Kleine Gebetshilfe 7

wolkenhimmel

Gestern schrieb ich ein paar Worte über “Vater unser” – heute folgen ein paar Worte zu: der du bist im Himmel – wörtlich: in den Himmeln.

Die Menschen haben sich Gott im Himmel vorgestellt – oben, da wo das Blau ist, die Sonne und die Sterne. So denken wir uns das allgemein. Aber Gott ist für Juden und Christen nicht die Sonne, auch nicht das Blau, auch nicht Mond und Sterne – Gott ist in den Himmeln. Ich denke, es ist auch schon damals mit Himmel / Himmeln das Transzendente, das Jenseitige – eben der Bereich Gottes gemeint, der nicht Teil der Schöpfung ist.

Soweit ich sehe, ist für denkende Juden und Christen auch in der Antike nicht einfach der erschaffene Himmel Teil des Wohnortes Gottes, wie wir schon aus dem Gebet des Salomo erfahren können. Gott sprengt alle Fesseln, die wir ihm anlegen: sei es Tempel, besondere Orte (Berge…) und eben der Himmel / die Himmel. Der religiöse Himmel ist zu unterscheiden vom erschaffenen Himmel. Wo ist Gott?

Gott ist an der Stelle, an der er handelt. Gott ist an der Stelle, an der sein Wille geschieht. Und wo geschieht er in reiner Weise? Im Himmel – dem religiösen Himmel, dem Ort, an dem Gott ganz herrscht, seine Macht entfalten kann, der Ort, an dem sich Mächte und Menschen ganz allein ihm zuordnen.

Freilich fühlten Menschen an bestimmten Orten Gottes Nähe ganz besonders. Und das ist ja auch heute so. Und wenn Christen beim Gebet nach oben schauen, die Hände erheben, um von Gott Segen zu empfangen – dann hängt das damit zusammen, dass wir uns in der Welt verorten – und weil wir uns nur in der Welt verortet vorstellen können, wollen wir auch Gott in der Welt verorten.

Andere Christen schließen die Augen, falten die Hände, knien…, weil sie Gott auch verorten, und das eher in der Konzentration nach innen, in der Ruhe. Aber Gott ist weder innen noch außen zu fesseln, denn wo Gott ist, da ist der Himmel, sei es innen, sei es außen, sei es in der Nächstenliebe. Und weil wir Gott verorten müssen, um uns die Welt Gottes überhaupt vorstellen zu können, hat man den Himmel mit menschlichen Vorstellungen ausgemalt. Heute lehnt man diese Vorstellungen eher ab und psychologisiert die alten religiösen Bilder. Aber auch dieses Psychologisieren ist nur ein menschliches Hilfskonstrukt – allerdings ein Modernes, weil man es heute besser fassen kann.

Wenn wir Menschen jedoch Gott begegnen, dann merken wir bei allem, was wir tun, die Begrenztheit unsres Tuns: Unsere Sprache ist begrenzt, unser Handeln ist begrenzt und unsere Vorstellungen sind begrenzt, wir sind gefesselt an unsere Sinne – und so suchen wir aus der Not unserer Begrenztheit bestimmte Formen, Worte, Haltungen.

Jesus sprengt die Begrenztheit unserer Sprache mit Blick auf den Himmel mit diesen Worten: Der Himmel ist Gottes Thron und die Erde ist der Schemel seiner Füße (Mt 5,34f.). Nun können natürlich Menschen sagen: Im Himmelsblau kann man nicht sitzen und auf der Erde sehe ich keine Riesenfüße. Auch Jesus sprengt mit bildhafter Sprache die Begrenztheit unserer Worte. Was will er im Kontext des Schwörens damit sagen? Wir Menschen können Gott nicht beherrschen – er ist für unseren kleinen Verstand zu groß.

