Interessanter als Trump finde ich unsere Medien: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/pressestimmen-amtsantritt-donald-trump-inauguration
Man hat nichts zu berichten – und dann kommt sowas:
Peinlich – Melania Trump überreicht Michelle Obama ein Geschenk und sie weiß nicht wohin damit… –
Und Melania trug hellblau – war das ein Zeichen für…?
Der Sohn von Trump hat wohl dämlich aus der Wäsche geschaut – dann die Info: Er nimmt die Vereidigung wohl nicht ernst…
Ich muss gestehen – ich habe nur die Überschriften gelesen – von daher weiß ich nicht, was wirklich an dramatischen Ereignissen dahinter stand – und tue schon einmal vorsorglich Abbitte.
Und es befällt mich ein äußerst großes Mitleid mit den Redaktionen: Sie müssen was schreiben – und wissen nicht was!
Vielleicht ein paar Tipps: Achtet auf die Schnürsenkel! Oder: Sind die Haare auch richtig gekämmt? Mama, habe ich Schuppen auf dem Revers? Auch warm genug angezogen? Zähne geputzt? Und die Fingernägel…!
Kurz: Medien als Trump-Mama…
*
Da haben ein paar Menschen jetzt ihren Lebenssinn gefunden: Sie sind wütend darüber, dass Trump gewählt wurde und sie wollen auch wütend bleiben und hoffen auf eine Weltbewegung der Wütenden: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/berlin-proteste-donald-trump-inauguration Da möchte man doch sagen: Leute, gibt es nichts Schöneres auf der Welt für Euch, statt ständig um Trump zu kreisen wie die Planeten um die Sonne?
*
Maas ist wieder äußerst – irgendwie interessant:
Selbst in 140 Zeichen kann man fast alles kaputtmachen. Um es wieder aufzubauen,reicht #Twitter selten.Be careful,Mr.President#Inauguration
Vielleicht sollte Maas auch vorsichtig sein – angesichts dessen, was er twittert. Manche machen sich schon darüber lustig, dass unser bedeutender Justizminister den amerikanischen Präsidenten ermahnt. Kann Trump eigentlich noch was kaputtmachen? In den Augen seiner wahren Kritiker doch nicht. Aber in den Augen von Maas?
Interessant auch Lauterbach, wobei ich ihn immer – sagen wir – : anders eingeschätzt habe:
Trumps Rede kann ich nur als Arzt kommentieren. Öffentliches Fallbeispiel von manipulativen Narzissmus u Soziopathie, teuflische Triade.
Als Arzt „teuflische Triade“? Was ist er für ein Arzt?
Beide Hinweise übernommen aus: http://www.bild.de/politik/ausland/donald-trump/trump-erlaesst-erste-dekrete-49879768.bild.html
*
Hubert Grindert zur einseitigen Berichterstattung über Trump: http://kath.net/news/58246
Die Kritiker des US-Präsidenten Trump, argumentierten moralisch gegen ihn, doch hielten sich selber an keinen Moralkodex: „Hassprediger“, „Vollidiot“, „Clown“ sind nur einige der Bezeichnungen in den Medien.
*
Es ist gut, dass sie überall auf der Welt – nun ja, hier und da auf der Welt – gegen Trump demonstrieren. Damit lassen sie längst angestaute Luft ab. In den nächsten Tagen werden unsere Medien wahrscheinlich große und dann immer kleiner werdende Demos groß machen, damit sie etwas zu berichten haben. Und dann kehrt Alltag ein – und ich werde mich im Blog erst dann wieder zum Thema Trump melden, wenn er etwas macht, was ich für die Welt extrem schlecht finde. Wie bei Obama auch. Er war nur dann Thema, wenn ich die Politik katastrophal fand (Syrien, Islamisten…). Und wenn die Politik Grottenschlecht sein sollte – werde ich ihn auch nicht jeden Tag nennen. Ich will auch als kritischer Beobachter nicht um Trump kreisen wie seine Wut-Kritiker.
