesamten Welt, der Menschheit auch und dann: „Jahrtausende vergingen, kurze Tage / Vor deinem Angesicht! dann kam mein Tag, und du gabst mir die Hülle, die ich trage / Um diesen geist von dir geatmet, zu! // Von deinem Munde, der du mit einem hauche / Gebürge bläset tief herunter in das Meer, / nahm ich dies leben zum gebrauche, / Zu deinem Ruhm; Herr! mein Gesang sei er!“ Kann man größer von dem Menschen als Individuum, von sich selbst sprechen? Die Kleinheit des Menschen ist seine Grenze – sie wird nun gesprengt, der Mensch wird wahrhaft groß in die gesamte Schöpfung eingeordnet. Feuerbach meinte später, die Religion mache den Menschen klein. Die Karschin kann er dabei nicht im Blick gehabt haben. Und Kaspar David Friedrich malte später den Menschen klein. Diese Gesinnung der Karschin hatte er auch nicht.

Hingewiesen sei noch auf das „Lied an gefangene Lerchen“. Die Lerchen hat einer gefangen, „Der keinen Gott erkennt und ehrt.“ Sie besingt, wie sehr Lerchengesang die Menschen beglückt, und schließt: „Ihm will ich singen hohe Lobgesänge! / selbst meine Thränen sind sein Lied“.

Die Texte gehen zu Herzen, sie kommen von Herzen und darum, so wird hier gesagt, hat Carl Philip Emanuel Bach auch ihren Text „Die letzten Leiden des Erlösers“ vertont: Programmheft

Anmerkung: Karsch nahm zeitweise ihre Enkeltochter, die spätere Dichterin, Helmina von Chézy (1783-1856) auf. Diese hat soweit ich sehe kaum christliche Texte verfasst. Allerdings ein Gedicht „Lerchen-Gesang“. Darin schreibt sie, dass sie die Lerche anspricht: „O sprich, warum dein einfach Lied / Mit Ruhe meinen Sinn umzieht? / >Ich singe Gottes Liebe!< / Und kennt er, stillt er meine Pein? / >Er denket dein, bist auch ja sein!<„ Ihre Tochter war die Dichterin Caroline Louise von Klencke (1754-1802)

Nationalität der Täter

Das, was ich auch immer sage: Die Nationalität der Täter nennen verhindert Spekulationen, Gerüchten, Falschinformationen, Und was ich noch hinzufügen möchte: Verhindert Pauschalisierungen gegen Integrierte. Wenn der Name hinzugefügt wird, denn das zeigt eben: Dieser war es, nicht alle anderen. Es sollten auch die Nationalitäten der Opfer genannt werden, weil dadurch deutlich wird, dass sie auch Opfer sind.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/politik/news/schweizer-oeffentlich-rechtliche-nennen-jetzt-immer-die-herkunft-von-straftaetern

Bürokratische Verarmungsmaschinerie

Sie läuft und läuft und läuft – sie verarmt, verarmt, verarmt – sie schluckt Innovation und Ressourcen, Innovation und Ressourcen, Innovation und Ressourcen…

Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/wirtschaft/news/elektriker-deckt-die-buerokratischen-mehrkosten-auf

Polit-Geschwätz

Spiegelkabinett – würde ich sagen. Zudem: Da haben sie was, um sich zu empören. Erwartbar wie das Echo in den Bergen: https://apollo-news.net/nach-hcke-auftritt-emprung-ber-die-afd-eskaliert-csu-politiker-spricht-von-rechtsextremem-geschwtz/

Frankreich: Opfer von Linksextremisten

Leider erfahren wir in dem Beitrag nicht, warum Macron das Wort Respekt in dem Zusammenhang erwähnt: Ein junger Mann wurde von mutmaßlichen Linksextremisten brutal zu Tode getreten. Und Macron ruft zu „Ruhe, Zurückhaltung und Respekt“ auf. Wie ist das zu verstehen?

