
Gott geben
Ideologien fordern
den ganzen Menschen:
übergib dich der Weltanschauung,
die Menschen sich ausgedacht haben,
mit Haut und Haar, Herz und Gehirn,
damit sie dich am Leben lassen.
Christen wissen:
Nicht Menschen gebührt ihr Herz,
ihr ganzes Wesen.
Es gebührt dem Schöpfer,
dem Erhalter, dem Vollender:
Sie geben Gott, was Gott gehört.
Der Dichter Carl Friedrich Lochner (1632-1697) schrieb (*):
Du mußt, was Gottes ist, Gott geben;
Sag, Seele, wem gebührt das Herz?
Dem Teufel nicht; er haßt das Leben;
Wo dieser wohnt, ist Höllenschmerz.
Dir, dir, o Gott, dir soll allein
Mein Herz aufwärts gewidmet sein.
(*) „Was gibst du denn, o meine Seele“ – Pressel 468. Bezug nehmend auf den Satz Jesu (Mk 12,17 Parr.): Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört. Freilich heißt das nicht, dass diejenigen, die ihr Herz Gott geben, von allen Sünden frei sind, dass sie an Mitmenschen nicht schuldig werden können: https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php/Carl_Friedrich_Lochner_d._%C3%84.
Die Münze gehört dem Kaiser – sie trägt des Kaisers Bild. Also Steuern / Gelder sind des Kaisers usw. Er ist für die staatliche Ordnung da, er ist in seiner Macht begrenzt. Denn: Der Mensch trägt, weiter geführt, das Bild Gottes (ist Gottes Ebenbild), also gehört der Mensch Gott: mit seinem Herzen, seinem Gewissen, seinem Glauben, Gott allein gebührt Anbetung und Loyalität. Der Herrscher – auch der mächtige Herrscher in Rom – ist Gott untergeordnet, und das hat jeder Mensch mit seinem Leben so zu bezeugen, dass er dem Herrscher nicht sein Gewissen, seinen Glauben, sein Herz überlässt. Auch in einem ähnlich gelagerten Satz (Mt 10,28 Par.): Herrscher und ihre Schergen können den Leib töten, also den Menschen beseitigen, der ihnen nicht gefällt, aber ihre Macht endet am Körper. Gott aber ist Herr über Leib und Seele – auch dem Körper der Herrscher und kann deren Leib und Seele dem Verderben übergeben. (Leib und) Seele des Ermordeten macht er lebendig.
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