Heilige

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Christen der Gegenwart – zumindest wir Evangelischen – versuchen uns in der jeweiligen Gegenwart einzurichten: Es zählt unsere gegenwärtige Kirche – vielleicht auch die, die in der nahen Zukunft liegt. Wir streiten und ringen und freuen uns über und um Modernität, Zeitgemäßheit.

Aber: Christen sind keine Eintagsfliegen, keine Leute, die nur in ihrer puren Gegenwart leben. Sie wissen, dass sie auf den Schultern vieler, vieler Glaubender stehen. Es ist die Gemeinschaft der Glaubenden aller Zeiten – Gemeinschaft der Heiligen, wie wir bekennen. Sie haben vorgedacht, formuliert, haben sich im Glauben bewährt, liebend, sterbend, sie haben Fehler gemacht, aus denen wir lernen können und lernen können, dass Gott vergibt.

Und zu diesen Menschen gehören nicht allein die mit Namen Bekannten, die seit 2000 Jahren durch ihre Taten und Worte im Gedächtnis geblieben sind, sondern zu diesen gehören auch all die Großmütter und Großväter, Mütter und Väter, all die Menschen in ihren Dörfern, Flecken und Städten ihren Glauben bekannt haben, sich für ihn eingesetzt haben. Ich denke, dass in manchen Heiligen-Legenden eben die Summe dieser unbekannten Menschen ihrer Zeit eingegangen sind. Man sagt: Die Legende über diesen Heiligen stimmt nicht usw. – doch, sie stimmt, sie ist Konzentrat der vielen unbekannten Heiligen.

Alle hatten sie Herausforderungen in ihrer Zeit zu bestehen, Herausforderungen, die sie aus ihrem Glauben heraus bestanden haben: Nöte vielfältigster Art, Krankheiten, Epidemien, Hunger, Durst, Ängste, Verfolgungen, Zweifel und Selbstzweifel. Ratlosigkeit und falsche Christen, Ausbeutung und Ungerechtigkeit…

Diese Menschen kennen wir nicht mehr, aber wir wissen, dass sie in Jesus Christus in Gott geborgen sind. Wir, die wir uns erst noch in unserem GlaubensLeben bewähren müssen, haben allen Grund, auf unsere GlaubensVorfahren zu achten. Ihre Ratschläge zu hören, ihre Erfahrungen wahrzunehmen, uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Damit wir möglichst nicht zu Irrlehrern und Irrläufern werden.

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