Frauen verkaufen

„Schweden macht… klar, dass es seine Frauen nicht verkauft“ – zum geplanten neuen Prostitutionsgesetz in unserem Land: http://www.berliner-zeitung.de/politik/sexarbeit-in-deutschland-das-aendert-sich-mit-dem-neuen-prostitutionsgesetz-,10808018,32364970,item,1.html Den einen geht es nicht weit genug und den anderen geht es zu weit. Soweit ich sehe, ist es realistisch, hält die Waage zwischen: Prostituierten im Beruf helfen und Prostitution begrenzen. Dass allerdings die Freier außen vor stehen – das ist etwas, das mir auch nicht gefällt. Aber wie realisieren? Von Gesetzen, die nur auf dem Papier stehen – von denen halte ich nicht viel.

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EKD und PegidaSchnupfen + Gerichte sprechen Recht

Es ist ja nicht allein die Pegida, gegen die sich angeblich die EKD-Spitze stellt: Es ist ein großer Teil der Bevölkerung, der so denkt und agiert und gegen die sich die EKD Spitze stellt. Von daher sollte man in der EKD differenzierter das Thema angehen. Vor allem nicht plump politisch agitieren. Denn die Zuwendung von Menschen unseres Landes zu Pegida hat ja einen Grund. Gegen den muss man angehen, nicht gegen die Symptome. Es gilt nicht, die Nase zu putzen – man muss gegen den Schnupfenherd angehen. Und der ist nicht Pegida. Pegida ist der Schnupfen, der in der medialen und politischen Unkultur, die sich vielfach eingeschlichen hat, begründet ist. http://www.deutschlandfunk.de/ekd-synode-spitze-der-evangelischen-kirche-stellt-sich.1818.de.html?dram%3Aarticle_id=336299

Und was man in der Tagesschau von dem Friedensbeauftragten im Gottesdienst gehört hat: Ist pure Plattheit. Ich hoffe sehr, dass die Predigt fundierter war als das, was wir als Schnipsel zu hören bekamen. Wenn sie fundierter war und das nur ein unzulänglicher Schnipsel war, dann muss man die Redaktion fragen: Haltet ihr die Tagesschau Zuschauer für so doof, dass sie diese Plattitüden ernst nehmen können?

Plattitüden, die auch sonst in den Reden geäußert werden, werden nicht dadurch besser, dass man sie von anderen aufgreift und ständig wiederholt. Plattitüden können nur diejenigen überzeugen, die sowieso so denken – und alle anderen, die tiefer in der Materie stecken, denen graust es davor, sowas als „Argumente“ zu hören. Zu den Plattitüden gehört: Deutschland hat nach dem Krieg viele aufnehmen müssen – hat es, aber ist nicht vergleichbar mit der gegenwärtigen Situation; oder: die Pegidas legen die Grundlage für Attentate – und was machen die Linksminister? Zu undurchdachten Aussagen zähe ich auch die Forderungen, die sagen, dass man alle Menschen aufnehmen solle – ohne realistische Vorschläge dazu zu machen: Wie. Und ohne die Frage zu beantworten: Hungern wir die Länder nicht aus?

Wir benötigen einen lebendigen Diskurs. Dazu gehört aber auch, dass man nicht von vorneherein diejenigen ausschließt, deren Denken man nicht mag. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/evangelische-kirche-warnt-vor-teilnahme-an-afd-demonstrationen/

Ich mag übrigens die oben genannte Predigt nicht lesen, um nicht von einem, der als Friedensbeauftragter der EKD eingesetzt wurde, enttäuscht zu werden. So eine Art Selbstbetrug ergreift mich schon manchmal.

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Es gibt noch Gerichte, die sich von den Hysterikern nicht anstecken lassen und Recht sprechen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pegida-demonstration-muenchen-heuchelt-wohlgemerkt-bunt-13900815.html Und das gilt auch von Stadtverwaltungen – wie Dresden.

