Diskussion um Notre Dame

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https://meta.tagesschau.de/id/141613/brand-in-notre-dame-fassungslos-in-paris

In diesem gibt es ein paar Atheisten/Religionskritiker, die dagegen sind, Notre Dame wieder aufzubauen, verbunden mit heftiger Kritik an der katholischen Kirche. Für sie sollte die Kathedrale Sozialwohnungen weichen. Diesen paar Stimmen widersprechen viele Religionskritiker/Agnostiker/Atheisten. Sie heben hervor, dass Notre Dame dem Staat gehört, nicht der Kirche, dass sie für die europäische Kultur von unschätzbarem Wert ist, dass Menschlichkeit und Kultur zusammengehören, dass auch sie in der Kathedrale spirituelles Erlebnis haben können usw. Einer der Atheisten sagt dazu: Ich habe das spirituelle Erlebnis nicht. Dieser letzte Satz sagt im Grunde vieles, was man zu manchem Atheisten der extremeren Sorte sagen kann: Was ich mir nicht denken kann, was ich nicht fühle, ich, ich, ich… – das gibt es nicht. Aber das betrifft die Moderateren, die sich hier dankenswerter Weise zu Wort melden, nicht.

Ich finde nun, was die Moderateren betrifft, interessant: Sie leben vom christlichen Geist, von der Orgel, die zum Lob Gottes spielt, den Glocken, die zum Gebet rufen und Menschen auf Gott aufmerksam machen, von der Gemeinde, die in der Kirche mit Gesängen, Gottesdiensten den Raum füllen, auch wenn gerade kein Gottesdienst gehalten wird, sie leben von der christlichen Kunst und dem Know How, die nicht nur das Gebäude, sondern der gesamte Raum atmet. Sie leben davon – aber sie wollen es nicht wahrhaben, dass die Seele des Gebäudes christlich ist. Ohne diese Seele wäre der Raum wirklich eine Weinfass-Herberge mit schönen Bildern.

Das betrifft nicht nur die Kathedrale. Religionskritiker, die keine Christen sind, Agnostiker, Atheisten, sie alle leben noch im kulturellen Raum, den die christliche Kirche geprägt hat. Das betrifft Ethik, Philosophie, selbst Wirtschaft und Wissenschaft. Man gibt sich alle Mühe, diese von der christlichen Tradition zu trennen, indem man bildhaft gesprochen Kathedralen durch Mietskasernen ersetzen will, und es gelingt immer mehr. Manche ethischen Ansätze, manche philosophischen Weltkonstrukte zeigen das, Wirtschaft verkommt an manchen Stellen zu purem Raubtierkapitalismus, Wissenschaft und Forschung greifen ein und lösen Ängste aus durch Atombomben, unkontrollierbarer Genforschung, manche Formen der KI…

Aber der Geist ist noch in ihnen vorhanden. Und dieser Geist wird immer wieder korrigierend eingreifen. Leider oft erst dann ganz deutlich, wenn Menschen es übertrieben und eine Menge Leid verursacht haben. Christen haben die Aufgabe, nicht zurückzustecken, sondern auch weiterhin Jesus Christus liebend zu verkündigen, damit auch Nichtchristen sich in dem Licht wohlfühlen können. Wie sich Christen bei manchen moderaten Religionskritikern/Agnostikern/Atheisten wohlfühlen können, die von diesem Geist mehr ausstrahlen, als sie es selbst wissen.

Es kommt auf das Miteinander an. Ohne das Miteinander kommen wir in der Welt nicht weiter. Das haben die meisten verstanden und handeln auch entsprechend kooperativ.

Nachtrag: Ein sehr interessantes „Interview“:
https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/bild-kommentar-zu-notre-dame-warum-mehr-brannte-als-nur-ein-gebaeude-61291560.bild.html

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