Christen und Islam

Christen dürfen den Islam/Muslime nicht kritisieren?

Christen sind in den letzten Jahrzehnten vielfach Opfer von Islamisten geworden, die sich auf den Islam berufen, ob zu Recht oder Unrecht – das zu beurteilen ist letztlich nicht Sache der Christen. Aber wir glauben den Muslimen, die sich gegen die Islamisten wenden. Aber die Tatsache bleibt, dass sich Islamisten auf den Koran und Sunna berufen.

Ebenso sind die Islamisten Grund für Nichtchristen, dem Christentum als Religion aufgrund der Islamisten alles mögliche vorzuwerfen, unter anderem: Religionen sind für Kriege verantwortlich, Religionen sind für alles Übel in der Welt verantwortlich, an der IS sieht man, wie brutal Religionen sind und weitere Undifferenziertheiten.

Zudem sind Muslime der Grund, der von Nichtmuslimen angeführt wird: Wenn Muslime nicht ihren Glauben voll ausleben können in unserem Land, dann sollen es Christen auch nicht dürfen – bzw. Muslime sollen nicht, Christen darum auch nicht.

Als Christen werden wir mit in das hineingezogen, was Muslime aus ihrer Religion machen. Von daher sollten wir wach sein und versuchen, zum Wohl der Menschen sachlich und ehrlich miteinander umzugehen.

Zu dem Thema mit Blick auf Benedikt XVI. : https://bundsanktmichael.org/2018/05/13/benedikt-xvi-die-geistigen-waffen-des-christentums-im-kampf-gegen-den-politischen-islam-und-totalitaere-ideologie/

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4 Antworten auf „Christen und Islam“

  1. Seltsam. Ich empfinde es meist als genau andersherum.

    Jeder Kontinent der Erde bezeugt jahrhundertelange Gewalt, welche von Westmächten ausging. Wir sehen das bis heute. Christen beriefen sich an einigen Stellen hier auf Gott. Ich studiere Geschichte und habe selbst Quellen gelesen, in denen Europäer sich auf die Bibel berufend darin bestätigt fühlten Menschen zu versklaven oder auszubeuten. (u.A. durch Zitate aus den Paulusbriefen. Was ich übrigens verurteile, da ich, aus muslimischer Sicht das Christentum/die Bibel als Lehre eines gottgesandten Propheten verstehe und diese gesandt wurden um den Menschen die Schönheit Gottes zu zeigen und somit Frieden zu etablieren). Diese Christen wussten sicher genauso viel über die Bibel wie die Islamisten über den Koran 😉

    Ein Beispiel aus hunderten: Der Irak Krieg bspw. war quasi ja schon so vorprogrammiert, dass Menschen, die grundlos in *abertausenden* ermordet wurden, eine menschliche Verbitterung mitnehmen, um es ganz milde zu formulieren. Massenmord und solche gezielte Bewegungen in dieser Größe und in der Form werden Sie nirgends in der Geschichte des Islams finden.
    Historisch betrachtet sind die Taten solcher Islamisten nur ein kleinster Bruchteil aller durch Religion verursachten Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen. Was natürlich nichts rechtfertigen soll – auf beiden Seiten.

    Ich betrachte diesen Beitrag als sehr stigmatisierend, verallgemeinert und einseitig. Empfehlen möchte ich Ihnen an dieser Stelle Literatur von Jürgen Todenhöfer oder Peter Frankopan, die ein Blick auf die Vergangenheit werfen, der so einiges erklären dürfte. Todenhöfer sieht Westmächte sogar als klare Urheber des Terrorismus aus dem Osten. Dieses Kapitel hat nicht mit 9/11 begonnen. Muslimische Länder wurden auf brutalste Art kolonisiert – mit Millionen von Toten. Legen wir uns allein auf die letzten 200 Jahre fest um einen unmittelbaren Zusammenhang zu heutigen Umständen zu finden.

    Islamisten, lt heutigem Verständnis, sind historisch betrachtet ein relativ neues Phänomen.
    Ich bin sicher, dass Vorwürfe gegenüber Religionen – aller Religionen – in der breiten Öffentlichkeit nicht fallen würden, wäre die Geschichte anders verlaufen.

    Im Übrigen ist es auch für Muslime verletzend wenn Religion für Kriege und sonstigem Unfrieden verantwortlich gemacht wird (eine Perspektive die oftmals ignoriert/vergessen wird).