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AfD, Pegida, Polterer und Steinzeitkeulen + Politologens Wunsch: Hosenpinkler

Es gibt vieles an den Pegidas und der AfD zu kritisieren. Ich hatte das neulich: Die Verwendung des Kreuzes als Nationalsymbol bei Pegida-Demos. Dann geht mir – wohl von Pegida und AfD-nahen Leuten geäußert – gehörig auf den Senkel die verbreitete Aussage, die Politiker seien Volksverräter, oder das Geschwätz von Nürnberg 2.0. Ebenso ist unerträglich, was man manchmal zu den Migranten oder Flüchtlingen lesen muss (was vielleicht mit Pegida und AfD nichts zu tun hat). Das hat mit Menschlichkeit nichts zu tun und wird einfach so leichtfertig dahin geschrieben – und ist an Menschenverachtung nicht mehr zu überbieten. Zudem sind die von den Antifas abgeschauten Drohungen gegen alles, was nicht die Worte der Extremen wiederholt, massiv zu bekämpfen. Was soll das, wenn ein Journalist/eine Journalistin was sagt – dann gleich massivst zu drohen und blöde herumzupoltern? Was soll das, wenn das schon von mir besagte Theaterstück Menschen diffamiert – darauf mit wüsten Drohungen zu reagieren? Das schreckt ab und hilft nicht weiter. (Ich hatte es schon mal geschrieben: Das erste Mal bin ich in einer Gewerkschaftszeitung – in den Leserzuschriften darüber erschrocken gewesen, wie brutal sie auf die einfachsten Differenzen reagierten. Ich dachte da sofort an die berühmten Proleten – obwohl man das ja heute nicht mehr sagen darf -, die nicht gelernt haben, sich vernünftig auszudrücken, und dann ihrem Gefühl voll den Lauf lassen.) Diese Polterer sollten sich mal einfach überlegen, wofür sie eigentlich stehen: für zivilisierten Umgang oder für Steinzeitkeulen. Wer will schon eine deutsche IS? Ich selbst hatte schon zwei Todesdrohungen. Eine von einem irgendwie gearteten Linken und eine von einem irgendwie gearteten, vermutlichen Extrem-Muslim. Wollen sich solche Gewalt-Polterer mit Linksextremen und Islamisten auf einer Ebene treffen? Auch mit Rechtsextremen auf eine Ebene stellen? Dazu sollten sie sich zu Schade sein.

Die AfD muss echt aufpassen, dass sie die Geister, die sie ruft, irgendwann nicht mehr beherrschen kann – und das ist absehbar, dass sie es dann nicht mehr kann, wenn sie am demokratischen politischen Diskurs festhält, der immer Kompromisse verlangt, die Erkenntnis, dass man zu weit gegangen ist usw. Denn diejenigen, die Politiker als Volksverräter sehen und nach Nürnberg 2.0 schreien, die machen auch nicht vor AfDlern Halt, wenn diese nicht diesen Extremisten folgen sollten. Die AfD fängt viele auf, die durch die aktuelle Politik heimatlos geworden sind, dafür sollte man ihr dankbar sein. Aber das ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn sie sich nicht von manchen Unterstützern trennt.

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Und von Menschen, die verantwortlich denken, hört man so etwas Despektierliches über Menschen unseres Landes auch nicht. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/politologe-fordert-kriminalisierung-von-afd-und-pegida/ Das ist eines Politologen – wie ich ihn verstehe – nicht würdig: Bürger konsequent kriminalisieren? Was soll das? Er träumt davon, dass sich Menschen aufgrund eines Polizeieinsatzes in die Hosen pinkeln. Was sollen solche entwürdigen Träume? Pegida = ostdeutsches Pack – will er die Mauer wieder errichten? Was hat der für Ost-Aversionen? Wir sind ein Volk, aber nur, wenn die da so denken wie ich, der Politologe Mielke? Und dann? Wenn sie sich in die Hose gepinkelt haben? Dann haben sie keine Lust mehr zu demonstrieren. Und ausgerechnet dieser Mann sagt was über die autoritär geprägten Gruppen Ostdeutschlands. Und er selbst gebärdet sich wie ein Tyrann, der eben das will: Andersdenkende erniedrigen, damit sie seiner Weltanschauung nachplappern. Irgendwie… – ich sag es nicht. http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/interview-mit-mainzer-politikwissenschaftler-mielke-jetzige-pegida-afd-zu-sehr-pack-partei/-/id=13831106/did=16440736/nid=13831106/11ej3up/index.html

Vermutliche Linksextremisten drohen mit Mord an: Richtern, Staatsanwälten, Polizisten, Politikern. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/linksextremisten-drohen-mit-mord/ Habe ich davon was in der Tagesschau gehört?

