Transparent für Gott

April 1st, 2015

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Es genügt uns Christen nicht, im Vordergründigen stehen zu bleiben. Wir sehen die Schönheit der Natur – und sehen hinter der Schönheit der Natur den Schöpfer. Schon an den Worten von Jesus wird deutlich, wie er die Natur zum Gleichnis für das Handeln Gottes nimmt. In der Schöpfungsgeschichte ist Natur nicht einfach Natur, sondern die Wortmacht Gottes wird in ihr gehört, der Mensch ist nicht einfach nur Lehmklumpen, sondern er hat den Atem Gottes eingehaucht bekommen, er ist für Gott transparent: Ebenbild Gottes.

Nicht nur die Natur, der Mensch sind transparent. Durch das Leiden hindurchschauen – Gott ist anwesend. Durch den Tod hindurchschauen: Jesus Christus empfängt uns.

Dass uns das Vordergründige nicht genügt, wird an dem Gedicht von Brentano besonders deutlich:

Im Namen Jesu

Ich möchte gern was schreiben, / Das ewig könnte bleiben; / Denn alles andere Treiben / Will nur die Zeit vertreiben.

Ich möchte gern was lieben, / das ewig ist geblieben; / Denn in den andern Trieben / Wird nur die Lieb vertrieben.

Ich möchte gern mein Leben / Zu Ewigem erheben; / Denn alles andere Streben / ist in den Tod gegeben.

Drum schreib ich einen Namen, / Drum lieb ich einen Namen / Und leb in einem Namen, / Der Jesus heißt – sprich Amen.

http://www.aphorismen.de/suche?f_rubrik=Gedichte&f_autor=753_Clemens+von+Brentano&f_thema=Jesus+Christus

Und das finden wir auch bei Caspar David Friedrich: Ihm genügte es nicht, schöne Landschaften zu malen, auch nicht schöne Landschaften im Sinne der Romantik. Er wollte den Schöpfer erkennen lassen. Und so entstanden zahlreiche Bilder, in denen das Kreuz im Zentrum steht. Durch das Kreuz bleibt das Naturbild nicht nur Naturbild, sondern weist auf Jesus Christus. Jesus Christus auf der Bergspitze (Das Kreuz im Gebirge) sieht, was der Betrachter nicht richtig wahrnehmen kann: Das Licht Gottes, Licht des Lebens. Der Betrachter sieht nur die Strahlen – Christus am Kreuz sieht schon das Licht des Lebens selbst. Natur wird zu einem Gleichnis. Freilich: Nicht allein das Kreuz hat diese Wirkung, sondern Caspar David Friedrich komponiert das gesamte Bild auf das Kreuz hin. Von daher ist die Natur aus dem Glauben heraus interpretierte Natur. 

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Arvo Pärt: Stabat Mater

April 1st, 2015

Tradition und Moderne + Gesellschaft und Gruppen

April 1st, 2015

Menschen, die die Tradition in ihr Denken mit einbeziehen, sind den Modernen, die alles irgendwie neu machen wollen, naturgemäß ein Dorn im Fleisch. Denn die Tradition lehrt zu differenzieren, unterschiedliche Standpunkte mit einzubeziehen, Erfahrungen vergangener Generationen als wichtig anzusehen usw. Kultur – auch sie ist dazu da, den Menschen zu schützen gegen Ideologien, die alles umwerfen wollen und darum große Schmerzen in der Menschheit verursachen.

Ideologen, die nur in der Jetztzeit leben und ihre Argumente aus der Jetztzeit ziehen, fühlen sich durch die Tradition/Kultur gestört. Sie müssen versuchen – und tun es auch – die Tradition, die Kultur schlechtzuschreiben, schlechtzureden, um ihre eigene neue ideologische Sichtweise durchpressen zu können.

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Eine Gesellschaft löst sich in Einzelgruppen auf – es gibt keine kollektive Identität mehr.

Schritt 1: Menschen dürfen sich zu ihrer Religion / Weltanschauung bekennen.

Schritt 2: Sie dürfen nicht diskriminiert werden.

Schritt 3: Jede Religion / Weltanschauung hat den gleichen Wert.

Schritt 4: Die Religion / Weltanschauung der Mehrheit ist hinderlich für die Religionen / Weltanschauungen der Minderheiten.

Schritt 5: Die Mehrheit muss sich zurückziehen, die Minderheiten haben Recht.

Diese Schritte fand ich in dem Buch von Marcello Pera: Warum wir uns Christen nennen müssen. Plädoyer eines Liberalen, Seite 138.

