Gottes Ruf

Nachtrag zu meiner Darstellung von Amy Carmichael https://blog.wolfgangfenske.de/2026/03/22/amy-carmichael-1867-1951/

Ich hörte von einer Frau, die sagte, sie habe einen Ruf von Gott bekommen, als Missionarin nach Nepal zu gehen. Nun ist sie älter und pflegt ihre Mutter und ist verbittert.

Unabhängig davon, weil ich sie nicht kenne: Wir Menschen können unseren Wunsch mit Gottes Ruf verwechselt. Oder: Von Jesus wird der Satz überliefert: Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (1). Manche bekommen den Ruf und warten dann auf die Sänfte, die sie hinter Jesus hertragen soll, anstatt selbst zu laufen. Der Ruf Gottes dürfte im Augenblick in der Vergebung durch Gott und in Freiheit und Freude des Glaubens lauten: Mutter pflegen – als Dienst an Gott und Mensch.

(1) Der Satz wird historisch-kritisch nicht Jesus zugewiesen, sondern der nachösterlichen Gemeinde. Denn verdächtig ist das Wort „Kreuz“, das erst nach Ostern metaphorisch aufgenommen und verständlich sein soll usw. Aus meiner Sicht sind Überlieferungen aus dem Geist Jesu eben Jesu Worte. Jesus Christus ist der Maßstab, nicht das, was historisch-kritisch Arbeitende aus ihrer Zeit und Weltdeutung als jesuanisch herausarbeiten.