Journalisten als Aktivisten

Journalisten sollten wie andere Menschen auch, nur in ihrer Freizeit Aktivisten sein. Sonst reißen sie den sachlichen, freien Journalismus in den Strudel des Abgrunds. Keiner nimmt mehr ernst, was gesagt wird. Weil man nicht mehr unterscheiden kann: Privatansicht eines Journalisten oder Information.

Vor allem gilt das für Redaktionen, die kontrollieren sollten, ob es sich um aktivistische Meinungsmache handelt oder um eine sachliche Darlegung der Lage.

Sachliche Journalisten werden natürlich auf Facebook und co. nicht mit Likes herumgereicht, wie ihre Polit-Aktivisten von ihren jeweiligen Gesinnungsgenossen. Aber das dient dem Journalismus, damit dem Land.

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Köthen

Man hat den Eindruck, dass manche Nachrichten nur gebracht werden, weil Menschen, die als „Rechte“ interpretiert werden, demonstrieren. In Köthen demonstrierten sie, weil ein Mann getötet wurde. Wäre das auch sonst eine Nachricht wert gewesen? Ohne die „Rechten“ würde das vermutlich nur ein lokales Thema bleiben.

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Puh, jetzt können alle wieder aufatmen. Er starb an Herzversagen. Nicht durch die Tritte gegen den Kopf. Außerdem war wieder einmal eine Auseinandersetzung voraus gegangen. (Sorry, Sarkasmus. Aber: Man hört dieses Aufatmen förmlich durch manche Medien pusten.)

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Sonderbar fand ich die Meldung, dass Politiker gesagt haben sollen, man solle nicht in Köthen demonstrieren, damit man nicht die „Rechten“ stärke und weil Rechtsextreme auch demonstrieren würden. Wenn Extremisten eine Demo kapern, darf man als Bürger nicht mehr demonstrieren? Hat diese Warnung noch etwas mit Demokratie zu tun? Eher damit, dass obrigkeitliches Denken sich breit macht: Leute, demonstriert nicht gegen das, was uns nicht passt – böse Leute könnten die Demonstration missbrauchen.

Demokratische Alternative: Die Regierung schützt Demonstrationen vor Menschen, die sie missbrauchen könnten.

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Hass muss bekämpft werden, dass Menschen für etwas verantwortlich gemacht werden, was sie selbst nicht getan haben, aber jemand aus der Gruppe, der sie zugerechnet werden – auch das muss massiv angegangen werden. In dieser Hinsicht sind manche Medien völlig daneben. Nicht hilfreich, sondern Hass fördernd.

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Wahlen + Katrin Göring-Eckart Haare + Koalition

Wenn wirklich in Hessen so gewählt werden sollte, wie die Umfragen erkennen lassen: arme CDU (SPD sowieso). Ich bekomme Mitleid, denn den Hessen geht es überwiegend recht gut. An falscher Wirtschaftspolitik kann es nicht liegen, sozial sind sie auch gut im Rennen. Aber wenn man die Zeichen der Zeit verkennt – und das hat die Hessen-Regierung mit der Bundesregierung gemeinsam, muss man sich nicht wundern, wenn eine rechtere Partei neben der CDU entsteht. Ebenso eine linkere neben der SPD.

Laschet ist auch einer, der nicht versteht – aber gewählt wurde – ein Hoffnungsschimmer für CDUler: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/armin-laschet-kritisiert-horst-seehofer-und-hans-georg-maassen-saddam-sprache-a-1227471.html

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Katrin Göring-Eckardt hat schwarze Haare! – Nur die Politik sollte ein Thema sein, die Inhalte, nicht das Äußere! – Aber wenn sie doch das Äußere so knallhart verändert, muss sie doch auch auf das Äußere Wert legen. – Es geht nicht ums Äußere: Es geht vielleicht auch bei Haaren um Politik: Rote Haare = feministisch links, schwarze Haare = Hm, Solidarität? Werbung für die CSU dürfte es nicht sein – so eine Art verstecktes Koalitionsangebot. https://www.tagesschau.de/inland/polizeigesetz-bayern-klage-101.html 

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Hier haben wir so eine Art Koalition der Kleinen. Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen: https://www.tagesschau.de/inland/polizeigesetz-bayern-klage-101.html

Ist das ein Bild der Zukunft? SPD kommt noch dazu – oder die CDU.