Und wenn im Vater-Unser Gott im “Himmel” angesprochen wird, “unser Vater, der du bist in den Himmeln” – dann heißt das zunächst eben das: derjenige, der uns liebt, der ist von uns nicht zu beherrschen, er ist nicht unser Sklave, nicht mit magischen Mitteln auf die Erde zu ziehen, er ist frei, autark, außerhalb unseres menschlichen Machtbereichs – und dieser Gott will aber von uns “Vater” genannt werden, möchte uns ganz nah sein in Jesus Christus, durch den, der uns das Gebet lehrt.

(Fortsetzung folgt: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden…)

Energie ist gesichert

Na, dann können wir ja beruhigt sein, wir haben Gas für ein paar Monate. Und: Keine Angst, wenn es mal weniger Gas gibt, dann werden die Unternehmen zuerst ohne Gas sein. http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/gaslieferungen-wenn-putin-uns-kalt-stellt-das-ist-der-notfallplan-der-bundesregierung_id_4189425.html

Was daran beruhigend sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis, denn die Unternehmen benötigen das Gas bekanntlich nicht zum Spaß. Sie benötigen es, um arbeiten zu können – und sie müssen arbeiten, damit wir Lohn und auch Brot haben. Und: Hörten wir nicht neulich, dass ein Teil der Gasspeicher eben Gazprom gehört bzw. gehören wird? Und dass sie nicht gezwungen sind, die Gasspeicher voll zu halten?

Ich denke nicht, dass das Gas von Russland abgedreht wird. Es könnte freilich sein, um den Hochmut des Westens zu drosseln, dass kleine Gas-Engpässe produziert werden können.

Ob dann immer noch großmundig gesagt wird: Wir zwingen Russland wirtschaftlich in die Knie?

Aber auch in solchen engen Situationen, in die die Politik uns hineinmanövriert, muss man sich freilich nicht kleinkriegen lassen, sondern solidarisches Handeln der Bevölkerung betonen, dann lässt sich so manche Krise leichter meistern. Aber die Politik ist schlicht und ergreifend unverständlich.

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Tierschutz+Epidemien

Für Filme dürfen keine Tiere gequält werden – das ist ein Muss! Denn es geht ja nicht an, dass Tiere dem Filmvergnügen geopfert werden: http://www.spiegel.de/einestages/no-animals-were-harmed-tierquaelereien-bei-dreharbeiten-a-989702.html

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Dass die Rüsselsheimer Polizisten, die die beiden Hunde erschießen mussten, noch immer nicht in Ruhe gelassen werden, ist ein Unding: http://www.main-spitze.de/lokales/ruesselsheim/erschossene-kampfhunde-in-ruesselsheim-verantwortliche-polizeibeamte-werden-mit-plakaten-beleidigt_14677111.htm

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Ich habe neulich auf facebook einen widerlichen Film gesehen, in dem gezeigt wurde, wie Kampfhunde zu Kampfhunden gemacht werden – an einer lebenden Katze. Es ist schrecklich wie tief Menschen sinken können. Die Kampfhunde sind natürlich nicht Schuld, aber die Menschen, die sie zu solchen ausbilden und diejenigen, die solche scharf gemachten Hunde kaufen. Wieweit setzen sich die Polizei-Beleidiger in dieser Hinsicht auch für den Tierschutz ein?

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Dass der Hund getötet wurde, der der Krankenschwester gehörte, die Ebola hat, hat auch viele empört. Aber auch hier: Die Vernunft muss siegen, nicht das Gefühl, wobei sich die Frage stellt: Stimmt etwas mit dem Gefühl nicht, wenn man um einen unbekannten Hund so aufhebens macht – und die Menschen vergisst? http://www.stern.de/gesundheit/der-hype-um-den-ebola-hund-excalibur-ist-wahnsinnig-2144119.html

