Individualisierung, Inkulturation und Intemporierung

Wenn der christliche Glaube auf ein Individuum stößt, wird er von diesem Individuum in der ihm ganz spezifischen Weise aufgenommen und aus der Beziehung zu Gott heraus transformiert. Das heißt: Der christliche Glaube wird mit dem es aufnehmenden Individuum kompatibel.

Wenn der christliche Glaube auf eine Kultur stößt, wird er von dieser Kultur aufgenommen und transformiert. Das heißt: Der christliche Glaube wird mit der sie aufnehmenden Kultur kompatibel.

Wenn der christliche Glaube auf Menschen einer bestimmten Zeit stößt, wird er von dieser „Generation“ aufgenommen und transformiert. Das heißt: Der christliche Glaube wird mit der sie aufnehmenden Zeit kompatibel.

Der christliche Glaube ist nicht starr. Er ist lebendig, wie Individuen und Kulturen und Zeiten lebendig sind. Der christliche Glaube, der Geist Gottes muss allerdings immer Raum behalten, um auch das Individuum, die Kultur, die jeweilige Zeit herausfordern zu können. Er bleibt der Herr des Individuums, der Kultur der Zeit.

Manche Individuen, Kulturen, Zeiten versuchen – und das ist die größte Versuchung für Christen (nicht das Leiden) – den Geist Gottes zu beherrschen, ihn in den Griff zu bekommen. Das geschieht auch, wenn Menschen meinen, den Geist Gottes durch ihren Geist ersetzen zu können. Auch dann versucht man, Gott in den Griff zu bekommen.

Wenn das versucht wird, wird der Geist Gottes dem Griff entgleiten und die Menschen, Kulturen, Zeiten werden furchtbar schuldig an den Menschen.

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