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Versagen

Satz 1:
Du bist groß – also fühl dich auch so…!
Satz 2:
Wir predigen heute den Menschen groß: Gott liebt dich – also kannst du dich auch lieben.
Überlegung:
Satz 2 ist richtig. Das ist der große Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Satz.
Der erste Satz kaschiert die Verzweiflung des Menschen und sagt: Spring über den Graben negativer Selbsterfahrung und sei ein ganz anderer!
Der christliche Glaube geht einen anderen Weg: Er lässt das Versagen erkennen, es annehmen – und dann von Gottes Liebe tragen. Ich werde frei.
Ohne die Akzeptanz dessen, dass ich versage, plustere ich mich nur auf, werde selbstgerecht, überheblich, intolerant und großmäulig… – oder resigniere, verbittere, werde gleichgültig… – und erkenne irgendwann hoffentlich mein abgrundtiefes Wesen als verloren.
Das ist der Moment, in dem man Heimweh hat nach Gott: Wie der verlorene Sohn, der bei den Schweinen hockte, hinter sich das Leben als Scherbenhaufen und nun mit seinem Leben nichts mehr anzufangen wusste.
Das ist der Augenblick, in dem man Gottes Liebe spürt, die neuen Anfang schenkt – wenn man nicht im arroganten Versagen stecken bleiben will. (Februar 2020)
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Hummelkinder
Provokation zum Tag + Stanisław von Szczepanów + Rechts-Links + EU und Ungarn + Pinocchio – kein Verfahren + ARD: Merkel applaudierte nicht + England: Verantwortungslose Behörden + München: 600 Passagiere festgehalten + Vom Polizisten zur Polizistin + Heizungsgesetz: Grüngas und Wasserstoff / Grüner Tisch + SPD und CDU + ZdK und Bischofskonferenz + Kay Ray + Joanna Cotar im Gespräch
Provokation zum Tag
Stanisław von Szczepanów / Stanislaus von Krakau
Er lebte im 11. Jahrhundert und hat, so eine Überlieferung, dem König Bolesław II., dem Kühnen, Verfehlungen – Missbrauch von Macht und Grausamkeit – vorgeworfen. Darum hat er ihn exkommuniziert. Der König hatte, so eine Version, Frauen von Rittern, die desertiert waren, grausam bestraft. (Eine andere Version meint, der Bischof habe mit dem Adel eine Verschwörung angezettelt, weil dieser gegen die Zentralsierung der Macht war.) Wie dem auch sei: Das Verhalten des Bischofs gefiel dem König gar nicht und darum hat er den Bischof 1079 (vielleicht) während einer Messe töten lassen / selbst mit einem Schlag auf den Hinterkopf getötet. Das Volk fand das gar nicht gut und verjagte den König.
Der Bischofs unterwarf sein Gewissen nicht dem Regierenden. Er sah die Kirche als eine moralische Instanz an, die auch vor einem Herrscher nicht kuschen darf. Er wurde zum Nationalheiligen Polens. https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaus_von_Krakau
Rechts-Links
Zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=67bBGw4oZYE
EU und Ungarn
Das denke ich auch, dass die EU auf einen Machtwechsel in Ungarn hofft. Hoffentlich nur hofft und nicht massiv mit Geldern der EU darauf hinarbeitet, indem sie NGOs und andere mit Geldern und Know How unterstützt. Vermutlich wird der evtl.e neue Machthaber für die EU leichter zu händeln sein, da er zwar konservativ ist, aber noch recht jung und unerfahren. Solchen können die mit allen Wassern gewaschenen ideologischen EUler leichter den Kopf verdrehen als dem alten erfahrenen Orbán.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/ausland/news/eu-drohung-unfairer-umgang-mit-widerspenstigem-orban
Pinocchio – kein Verfahren
Wie ich gestern schon in einem Nachtrag angemerkt habe, gibt es kein Verfahren. Was aber bleibt: Die Polizei, von der das dieses Mal ausging, sollte diese Sache evaluieren. Denn sowas macht auch die Arbeit der Polizei lächerlich. Es gibt weitere Meinungsäußerungen, die angezeigt wurden.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/gesellschaft/news/staatsanwaltschaft-heilbronn-stellt-pinocchio-verfahren-ein-facebook-kommentar-friedrich-merz-als-machtkritik und: https://nius.de/politik/news/nicht-nur-pinocchio-kommentar-fuehrte-zu-ermittlungen-polizei-heilbronn-hat-mehr-als-30-spott-posts-an-staatsanwaltschaft-gemeldet
ARD: Merkel applaudierte nicht
Da haben es Fernsehmacher gut gemeint und ließen Merkel dem Merz applaudieren – nur: sie war gar nicht mehr anwesend. Das finde ich so kurios, weil sich die Frage stellt: Warum machen die das? Dass das ZDF KI-Clips einfügt, um Menschen zu emotionalisieren und eben um propagandistisch gegen Trump vorzugehen, kann man ja noch verstehen. Aber warum lassen sie Merkel applaudieren? War das ein Merz Fan, der unbedingt zeigen wollte: Er ist der Größte? Vielleicht haben sie auch nicht genug zu tun und basteln einfach übend herum: Wie kann ich Filme manipulieren. Das kann ich mir auch nicht vorstellen – bzw. will mir das nicht vorstellen. Wäre aber eine Idee für eine Satire.
Oder einfach nur:
Ham ma was, das zeigt, wie sie klatsche?
Jo, ham ma, is zwar alt – aber könne ma nehme. –
Und nach der Kritik:
Huch, da war ja Merkel drauf,
hamma gar nicht gesehn.
