NSU

Hoffentlich hören wir jetzt nicht Abend für Abend vom NSU-Prozess, verbunden mit den Bildern von Zschäpe und anderen. Da sehnt man sich ja sogar wieder die Lohnauseinandersetzungen herbei – jeden Abend Stunden lang in den Nachrichten über Gewerkschaft- und Arbeitgeberdiskussionen und ein paar Streikenden, die ihre Hände an einem Feuer wärmen.

Die Verschiebung ist also äußerst ärgerlich für alle Beteiligten, weil sie nun gezwungen sind, irgendwelche Themen immer wieder aufzuwärmen. Gelernt haben sie noch immer nichts: Erst wenn der Verbrecher verurteilt ist, darf er als Verbrecher bezeichnet werden. Was schert das manche Medien? Gelernt haben sie nicht, dass wir in einem Rechtsstaat leben – der zwar nicht vollkommen ist – aber sein Menschenmöglichstes versucht, gelernt haben sie nicht, weil sie am liebsten möglichst schnell eine Verurteilung fordern und darüber hinaus eine Aufklärung aller Versagen der Sicherheitskräfte.  Dass sie damit das Gericht überfordern – ist zweitrangig.

Manche sachliche Journalisten tun einem angesichts dieser vorverurteilenden Hektik richtig Leid – sie sind wie Felsen in der Brandung der Emotionen.

Nachträge:

Hexenjagd: http://www.bild.de/news/inland/beate-zschaepe/zschaepe-macht-auf-serioes-30293450.bild.html Der „Teufel“ spielt eigentlich bei uns keine Rolle mehr. Muslimische Gruppen haben große Angst vor dem Teufel. Hat die Bild hier muslimische Sprache aufgenommen, um neue Lesergruppen zu gewinnen?

Wird das Gericht die Wahrheit herausfinden wollen? Das heißt hier: Wird es das herausfinden, was wir als Wahrheit schon längst bestimmt haben? http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tuerkische-medien-zum-ersten-tag-im-nsu-prozess-a-898515.html

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