Theodizee 10: Alexander Schmorell

In Theodizee 1-8 hatte ich die Beispiele der Familie Scholl und Christoph Probst: http://blog.wolfgangfenske.de/2018/02/28/theodizee-8-christoph-probst/

Heute sei auf Alexander Schmorell hingewiesen, der zusammen mit Hans Scholl Flugblätter hergestellt hatte und hingerichtet wurde – nur ein paar Monate später. Er schreibt (Christiane Moll (Hg): Alexander Schmorell, Christoph Probst. Gesammelte Briefe, Lukas Verlag Berlin 2011):

„bedenkt doch, dass `Tod´ nicht das Ende jeden Lebens bedeutet, sondern eigentlich im Gegenteil – Geburt, Übergang zu neuem Leben, einem herrlichen und ewig dauernden Leben! Der Tod hat also nichts Schreckliches. Hart und schwer ist die Trennung. Aber sie wird weniger hart und schwer bei dem Gedanken, dass wir uns ja nicht für ewig trennen, sondern nur für eine Zeitlang, wie für eine Reise, um uns dann für immer und ewig zu treffen, in einem Leben, das unendlich schöner ist als das jetzige und dass es dann für das Zusammensein kein Ende gibt.“ (30.5.1943) Am 5.6. schrieb er: „Vergesst die Hoffnung auf ein Wiedersehen hier auf Erden oder drüben in der Ewigkeit nicht. Gott lenkt alle Dinge so, wie er es will, und wie es zu unserem Besten ist, wir müssen uns immer nur voller Vertrauen in seine Arme geben – er wird uns dann niemals verlassen, immer helfen und trösten.“ (Als Anmerkung: Es gab Überlegungen zur Flucht, die Schmorell aber verweigerte, weil er andere gefährdet hätte.) (526)

In einem Brief am 2.7. – wenige Tage vor der Hinrichtung – schrieb er: „Dieses ganze harte `Unglück´ war notwendig, um mich auf den wahren Weg zu bringen – deshalb war es eigentlich gar kein Unglück. Vor allem bin ich froh und danke Gott dafür, dass es mir gegeben war, diesen Fingerzeig Gottes zu verstehen und dadurch auf den rechten Weg zu gelangen. Denn was wusste ich bisher vom Glauben, vom wahren tiefen Glauben, von der Wahrheit, der letzten und einzigen, von Gott? Sehr wenig!… Ich hoffe, dass auch Ihr eine ähnliche Entwicklung durchgemacht habt und dass Ihr mit mir zusammen nach den tiefen Schmerzen der Trennung auf dem Standpunkt angelangt seid, wo Ihr für alles Gott dankt.“ (528)

In seinem letzten Brief, kurz vor der Hinrichtung schrieb er unter anderem: „Eins vor allem lege ich Euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!!!“ (530)

Es wird deutlich, wenn wir alle bisher von mir im Blog genannten Menschen überblicken, dass jeder von ihnen einen eigenen Weg gegangen ist. Schmorell war orthodoxer Christ, der soweit ich es sehen kann, sich nicht viel mit dem Thema Glauben beschäftigt hatte, aber doch im orthodoxen Gottesdienst seine Heimat gefunden hatte, bzw. sich dahin sehnte (die westliche Form des Christentums war ihm „nicht warm, nicht liebevoll genug“; 279). Und in der Zeit seiner Inhaftierung hat er einen neuen Zugang zu Gott gefunden, einen Zugang, der an das Buch Hiob erinnert. Auch Hiob erkennt, er hatte von Gott vom Hörensagen gehört – aber noch nicht selbst wahrgenommen. Doch dann erkannt.

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Matisse und der Glaube an Gott

Glaubte der Maler Henri Matisse (1869-1954) an Gott?:

„Ja, wenn ich arbeite. Wenn ich ergeben und bescheiden bin, habe ich das Gefühl. dass mir jemand in einer Art hilft, Dinge zu leisten, die über mich hinausgehen. Und doch hege ich ihm gegenüber keinerlei Dankbarkeit, denn es kommt mir vor, als hätte ich einen Taschenspieler vor mir, dessen Tricks ich nicht durchschauen kann. Ich fühle mich dann um die Gunst der Erfahrung gebracht, die doch Lohn für meine Anstrengung sein müsste. Ich bin undankbar ohne Reue.“ (Henri Matisse, Jazz, München 2000, 71)

Schönes Beispiel dafür: Gott hat keine Chance, wenn der Mensch ihm keine lässt?

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argumentum ad personam – Diskussions-Ethik

Das argumentum ad personam

benötigt im Gegensatz zum argumentum ad hominem keinen logischen Aufbau und besteht im Extremfall aus einer schlichten Beleidigung. Schopenhauer führt es als letztes Mittel in einem Streitgespräch an:

„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“

Diese Vorgehensweise sei beliebt, da sie von jedermann angewandt werden könne. Im Gegensatz dazu sei die Fähigkeit zu einer sachlichen Auseinandersetzung und dem Eingestehen des eigenen Unrechts nicht jedem gegeben, und er bemerkt:

„Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert.“

Schopenhauer betont, dass ein dialektischer Sieg, also das sachliche Widerlegen einer Position, einen Streitgegner weit mehr erbittert als eine bloße Beleidigung, und empfiehlt dieses Vorgehen als Gegenstrategie.

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Maas-Gesetz + Anzeige gegen Tafel in Essen + Faktenfinder

Das Gesetz gegen die Meinungsfreiheit – alles klasse! So kann man hier lesen: Es gab weniger Beschwerden als gedacht: http://www.tagesschau.de/inland/hassimnetz-101.html

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Zu einer Anzeige gegen die Tafel in Essen, die zeitweise keine neuen Migranten aufnehmen möchte: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/migranten-partei-rassismus-anzeige-gegen-essener-tafel/

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Wie ist das einzuordnen, wenn ein Faktenfinder politisch extremere Sympathien zeigte? Kann er neutral geworden sein?