Hier sieht man, worum es den Machern ging: https://www.youtube.com/watch?v=u2Aj5hdHCjI
*
Wie von mir eine Verbindung gezogen: Das ZDF sieht auch ein „Relotius-Moment“ nach dem Desaster mit der KI. Denn, wie ich geschrieben habe, wenn etwas gebracht wird, was man gerne hören, lesen, sehen möchte, wird man unvorsichtig und winkt es durch. Von daher, liegt das Problem tiefer. Sie reflektieren vermutlich nicht genug ihre eigene politische Meinung. Das hat grundsätzlich Einseitigkeit zur Folge. Bauernopfer darf es nicht geben – auch wenn sie nicht als Baueropfer, sondern als Verantwortliche gehandelt wird.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/medien/news/bericht-aus-berlin-ard-merkel-applaudiert-merz-cdu-parteitag-schnittfehler und: https://apollo-news.net/unser-relotius-moment-nach-der-ki-affre-brodelt-es-im-zdf/ Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=F7KkXa35Byo
England: Verantwortungslose Behörden
Einer soll nicht in die Psychiatrie eingewiesen worden sein, weil schon zu viele Schwarze in der Psychiatrie eingewiesen worden seien und man befürchte, als rassistisch angesehen zu werden. Folge dieser irren Argumentation: Verletzte und Tote. Die Verantwortlichen sollten allesamt zur Verantwortung gezogen werden. Persönlich. Denn sowas darf nicht Schule machen. Behördenvertreter sollen Angst davor bekommen, solche schlimmen Begründungen für ihre Entscheidungen zu treffen.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/schizophrener-schwarzer-soll-wegen-hautfarbe-nicht-eingewiesen-worden-sein-dann-toetete-er-mehrfach/
München: 600 Passagiere festgehalten
Das ist typisch für das, was in unserem Land passiert: 600 Passagiere mussten in den Flugzeugen verharren, weil die Busfahrer Feierabend hatten und man nicht über das Rollfeld laufen darf. Wenn man sich das vorstellt. Diese Begründungen – einfach kurios.
Warum ist das für unser Land typisch? Es muss alles geregelt zugehen. Und wenn die Situation Geregeltes nicht erlaubt, sind Leute hilflos. Haben Angst, was Falsches zu machen. Der Bevölkerung wird permanent eigene Verantwortlichkeit weggenommen. Und wer nicht gelernt hat, Verantwortung zu tragen, der versagt im entscheidenden Moment. Wir haben viel gelacht, als es um Themen ging, wie die Leute während der wilhelminischen Ära immer auf Befehle warteten. Soweit sind wir gekommen. Nicht, weil es so deutlich ist, dass jemand befehlen muss – aber es wird deutlich, dass die Entscheidungsfähigkeit verkümmert.
Auch das könnte ein Thema für ein Film sein. Allerdings nicht satirisch. Gibt es Berichte darüber, wie es in den Flugzeugen zuging? Es ist zu vermuten, dass die Besatzung das Bundesverdienstkreuz bekommen sollte – wenn sie mit professioneller Freundlichkeit die Passagiere beruhigt haben.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/busfahrer-im-feierabend-mit-dieser-dreisten-begruendung-liess-man-in-muenchen-600-fluggaeste-ueber-nacht-in-flugzeugen-verharren/
Vom Polizisten zur Polizistin
Macht sich das Gericht nun nicht strafbar, wenn es einen Polizisten, der Polizistin werden wollte, abspricht, es ernst zu meinen? Das müssten die Ampelmänner wissen, die das sonderbare Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet haben. Aber beim Militär zählt ja Geschlechtswechsel im Ernstfall auch nicht. Wenn einer nicht in den Krieg ziehen will und darum schnell Frau wird – zählt das meines Wissens nicht. Er muss auch als gefühlte Frau mit den biologischen Männern in den Krieg ziehen, wenn ihm nicht schon lange vor dem Spannungsfall eingefallen ist, dass er/sie sich als Frau fühlt.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/verwaltungsgericht-dsseldorf-polizeikommissar-nderte-geschlecht-um-von-frauenfrderung-zu-profitieren/
Heizungsgesetz: Grüngas und Wasserstoff / „grüner Tisch“
(Nachtrag: Beachte Beitrag von Morgen zu dem Thema)
Man muss den Koalitionären ein Lob aussprechen. Das ist ein klasse Kompromiss – ein kK. Man will Gas beibehalten – aber die Gasversorger sollen Biogas bzw. Wasserstoff dazu mischen. Ob es letztlich möglich sein wird, wissen vermutlich (!) nicht einmal die Koalitionäre. Aber der Kompromiss ist gut, weil er nicht teuer wird. Es sei denn, die belegen das wieder mit irgendwelchen Strafen, wenn das nicht klappt, was sie sich so am „grünen Tisch“ ausgedacht haben.
Am „grünen Tisch“ ausgedacht – das kommt zwar von den Stoffen / dem Filz, die auf den Tischen der Verwaltungen und Gerichte lagen – aber die Vorfahren hatten einen prophetischen Blick, so scheint mir, wirklichkeitsferne Entscheidungen als solche zu bezeichnen, die am „grünen Tisch“ entschieden wurden.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/neuverhandlung-von-habecks-heizungsgesetz-union-und-spd-wollen-eine-verpflichtende-gruengasquote-einfuehren/
SPD und CDU
Man wundert sich über gar nichts mehr, man kann nur alles mit Humor sehen – aber nicht akzeptieren: https://apollo-news.net/neuverhandlung-von-habecks-heizungsgesetz-union-und-spd-wollen-eine-verpflichtende-gruengasquote-einfuehren/
ZdK und Bischofskonferenz
Neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz: https://www.youtube.com/shorts/6aCOh3vlvyw und https://www.youtube.com/watch?v=Rsl5SiLt26c Ganz neutral 😉 ; Kommentar zum ZdK: https://www.youtube.com/watch?v=Ct74jXF8q6g
Mit Blick auf „ganz neutral“: Der Journalist bemüht sich zu sagen, dass die konservativen Bischöfe nur eine Minderheit sind. „Nur eine Minderheit“ – seit wann werden Minderheiten als irrelevant angesehen? In jeder demokratischen Wahl gibt es Menschen, die unterliegen. Aber diese Menschen sind ernst zu nehmen. Auch Minderheiten eines gesellschaftspolitischen Diskurses dürfen nicht abgewertet werden, genauso wenig wie Minderheiten in einem Land sonst. Das ist eine undemokratische und gesellschaftspolitisch gefährliche Sicht: nur eine Minderheit / nur eine Minderheitsmeinung. Vielleicht sollte der BR diesem Menschen mal darauf hinweisen, dass seine Wortwahl unangemessen ist.