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10% der Flüchtlinge + Kurioses Urteil + Eisenstangen + Anstand

10% der Flüchtlinge werden wohl straffällig. Warum? Weil sie in unserem Land keine Perspektive bekommen. http://www.faz.net/aktuell/kriminalitaet-zehn-prozent-der-fluechtlinge-werden-straffaellig-13901561.html Nun kann man natürlich sagen: Geht ja noch. Aber von 1.000.000? Andere würden sagen: Sagt solche Zahlen nicht, das gießt nur Wasser auf die Mühlen der Pegidas. Andre Schulz vom Bund Deutscher Kriminalbeamter meint jedoch: Es zu verschweigen würde Wasser auf die Mühlen gießen.

Apropos keine Perspektive: Wenn man keine Perspektive bekommt – muss man da straffällig werden? Gibt es nicht auch eine Moral, die einen bestimmt und sagt: Lass das, auch wenn man finanziell nicht besonders gut gestellt ist? (Verhungern muss in unserem Land normalerweise niemand.) Wie viele der Migranten werden von mafiösen Gruppen hier eingeschleust – sodass es gar nichts mit Perspektive und Moral zu tun hat, sondern eben mafiös-krimineller Natur ist?

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Weil die Kanzlerin Flüchtlinge willkommen heißt, zudem die Rechtsordnung an den Grenzen ausgesetzt sei, wurde ein Schleuser nicht zur Haftstrafe verurteilt: http://www.focus.de/politik/deutschland/rechtsordnung-ist-ausgesetzt-richter-bestraft-schleuser-milde-wegen-der-fluechtlingspolitik-der-kanzlerin_id_5073038.html

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Man mag es ironisch kommentieren – aber es ist wieder ein übles Schauspiel, das sich diese irakische Familie in Deutschland liefert: Sie gehen mit Eisenstangen aufeinander los: http://www.focus.de/regional/wuppertal/sieben-verletzte-familie-in-gummersbach-geht-mit-eisenstange-und-stuhlbein-aufeinander-los_id_5073114.html

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In Schweden ist die Stimmung schon lange am Kippen, wenn man Informationen trauen darf. Gut ist, dass die hohe Politik das endlich nicht nur wahrnimmt, sondern es auch selbst öffentlich auszusprechen scheint: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/09/umfrage-mehrheit-der-schweden-will-kurswechsel-bei-fluechtlingen/

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Einer der Attentäter von Paris scheint auf Anweisungen von Außen gehandelt zu haben: http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-anschlag-attentaeter-erhielt-anweisungen-per-e-mail-a-1061930.html Wie schnell vergessen wir – bis der nächste Anschlag kommt.

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Italien hat welche erwischt, vielleicht gehört auch der in Österreich dazu – IS-Vertreter unter den Flüchtlingen: http://mobil.krone.at/phone/kmm__1/story_id__461998/sendung_id__32/story.phtml

Bleibt nur zu hoffen, dass es immer gut geht und Biedermann nicht anfängt, die Brandstifter zu unterstützen.

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Das Gedenken an die Pogromnacht sollte im wesentlichen den Opfern der damaligen Zeit vorbehalten bleiben. Wir sollten nie vorschnell auf gegenwärtige Probleme zu sprechen kommen, sondern eben diese Zeit im Rückblick behandeln. Dass allerdings heute wieder Häuser angezündet werden, das ist eine sehr schlimme Sache, die nicht zu rechtfertigen ist. Gauck sagt, dass wir hoffentlich mit Anstand über die Fragen, die uns betreffen, reden können http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pogrom-gedenken-in-oranienburg-gauck-fordert-weltoffenheit-a-1061908.html Auch bei manchen Deutschen ist die Zivilisationsschicht äußerst dünn. Das muss man im Blick haben. Auch als Politiker und Kirchenmenschen. Wie können wir versuchen, sie dicker zu machen?