Wie ist das eigentlich bei uns im Westen geregelt: Wenn über eine Stadt die Quarantäne verhängt wird (wie neulich in China) – und ein Mensch ausbrechen will? Denn ich halte eine solche Situation nicht mehr für undenkbar, wenn man sieht, dass im Grunde nur zu wenig Betten frei sind, um eine große Zahl von Menschen auf Isolierstationen unterzubringen bzw. von genügend Personal betreut werden zu lassen. Massen sind auch bei uns nicht zu bewältigen, vor allem dann, wenn eine infizierte Person sich nicht sofort meldet. Wobei vermutlich zu Anfängen einer Epidemie bei uns mehr gemacht werden kann als in den armen Staaten Westafrikas. Das denkt man sich so, bis man diesen Artikel gelesen hat: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/reisemedizin/ebola/paracetamol-statt-quarantaene-so-infizierte-sich-die-spanische-pflegerin-mit-ebola_id_4190012.html

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Gauck + Stürzenberger

Stürzenberger hat seine Meinung gesagt und wurde verurteilt: http://pravda-tv.com/2014/10/09/munchner-islamkritiker-wegen-beleidigung-des-islam-verurteilt/ Er habe den Islam bzw. Muslime deskreditiert und beleidigt.

Gauck hat in Leipzig die Bürger dazu aufgerufen, ihre Meinung zu sagen…

Ob auch er der Meinung ist, dass man seine Meinung nur sagen darf, wenn der Rahmen festgelegt ist – wie der Richter von Stürzenberger?

Die Staatsanwältin hat übrigens gemeint, dass die ISIS nichts mit dem Islam zu tun habe, sondern – und nun beleidigt sie aber eine Menge Muslime: Kriminelle seien. Wen hat sie nun ihrerseits damit diskreditiert?

Warum gehen eigentlich die Herrschaften gegen Islamkritiker intensiver vor – während die ISIS den Islam diskreditiert? Das ist schon interessant zu beobachten: http://www.spiegel.de/politik/ausland/geert-wilders-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rechtspopulisten-a-996252.html Vermutlich, um in unserem Land keine – heißt es nicht so im Sprichwort – keine schlafenden Hunde zu wecken? Sie sind zwar da – aber bloß nicht reizen?

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Zitat aus Gaucks Rede http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/10/141009-Rede-zur-Demokratie.html :

„Auch die Demokratie kennt Ohnmacht, selbstverschuldete Ohnmacht, wenn der Einzelne nicht mitredet, nicht mitgestaltet, nicht zur Wahl geht, sich nicht für zuständig erklärt, obwohl über ihn und seine – unsere – Gesellschaft befunden wird. Ich weiß, dass es nicht jedem liegt, sich in einer Partei zu engagieren. Aber unsere Gesellschaft bietet unzählige Möglichkeiten, sich einzubringen: in Vereinen und Verbänden, in Kirchen und Gewerkschaften, in der Nachbarschaftshilfe, in Nichtregierungsorganisationen, nicht zuletzt im engagierten Milieu der Netzgemeinde. Wir dürfen niemals vergessen, dass unsere Demokratie nicht nur bedroht ist durch Ideologen und Extremisten, sondern dass sie ausgehöhlt werden und ausdörren kann, wenn die Bürger sie nicht mit Leben erfüllen.

Von uns allen hängt ab, ob und wie gut unsere Demokratie funktioniert. Von uns allen hängt ab, ob und wie gut wir die Demokratie verteidigen.“ Soweit die schöne Rede.

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Unhaltbare Zustände in der Justiz und Finanzwelt+Anschläge auf Moscheen

1/3 der Jugendlichen Kriminellen werde vorzeitig entlassen – und das sei ein schlimmes Signal: http://www.focus.de/panorama/welt/ein-knastlehrer-klagt-an-jugendrichter-wacht-endlich-auf_id_4189993.html Ob jetzt wieder ein „Schlagt den Boten der schlimmen Nachricht“ einsetzt?

Wir haben das in unserer Gesellschaft schon so manches Mal erlebt: Da reagiert einer auf schlimme Zustände – und zack – weg ist er vom Fenster. Bleibt zu hoffen, dass dieses Mal Vernunft einkehrt: Missstände erkannt – Misstände gebannt – nicht derjenige, der auf sie aufmerksam macht.

Wie steht es mit der Verantwortung derer, die verurteilte Kriminelle vorzeitig entlassen, wenn neue Opfer zu beklagen sind? Müssen wir nicht wirklich auch in der Justiz langsam umdenken: Opferschutz geht vor Täterschutz?