Christen fesseln Menschen nicht an ihrer Vergangenheit, wenn sie sich von ihr losgesagt haben.

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Arme österreichische Grüne! https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/spitzenfrau-der-gruenen-in-oesterreich-wechselt-zu-gluecksspielkonzern/

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Aggressionen gegen Muslime + Aggressionen von Muslimen + Angriffe auf Christen

Es soll über 900 islamfeindliche Angriffe in Deutschland gegeben haben: http://www.tagesschau.de/inland/muslime-121.html

Ulla Jelpke meint, AfD verfestige Islamfeindschaft (obgleich sie ja, nachdem die AfD im Bundestag sitzt, zurückgegangen sein soll) – ich vermute: Es ist eine falsche Politik.

Wie auch immer: Feindschaft darf nicht aufkommen. Wer Feindschaft errichtet, ist im Grunde schwach und voller Angst und zeigt, dass er verloren hat.

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Ein Mädchen wurde niedergestochen – möglicherweise versuchter Ehrenmord: https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article174152562/Baden-Wuerttemberg-17-Jaehrige-niedergestochen-Geniesse-den-Anblick-wie-sie-stirbt.html

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Angriffe auf Christen in Pakistan – Mob und Polizei: http://www.globalchristiannews.org/article/cousin-of-christian-blasphemy-suspect-beaten-and-threatened/

Und Malaysia – Gericht: http://www.globalchristiannews.org/article/sharia-courts-given-jurisdiction-over-christian-conversion-in-malaysia/

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Glaubensbrücken

Wir Menschen bauen uns immer wieder Glaubensbrücken. Wir sehen das im Alten Testament, wir sehen das im Neuen Testament. Wir fühlen uns auf diesen Brücken sicher – doch dann zerschlägt uns Gott diese Brücken. Wir sollen ihm vertrauen, nicht den Bildern, die wir uns von Gott machen, nicht auf unsere eigenen Brücken.

Wir leben zurzeit in der Passionszeit. Gerade das Kreuz Jesu Christi zeigt uns, dass Gott uns unsere Brücken zerschlägt. Die Jünger dachten etwas anderes rettet die Welt und sie. Aber Gott zerschlug diese Vorstellung. Und dann fallen wir mit unseren Glauben ins Wasser – lernen schwimmen, lernen Gott vertrauen, dass er uns sicher weiter führt. Auf seine Art und seine Weise.

Und dann wollten die Gemeinden in Galatien wieder eine feste Gesetzesbrücke bauen – und Gott zerschlug sie ihnen durch Paulus: Nicht auf Festes, nicht auf eigene Brückenwerke vertrauen, sondern auf Gott, der durch seinen Geist wirkt. Damit hat man nichts Festes in der Hand – aber Gott selbst leitet uns.

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Tafel-Auseinandersetzung + Merkeltekel + Familiennachzug

Wo er recht hat, hat er recht:

Was das Ehrenamt betrifft, hat er aus meiner Perspektive nicht recht. Der Staat soll nicht für alles verantwortlich sein. Er kann es nicht. Diese Sicht, dass der Vater Staat alles in der Hand haben soll, macht sich immer stärker breit, aber das ist für mich eher Horror. Diese Vision sozialistischer oder paternalistischer Art ist nichts für mich. Aber: Wenn das Ehrenamt von der jeweiligen Regierung ausgenutzt wird, weil man nicht mehr Gelder locker machen möchte, da könnte ich auch sauer werden. Da wird das Ehrenamt ausgenutzt.

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Ich denke nicht dass die Tafel ein Merkeltekel (Menetekel für Merkel) war: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/merkel-und-der-beruehmte-tropfen/

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Schaffen wir es schon, alle, die zu uns gekommen sind, angemessen unterzubringen und zu integrieren?

Wird dieser Beschluss nicht dazu führen, dass nun wieder Minderjährige von den Familien zu uns geschickt werden, damit dann die Familien nachkommen können?

Glaubt wirklich jemand, dass Integration besser gelingt, wenn Familienangehörige zu uns nachkommen?

Warum keine Familienzusammenführung, indem man die Minderjährigen – wie es allgemein üblich ist – zu den Eltern zurückschickt?

Fragen über Fragen… – aber die Politik weiß die Lösung – zum Wohl unseres Landes? http://www.tagesschau.de/inland/bundesrat-fluechtlingsnachzug-101.html

Schön: Dann sind massive Hausaufgaben zu machen, damit Integration wirklich gelingt, Wohnungen müssen für alle, auch für die Einheimische Bevölkerung genug da sein, Armut muss abgebaut werden – siehe Tafel oben…, Kindergartenplätze und Bildungsplätze, berufliche Möglichkeiten für die Zugezogenen, damit sie dem Steuerzahler nicht ewig auf der Tasche liegen, Versuch, eine Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen auch für diejenigen, die nicht geflohen sind, die ihre Minderjährigen Kinder hergeschickt haben… Es gibt viel zu tun für unsere Politik, die solche Beschlüsse fasst.

Und parallel dazu natürlich: Hilfen vor Ort. Denn die Gelder, die hier für Integration eingesetzt werden, können soweit ich gelesen habe, vor Ort zu Hause eine Menge mehr bewirken als hier. Wenn also die Gelder, die hier für Integration ausgegeben werden in entsprechender Höhe in die Entwicklungshilfe und alles, was damit zusammenhängt, fließen würden (natürlich eine kluge Entwicklungshilfe, kein Gießkannenprinzip und möglichst Korrupte nicht finanzieren), dann wäre schon viel möglich.

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