3 Antworten auf „Zentrale Glaubensaussagen“

  1. Ich denke, DIE zentrale Aussage des christlichen Glaubens ist das apostolische Glaubensbekenntnis. Und darin befinden sich einige Sätze, die nachweislich falsch sind, sowie Aussagen, die nur eine Minderheit aller Christen ehrlichen Herzens unterschreiben würde. Tatsache ist doch, dass die überwiegende Mehrheit der denkenden Christen (also die, die nicht einfach stumpf die formelhaft vorgetragenen Sätze der Priester nachplappern) einige Glaubensaussagen nicht (mehr) akzeptieren. Ich kenne sogar Pastoren, die ihrer Gemeinde erzählen, dass sie nicht an die Himmelfahrt Jesu glauben.
    Dass Maria leiblich in den „Himmel“ aufgestiegen ist, glaubt m. W. sowieso nur noch eine Minderheit der Katholiken (zumindest bei uns in Europa).

    Falsche Sätze:
    geboren von der Jungfrau Maria, (vgl. Jesaja 7 und 8)
    hinabgestiegen in das Reich des Todes (vgl. Lk 23,43, das passt absolut nicht zusammen!)

    Bezweifelte Aussagen:
    aufgefahren in den Himmel;
    Auferstehung der Toten
    ewiges Leben.

    Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie werden nur noch wenige denkende Christen finden, die das apostolische Glaubensbekenntnis zu 100% akzeptieren, also absolut nicht hinter den zentralen Aussagen des Christentums stehen.

    1. Das Glaubensbekenntnis ist nicht die zentrale Glaubensaussage. Jesus Christus ist Herr – das Wort aus dem Römerbrief würde ich als zentrale Glaubensaussage bezeichnen. Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist äußerst wichtig, aber eben im Rahmen der Bekenntnisse. Es fehlen in ihm zum Beispiel wesentliche Aussagen der Lehre Jesu. Es gibt Eckdaten wieder. Diese Eckdaten sind zu füllen – und sie werden je nach Zeit gefüllt. Auch dieses Glaubensbekenntnis ist wie andere Folge einer Auseinandersetzung innerhalb der Kirche/der Christen – und führt auch notgedrungener Weise zu Auseinandersetzungen, weil die Zeiten, die Weltbilder, die Vorstellungen sich ändern. Die Frage ist dann, wer findet Antworten, die tragbar sind, um den Glauben der „Väter“ mit dem Glauben der jeweiligen Gegenwart zu verbinden. Dieser Prozess findet ständig statt. darauf muss man allerdings beharren, dass man den Glauben der Vorfahren mit berücksichtigt, da die Gemeinde Christi nicht nur eine der jetzt Lebenden ist, sondern auch die vorangegangenen Generationen Glaubender umfasst. Gemeinde = Leib Christi aus den Generationen der Vorfahren – der kommenden Generationen und der gegenwärtigen Generationen.
      Die Gegenwartsgeneration zu glorifizieren, ihre momentanen Sichtweisen, das entspricht nicht dem christlichen Glauben, das wäre eher sektiererisch. Aber dieses Spektrum theologisch so zu durchdringen, dass der Glaube noch in der Gegenwart rezipiert werden kann, das ist eine Kunst, die nur eng mit der Beziehung zu Gott in Jesus Christus durch den Heiligen Geist zu bewältigen ist. Nicht durch einfache Maßstäbe, die die jeweilige Gegenwart vorgibt.
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      Zudem kennen wir auch die Aussage, dass Menschen im Glauben wachsen. Ich habe vor ein paar Jahren auch anders geglaubt – und hoffe, dass ich im Glauben gewachsen bin – und nicht verkümmert. Das mag Gott beurteilen. Das bedeutet aber auch, dass der Mensch im Glauben Phasen durchmacht: er glaubt alles → er reflektiert → er bezweifelt → er durchdringt alles auf einer intensiveren Ebene des Verstandes → er gelangt zu weiterführenden Schlussfolgerungen, die dann manchmal wieder zu einer tiefen Frömmigkeit zurückführen können, die evtl. manches, das bezweifelt wurde, wieder neu durchdacht aufgreifen.
      Von daher: Der Zweifel an dieser oder jener Aussage des Glaubensbekenntnisses sagt nichts aus. Darum gibt es ja auch die Gemeinde, die das Glaubensbekenntnis spricht: Sie spricht für mich mit, trägt mich, wenn ich selbst das eine oder andere nicht aussprechen mag.
      Die Kritik am Glaubensbekenntnis, das Missverstehen des Glaubensbekenntnisses rührt auch daher, dass dieses Bekenntnis zu einem von Gemeinde losgelöstes Individualbekenntnis gemacht wird. Es ist Individualbekenntnis – aber als Teil der weltweiten Gemeinde – der Gemeinde durch die Zeiten hindurch.

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