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Syrien + Saudi Arabien + Privat ist nicht privat

Ein Diktator holt mit Verbündeten sein Land zurück – zurück von einer Gruppe, unter deren Herrschaft ich auch nicht leben möchte.  https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-syrien-115.html

Andere haben da nichts zu suchen, weder direkt, noch indirekt. Was allen anderen übrig bleibt: möglichst versuchen, soziale Katastrophen zu verhindern. Unterstützt man Syrien sozial – beim Aufbau – wenigstens genug, damit die Menschen wieder zurück können in die Gebiete, die bislang befriedet sind, damit die Barbaren nicht wieder die Jugend rekrutieren können?

Von daher sollten solche Kriegs-Gedanken schnell wieder aus den Hirnen und Medien weggescheucht werden: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-sollte-laut-norbert-roettgen-militaereinsatz-in-syrien-erwaegen-a-1227472.html

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Menschen möchten scherzen – aber nicht in diesen biestigen Ländern, in denen schon freundliches Miteinander den Tod bedeuten kann – zumindest unmenschliche Peitschenhiebe: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/saudi-arabien-mann-fruehstueckt-mit-kollegin-festnahme-a-1227452.html

Der Hotelier hat die Raumkontrolle missachtet.

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Privat ist nicht privat. Auch bei uns nicht mehr: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/tinder-match-zwischen-dozent-und-studentin-facht-sexismusdebatte-an-a-1227167.html

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Tradition

Traditionen werden Hüllen, wenn sie nicht immer wieder neu gefüllt werden.

Sie  neu zu füllen, ohne sie zu sprengen, erfordert viel Nachdenken, viel Arbeit.

Sie helfen Anforderungen der Gegenwart zu bewältigen und auf Zukunft hin zu arbeiten.

Aber man bekommt manches nicht zusammen, weil man weder die Tradition richtig verstanden hat, noch die eigene Zeit.

Alles braucht Zeit – auch die Reflexion von Tradition.

Manchmal muss man auch auf ein freies Hirn warten, um Tradition und Gegenwart miteinander verbinden zu können.

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Tschüss, Mittelalter

Mittelalter soll verschwinden – denn angesichts der Weltgeschichte gibt es kein Mittelalter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/alternativ-begriff-fuer-mittelalter-eufrasisches-zeitalter-15760171.html

Das Mittelalter – auch wenn es nur so lala abgegrenzt ist, ist ein Begriff europäischer Geschichte. Auch wenn andere Bereiche mit hineinspielen, so bleibt es doch Teil Europas. Chinas Dynastien sind auch Begriffe für die jeweilige Epoche, auch wenn sie nicht isoliert zu sehen sind. Der Begriff Mittelalter ist natürlich fehlerhaft: Alte Zeit – Mittelalter – neue Zeit = letzte Zeit, wenn die jetzige neue Zeit nicht irgendwann in 200 Jahren dem Mittelalter zugewiesen werden sollte. Diese Zeitalter-Berechnung spiegelt auch den Dreiklang: Reich des Vaters – Reich des Sohnes – Reich des Geistes wider, wobei sich eben die helle Neuzeit vom finsteren Mittelalter abheben wollte – die Bezeichnung lässt keinen Raum für Generationen, die sich als noch hellere Neuzeit ansehen möchte. Von daher muss dieser Versuch der Einteilung irgendwann fallen.

Aber diese apodiktische Weise den Historikern Angst zu machen, sie müssen sich jetzt unbedingt der globalen Betrachtungsweise anpassen, ist aus meiner Perspektive sonderbar, denn sie ist nur ein Ansatz unter vielen und keine wirklich alles umfassende Neuerung. Sie wird aus meiner Sicht zudem der gewissen Eigenständigkeit europäischer Geschichte nicht gerecht. Natürlich sind die Angebote des Beitrags, aus der Geschichte betrachtet werden kann, relevant (Ausbreitung der Religionen, Handelswege usw.), aber diese sind eben auch jeweils nur ein Aspekt unter vielen.

Ist es wirklich so, dass die Mediävistik bislang nicht ausreichend mit anderen Disziplinen, die sich mit anderen Regionen befassen, zusammenarbeitet? Ich dachte immer, soweit sie die jeweiligen Themen betrifft, tut sie es. Obgleich ich – mich wiederholend sagen muss – ist Byzanz genug im Fokus?

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