Frage von Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/linker-mob-schlgt-23-jhrigen-quentin-tot-macron-ruft-zu-ruhe-zurckhaltung-und-respekt-auf/

UN: Reden und schweigen

Die reden, wenn sie schweigen sollten und schweigen, wenn sie reden sollten. Das ist die UN der Gegenwart. Erklärend weitergeführt: Wenn es billig ist zu reden – reden sie; wenn es teuer werden könnte zu reden – schweigen sie. Natürlich können sie immer reden, wenn es notwendig ist – aber sie sollten auch reden, wenn es wirklich notwendig ist.

Denn: Wie irre die UNler sind, zeigt die Gratulation von Gutterres an den Iran wegen des TyrannenJubiläums. Da knallen die schiitischen Islamisten massenhaft mutige Menschen ab und verfolgen Demonstrierende danach anhand der Filmaufnahmen und der Denunzianten bis hinein in die Schulen – und der Kerl, sorry, aber da habe ich keinen Respekt mehr vor, gratuliert diesen Mördern? Natürlich – ein routinemäßiges Schreiben, so die UN. Wie kann so ein Gremium, das sich um Menschenrechte kümmert, solchen Routinen unterwerfen? Das macht die Sache nicht besser – im Gegenteil: das zeigt, dass maßgebliche Teile der UN einfach abgewirtschaftet hat.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/angeblich-legitimer-klimaaktivismus-un-sonderberichterstatterin-kritisiert-anklage-gegen-die-letzte-generation/ und: https://www.juedische-allgemeine.de/politik/un-glueckwuensche-an-iran-stossen-auf-scharfe-kritik/

Internetfunde

Blüchel/Fleischhauer (Günthers drei Körper: Ministerpräsident, Parteipolitiker, Bürger; Thema auch: SPD-Umverteiler, die keine Ahnung von realen Zahlen haben; irre, das finanzielle Polit-Gemauschel in Bremen und Rheinland-Pfalz – zu Lasten der Steuerzahler; der SPD gehört das Land – L’État, c’est moi – scheint Spaß zu machen, Steuergelder zu verprassen – würde mir auch gefallen; habe leider den falschen Job; aber sie scheinen sich darüber nicht zu schämen – was bei mir vielleicht der Fall gewesen wäre, zumindest irgendwo im Hinterköpfchen): https://www.youtube.com/watch?v=QTY3MXN_uW0 Und wenn man dann das SPD-Versagen mit dieser Info verknüpft, könnte man in Gelächter ausbrechen, wenn es nicht so traurig wäre: https://rp-online.de/politik/deutschland/awo-chef-vermoegensungleichheit-bedroht-demokratie_aid-143882341 Apropos Günther: Dass er als Tiger springt und als Bettvorleger endet – ich befürchte, dass dem nicht so ist, weil CDUler, allein darum, weil das, was die Günther-CDU plant, kritisiert wird, ihren Trotz hervorrufen kann und den gefährlichen Unsinn der Altersbeschränkung abnicken: https://www.welt.de/politik/deutschland/article698b3f039501f81648ced374/neuer-chef-der-nord-spd-die-methode-guenther-er-fordert-irgendetwas-was-gar-nicht-auf-landesebene-entschieden-wird.html

Thema sind auch die Linksextremisten in Berlin – ihnen gegenüber müssten Parteien die Brandmauer errichten. Aber ich denke, dass nicht nur, wie es heißt, die Moral bei den Grünen verhandelbar ist, sondern viele Grüne dort leben im Dunstkreis der Linksextremisten. Wie an an dem Verhältnis zu der in der Diskussion genannten Maja T. gesehen wird. Die Linken fesseln sich durch Brandmauern nicht, aber die Rechten lassen sich durch die Brandmauer, die Linke errichten, fesseln. Demokratie sieht auch aus meiner Sicht anders aus.

