Kirche und Buntheit + Leugnisten

Es sind nun einmal viele Deutsche in den Kirchen – und damit sind die Kirchen homogen – nicht bunt in dem Sinne, dass Menschen aus aller Herren Länder in ihnen miteinander leben. Ich bin auch dafür, dass Christen aus aller Herren Länder, die in Deutschland leben, miteinander handeln. Aber nun den Kirchen Buntheit verordnen – das ist natürlich buntisch gedacht – aber wie soll das gehen? Soll die Kirche auf einmal als eine religiös bunte Mischmasch-Gruppe auftreten? Ein bisschen Muslime – wenn sie denn wirklich wollen – hineinziehen? Ein bisschen Buddhisten reinzerren – damit alles so schön bunt wird, ein wenig Hindus importieren, damit Gemeinden einfach bunt sind? http://www.zeit.de/2017/33/wahlprogramm-afd-christliche-werte-vereinahmung 

Kirche ist weltweit Kirche. Christen aller Völker gehören zu der einen Kirche und gehören auch zusammen – eben auch als Wertegemeinschaft (mehr oder weniger). Von daher sehe ich das auch mit gemischten Gefühlen, dass die italienische Kirche, die russische Kirche, die afrikanischen Kirchen… alle parallel zu den deutschen in unserem Land Gottesdienste halten. Man müsste viel mehr zusammen feiern. Aber das, was der Artikel ausdrückt, ist, ich will Merkel aus einem anderen Zusammenhang zitieren, nicht durchdacht, es ist salopp propagandistisch.

Das heißt nun nicht, dass man nicht als Kirche Muslime einlädt, Hindus oder Buddhisten, um gemeinsam irgendwas zu machen – wenn denn  in der Umgebung entsprechende Communitys leben. Ich vermute nur, das wäre der Autorin zu wenig. Und was ist, wenn kaum Menschen aus anderen Ländern in der Gegend leben oder mit sich selbst zu tun haben? Dann liebe Gemeinden, habt ein schlechtes Gewissen und zerrt sie hinein, damit eure Gemeinde auch buntisch wird. Oder wie, oder was? Und was ist, wenn diese Gruppen lieber unter sich bleiben wollen? Dann machen die deutsch geprägten Kirchen was falsch? Es muss ein freies, munteres, unverdächtiges Miteinander geben. Alles Müssen auch von den so genannten Gutmenschen, die alles umkrempeln wollen, gefordert, ist Zwang – und kann ins Gegenteil umschlagen.

*

Leugnisten nennt der folgende Beitrag Menschen, die gegen den Augenschein und gegen die Wissenschaft daran festhalten, dass etwas anders ist, zum Bespiel ist die Erde nicht rund, sondern flach – so die Leugnisten. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die das wirklich ernst meinen, sondern einfach Spaß daran haben, andere an der Nase herumzuführen. Aber sollte es doch welche geben, die das ernst meinen, dann werden sie sicher solche Autoren wie den des Artikels ebenso als Leugnisten bezeichnen, weil er eben das leugnet, was sie vor Augen zu haben meinen. Egal. Was mich stört, ist diese Formulierung:

„Leugnung“ erscheint als zu schwacher Begriff, denn es geht um etwas anderes, um eine Haltung, die es verdient, Ismus genannt zu werden. Die quasireligiöse Überzeugung, im Besitz einer von der Allgemeinheit verdrängten, ignorierten oder vor ihr verborgenen Wahrheit zu sein. Nennen wir das Ganze also Leugnismus.

Was daran ist „quasireligiös“? Das hat weder mit Religion noch mit beinahe Religion zu tun. Das ist einfach nur kurios.

Interessant fand ich die Begründung eines FlachErdenDenkers, dass Vernünftige und intelligente Leute das auch anerkannt hätten. Ich hatte das Thema neulich schon: Solche Menschen, die Kurioses annehmen, berufen sich auf kluge Leute, auf Wissenschaftler usw. Sie benötigen diesen Anker – und finden vermutlich auch überall solche. http://blog.wolfgangfenske.de/2017/07/23/ein-paar-nadelstiche-gegen-zeitgenossen-aengste-machen-tattoos-esoterik/

Wir Menschen sind einfach schlicht und ergreifend eine faszinierende Spezies.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html

KategorienAllgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert