Das ist sonderbar: Linke wollen nicht für Macron und gegen Le Pen sein, weil Macrons Neoliberalismus Le Pen erst ermöglicht: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38130
Misik, Cohn-Bendit und die anderen linksliberalen Verharmloser des Neokapitalismus sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Der Eine echauffiert sich vor allem über „kriminell dumme Linke“ und nicht über die eiskalte Menschenverachtung des Neoliberalismus. Der Andere ist vor allem darüber entsetzt, dass „zahlreiche Linke, die [er] gut [kennt], leichtfertig Macron denunzieren“. Die Verbrechen des Neoliberalismus und die Folgen eines fehlgeleiteten Finanzkapitalismus scheinen für den ehemals „roten Daniel“ dagegen lässliche Sünden zu sein. Derartige linksliberale Intellektuelle sind Steigbügelhalter des Neoliberalismus, profane Schwätzer ohne Anspruch und ohne Rückgrat, die es sich im linksliberalen Establishment bequem gemacht haben und meilenweit von der Lebenswirklichkeit ihrer Mitmenschen entfernt haben. Wer echte Intellektuelle sucht, muss da schon über den deutschen Tellerrand[*] hinausblicken.
Und was empfiehlt er? Nicht zu wählen.
Und wer ist dann mit verantwortlich dafür, wenn Le Pen 40% der Stimmen bekommen sollte? (Was ich nicht annehme.) – Die nicht wählenden Linken. Es ist schon spannend zu sehen, wie sich Extremisten gegenseitig nähren. Aber diese nicht wählenden Linken machen dann nicht sich selbst für die hohe Prozentzahl für Le Pen mitverantwortlich – sondern eben den Konkurrenten Le Pens, den neoliberalen Macron.
Hoffen wir, dass manche dieser Linken, die die Wahl als Wahl zwischen Pest und Cholera verstehen, doch wählen gehen und damit ihren gemäßigten Genossinnen und Genossen folgen.
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