    1. Dazu s. meinen Beitrag zu Faiza Mustansar.
      Was die Christen betrifft, die mit der Bibel in der Hand Gewalt ausüben: Ja, aber man darf nicht leugnen, dass sie sich als Christen ansahen. Man muss damit umgehen lernen, dass sie die Heiligen Schriften dazu benutzt haben und fragen: Wie können wir das verhindern? Was war der Grund für diesen Umgang mit den heiligen Schriften? Müssen wir sie ganz anders lesen lernen? Was ist der Rote Faden – und so hat man im Laufe der Jahrhunderte immer stärker herausgearbeitet, dass nicht die Schrift als Schrift heilig ist, sondern dass man sie aus der Perspektive Jesu lesen muss. Jesus Christus ist der Maßstab. Das heißt, die Exegese und Hermeneutik haben sich geändert. Das bewahrt freilich nicht davor, dass Politik diesen Maßstab ablöst, das hatten wir vielfach bei den Deutschen Christen (die in den Jahren 1933-1945 den Nationalismus, Rassismus vertreten haben). Aber man kann genau sagen, was daran nicht dem Maßstab Jesu entspricht. Im Laufe der letzten Jahrzehnte vor allem wurde genau herausgearbeitet: Welche Texte fördern Gewalt, welche tun es nicht usw. Wie gehen wir mit diesen Texten um, die Gewalt fördern? Das sind Fragen, der sich Religionen stellen müssen. Vor allem auch darum, weil diese Texte ja bleiben und noch lange nicht entschärft sind, das heißt, dass sich immer Leute auf sie berufen können.
      *
      Sind Islamisten wirklich ein neues Phänomen? Sicher, keine neue Gruppe ist Abklatsch der alten Gruppe und Islamisten sind vermutlich vielfach Reaktionen auf alten Kolonialismus, auf den modern way of life – Expansionismus (Coca Cola, MacDonald, Facebook, Google…) – was die Boko Haram ja sehr schön mit ihrem Namen ausdrücken. Aber Gewalttätigkeiten gab es auch in der Vergangenheit zu Hauf. Wie Sie es auch ansprechen.

  2. Lieber Herr Fenske!

    Ich möchte nur auf den aller ersten Satz Ihres Aufsatzes etwas sagen: die Meisten Zivilisten, die unter islamistischem Terror ihr Leben verloren, waren Muslime. In einigen Statistiken ist von 80% bis zu 93% die Rede. Sind Muslime denn nicht auch Menschen? Sollte man über ihr Leid denn nicht auch Trauern? Ich denke diese Zahlen machen ebenfalls klar, dass Terroristen nichts mit dem Islam zu tun haben, ja, rein gar nichts mit irgendeiner Religion zu tun haben. Welche Religion ruft dazu auf, seine eigenen Glaubensbrüder zu töten? Frauen, Kinder und weitere unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen? Daher meine Bitte an Sie: Differenzieren Sie! Wir ALLE, unabhängig von Religion oder Herkunft, haben einen gemeinsamen Feind: den Terrorismus, jeglicher Art. Mit Differenzierungen solcher Art, wie Sie sie vornehmen, wird niemals Frieden etabliert werden können. Im Gegenteil, es spaltet die Gesellschaft nur noch mehr.
    Es ist traurig und ermüdend ständig als Töter betrachtet zu werden, zumal man Opfer ist. Es ist verletzend, Anstrengungen aufzubringen in Richtung Zusammenhalt zwischen den Religionen, doch dann solche Worte lesen zu müssen, hören zu müssen, wo man wieder in „wir“ und „die Anderen“ denkt.

    1. Ja, das bekomme ich auch vielfach mit, dass Muslime angesichts dessen, was ihre Glaubensbrüder tun, verzweifelt sind. In meinem Beitrag ging es jedoch nicht um Muslime. Und man muss auch das Recht haben, bestimmte Gruppen aus der Vielzahl der Gruppen herauszunehmen. Wenn Frauen das Thema sind, die leiden, muss man nicht auch Männer, die leiden, ansprechen. Wenn man Kinder, die leiden, zum Thema hat, muss man nicht leidende Senioren ansprechen. Manche meiner Mitmenschen meinen, dass wenn man Christen anspricht, auch über Muslime sprechen muss, wenn man über Muslime spricht, dann auch über Christen usw. Das sehe ich nicht ein.
      Zudem ging es im Beitrag darum, dass Christen als eigenständige Religion von Anti-Religiösen mit dem Islam zusammengeführt werden. Das ist auch eine unzulässige Vorgehensweise. Hinduismus, Islam, Buddhismus (als Religion), Schamanismus, Schintoismus, Christentum… und ihre jeweiligen Konfessionen/Untergruppen unterscheiden sich voneinander. Sie alle in einen Topf zu werfen, wird den Religionen nicht gerecht, das zeigt nur, dass diejenigen, die das tun, keine Ahnung haben oder es aus weltanschaulichen Gründen absichtlich machen.

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