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Glaube und Vernunft

P1030561

Glaube und Verstand hängen zusammen. Glaube bedarf des Verstandes. Aber dennoch hat Glaube etwas, das über den so genannten logischen Verstand hinausgeht. Beide gehören zur Vernunft. Denn Vernunft ist mehr als Verstand. Vernunft bezieht Lebenserfahrungen, Weltbilder, Interpretationen des Erfahrenen mit ein. Der Verstand sucht nur das Nachvollziehbare nachzuvollziehen. Gegenüber dem Verstand hat der Glaube also hinausgehende, weiterführende Bedeutung. Er fragt nach dem Woher des Menschen, dem Wohin, dem Sinn des Lebens. Anders gesagt: Warum lebe ich als Mensch? Wie sieht meine Zukunft aus? Wie will ich mein Leben gestalten? Was ist die Grundlage meines Lebens – wer hat sie gesetzt? Ich bin mehr als ein Zufallsprodukt der Natur – das sieht man daran, dass ich strebe, auf Zukunft hin ausgerichtet bin, von der Vergangenheit lernen kann, eingebunden bin in ein frei zu gestaltendes soziales Netzwerk, verletzlich bin, leiden und froh sein kann. Alles ist auf Zufall, auf chemische Reaktionen usw. zu reduzieren? Es gibt wohl keinen Menschen der mit dieser materialistisch-biologistischen Antwort zufrieden ist. Warum? Eine Reduzierung des Weltbildes auf den Verstand ist eine selbstgewählte Engführung, die nicht nur dem Menschen als offenes Wesen widerspricht, sondern auch der Grundlage der Wissenschaft.

Glaube im Verein mit Vernunft bedeutet, dass man zur gesamten Wirklichkeit Zugang hat und nicht nur zu einem Teilaspekt. Warum? Weil der Glaube den Menschen an den zurückbindet, von dem alles ausgegangen ist, der der Ursprung der gesamten Wirklichkeit ist: Gott. Es geht dabei jedoch nicht nur um Theorie, sondern auch, dass das eigene Leben an Gott gebunden ist, von ihm her seine Zielsetzung erfährt.

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Verpackungsmüll und ernste Probleme

Angesichts all der grausamen Nachrichten und der Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft freut man sich, wenn Kardinal Woelki das anspricht, was wirklich unter den Nägeln aller in Deutschland brennt: Verpackungsmüll http://www.domradio.de/video/wort-des-bischofs-26

Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich daran, dass sich in unserem Land seit ein paar Monaten viel getan hat. Die Weltprobleme sind zu uns gekommen. Es gab in sehr vielen Ländern Verfolgungen, Mord, Ausbeutung, Versklavungen, Verstümmelungen, Erniedrigungen – aber das hat kaum jemanden wirklich interessiert. Und nun sind Menschen da, Opfer, die all das erlebt haben, die vielleicht selbst zu Tätern geworden sind. Sie stehen wirklich vor der Haustür. Vor ein paar Monaten war eben Verpackungsmüll wichtig, Benzinpreiserhöhung, E 10, Energiesparlampen, Hilfe, ich werde zu dick!-Themen – und dann fing es an, brenzlig zu werden: Ukraine (Griechenland zähle ich nicht zu den wirklichen Gefahren, vielleicht bin ich dazu zu naiv) und jetzt das Leid eines kleinen Teiles unserer Welt – eben vor der Haustür.

In unserer Gesellschaft, in der sich ein paar Linksextreme über ihre Gesinnungsgenossen, die Rechtsextremen echauffiert haben und sie einander prügelten, bzw. die Bankgegner die Polizei verprügelten – und jetzt: die gesamte Gesellschaft ist in Aufruhr: was wird unsere Zukunft bringen? Die einen gegen die anderen – und viele Graustufen mittendrin. Kaum eine Feier ohne dieses Thema, man hört sie in Restaurants, in öffentlichen Verkehrsmitteln…

Wie gut tut es da, ein ernstes Wort zum Thema Verpackungsmüll zu hören. Es ist irgendwie etwas Normalität in den Aufgeregtheiten.

(Nachtrag. Natürlich kann Woelki auch anders: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/woelki-kritisiert-regierungspolitik

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