John Lewis †

Ein Nachruf in der taz: https://taz.de/Tod-von-US-Buergerrechtler-John-Lewis/!5695949/

Die letzten Sätze – stimmen sie? Ich kenne die Situation zu wenig. Es wird gesagt, dass die Religion, die John Lewis und Martin Luther King sehr wichtig war, den jetzigen Black Lives Matter Aktivisten nicht so wichtig ist, sondern eher der Ansatz der Radikalen. Ich könnte mir vorstellen – aber ich weiß es, wie geschrieben, nicht – dass die Radikalen eher eine Stimme in den Medien bekommen. Die nicht radikalen im Hintergrund mehr arbeiten und auch zielführend arbeiten. Radikalität in ihrer gewalttätigen Form ruft Radikalität hervor. Ist also nicht hilfreich. Das erkennen viele. Es wäre schlimm, wenn die gewalttätigen Radikalen das zur Folge hätten – also nicht hilfreich sind, im Gegenteil: Dem Anliegen schaden.

Martin Luther King und seine Mitstreiter gehören zu den ganz großen der Menschheitsgeschichte, weil sie neue Wege gegangen sind.

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Kutschera – Pädophilie

Homosexuelle mit Pädophilie verbinden – Kutschera hat das 2017 gemacht und wurde deswegen angezeigt. Er bleibt bei seiner Aussage und will sie mit Fakten belegen: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/prozess-in-kassel-der-professor-und-aussagen-ueber-homosexuelle-16868970.html

Ich bin auf die Fakten gespannt. Ich hoffe, er lässt sich nicht von unseren Medien reinlegen, denn bei denen ist der Missbrauch von Jungs stärker im Fokus als der Missbrauch von Mädchen. Die Odenwaldschule ist spektakulär, ebenso steht die katholische Kirche im Fokus medialen Interesses. Von daher kann der Eindruck entstehen, dass Homosexualität vielfach mit Pädophilie zu tun hat bzw. man kann leicht diesem medialen Interesse auf den Leim gehen.

Aber wenn man mal schauen will, wann über den Missbrauch minderjähriger Mädchen fokussiert berichtet wird – muss man medial stärker suchen. Es wird immer mal wieder etwas angesprochen, wenn im Sport der Verdacht aufkommt – aber das war´s dann auch. Ich denke nicht, dass es daran liegt, dass die Männer als Opfer Erwachsener eine stärkere Lobby haben – oder doch? Statt um missbrauchte Mädchen geht es engagierten Frauen unserer Gesellschaft stärker um die Genderfrage. Was werden hier für für Kräfte vergeudet, statt akute Verletzung der Menschenrechte massiv in den Blick zu nehmen. (Der Fall Epstein – da geht es medial weniger um die missbrauchten Mädchen als darum, dass in den Missbrauch berühmte Personen verwickelt sein sollen, also hat etwas Voyeuristisches.)

Letztlich wird es dann um das Verhältnis gehen. Wie viele Menschen einer Gesellschaft sind Heteros orientiert, wie viele davon pädophil. Aber eine solche Diskussion ist müßig. Die Frage ist: Worum geht es in dieser Auseinandersetzung eigentlich?

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Es ist letztlich eine Frage der Moral. Und diese ist nicht nur eine Frage der Logik und des Verstandes. Moral ist verankert in Religion. Wenn diese Verankerung wegfällt bzw. wenn verhindert wird, dass die Religion überhaupt die Basis für manche Menschen relevant wird, dann verloddert auch eine Gesellschaft. Und gerade Atheisten wie Kutschera sind zu fragen, ob sie dem nicht dadurch Vorschub leisten, dass sie Moral nur auf rationale Ebene betrachten und sie auf der religiös-emotionalen Ebene missachten. (Um nicht missverstanden zu werden: Religion ist mehr als Moral.)

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Für den Fall, dass Kutschera verurteilt werden sollte – werden dann, weil das Thema heute ja sakrosankt ist – alle Ethikbücher, die ausführlich Kutschera in Schulbüchern zu Wort kommen lassen, eingestampft? In der irrationalen Logik unserer political correct Fans läge das.

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Kathedrale von Nantes + Randale in Frankfurt / Frankfurter Weg + Stammbaumforschung

Brandstiftung? Wäre nicht die erste Kirche, die in den letzten Monaten in Frankreich angegriffen wurde: https://www.tagesschau.de/ausland/nantes-grossbrand-kathedrale-105.html

Dazu: https://the-germanz.de/brand-in-der-kathedrale-von-nantes-war-brandstiftung-zusammenhang-zu-den-zahlreichen-angriffen-auf-katholische-kirchen-in-frankreich/

Neue Erkenntnisse: https://www.tagesschau.de/ausland/nantes-kathedrale-feuer-festnahme-101.html

Eine Strophe aus einem Gedicht von Elbrich Thook: Orgelklang im Gotteshaus:

Große Orgel, ströme, flute,
Rausche frohe Lobgesänge!
Künde uns das ewig Gute!
Auferweckt zu hohem Mute,
Sind wir Kinder deiner Klänge.

Die sehr alte große Orgel von Nantes wird es nicht mehr können, weil ein Verderber sie verdarb.

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Wer Sturm sät, wird Sturm ernten. Wie Stuttgart, so Frankfurt? https://www.hessenschau.de/panorama/hunderte-randalieren-bei-freiluft-party-am-opernplatz,randale-opernplatz-100.html Sich damit abfinden? Nein. ich hoffe, die politisch dafür Verantwortlichen gehen so langsam in Buße und Asche. Ist aber nicht zu erwarten. Die anderen sind Schuld. Wahrscheinlich wieder einmal die Polizei.

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Der Frankfurter Weg bedeutet: Man überlässt den Hauptbahnhof irgendwelchen Menschen auf Abwegen, die die Gesellschaft und Individuen zerstören. Der Staat versagt sich – und überlässt Raum Menschen, die Schwierigkeiten haben und machen. Und passt das auch in dieses Bild des Frankfurter Weges? https://www.hessenschau.de/panorama/nach-freiluft-party-polizeipraesident-entsetzt-ueber-randale-am-opernplatz,randale-opernplatz-100.html

Übrigens traute ich meinen Ohren nicht, als die Tagesschau am 19.7. sagte, wer die problematische Klientel war: Menschen mit Migrationshintergrund. Wer hat in der Redaktion versagt? Muss jetzt jemand seinen Stuhl räumen, zumindest geräuschlos?

Wenn sich Menschen auf Abwegen als Sieger fühlen, weil man sie in Ruhe lässt, fordern sie schnell mehr Raum. Versuchen einige, diese Art Partys für ihre Geschäfte zu nutzen – kurz: Drogen zu verkaufen, Menschen zu zerstören – und reagieren äußerst sauer, wenn man sie darin stört? Hat man Erkenntnis darüber, dass es eine Schnittmenge gibt zwischen den Gruppen, die den Bahnhof zur Vorhölle machen – und man politisch unfähig gewähren lässt – und den der aggressiven Partyleute?

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Genau so ist es: https://www.nzz.ch/international/von-stammbaumforschung-war-in-stuttgart-nie-die-rede-ld.1566116

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Christliche Autoren und eine Fabel

Es wird vielfach beklagt, dass alte christliche Autoren nicht mehr beachtet werden.

Das ist auch zu beklagen, vor allem, wenn sie etwas zum christlichen Gauben Wichtiges zu sagen hatten, aber die lieben Brüder und Schwestern der Nachgeborenen hören doch lieber sich selbst reden. Wenn Christen ihre Autoren schon nicht beachten – Säkulare tun es erst recht nicht.

Das wird sich rächen – weil das, was sie erfahren haben, dann eben noch einmal selbst erfahren werden muss. Aber das ist nicht das Thema. Thema ist:

Nicht nur christliche Autoren werden vergessen. Im Grunde: Sobald einer gestorben ist, dann seine Fans gestorben sind oder nichts mehr sagen, versinken sie in der Geschichte. Wer nicht mehr aktiv und aggressiv seine Werke durchsetzen kann, verschwindet in Büchern, die dann nur noch second hand für nen Appel und nen Ei verkauft werden. Hier und da tauchen sie noch einmal in Anthologien auf, hier und da noch einmal ein kleiner Silberstreif, weil irgendeiner etwas entdeckt hat. Hier un d da noch einmal ein Zitat von einem, dessen Namen man noch nie gehört hat. Hier und da ein Name, von dem man nicht weiß, warum er da steht. Das war´s für die meisten.

Dann gibt es natürlich diejenigen, deren Werke auch nach deren Sterben Mode sind, in aller Munde sind, dem Bildungsbürger gut als Allgemeinbildung zu Gesichte stehen und von Schülern als notwendiges Übel geduldet werden. Aber das sind nur wenige. Auch sie werden verblassen, weil die Bildungsbürger selbst verblassen.

Die Moral von der Geschicht: Mensch, werde wesentlich und bleib bescheiden als Kind deiner Zeit und überheb dich nicht.

Vielleicht sollte ich das als Fabel formulieren:

Der Esel schrie gar fürchterlich. Da fragte ihn das Schaf: Was schreist du so erbärmlich, mächtig, kunstvoll, fürchterlich? Da sagte der Esel: Ich schreie so laut, damit mich künftige Tiergenerationen noch hören. Da drehte sich das Schaf um und graste weiter.

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Junge gegen Alte – Alte gegen Junge

Wenn wir die Auseinandersetzung innerhalb der taz-Redaktion beachten und derer in der New York Times, dann ist dieser Beitrag spannend. Und zwar Wolfgang Jung beschreibt in seiner Dissertation („Erzählung als Verkündigung“. Der Auftrag der geistlichen Dichtung in „dürftiger Zeit“ dargestellt an Leben und Werk Siegbert Stehmanns) ein Stück des Dichters Stehmann (der 1945 im Alter von 32 Jahren im Krieg gestorben ist). In diesem Stück geht es auf der einen Seite um die Bekennende Kirche (also den Alten) die sich gegen das nationalsozialistische Regime engagiert hat – auf der anderen um die Jungen, als die sich die nationalsozialistische bzw. bolschewistische Bewegungen jeweils ansahen.

Um den Weg der Erneuerung geht es Stehmann in einem theopoetischen Sprechstück mit dem Titel „Begegnung. Ein Präludium“ (Nr. 1452, v. 10.3.36). Es begegnen sich auf der einen Seite die Kräfte, die mit revolutionärer Gewalt eine neue Zeit schaffen wollen („Chor der Frühen“), auf der anderen Seite diejenigen, die, auf Gott vertrauend, eine neue, menschenwürdige Zeit erhoffen („Chor der Späteren“). In einem Wechselgespräch, der griechischen Tragödie nachempfunden, werden die unterschiedlichen Positionen verdeutlicht. Einige Andeutungen dazu: Nachdem der „Hüter“ (Gott) die Zeit als vom Untergang bedrohte charakterisiert hat, klagen die „Späteren“ ihre Gegner an, das von ihnen mit verursachte Unheil nicht wahrhaben zu wollen. „Lange habt ihr gedacht, als andere schrien, die besser gewacht.“ Die „Frühen“ sind überzeugt von ihrer Sendung, die Welt bewohnbar gemacht zu haben, indem sie der „kranken Erde“ alles Krankhafte entrissen zu haben glaubten und sie für die Menschen heimatlich gemacht hätten. Ihnen geht es um die „Vollendung des Seins“, so sei das Gebot der Stunde: „Wir kennen nur ein Gebot: Glut und wieder Glut! Sonnenflammen der Welt!“ Sie wehren sich gegen den Vorwurf, dem Tod den Einzug ermöglicht zu haben, sie wollen die absolute Revolution, denn nur hier läge die Zukunft. „Taucht eure Fackeln wie wir in die strahlende Röte.“ Und mit deutlicher Anspielung läßt Stehmann sie sagen: „Hier ist nicht Ahnen! Im Feuerbann flattern die Fahnen aufjauchzend voran!“ Der Ruf nach Stille und nach Gott wird belächelt.
Die „Späteren“ verweisen dagegen auf die alles umspannende göttliche Gegenwart. „Weh den Gewalten, die der Wenigen Traum in Ketten halten! Gottes Raum ist über den Träumenden.“ So habe es viele bittende und mahnende Stimmen gegeben, die aber ungehört verhallt seien. Der Vernichtungswille der Machthaber, der den Menschen die Geborgenheit nimmt, verbreitet allgemeine Furcht und läßt ängstlich nach dem Kommenden fragen, denn die „Heimat liegt im Dunst“, das „Herz ist matt“.

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Kirche und Corona

Interessante und sonderbare Ansichten werden hier vertreten: https://www.katholisch.de/artikel/26225-antworten-auf-corona-philosophie-gegen-kirchliche-selbstbezueglichkeit

Kirchen verwenden häufig Begriffe, die andere nicht mehr verstehen – also einen Gruppencode. Da muss sich Kirche immer wieder ändern. Sehr gut, wobei der Soziolekt einfach dazu gehört – und auch notwendig ist, aber freilich eine Sprache gefunden werden muss, die auch Außenstehende verstehen. Kirche ist missionarische Kirche – von daher ist dieses Sprechen notwendig.

Kirchen sollten auch mit Blick auf Corona die Schuldfrage berücksichtigen, das heißt: Ich werde schuldig, wenn ich andere unwissend mit Corona anstecke. Wie gehe ich damit um? Wichtiger Ansatz.

Sonderbar ist diese Aussage und in sich Widersprüchlich:

„Ein Mensch mit Haltung besitzt Halt, weil er in der Lage ist, der Gegenwart durch inneren Abstand kritisch zu begegnen. Er ist sogar dem Unabänderlichen nicht passiv ausgeliefert, weil er selbst dann, wenn er die Umstände nicht mehr zu ändern vermag, immer noch fähig ist, etwas zu verändern, nämlich seine Einstellung und sein Verhältnis zu den Umständen.“ 

Noch sonderbarer, wenn es heißt, die Kirche würde sich in der Corona-Zeit mit sich selbst beschäftigen: Gottesdienst im Livestream – ist doch öffentliches Thema. Und statt über das Thema Religionsfreiheit und Gottesdienstverbote zu diskutieren, hätte man sich für Obdachlose und Arme einsetzen sollen? Haben Kirchen an dieser Stelle ihr Engagement auch zurückgefahren?

Dass Kirchen Sterbende und Trauernde allein gelassen haben, das ist von mir auch schon kritisiert worden – es ist gut, dass der Finger auf diese Wunde gelegt wird. An dieser Stelle hat die öffentliche Kirche (nicht unbedingt die vor Ort) in der Corona-Zeit in unserem Land vollkommen versagt.

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