„Nun ruhen alle Wälder“

Spötter vergehen –
das Lied bleibt.

Paul Gerhardt hat den Text für das Lied „Nun ruhen alle Wälder“ (EG 477; GL 101) geschrieben.

Hier https://de.wikipedia.org/wiki/Nun_ruhen_alle_W%C3%A4lder erfahren wir, dass ein neues Gesangbuch herausgegeben werden sollte, in dem viele Lieder von Paul Gerhardt gestrichen werden sollten. 1781 gab es dann massive Proteste in den Gemeinden. Sie waren mit der „aufgeklärten Herausgeber-Hautevolee“ vermutlich nicht einverstanden. Denn die Aufgeklärten mochten Paul Gerhardt nicht besonders, haben auch Texte von ihm umgedichtet. Bergende Metaphern sind nicht so ihr Ding. Dann hat Friedrich der Große ein Machtwort gesprochen: die Priester sollen Toleranz nicht vergessen, ihnen werden Verfolgungen nicht gestattet – aber Sympathien hatte der große Aufgeklärte auch nicht für das Lied: „so stehet einem jedem frey zu singen: Nun ruhen alle Wälder, oder dergleichen dummes und thörichtes Zeug mehr.“

Verkopfte Menschen
kapieren in ihren großen Köpfen nicht,
dass der Mensch mehr ist
als philosophischer Mode-Kopf.
Sie merken in ihren großen Köpfen nicht einmal,
dass ihr Kopf sich in Mode-Philosophie verheddert hat.

Von daher:

Spötter vergehen –
das Lied bleibt.

*

Philosophische Moden wechseln
wie Haar- und Kleidermoden.
Nur nicht ganz so schnell,
auch wenn sich Clevere bemühen.

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