Kay Ray
Interessant, was er als Erfahrung im „Prozess gegen Deutschland“ ausspricht: https://www.youtube.com/watch?v=RIdUh20TsH8
Joanna Cotar im Gespräch
Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=1jZ-2AE68SM
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Maler 27: Jan van Huysum
Der Mensch – das Knäuel

Der Mensch
achtet auf die Einsäuselungen,
er achtet auf Argumente dessen,
der Gott bekämpft,
er gibt sich hin dem Widersacher Gottes.
Der Mensch
kann sich von Gott befreien lassen –
das verknäulte Wesen Mensch
bleibt lieber verknäult:
findet kein Anfang,
findet kein Ende,
verwirrt sich in sich selbst,
verheddert durch den Widersacher Gottes.
Der Mensch,
der in Jesus Christus ist,
ist ein neues Geschöpf,
er lebt aus dem Geist Gottes,
hin zu Gott,
dem Geber des Lebens.
Das Knäul wird entwirrt.
(2. Korinther 5,17)
Provokation zum Tag + Karl Steinbauer + Widerstand gegen mächtige Kriminelle + Angriffe + Überall in der EU ideologische Angriffe auf Christen + Mit AfD Stimmen ins Amt – gegen AfD + Oh, Bi + Letzte / Neue Generation + Ramadan / Fasten + Pinocchio-Comedy + Gaza-Hamas-Palästinenser + EpsteinAkten und Menschen in D + CDU + Politischer Missbrauch von Schulen + Interview: Pauline Voss / Peter Hoeres
Provokation zum Tag
Als politisch Verfolgte
sind auch die Menschen zu bezeichnen,
die wegen gewaltloser Wörter und Zeichnungen
angezeigt und juristisch belangt werden.
Wie kann eine solche
Demokratie
bezeichnet werden,
in der das geschieht? (1)
(1) Ein paar Beispiele für die Probleme, die Karikaturisten und Dichter bekommen haben, die mir assoziativ eingefallen sind:
Honoré Daumier: Gargantua (1832): König Louis Philippe als Birnen-Monster, sitzend auf einem Nachtstuhl, Privilegien und Orden ausscheidend, während die Arbeiter Steuern in seinen aufgerissenen Mund tragen. Sechs Monate Gefängnis und Geldstrafe, das Blatt wurde verboten, konfisziert: https://daumier-gesellschaft.de/gargantua/
Hingewiesen sei auf Frank Wiedekind (Text) und Thomas Theodor Heine (Karikatur): Palästinareise von Kaiser Wilhelm II.: Sieben/sechs Monate Festungshaft, der Redakteur der Zeitschrift Albert Langen floh nach Frankreich. https://www.deutschlandfunk.de/schreckgespenst-fuer-spiessbuerger-100.html
A. Paul Weber war völkischer Antisemit, hat aber massiv Hitler und die Nationalsozialisten karikiert (1931/2): https://www.welt.de/print-welt/article552058/Wie-ein-Antisemit-zum-Antifaschisten-geadelt-wurde.html : https://www.osa.uni-freiburg.de/geschichte/aufgaben/neuere-und-neueste-geschichte/aufgabe-2/ : Verhaftung 1937, einige Monate im Gefängnis, dann KZ. Er überlebte die NS-Zeit.
Alois Kuhn: Es lebe der Jubel (1978/9); Karikatur zum erzwungenen Jubel in der DDR: https://www.hdg.de/lemo/bestand/objekt/karikatur-kuhn-jubel.html 1979 verhaftet, eineinhalb Jahre Gefängnis, freigekauft von der BRD. Als man ihm 1979 die Ausstellung der Zeichnung verbietet, veröffentlichte er ein Blatt mit ausgekippten Tuscheglas – um Zensur zu verdeutlichen.
Was Gedichte betrifft, sei an Christian Friedrich Daniel Schubart (1777) erinnert, der ohne verurteilt worden zu sein 10 Jahre Festungshaft bekam https://gedichte.wolfgangfenske.de/18-19-jh/; an Heinrich Heine, dessen Die schlesischen Weber als Aufreizung zum Aufstand interpretiert wurde. Seine Texte wurden verfolgt, ein Verleger zur Haftstrafe verurteilt, denn Heine lebte im Exil: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_schlesischen_Weber . Ossip Mandelstam schrieb ein Stalin-Epigramm, Stalin als Bauernfresser, Finger als Würmer – wurde 1934 verraten, verhaftet, gefoltert, verbannt, wurde 1937 entlassen, 1938 erneut verhaftet und starb. https://www.deutschlandfunk.de/gestorben-fuer-16-zeilen-kritik-100.html
Karl Steinbauer
Karl Steinbauer (1906-1988) war evangelischer Pfarrer. Er wurde 1931 Vikar, und ab 1946 hatte er eigene Pfarrstellen.
Er beschreibt seine Kindheit und Jugend als eine, die im nationalkonservativen und antisemitischen Umfeld aufgewachsen ist. In diesem Zusammenhang beschreibt er, dass sie, „es mag 1922 gewesen sein“ (1), auf dem Weg zur Kirche an einer Synagoge vorbeigekommen seien, und sahen, wie Juden die Mauern von hingeschmierten roten Hakenkreuzen zu säubern versuchten. „Wie grausam, wie unmenschlich und wie unvereinbar mit unserem Kirchgang das alles war, ist mir nicht im entferntesten in den Sinn gekommen. Wir sahen die Welt durch eine nationalistische und rassenideologische Brille.“ (21) Er beschreibt, mit welchen Hoffnungen sie Hitler und den Nationalsozialismus begrüßt hatten und so trat er in die NSDAP ein. Er studierte Theologie und wurde beeinflusst von Karl Barth, der dem Nationalsozialismus und dem „Führerkult“ gegenüber äußerst ablehnend eingestellt war. Aber schon 1932 trat Steinbauer wieder aus der NSDAP aus, nachdem Hitler den Überfall und die Ermordung eines Kommunisten in dessen Haus durch Nationalsozialisten begrüßt hatte (Mord von Potempa). Die Mörder wurden zum Tod verurteilt (aber nicht hingerichtet) – und Hitler solidarisierte sich mit diesen, machte sie zu Helden. Das führte dazu, dass er bei einigen Sympathien verloren hatte, eben auch Steinbauers.
*
Hier verlasse ich erst einmal das Buch von Christian Blendinger: Nur Gott und dem Gewissen verpflichtet. Karl Steinbauer – Zeuge in finsterer Zeit, Claudius Verlag München 2001. In den folgenden Tagen werde ich immer mal wieder auf diesen Menschen zu sprechen kommen. Hier sei erst einmal zur Einordnung Weiteres aus seinem Leben mitgeteilt, wie es Wikipedia darlegt: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Steinbauer:
Steinbauer wandte sich der Bekennenden Kirche zu, die sich, anders als die deutschen Christen, kritisch bis ablehnend gegen den Nationalsozialismus / Hitler engagierten. Gemeinsam mit katholischen Geistlichen aus anderen Dörfern wandte er sich gegen den Nationalsozialismus und war auch kritisch der Evangelischen Landeskirche gegenüber. Er lehnte sich gegen die Übernahme der Kirche durch den Staat auf. So ließ er die Glocken nicht läuten, als die Nationalsozialisten 1936 in der Wahl siegten, lehnte eine nationalsozialistische Beflaggung der Kirche genauso ab wie den Treueeid auf Hitler und verweigerte, einen Ariernachweis einzureichen, protestierte gegen den Abtransport von Juden. Folge: Predigtverbot, kam 1936 in „Schutzhaft“. Nicht nur einmal, sondern vier Mal wurde er verhaftet und war auch 9 Monate im KZ. 1940 wurde er „zum Kriegseinsatz begnadigt“, wurde 1943 schwer verwundet, wurde 1944 wegen einer Weihnachtspredigt vor ein Militärgericht gestellt. Er wurde freigesprochen. 1945 geriet er in Gefangenschaft, wurde 1946 entlassen und übernahm verschiedene Pfarrstellen. Er hatte alles mögliche an Dokumenten gesammelt und sie im Ruhestand ab 1971 veröffentlicht: „Einander das Zeugnis gönnen“.
*
Das Buch, von dem ich eingangs sprach und aus dem ich zitierte, versucht aus der Fülle an Material, das von Steinbauer gesammelt wurde, wesentliche Abschnitte aufzunehmen und einzuordnen. Das möchte ich in den kommenden Tagen weiter verfolgen.
(1) 1922 – schon so früh? Das wundert mich, auch wenn 1923 (laut https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Leffler) Siegfried Leffler in Windsbach, also dem Ort, an dem Steinbauer lebte, als junger sehr aktiver Nationalsozialist wirkte, der viele nicht nur junge Menschen in seine Ideologie hineingezogen hat. Am Rande: Erwachsene der damaligen Zeit – auch der Vater von Karl Steinbauer ließ sich wohl zunächst beeinflussen – machten vielfach mit, weil es sich um eine Jugend-Ideologie gehandelt hat: neuer Aufbruch, jugendlicher Aufbruch in eine neue Zeit, eine Junge-Erwachsene-Protestbewegung (Hitler wurde 1925: 36 Jahre alt, Goebbels wurde 28 Jahre alt, Göring 32 Jahre; Himmler 29 – Heydrich 27 – Baldur von Schirach: 24). Leffler selbst war später auch Pfarrer und in Thüringen ein engagierter Antisemit, der versucht hat, den Antisemitismus in der Kirche durchzusetzen (dazu s. Fenske: Wie Jesus zum „Arier“ wurde. Auswirkung der Entjudaisierung Christi im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, WBG Darmstadt 2005 – im Kontext von Grundmann 214ff.)
Widerstand gegen mächtige Kriminelle
Es sieht alles ganz ruhig aus. Alles geht so seinen Gang. Friedlich, so scheint es. Doch dann wird ein Drogenboss getötet – und es zeigt sich das Ausmaß des Abgrunds, in dem sich ein Land bewegt. So geschehen in Mexiko. Aber nicht nur dort ist das erkennbar. Es läuft alles ruhig – doch wenn die – auch ideologischen – Unterwanderer eines Staates Gegenwind bekommen, sie fühlten sich sicher in der Unterminierung und Aushöhlung, dann kracht und knallt es auf den Straßen und überall, wo sie mächtig geworden waren. Manche haben Angst, den mächtigen Gruppen Widerstand entgegenzusetzen, weil sie meinen, sie so zähmen zu können. Sie bedenken aber nicht, dass die nicht gezähmt sind, wenn alles ruhig ist, sondern sie nur im Stillen die Gesellschaft, die Behörden, die Institutionen unterwandern.
Politisch Verantwortliche, die eine Gesellschaft unterwandern lassen, um keinen Ärger hervorzurufen, handeln nicht verantwortlich, sondern klar: unverantwortlich.
Ich frage mich, ob die mexikanische Regierung erst verantwortlich zu handeln begann, als Trump sie unter Druck setzte.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/nachrichten/news/el-mencho-getoetet-mexiko-kartellgewalt-chaos-usa-warnung
Angriffe
Das Schlimme in manchen Bereichen unseres Landes ist, dass jeder Bürger immer damit rechnen muss, hinterrücks angegriffen zu werden, unvermittelt mit dem Messer bedroht zu werden, vor Züge gestoßen zu werden. Wir müssen lernen, ständig auf der Hut zu sein. Verantwortlich für dieses Übel, dieses Misstrauen auf alltäglichen Wegen ist die fatale Politik der letzten Jahre.
Ein Afghane hat Zeugen Jehovas angegriffen: https://nius.de/kriminalitaet/news/wuerzburg-afghane-greift-zeugen-jehovas-an-passanten-und-beamte-ueberwaeltigen-den-messermann Ein anderer randalierte in einem Migrationsamt: https://nius.de/kriminalitaet/news/offenburg-afghane-randaliert-im-migrationsamt Ein Sanitäter berichtet von Angriffen: https://nius.de/gesellschaft/news/notfallsanitaeter-berichtet-berufsalltag-gewalt-erfahrungs-bericht und: https://apollo-news.net/jugendliche-filmen-eigene-tat-mann-wird-treppe-am-s-bahnhof-heruntergetreten-und-schwer-verletzt/
Überall in der EU: ideologische Angriffe auf Christen
Das ist interessant zu sehen, wie an vielen Stellen der EU / Europas der christliche Glaube und die christliche Tradition angegriffen wird. Wird aus Bibeln zitiert – Anzeigen, Angriffe gegen Kirchen in Frankreich und Deutschland (Brandstiftung, Vandalismus, Diebstähle), Angriffe gegen konservative Christen durch Medien (Abtreibungen, Ehe/Familie), zudem „Underreporting“, das heißt, es werden Angriffe nicht öffentlich gemacht, während Angriffe auf andere Gruppen sofort als Hass medial veröffentlicht wird, Spott und Lächerlichmachen, nicht beachten auf vielen Ebenen, Zurückdrängen religiöser Symbole aus der Öffentlichkeit, Medizinisches Personal wird in Gewissenskonflikten gestürzt, Gewalttaten gegen Personen, man denke auch an die Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris, Leugnung christlicher Tradition bei Persönlichkeiten, Gesetzen, Landestraditionen, dazu kommen noch Fake News – und so wurde auch die Polizei in Portugal übergriffig: https://apollo-news.net/fuball-fans-und-verein-emprt-polizei-wollte-christliche-choreo-zensieren/
Neulich hörte ich irgendwo, dass eine Person in einem Interview sagte, dass Christen nicht so larmoyant sein sollen und sich unbedingt als Opfer aufplustern wollen. Es geht dabei nicht um Larmoyanz, wenn Fakten genannt werden. Christen sind seit 2000 Jahren sowas gewöhnt – und auch von den Worten des Neuen Testaments her gesehen darauf vorbereitet. Es geht einfach darum zu informieren. Und solche Vorwürfe sehe ich einfach als Vorwürfe von Christengegnern an, die wollen, dass Christen schön still duldend unauffällig in der Ecke stehen sollen, in die man sie gnädigerweise geschickt hat.
Nein, nein, Christen waren nie einfach still leidende Leute, sie wehrten sich nicht mit Waffen, aber mit Wörtern, mit Kunst, mit Liedern, mit Ausdauer, mit klugem Widerstand, den ja dann auch Gandhi aus der Bergpredigt gelernt hat: „intelligente Feindesliebe“. Sie lernten im Laufe der Zeit nicht einfach nur leiden, sondern das Leiden und die Leid Verursachenden klug und phantasievoll bekämpfen.
Mit AfD-Stimmen ins Amt – gegen die AfD
Nun denn, warum nicht. Wenn die AfD einen solchen ins Amt verhilft, warum sollte er nicht gegen die AfD agitieren? Nur eine Frage. Nun denn: Wenn er sich weiter eher links verhält, kann sich die SPD schon freuen: Sie wird wieder den Posten ergattern.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/durch-afd-anhnger-gewhlt-dortmunds-cdu-ob-demonstriert-mit-linken-parteien-gegen-afd-neujahrsempfang/
Oh, Bi
In Kanada kam eine Bi Person relativ schnell an ca. 500€ Entschädigung. Wie? Sie konnte nicht arbeiten, fühlte sich ausgeschlossen, weil ein Friseurladen im Online-Buchungssystem nur Haarschnitte für Männer und Frauen angeboten hatte. Man muss den Artikel ganz lesen: https://apollo-news.net/non-binaerer-aktivist-erzwingt-entschaedigung-von-friseursalon-weil-es-nur-maenner-und-frauenhaarschnitte-gibt/
Letzte / Neue Generation
Vor kurzem hieß sie noch werbewirksam und Hysterie verursachend „Letzte Generation“, was bei vielen wirkte, die es inzwischen wahrscheinlich auch eher humorvoll sehen, weil neue Generationen ins Land gekommen sind. Nun nennen sich Leute nicht mehr die „Letzte“ Generation, sondern die „Neue“ Generation. In ein paar Jahren wahrscheinlich die „Neueste“ Generation. Egal. Auf jeden Fall: Sie machen wieder denselben Fehler wie die Letzte Generation. Da denkt man sich, die haben inzwischen gelernt – aber nö – auch die Neue Generation ist vom selben Stamm wie die Letzte Generation: Sie kleben einfach fest an ihrer Ideologie. Sichtbares Zeichen: Ihr Festgeklebe an den Straßen. Wieder in Berlin.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/neue-generation-klimakleber-blockieren-berliner-stadtautobahn/
Ramadan / Fasten
Die Menschen lähmen sich selbst – sie hängen fastend herum und verstehen die Welt nicht mehr, die munter isst und agil den Alltag meistert. Es ist schwer einzusehen, dass man selbst rumhängt und andere agil sind – und so fordern immer mehr: andere sollen auch hungrig und durstig rumhängen, damit wir nicht in Versuchung geraten, etwas zu essen und zu trinken. Vermutlich wird in Schulen irgendwann das Test schreiben abgeschafft, entweder nur für Ramadan-Muslime, die dann weniger Tests schreiben müssen oder wegen Ramadan-Muslime müssen alle weniger Tests schreiben. Tests kann man ja den sich selbst Lähmenden bzw. durch die Ummah und Familie Gelähmten nicht zumuten.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/es-wird-von-jahr-zu-jahr-schlimmer-schule-schlaegt-wegen-ramadan-alarm/
Fasten der mittelalterlichen Christen unterschied sich massiv von dem Fasten der Muslime heute: Christen durften trinken, wann immer sie wollten, es wurde reduziert gegessen, vor allem kein Fleisch und tierische Produkte waren eingeschränkt. Im Einzugsbereich der Orthodoxen Christen ist im Grunde veganes Essen angesagt; es gibt auch christliche Gruppen, die Fasten-Zeiten intensiv einhalten. Jesus selbst fastete wohl in seiner jüdischen Tradition, obgleich er während seines Wirkens dem traditionellen Fasten gegenüber nicht besonders positiv gesonnen war. Das 40tägige Fasten war ein einmaliges Ereignis zu Beginn seines Wirkens, so erzählen uns Evangelisten.
Ramadan-Muslime essen und trinken alles Mögliche am Abend (außer Schweinefleisch und Alkohol natürlich) und dürfen tagsüber nichts essen und nichts trinken (Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Koran greift auf das Fasten der Christen – Nestorianer – bzw. auch der Manichäer (Mani war Christ, wollte aber die christliche Lehre ersetzen – einige Parallelen zum späteren Mohammed sind erkennbar) zurück (Sure 2:183).
Im christlichen Bereich ist Fasten heutzutage freiwillig, wird auch säkular geübt, das heißt: man verzichtet auf etwas, das einem wichtig geworden ist (7 Wochen ohne: Süßigkeiten, Alkohol, Medienkonsum – und alles Mögliche ist möglich: ShoppingDiät, Aufräumen/Aussortieren mit Blick auf: weniger Bedürfnisse haben, Entschleunigung, Negatives meiden usw.) Im christlichen und muslimischen Glauben geht es um religiöse Offenheit. Im säkularen Fasten geht es um das eigene Wohlbefinden, sich selbst entdecken – je nach Zeitmoden, z.B. auch: Klimafasten)
Dass auch im Hinduismus, dem Buddhismus gefastet wird, soll nur der Vollständigkeit halber angemerkt werden.
Pinocchio-Comedy
Zu dem Pinocchio-Fall – Pinocchio-Comedy: https://www.youtube.com/watch?v=H0TBYrFGtxk und die ganze Lächerlichkeit verdeutlicht: https://www.youtube.com/watch?v=rCc2kPEwdMU
Nachtrag: Verfahren wurde eingestellt – war zulässige Kritik https://nius.de/gesellschaft/news/staatsanwaltschaft-heilbronn-stellt-pinocchio-verfahren-ein-facebook-kommentar-friedrich-merz-als-machtkritik
Man muss doch die Staatsanwaltschaft auch mal loben.
Gaza-Hamas-Palästinenser
Ich hatte das Thema: Protest bei der Berlinale. Hier noch ein Hinweis: Diese Leute sollen ihre Visionen im Gaza publik machen, ab nach Gaza, alle mitnehmen, den Gaza aufbauen, auch kulturell. Warum agitieren sie in Deutschland? Da bekommt man Steuergelder bzw. kann mit Hilfe der Steuergelder gut seine Ideologien verbreiten? Es könnte evtl. sein, dass die Hamas nicht so begeistert darüber ist, wenn ihre Fans auf einmal nach Gaza strömen.
Wer Die Linke wählt und mit ihr koaliert unterstützt solche Leute, die die Barbarei der Nazis mit Israel in Verbindung bringen wollen, erfahren wir hier.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=TIOKTa0BIgc und: https://www.youtube.com/watch?v=CxbjplRI3mQ
EpsteinAkten und Menschen in D
Zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=5AMjz5ZUtr0
CDU
Das hat mich auch gewundert, was Linnemann da so auf dem Parteitag gesagt hat. Ich hatte ihn anders eingeschätzt: https://www.youtube.com/watch?v=U-poZjUEjE8 Interessanter Ansatz: Menschen stimmen ehrlich mit dem Portmonee ab – nicht bei irgendwelchen Umfragen (mit Blick auf die Zuckersteuer: Zucker kaufen, in Befragung aber negativ beurteilen).
CDU und Social Media: https://www.youtube.com/watch?v=CxbjplRI3mQ
Politischer Missbrauch von Schulen
Zu dem Thema Kissler: https://www.youtube.com/watch?v=0KzfDea9YNo
Da Schüler weitgehend selbst denken – dürften all diese Propagandisten und Manipulatoren nicht bei allen Erfolg haben.
Interview: Pauline Voss / Peter Hoeres
Sehr gute Aussagen. Im Rahmen des Prozesses gegen Deutschland: https://www.youtube.com/watch?v=lZLwcrnH-og
Auch Befragung von Peter Hoeres: https://www.youtube.com/watch?v=tXgnmxsA3-o
Spannend, dass die Linken hören müssen, wie Linke vorgehen – man merkt, dass es manche kaum in den Sitzen hält.
Was für ein Fragesteller, der A. Speit. Ich frage mich: Wo und in welcher Welt lebt er? Kann er nur in rechts und links denken – aber es ist doch alles differenzierter zu sehen! Und nicht wahrzunehmen, dass Rechts heutzutage als rechtsextrem eingeordnet wird – ist rätselhaft. In diesem Fall, dass Hitler Rechts/Links aufheben wollte, weil er Parteienstreit der Weimarer Republik wegen der Einheit seines Volksverständnisses vermeiden wollte – versteht er nicht? (Die Frage ist doch – aus meiner Perspektive – auch nicht: Wie ordnen wir ihn ein – die Frage ist: wie hat er sich, wie haben die Zeitgenossen die Partei usw. eingeordnet? Wir sagen: Hitler kämpfte gegen Kommunisten – die Konkurrenz-Ideologie – also sagen wir: Kommunisten sind links – also muss Hitler rechts gewesen sein. Bzw. wenn Kommunisten im Vergleich mit den Sozialdemokraten Linksextremisten gewesen sind, muss Hitler im Vergleich zu rechten Parteien Rechtsextremist gewesen sein. Aber das wird allem nicht gerecht – historisch gesehen.) Das war ein klar von Hoeres geäußerter Gedanke, den er hätte argumentativ aufgreifen können. Warum wurde eigentlich er ausgewählt, um Hoeres herauszufordern?
Grundsätzlich finde ich das ein gutes Format. Menschen werden gezwungen, einander zuzuhören. Es gibt Missverständnisse und Irrtümer, Fähigere und Unfähigere, Oberflächliche und Nachdenkliche, Unsichere und dennoch Mutige. So ein Format benötigt unsere Zeit. Ich denke freilich, dass Menschen als Herausforderer / Befrager besser ausgesucht werden müssten, die fähiger sind, Paroli zu bieten. Aber auch darin zeigt das Format unsere Zeit.
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Neulich las ich in dem Zusammenhang mit dem Thema Nationalsozialismus, dass einer schrieb: XY hat damals früh erkannt, was es mit Hitler auf sich hat. Dann antwortete einer und sagte: Das hätte jeder erkennen können, das steht doch in „Mein Kampf“. Klar, klasse, das sind solche Zeitgenossen, die ich bewundere – zumindest mit ihrem Klarblick mit Blick auf die Vergangenheit. Aber kapieren tun solche Leute nichts. Keinen blassen Schimmer haben sie von Zeit, von Geschichte, von Strömungen, von gefärbten Brillen auf der Nase, davon, dass man 80 Jahre später, nach dem 2. Weltkrieg, nach den KZ und vielen anderen Gräueltaten, mehr weiß als viele Menschen der damaligen Zeit. Sie leben heute auf ihrem hohen Panzer der ideologischen Gegenwart und wissen alles besser als die Menschen, die damals gelebt haben. Wer nicht linker Kommunist ist, ist Nazi, scheinen sich heute manche zu denken. Dass Stalin auch rassistisch und antisemitisch dachte (1) – egal, das wissen diese Herrschaften vermutlich nicht, weil sie es nicht wissen wollen, das passt nicht in ihr rechts-links-Schema.
Ich vermute – das ist freilich eine Unterstellung – dass solche Leute keinen blassen Schimmer von dem haben, was in der Gegenwart passiert. Warum nicht? Weil sie nicht differenziert denken können, sondern nur in ihrer Bubble-Besserwisserei herumschweben. Ja, klar, ich finde auch, man hätte vor 1933 manches wissen können – um so bewundernswerter sind die Menschen, die so hellsichtig waren, und es haben kommen sehen, was wir heute, im Rückblick, erkennen. Und die auch so mutig waren, es zu kommunizieren. Leider haben diese von mir angesprochenen Leute von heute damals nicht gelebt – sie hätten alles kommen sehen und Hitler den Garaus gemacht. Prima, kann man da nur sagen: Prima! Leider aber haben sie damals nicht gelebt, und so hat ein großer Teil der Menschheit diese furchtbare Zeit erleben müssen. Etwas Sarkasmus muss manchmal sein.
(1) Es gilt auch hier zu differenzieren. Stalin hat, soweit ich weiß, weniger biologistisch als Hitler und Konsorten rassistisch und antisemitisch gedacht, sondern Ethnien brutal angegangen und Juden des Kosmopolitismus und der Verschwörungen beschuldigt. Wie Marx ja auch kein biologistischer Antisemit war, sondern rassistisch in dem Sinne, Juden (von denen er ja selbst abstammte) kollektiv als Kapitalisten ansah. Allein an Marx kann man ja sehen, dass ein Schwarz-Weiß-Denken nicht funktioniert. Den Opfern dürfte es egal gewesen sein, wer ihnen das Leben aus welchen ideologischen Gründen zur Hölle gemacht hat – auch wenn es in der Begründung einen Unterschied gibt.
Maler 26: Francisco de Goya
Die Römerin

Die Römerin, die Jesus schützen wollte, aber – zum Glück – an einen feigen Ehemann geraten war. Kann das so zusammengefasst werden?
Im Matthäusevangelium finden wir eine Aussage in 27,19, dass die Frau des Pilatus diesem ausrichten ließ, dass er Jesus nicht hinrichten solle, weil er ein gerechter Mann sei und sie seinetwegen einen Alptraum gehabt habe. Aber Pilatus ließ sich nicht beirren, weil der Druck der Meute so stark war, und verurteilte Jesus zum Tode am Kreuz.
Wir kennen den Namen der Frau nicht. In historischen Quellen begegnet er nicht, ebenso nicht in der Bibel – nur in christlichen Legenden. Dort hieß sie Claudia Procula. Die Legende ordnet sie also dem Claudier-Clan zu, dem Kaiserhaus, allerdings muss sie nicht Nachfahre sein, sondern die Vorfahren können ein dem Haushalt der Claudier Zugehörige gewesen sein; Procula – der Name könnte einfach Nachkomme bedeuten oder aber auch: das Kind wurde geboren, als der Vater in der Ferne, also als Soldat usw., weg war. Es ist aus meiner Sicht nicht erkennbar, dass es ein symbolischer Name ist. Auf jeden Fall signalisiert der (später gegebene?) Name eine Frau, die gut sozialisierte römische Bürgerin war (als Nachfahre von Freigelassenen?).
Träume sind Botschaften von Göttern – und so hatte sie das als Römerin vermutlich auch interpretiert. Aber auch Gott kommuniziert durch Träume. Aus dem Alten Testament sind vor allem die Zukunftsdeutungen von Träumen durch Joseph bekannt, aus dem Matthäusevangelium kennen wir den Zukunftstraum/Warntraum den der Vater von Jesus gehabt hat sowie auch den Interpretationstraum. Einen Warntraum soll auch die Frau Caesars gehabt haben, Calpurnia, bevor dieser ermordet wurde. Es gab zudem Heilträume in Tempeln. Und diese Heidin hatte einen Traum, sah Jesus als Gerechten und ihren Mann als einen, der den Gerechten tötet, somit Strafe zu befürchten hat.
Zum Glück setzte sie sich nicht durch? Hätte sie sich durchgesetzt hätte keine Erlösung stattgefunden. Kam also der Traum von Gott? (3)
Für das Matthäusevangelium kommt es auf die Aussage an, dass sie träumte, er sei ein Gerechter gewesen. Die in der Bibel namenlose Heidin hat also erkannt, was die Ankläger und ihr mächtiger Mann nicht erkannt haben. Was hat sich der Evangelist mit Blick auf den Alptraum gedacht? Dass der christliche Glaube das heidnische Rom stürzen würde? Weiß Matthäus etwas von der weiteren Zukunft des Pilatus-Paares?
Kam es für Matthäus auch darauf an zu sagen: Gott warnt – aber er kennt seine Pappenheimer: Menschen mit ihrem freien Willen machen dann doch das, was sie wollen – sie hören nicht auf Warnungen?
Pilatus offenbart seine Feigheit angesichts der Masse,
die Mächtigen offenbaren ihre Machtgier,
die Religiösen zeigen ihren Fanatismus,
die Mitläufer laufen mit zur Vernichtung anderer,
Judas – wer weiß, warum auch immer er Jesus verriet. (2)
Auch wenn sie gewarnt wurden.
Die Freiheit des Willens kann auch dem Bösen dienen.
Auf jeden Fall ist deutlich, dass die Frau des Pilatus sehr gut zu der Passions- und Auferstehungsgeschichte passt. Frauen spielen eine positive Rolle. Was für die damalige Zeit – auch aus juristischer Perspektive – spannend ist. Die Frauen sind Kontrastmenschen zu den männlichen Verrätern, Machtmenschen, Gewalttätern, Fliehenden, Verleugnern. Menschen am Rand werden hervorgehoben. So passt die später so genannte Claudia Procula also ganz in dieses Muster: Im letzten Augenblick will sie den Gerechten retten, sie litt seinetwegen im Traum. Der Name Jesu wird im Kontext ihres Traums nicht genannt. Ihr Gewissen – oder ihre Angst? – befahl der heidnischen Frau, sich für den Gerechten einzusetzen – aber es wird ignoriert, sie wird ignoriert. Sie sagt die Wahrheit – die keiner hören will.
(1) Pilatus war römischer Präfekt in Judäa. Er hatte die Juden mit seiner Brutalität provoziert, sodass diese in Rom gegen ihn Beschwerde einlegten. Er stand also unter Beobachtung. Von daher tat er das, was von ihm verlangt wurde. Einerseits. Zum anderen war Jesus auch den Römern ein Dorn im Auge, weil im Konflikt mit den Parthern Israel als Grenzland stabil bleiben musste. Pilatus wurde ca. drei bzw. sechs Jahre nach Jesu Hinrichtung wegen seiner brutalen Taten nach Rom zur Verantwortung geschickt. Was mit ihm passierte ist (außerhalb von Legenden) ist unbekannt, weil inzwischen der für seine Verurteilung verantwortliche Caesar Tiberius gestorben war.
(2) Siehe mein Buch: Brauchte Gott den Verräter?: Die Gestalt des Judas in Theologie, Unterricht und Gottesdienst (Dienst am Wort: Die Reihe für Gottesdienst und Gemeindearbeit, Band 85)
(3) Könnte Gott die Erlösung nicht auch anders erreicht haben als durch die Hinrichtung Jesu am Kreuz? Wollte Gott die Erlösung anders erreichen, warnte er darum die Menschen? War also die Hinrichtung ein nicht eingeplanter Akt, eine Art Kollateralschaden, Betriebsunfall? Hat Gott sich in den Menschen geirrt? Aus biblischer Sicht: Gott hat gewusst und in Kauf genommen, dass er in seinem Sohn hingerichtet wird. Die Bosheit der Menschen gegen Menschen und gegen Gott wird in dieser Tat der Menschen deutlich. Der Mensch in seiner von Gott gegebenen Freiheit ist auch frei, sich gegen Menschen und Gott zu entscheiden. Gott ruft, Gott warnt, Gott setzt sich ein – aber der Mensch ist frei, seine Freiheit zum Bösen zu verwenden. Aber ist der freie Mensch ohne Gott wirklich frei? An dieser Stelle wird dann deutlich, dass die christliche Tradition erkannt hat: Der Mensch achtet auf die Einsäuselungen und Argumente dessen, der Gott bekämpft, er gibt sich dem Widersacher Gottes hin. Er kann sich von Gott befreien lassen – aber das verknäulte Wesen Mensch bleibt lieber verknäult, findet kein Anfang, kein Ende, verwirrt sich in sich selbst. Natürlich kann der Mensch auch nett sein, hilfsbereit, freundlich. Und in jedem Menschen, der zum Guten wirkt, liegt die Hoffnung der Menschheit. Er brodelt als Mensch jedoch im Untergrund. Schnell kann die Ruhe in Bissigkeit umschlagen. Immer wieder erkennen Menschen in Umbruchsituationen: aus den freundlichen Nachbarn können Raubtiere werden (Nationalsozialismus, Kommunismus – aus neuerer Zeit: Kambodscha, Bosnien-Herzegowina, Ruanda, Islamisten gegen Jesiden, Christen, Kurden, aus freundlichen Menschen können Verräter, Vergewaltiger, Mörder, Betrüger werden). Dass Menschen auch wirklich freundlich sein können, liegt an dem Wirken des Gottesgeistes, der den Menschen als Ebenbild Gottes erhalten möchte, sonst hätten sich Menschen schon längst ausgerottet.
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