Und auch Solga: https://www.youtube.com/watch?v=B3IPcBE4XR8

Zu Martenstein – er spricht Klartext. Ich würde sagen, die Linken nennen eine Verbotsdemokratie: „Wahre Demokratie“ oder „Schöne Demokratie“ – die Reaktion mancher Zuhörer ist beschämend – aber bezeichnend für das, was in manchen Köpfen so vor sich geht. Der Mut von Martenstein ist zu bewundern vor einem solchen Publikum, Tacheles zu reden. Es hat lange still gehalten – doch dann versuchten irgendwelche Schreihälse und Buhrufer sozusagen die noch Nachdenklichen wieder in ihrem linksextremen Bann zu ziehen. Lasst die Genoss:innen bloß nicht über das nachdenken, was Martenstein gesagt hat, vielleicht könnte er ja jemanden überzeugen! Das darf nicht sein, also losbuhen! Sie wieder einfangen! Bevor sie nachdenken können.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/das-ende-der-demokratie-martenstein-zerlegt-linke-afd-verbotsplaene/ und https://www.youtube.com/watch?v=fH8O9L3Cuuc

Egon Flaig: https://www.youtube.com/watch?v=UAmnV_P1uN0

Tichys Einblick zu EU (CDU-Leyen-DSA) / Berlin (CDUler) und ihre gefährliche Stellung zur Meinungsfreiheit: Bürger vor ihren eigenen von diesen Parteien ungeliebten Meinungen schützen – der Kampf mancher in den Parteien gegen das Grundgesetz, gegen das Grundrecht – und dann kommt natürlich die Chatkontrolle und vieles andere mehr, das für die bürgerliche Freiheit gefährlich ist – das CDU-„Digitalisierungsministerium als Zensurministerium“ + linksgrüne Bundesnetzagentur, laut Tichy, zudem werden das BKA und die Landesmedianstalten durch die politischen Meldestellen politisch missbraucht: https://www.youtube.com/watch?v=Xoxvy3fYaZ4

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Ich wollte sagen, das kennt man alles eher von Linken und Rechtsextremen. Aber man bedenke das 19. Jahrhundert: Die Zeit des sogenannten Vormärz (Wiener Kongress 1815-März 1848) – das Freiheitsstreben angesichts von Zensur, Überwachung, Unterdrückung liberaler, nationaler Meinungen und Bewegungen, Spitzelsystem, politische Polizei, Überwachung auch der Universitäten, von Rechtsstaatlichkeit ist wohl kaum mehr zu sprechen. (Natürlich waren Gesetze formal vorhanden usw. – aber: Grundrechte im heutigen Sinn galten nicht, Justiz war nicht unabhängig, Kritik an Monarchie usw. war Hochverrat, Machtkontrolle war unterbunden, Presse zensiert. Es war ein Polizeistaat mit gesetzlich geordneter Willkür gegen alle, die nicht spurten.) Verbunden sind die Repressalien mit dem Namen Metternich, den man heute nur noch vom Sekt kennt, der aber mit seinen Claqueuren viel Leiden, Zwänge auf seinem Gewissen hat. Heinrich Heine war einer der vielen, die darunter leiden mussten und ins Exil gingen. Um nur ihn zu nennen. Das Hambacher Fest, das Fest der Freiheit, führte zu weiteren Verschärfungen durch die Obrigkeit. Es zeigte aber: Menschen lassen sich nicht mehr länger unterdrücken. Aber die brutalen Herrscher gewannen wieder Oberhand. Es war ein langwieriger Freiheitskampf, unter dem viele mutige Menschen leiden mussten angesichts der Machtmittel der Obrigkeit. Freiheit-Liebende unterschiedlichster politischer Couleur können viel von diesen Menschen lernen, so von Heine, Büchner, Börne, Freiligrath, von Fallersleben, Robert Schumann, Wagner in gewisser Weise auch. Hiermit habe ich die Kämpfer genannt, die im kulturellen Raum für die Freiheit eintraten. Der Biedermeier – ich liebe ihn – aber politisch war er ein Rückzug ins Private. Häusliche Idyllen, Gärten, Salons und Kaffeekränzchen, raus in die Natur, weg von den Denunzianten, Repressalien usw. Eskapismus war verbreitet unter denen, die es sich leisten konnten.