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Drei Brandanschläge auf Moscheen in Köln: Der „Attentäter Mohammed K. (Name geändert)“ wollte ein Zeichen setzen, weil er in der Koranschule in der Türkei gezüchtigt und sexuell missbraucht worden sei. Die 19 Straftaten „hatte er im Zustand verminderter Schuldunfähigkeit begangen“.  http://www.ksta.de/koeln/taeter-wollte–ein-zeichen-setzen-,15187530,28686120.html

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Echt? Banken verlangen auf Druck der EZB Strafzinsen von Unternehmen, wenn diese zu viel Geld angespart haben? http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/09/banken-verlangen-von-unternehmen-strafzinsen-wenn-zuviel-geld-auf-dem-konto-liegt/ Diese Mentalität lässt sich auch sonst beobachten: Länder, die gut wirtschaften, werden ja auch drangsaliert, weil es schädlich ist für die Gemeinschaft, wenn man gut wirtschaftet. Ahnt jemand etwas? Kommt einem das nicht bekannt vor – nur unter einem anderen Vorzeichen? So ruiniert man Volkswirtschaften. Und dann sage man noch, dass der Kapitalismus den Kommunismus besiegt habe.

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Kleine Gebetshilfe 6

t-kerzen-ok

Für Christen ist das Vater-unser ein zentrales Gebet, denn es enthält im Grunde alles, was uns Menschen wichtig ist, besser: zum Überleben zentral ist. Wir finden in ihm nicht die Bitte, gib uns eine große Karriere – aber die Bitte: Unser Brot gib uns heute…

In den nächsten “Kleinen Gebetshilfen” möchte ich immer einen Aspekt des Vater-unsers vorstellen. Heute: “Vater unser”.

Zur Vateranrede habe ich neulich schon etwas geschrieben. Kurz: Vater bedeutet nicht, dass Gott wie ein menschlicher Vater ist, mit dem wir gute oder schlechte Erfahrungen machen können, sondern was Jesus mit der Gottesanrede “Vater” verbunden hat, erkennen wir am Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Lukasevangelium 15,11ff http://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas15 ) und eben an diesem Gebet.

Der Gott, der als “Vater” bezeichnet wird, ist der Gott, den Juden als den bekennen, der

– die Welt erschaffen hat und allen Menschen gleiche Würde und Freiheit schenkt,

– Abraham aus dem Gebiet des heutigen Irak nach Israel geführt hat,

– sich dem Moses als Jahwe, als “Ich bin, der ich bin” bzw als “Ich werde der sein, als der ich mich euch zeigen werde” vorgestellt hat,

– es aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat,

– dem Volk Regeln gegeben hat (unter anderem die 10 Gebote),

– es durch geschichtliche Niederlagen und Siege geführt hat,

– es – wie an Jesus zu sehen – nicht allein lässt, sondern dem Volk aus Liebe immer wieder Menschen sendet, die es mahnend und vergebend begleiten

– sein Volk wie Menschen aus allen Völkern einer wunderbaren Zukunft entgegenführt.

Gott ist ein in der Menschheitsgeschichte handelnder Gott. Er ist keine abstrakte, philosophische Idee, kein Phantasiekonstrukt, sondern im Reden der Seinen und im Handeln durch die Seinen und anderen beteiligt er sich aktiv an der Menschheits- und Individualgeschichte.

Und es ist “unser” Vater – das heißt alle, die sich als Gottes Kinder wissen, beten das Gebet gemeinsam. Es ist ein Gemeinschaftsgebet, nicht ein Individualgebet. Auch wenn wir es in unserer Wohnung allein beten, so ist unsere Stimme eine Stimme im weltweiten Chor der Menschen, die gemeinsam zu Gott reden und sagen: Vater unser – in fast allen Sprachen und Kulturen der Welt: http://www.marypages.com/TheLordPrayerDeutsch.htm 

Christen, die das Vater-unser beten, sind nie allein vor Gott, ihrem Vater.

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