US-Juden

April 1st, 2015

John Biden soll – ohne dass es einen Aufschrei der Empörung gegeben hat – gesagt haben, dass sich amerikanische Juden, wenn sie in Gefahr geraten, nur auf Israel verlassen können, nicht auf die USA. Hier wird wieder diese schlimme Trennung vollzogen, die wir aus Nazi-Deutschland kennen: Juden sind keine richtigen Deutschen. http://virtualjerusalem.com/news.php?Itemid=16426

Biden hat es gut gemeint. Er hat Golda Meir zitiert – und die gesamte damalige Politik Israels gekennzeichnet, die ja darauf aus war, möglichst viele Juden nach Israel zu holen. Aber solche Aussagen lassen Juden aufhorchen, weil diese fatale Trennung gemacht wird zwischen amerikanischen Bürgern und Juden.

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Tutu sollte sich besinnen und Israel als Augapfel Gottes ansehen: http://www.jihadwatch.org/2015/03/powerful-lobby-sabeel-trying-to-influence-church-to-delegitimize-israel

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Christen unter Druck

April 1st, 2015

In Europa stehen Christen manchmal unter Druck: So darf ein Medizinstudent in Frankreich nicht zu Ende studieren, wenn er sich weigert, während seines Studiums an einer Abtreibung mitzuwirken: http://kath.net/news/49990 Weitere Informationen: http://www.intoleranceagainstchristians.eu/

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Assyrisches Neujahrsfest

April 1st, 2015

Ha Bnisan – das assyrische Neujahrsfest wird am 1. April gefeiert: http://www.brauchwiki.de/Das_Assyrische_Neujahrsfest

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Assyrische Kirche beschmiert: http://www.jihadwatch.org/2015/03/turkey-armenian-church-daubed-with-pro-genocide-graffiti

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Die Politik in der Türkei weigert sich noch immer, die Bevölkerung aufzuklären: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hundert-jahre-nach-dem-massenmord-an-den-armeniern-13503941.html Wie kann sie auch, wenn sie selbst nicht in der Lage ist, die Schuld, die das Land in der damaligen Zeit auf sich geladen hat, wirklich anzunehmen?

Indoktrination gehört zum Politikstil – und die Bekämpfung aller anderen auch.

Im Augenblick haben die Kurden noch gute Karten, aber nur solange sie nicht gegen den großen Erdogan agieren und ihm zu Diensten sind.

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Iran + Türkei + Ukraine

April 1st, 2015

Wer mit Saudi Arabien Geschäfte macht, kann auch mit dem Iran Geschäfte machen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/iran-deutsche-industrie-lauert-auf-milliardenauftraege-a-1026302.html

Mir tun die Iraner Leid, die unter einer solchen Herrschaft leben müssen. Und mit Sanktionen, so hat sich gezeigt, ist diese brutale Regierung nicht abzusetzen. Von daher sollte es zumindest den Menschen besser gehen dürfen.

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Stromausfall in der Türkei: http://www.n-tv.de/panorama/Stromausfall-legt-grosse-Teile-der-Tuerkei-lahm-article14814726.html Was ist denn mit dem Strom los? Neulich Niederlande, jetzt Türkei…

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Syrien: Islamistische Gruppen haben sich zusammengeschlossen, um die Stadt Idlib unter Kontrolle zu bekommen. Einen Großteil haben sie erobert. Die Konzentration auf die ISIS ist falsch. Sie kommen alle aus demselben Sumpf: Nusra Front, Ahrar al-Scham, Dschund al-Aksa, Dschesch al-Sunna, Liwa al-Hak und wie sie noch alle heißen.

Ich schreibe kaum noch etwas über die ISIS, ich vermute, die ganzen Gräuelnachrichten werden auch so bekannt: Enthauptungen noch und nöcher, Kinder bringen die Gefangenen zu den Enthauptungen, Vergewaltigungen, Entführungen, Versklavungen… – gehen weiter wie zuvor.

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Werden wir schon wieder massivst verschaukelt? Am 30. März hieß es noch: Die Experten des Absturzes von MH17 suchen Zeugen für den Abschuss der Maschine vom Boden aus. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-ermittler-suchen-per-video-zeugen-fuer-raketen-transport-a-1026342.html Und ein Tag später wird ein Video präsentiert, dass den Transport einer Rakete für den Abschuss von MH17 aus Russland zeigt: http://www.focus.de/videos/diverses/verraeterische-telefongespraeche-ermittler-hier-faehrt-russland-die-rakete-fuer-den-mh17-abschuss-in-die-ukraine_id_4580778.html Muss nicht jedem deutlich werden, dass das alles Schmu ist?