Nur als Anmerkung assoziativ das Eine oder Andere: Das waren nicht die einzigen Strömungen in der Zeit. Die Romantik wirkte nach – es sei an die Dichter erinnert, die vielfach in sich unterschiedliche Traditionen vereinigten bzw. von einer Weltanschauung zur anderen switchten:
den Dichter der (religiösen) Tradition: Brentano,
an den, der aus seiner Beamtenstube ins Christlich-Romantische flüchtete: Eichendorff,
an die religiöse, Ruhe findende Luise Hensel,
an die ihre Welt psychologisch durchschauende Annette von Droste-Hülshoff,
an den Weltmenschen Rückert,
an Philipp Spitta, der die innere religiöse Freiheit und Ordnung besang,
Mörike, der Zerrissene,
Lenau, der Emigrant, der in der Fremde keine Heimat fand,
Grillparzer der Emigrant in das Innere,
Geibel und Heyse, die Ästheten, Dichterfürsten der Zeit, die das Schöne suchten,
Freiligrath, ich nannte ihn schon, der politisch engagiert war für die Freiheit,
Heine, nannte ich auch schon, der Spötter von Zensur und politischer Enge,
Storm beschreibt den pflichtbewussten Helden des Alltags in aller Dramatik auch des Scheiterns,
Fontane zeigt, dass der Rückzug ins Private keinen Schutz bietet.
Betti Paoli begann, sich mit sensiblen Gedichten für die Emanzipation der Frauen einzusetzen, sie suchte nach dem Schlüssel der Freiheit für die im Häuslichen Eingesperrten: Frauen bilden, Geist und Eigenständigkeit fördern, Emotion beachten, Frauen achten,
von Fallersleben – der Professor, der im zerstückelten Deutsch-Land von Land zu Land flüchtend zog, Kinderlieder schrieb und das Lied der Deutschen. Das mit „Deutschland über alles“ nicht andere Staaten ausgrenzen wollte, sondern die Einheit des zerstückelten Deutsch-Landes forderte, also aus Deutsch-Länder sollte Deutschland werden. Es ging also um nationale Freiheit.

Dann gab es noch die Philosophen, die Kämpfer gegen die Religion und gegen den Rückzug in die Häusliche Innerlichkeit, mit ihrem Versuch, wissenschaftlich weltweit zu argumentieren: Feuerbach, Marx, Engels und so ab 1830 begannen Sozialisten Arbeiter zu rekrutieren. Das heißt: Es ging um Freiheit von dem System des Kapitalismus, der von der Bourgeoisie, die besitzende soziale Klasse und ihren Stabilisatoren, errichtet wurde.

Als besondere Person möchte ich Kathinka Zitz-Halein nennen: Sie setzte sich mit ihrem Leben ein, stürmte vor gegen die Repressionen, setzte sich aktiv und sich gefährdend für die politisch Gefangenen und deren Familien ein, Frauen sollten aktiv am Aufbau Deutschlands teilnehmen – wie sie selbst. In diesem Zusammenhang sei auch auf Louise Otto-Peters hingewiesen, die Parallel zum Kampf für die Freiheit aller für die Freiheit / politische Teilhabe der Frauen kämpfte. Freiheit ist nur Freiheit, wenn sie für Männer und Frauen gilt.

Wie am Parlament in Frankfurt erkennbar ging es auch um liberale Freiheit bzw. um die Errichtung einer Republik: Freiheit von Zensur, Willkür des Staates, Einschränkung der Macht des Adels, Freiheit des Handels (Deutscher Zollverein). Inzwischen waren bekanntlich auch neben dem Adel finanziell starke Bürger-Gruppen entstanden.