Alles Weitere siehe im Postillon: http://www.der-postillon.com/2017/01/PamS-1703.html#more
*
Ich hoffe, dass das, was hier von dem Pfarrer Steffen Reiche gesagt wird, vollkommen falsch wiedergegeben wurde – aus dem Zusammenhang gerissen, nicht so gemeint, wie auch immer. Man beachte den theologischen Unsinn dieses Zitates:
„Trump ist für mich wie Putin und Erdogan eine Gestalt des Antichristen, weil er das Heilswerk Christi behindert, weil er den Fortschritt unmöglich machen will.“
Den Satz kann ein Theologe so nicht gesagt bzw. nicht gemeint haben. Die Ineinssetzung des Heilswerkes Christi mit Fortschritt – das mag liberale Theologe vom Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen sein – aber dass dieser Dino überlebt haben soll, kann ich mir nicht vorstellen. Zudem – was in Russland gegen Christen abläuft, die nicht orthodoxen Glaubens sind, ist falsch, ebenso, was in der Türkei gegen Christen abläuft, ist falsch – aber ist Trump bislang als einer sichtbar geworden, der Christi Heilswerk behindert? Nur dann, wenn man, wie ein Satz im Artikel andeutet, das Heilswerk Christi mit guter Klimapolitik verbindet, dann kann das sein. Aber ich denke, da merken sogar Nichtchristen, dass hier etwas falsch läuft.
Zu Putin: Kann man Putin als Antichrist bezeichnen – oder ist es die gesamte orthodoxe Kirche – denn Putin ist in dieser Hinsicht einer, der das tut, was die orthodoxe Kirche fordert, um sich zu schützen (wie auch immer man das bezeichnen will). Aber die orthodoxe Kirche als Antichrist zu bezeichnen, wäre auch kurios. Antichrist sein bedeutet in der kirchlichen Tradition mehr, als nur schuldig werden (z.B. Reiche: Sexismus).
Nun beruft sich Reiche mit seiner Bezeichnung Antichrist auf Luthers Bezeichnung des Papstes als Antichrist. Da mag man dann nur sagen: Nun ja. Und er bringt das mit der Globalisierung zusammen. Wirtschaftliche Globalisierung – ist das gleichzusetzen mit der weltweiten Verkündigung der frohen Botschaft? Auch hier wird wieder eine sonderbare Theologie deutlich. Und die Berufung auf die Bekennende Kirche – diese Situation der bekennenden Christen in der Zeit des Nationalsozialismus mit unserer Situation zusammenzuführen – ist kurios (um wieder mein Lieblingswort äußersten Erstaunens zu gebrauchen).
Was ist das für eine Theologie, die hier sichtbar wird? Mir wird unheimlich zumute, wenn wir beginnen, politisch Andersdenkende als Antichristen zu bezeichnen. Das wäre eine Kirche, die mir sehr, sehr fremd liegt.
*
Koblenz: Nur 3000 (darunter Gabriel, Simone Peter, Jean Asselborn) – und das sind noch mehr als erwartet? – demonstrierten in Koblenz gegen das Treffen von Petry, Le Pen, Wilders? – gegen den „Kongress der Europaparlamentsfraktion `Europa der Nationen und der Freiheit´ (ENF)“ – wie es im Artikel heißt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koblenz-tausende-demonstrieren-gegen-rechtspopulisten-a-1131084.html Zu diesem Treffen erfahren wir hier mehr: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/enf-koblenz-marine-le-pen-frauke-petry-rechtspopulismus
Der Präsident ist nicht Amerika: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/washington-womens-march-donald-trump-frauen-protest – Die so genannten Rechtspopulisten seien nicht das Volk – aber die Demonstranten oder die Politiker, die wissen, wer zu recht als das Volk bezeichnet werden darf? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koblenz-tausende-demonstrieren-gegen-rechtspopulisten-a-1131084.html
Alles richtig: Weder die einen noch die anderen sind Amerika oder das Volk. Der Kampf um das Volk, der Kampf um das Sagen, der Kampf um die Macht…
Nur am Rande: Interessant finde ich die Richtigstellung (in dem oben genannten Zeit-online-Artikel):
Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war zu lesen, Geert Wilders sei der Vorsitzende der belgischen Partei Vlaams Belang. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.
Wer sich ein bisschen in die Materie eingearbeitet hat, der kann doch Wilders nicht nach Belgien versetzen. Das heißt: Wir ahnen, wie kenntnisreich der Artikelschreiber ist. Belgien und Niederlande verwechseln – das ist schon sonderbar. Europa 2017 – in Nachbarstaaten hat man keine Ahnung, was da politisch läuft?
Noch eine Meldung von dieser Demo: Gabriel wurde von linken Demonstranten bedrängt: http://www.focus.de/politik/deutschland/koblenz-gabriel-von-linken-demonstranten-bedraengt_id_6528954.html
Im Saal hörte man also: Merkel muss weg – und außerhalb hörte man in Richtung Gabriel: Hau ab, hau ab.
Impressum http://www.wolfgangfenske.de/