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Islam+Frau+Idriz

April 1st, 2015

Erdogans Tochter muss die Benachteiligung der Frauen im Koran rechtfertigen – denn es steht ja so im Koran: http://www.tagesspiegel.de/politik/tuerkei-erdogan-tochter-rechtfertigt-benachteiligung-von-frauen-im-islam/11578408.html Es wäre ein Wunder, wenn sie es nicht täte.

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Das ist interessant: Idriz meint, es gäbe nur einen Islam – und steht dem Euro-Islam kritisch gegenüber.

Und dann: “Islamisches Leben im Europa des 21. Jahrhunderts muss anders aussehen als im 7. Jahrhundert in Arabien. Wenn Muslime Vorstellungen wie zum Beispiel die rechtliche Ungleichheit von Mann und Frau vertreten, widerspricht das diametral der Intention und dem Geist von Koran und Sunna bezogen auf unsere Zeit und Kultur.”

Klartext: Im Koran finden wir Ungleichheit von Mann und Frau – doch das zu sagen widerspräche dem Geist des Koran in der Gegenwart.

Das bedeutet für mich: Der Koran muss aus der Perspektive der Gegenwart ausgelegt werden – das jedoch würde bedeuten, dass nicht der Koran bestimmt, sondern die Gegenwart Mitteleuropas. Und das wird weiter dargelegt: “Es geht nicht darum, was wortwörtlich im Koran steht, sondern was Gott (lies: Allah) gemeint hat. Wie würde Gott (lies: Allah) im 21. Jahrhundert den Koran formulieren?”

Dieses gesamte Interview ist äußerst interessant: http://diepresse.com/home/panorama/religion/4695942/Benjamin-Idriz_Fur-Muslime-gibt-es-nur-einen-Islam – Ist das kein Euro-Islam? Und was würde man in Saudi Arabien oder Pakistan dazu sagen? (Wenn man es denn dort nicht als Beschwichtigung der Ungläubigen verstehen würde, sondern als Herausforderung des Islam.) Was würde man dort also dazu sagen? Wir in unserer Zeit und Kultur des Nahen Ostens oder Pakistans usw. legen den Koran aus dem Geist und der Intention eben des Nahen Osten und Pakistans aus. Sind das dann keine zwei verschiedenen Formen des Islam?

Somit: Es bleibt alles wie gehabt.

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Karfreitag und Auferstehung

März 31st, 2015

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Ein gutes Interview mit  Bedford-Strohm zum Thema Leiden: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/flugzeugabsturz-gott-leidet-mit-uns-91563/ Gott ist im Leiden anwesend.

- Diese Aussage mag auf den ersten Blick zu wenig sein. Man möchte einen Leid-Verhinderer-Gott. Aber Gott hat dem Menschen die Freiheit geschenkt, er hat ihm die Freiheit geschenkt, damit er Verantwortung tragen kann. Weil Gott dem Menschen nicht die Freiheit nehmen möchte, hat er diesen Weg gewählt: Ich bin bei Euch in Eurem Leiden, das ich gelitten habe und mitleide. Das mag zu wenig sein, denn, wie Papst Franziskus sagt: “An einen demütigen Gott gewöhnt man sich nie” http://www.kath.net/news/49983

Um wieder zu dem Bedford-Strohm-Beitrag zurückzukommen: Einen Tag, an dem wir über das Thema Tod und Leiden auseinandersetzen, hält er für “ungeheuer wichtig”. “Es gibt viele andere Gelegenheiten, bei denen wir unserer Lebenslust Ausdruck verleihen können”.

- Aber der Tod wird verdrängt, das Leiden wird weit weggeschoben – Party machend will man nichts wissen von Tränen, Bitterkeit, Vergehen. Und dann sind diese Leute erschüttert, weil ihnen niemand gesagt hat: Einüben in das Sterben, lernen mit Leiden umzugehen, auch das gehört zu unserem Menschsein dazu.

Zu erkennen, dass Leiden nicht das letzte Wort hat, also Gott dem Menschen nicht nur Karfreitag schenkt, sondern auch die Auferstehung – das ist etwas, das unseren christlichen Glauben zu einem großen, wunderbaren Erlebnis macht.

Religionen haben Jenseitsvorstellungen bzw. Reinkarnationshoffnungen – weil wir Menschen uns nicht denken können, dass einfach alles aus ist. Der christliche Glaube sagt jedoch: Weil Jesus Christus als Auferstandener erfahren wird, ist Auferstehung nicht nur ein guter Gedanke, sondern ist Realität.

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Gabriel Faure: Pie Jesu

März 31st, 2015