Kirchen spielten eine große Rolle in der Verbindung von Thron und Altar. Es gab Versuche, sich von traditionellen theologischen Vorgaben zu befreien, es sei an David Friedrich Strauß erinnert, der versuchte, die historische Vernunft über den Glauben an Jesus Christus zu stellen, weitere Versuche, die Kirche von dem bestimmen zu lassen, was man als Vernunft ansah: Weg von Rom-Bewegung der Deutschkatholiken (Robert Blum, einer der führenden Revolutionäre war Deutschkatholik), Wichern und seine Mitstreiter versuchten armen Menschen organisiert zu helfen, weil es der Staat nicht tat. Der Fürst beherrschte die Kirchen – es gab Mitte der 1830er die Bestrebungen, die Gemeinden durch Kirchenvorstände/Presbyterien selbständig zu machen: nicht der Staat bestimmt das Gemeindeleben (und den Pfarrer), sondern die Gemeinde selbst – und zwar diskutierend (!), es wurde nicht mehr von oben bestimmt. Menschen lernten diskutierend Verantwortung zu tragen.

Leider gab es auch die Hep-Hep-Aufstände / Pogromwellen. Vom Mob wurden jüdische Häuser wurden gestürmt, Besitz wurde zerstört, Menschen wurden gejagt, verprügelt, vertrieben, getötet. Das bedeutet, dass es Menschen gab, die existentielle Ängste ausstanden, auch durch das Jahr ohne Sommer oder durch die Industrialisierung wirtschaftlich Probleme hatten, die Angst hatten, in Armut zu verfallen bzw. wirtschaftlich bankrott waren, gegen Juden zu kämpfen. Nationalistische Bestrebungen spielten auch mit, da Napoleon Juden mehr Freiheiten einräumte sahen andere ihre Freiheiten eingeschränkt. Es war auch ein Versuch, sich von den Zuständen zu befreien – aber ein irrationaler, böser Versuch. Die Metternichs nahmen das als weiteren Anlass, den Polizeistaat zu errichten. Und so gab es eben Versuche, Freiheit zu errichten / erlangen miteinander – aber auch gegen andere.

Es gab also unterschiedlichste Formen der Bestrebungen nach Freiheit. Zum Teil gingen sie Hand in Hand, zum Teil waren sie vollkommen unterschiedlich, auch gegeneinander.

Zu vielen dieser Dichter s.: https://gedichte.wolfgangfenske.de/18-19-jh-2/ und https://gedichte.wolfgangfenske.de/19-jh/ und: https://gedichte.wolfgangfenske.de/19-jh-2/ Zu Feuerbach und Marx: https://mini.evangelische-religion.de/religionskritiker-kritisch-gesehen/

In Deutschland: Mut von Iranerinnen

Selbst in Deutschland brauchen Iranerinnen und Iraner Mut, gegen das Regime zu protestieren. Dieses brutale Regime dürfte auch über die Familien herfallen – nicht nur, wie ich neulich im Blog geschrieben habe, werden Unterstützerinnen der Freiheitsbewegung in unserem Land verbal angegriffen und erniedrigt. Denn das Regime im Iran ist doch so klasse muslimisch – so die Menschen verachtende Reaktion – da darf man nicht gegen sein! Interessant finde ich freilich, ich schrieb es schon, dass Iraner sich auf den nichtislamischen Iran berufen, den Islam als brutale Kolonialistenmacht einschätzen, die den Iranern das Land geklaut haben. Hier trifft also stolzer Nationalismus auf fanatische Islamisten.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.welt.de/politik/deutschland/article699126cd0abe5c8b74ed028c/anti-mullah-proteste-in-muenchen-sie-haben-gesagt-wir-ermorden-dich-wenn-ich-kein-kopftuch-trage-erzaehlt-eine-demonstrantin.html Dazu auch Ostermann: https://www.youtube.com/watch?v=773Xjvz7BdU

Größenwahn kritisiert Realität

Nun, so mag man das bezeichnen, was hier abläuft: https://de.euronews.com/my-europe/2026/02/14/von-der-leyen-nato-rutte-muenchen

Größenwahn kommt den Bürgern immer schwer zu tragen. Sie haben das auszulöffeln, was sich die Hochwohlgewählten bzw. Hochwohlnichtgewählten alles so in ihren Hobbys und ihrer Ideologieversessenheit ausdenken.