Anne Askew (2)

Symbolbild – KI überarbeitet

Anne Askew (2)

Anne Askew hat auch eine Ballade und Gedichte geschrieben. Weiterhin gibt es von ihr Briefe.

Soweit ich sehe ist die Ballade: „Like as the armed knight“ (Wie ein gerüsteter Ritter) am bekanntesten geworden. Der Text: The Ballad which Anne Askew made and sang… | The Poetry Foundation (Die zitierten Texte unten sind sprachlich angepasst.) Sie greift darin unter anderem auf den Text aus dem Epheserbrief zurück, der von der Waffenrüstung Gottes spricht.

In der ersten Strophe beschreibt sie sich selbst, und sie sieht sich als Ritter, der in den Kampf zieht, wobei der Glaube ihr VerteidigungsSchild ist. Dieser Glaube ist, so die zweite Strophe, die Waffe, die in der Not nicht versagt. Warum wird diese Waffe nicht versagen? Weil sie von Christus ihre Kraft empfängt – von Christi Weg, das heißt dem Weg des Leids. Es sind Teufel, die gegen sie angehen. Mit diesen Aussagen erweist sie sich nicht als eine zurückhaltende, schüchterne, sich unterordnende Frau, sondern sie wählt diesen Weg des Streites ganz bewusst – und gleichzeitig sieht sie in den mächtigen Gegnern, bis hin zum König die Teufel am Werk. Das ist eine in ihrer Zeit sehr gefährliche Aussage – allerdings basierend auf der Bibel. Von daher ist es verständlich, dass die Herrschenden dem einfachen Volk das Bibellesen verbieten wollten. Die Bibel bringt Menschen auf herrschaftskritische Gedanken.

In den nächsten Strophen greift sie auch biblische Texte auf, so dass Glaubende Gerechtigkeit empfangen haben – durch den Glauben. Sie geht mutig voran, nicht Not fürchtend. Im Gegenteil: Sie freut sich, dass Christus für sie eintreten wird. Und mit Rekurs auf ein Wort Jesu klopft sie an seine Tür und bittet um Kraft.

Dann wird sie wieder – mit der Bibel – politisch: Sie habe mehr Feinde als Haare auf dem Kopf. Feinde, die sie vernichten wollen, und sie bittet Christus, an ihrer Stelle zu kämpfen. Es sei beachtet: die Feinde sind die politischen Autoritäten samt König. Sie ruft Christus auf, gegen diese sich als Autoritäten Ansehenden zu kämpfen, denn sie sind grausam und boshaft. (Henry the Eighth, by the Grace of God, King of… – das höchste Haupt der Kirche von England.) Das ist Hochverrat! Aber Christus ist ihre Freude und darum fährt sie mit ihrem Lebensschiff trotz der Gefahren auch im dichten Nebel weiter.

In den kommenden Strophen wird sie heftig politisch. Sie spricht von einer Vision. Auf dem Thron, auf dem Gerechtigkeit sitzen sollte, saß einer von düsterer, grausamer Gesinnung.

I saw a royal throne
Where justice should have sit;
But in her stead was one
Of moody cruel wit.

Dieser hat die Gerechtigkeit mit einer reißenden Flut verschlungen – und Satan hat das Blut Unschuldiger maßlos getrunken.

Absorbed was righteousness
As by the raging flood;
Satan in his excess
Sucked up the guiltless blood.

Sie spricht dann über das Gericht und fragt sich, was Jesus mit solchen Männern machen wird? Doch sie legt für diese Grausamen ein Wort ein: Sie tun ihr Schreckliches an, aber er möge sie nicht dafür bestrafen.

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In dem anderen Gedicht „Ich bin eine Frau, arm und blind“ (I Am A Woman Poor And Blind; I Am A Woman Poor And Blind – I Am A Woman Poor And Blind Poem by Anne Askew ) sieht sie sich als eine einfache Frau, die von Gott einen Garten bekommen hat, um herauszufinden, was gut für sie sei. Der Garten ist ein biblisches Bild – vor allem auch mit dem Weinberg verbunden, der gehegt und gepflegt werden soll, aber dass dann auch die Menschen versagen und der Garten verkommt und verwildert. Aber es kamen viele Erlebnisse und Menschen, die dazu beigetragen haben, dass in dem Garten giftige Samen gesät wurden. Und so verschwand der Geist Gottes aus ihrem Garten. Sie setzte ihr Vertrauen in die Werke des Teufels.

Sie beginnt zu beten, sagt dem Herrn, dass sie ihre Zeit übel verbracht habe, früh sterben werde, aber als Sünderin der Barmherzigkeit Gottes vertraut. Sie wird Gottes Wort nicht mehr verleugnen solange sie lebt und sei es, dass sie dafür sterben muss. Und sie bittet um Stärke, denn die Schlächter stehen mit gezückten Schlachtmessern da, um ihren Leichnam zu verzehren. (1)

In den nächsten Strophen möchte sie am Liebsten die Menschen vor dem bösartigen Gärtner bewahren, der mit Foltern und Scheiterhaufen Menschenleben beendet. Mit dem Gärtner könnte sie den katholischen Bischof Stephen Gardiner meinen, der einer ihrer Hauptgegner war. Dieser Gärtner war einmal wahrhaftig, aber er ist vom rechten Weg abgekommen und sät nun PestSamen in den Garten. Er ist so bösartig, dass sie nicht einmal wagt, für ihn zu beten. Sie hat keine Möglichkeit ihren Glauben vollständig zu bekennen, aber sie vertraut Gott, dass er den vertrauensvollen Menschen die Wahrheit bekannt machen wird.

In den letzten zwei Strophen übergibt sie ihren Geist Gott dem Schöpfer und lässt ihren Körper auf Erden zurück. Der Körper wird verbrannt werden, aber Gott wird ihn auferwecken und sie zu Gottes Ebenbild formen, damit er immer bei Gott bleibe.

To thee O Lord I bequeath my spirit,
that art the work-master of the same,
It is thine, Lord, therefore take it of right,
my carcass on earth I leave, from whence it came.

Although to ashes it be now burned,
I know thou canst raise it again,
In the same likeness as thou it formed,
in heaven with thee evermore to remain.

(1) Dazu siehe: https://blog.wolfgangfenske.de/2026/03/10/folter-menschenopfer-recht-und-ordnung/

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Ihr wohl letztes Gebet lautet – zitiert nach: The acts and monuments of John Foxe: a new and complete edition: with a preliminary dissertation, by the Rev. George Townsend … : Foxe, John, 1516-1587 : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive

O Lord! I have more enemies now, than there be hairs on my head:
yet Lord, let them never overcome me with vain words,
but fight thou, Lord, in my stead ; for on thee cast I my care.
With all the spite they can imagine, they fall upon me, who am thy poor creature.
Yet, sweet Lord, let me not set by them that are against me ; for in thee is my whole delight.

And, Lord, I heartily desire of thee, that thou wilt of thy most merciful goodness forgive them that violence which they do, and have done, imto me. Open also thou their blind hearts, that they may hereafter do that thing in thy sight, which is only acceptable before thee, and to set forth tliy verity aright, without all vain fantasies of sinful men.

So be it, O Lord, so be it !

By me, Anne Askew

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