Wir denken in der Regel auch aufgrund des jüdisch-christlichen Denkens linear: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Die Bibel ist so aufgebaut: Schöpfung – Erwählung des Volkes Israel – Bund und Gebote – Begleitung des Volkes durch Gott – In Israel wird der Verheißene: Jesus Christus geboren – die Botschaft des neuen Bundes geht zu allen Völkern – Zeit des Endes. Dieses Denken prägt uns auch säkular, auch dann, wenn man Gott streicht, bleibt das Denken von Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft.
Aber dieses jüdisch-christliche Denken hat noch eine Komponente: Gott, der Geist Gottes. Er ist die Konstante in all dem Wandel der Zeiten. Er ist gewesen, als die Welt begann, er begleitete das Volk und die Völker, er wird alles beenden bzw. vollenden.
Und als dieser spricht er durch Menschen des Alten Testamentes, Menschen des Neuen Testamentes, Glaubende in der Gegenwart und Zukunft. Es ist immer derselbe Geist Gottes.
Dass es diese Konstante gibt, das haben wir heute verlernt zu denken. Darum häufig die Verzweiflung angesichts des Übels in der Welt, aber auch das Martialische: Heute muss sich alles ändern… Christen können in liebender Gelassenheit das Ihre für die Mitmenschlichkeit tun, weil sie wissen: Gott war, ist, wird sein – hat die Welt erschaffen, erhält sie, wird sie vollenden.
Das mit der Murmel ist klar. Darum muss man aufpassen, dass man nicht am Menschen verzweifelt oder ihn bitterböse auslacht. Dank Singer lernen wir ja auch den Menschenaffen zu achten – aber auch den Affen im Menschen?
Den lernen wir aus christlicher Perspektive zu achten, weil Gott den Menschen, sein Geschöpf, liebt. Auch wenn der Mensch eine ganze Menge an der Murmel hat und nicht nur über ihn / und sich selbst gelächelt werden kann – sondern auch, wenn man vor lauter Resignation den Kopf schütteln und in den Sand stecken will – auch dann den Menschen achten? Das fällt immer mehr Zeitgenossen sehr schwer. Von daher benötigen wir den christlichen Glauben, den die Anthropodizeefrage fräst sich immer tiefer in uns ein. (http://blog.wolfgangfenske.de/2015/04/18/anthropodizee-2/ )
Da müssen Christen in Syrien und im Irak, in Pakistan, im Sudan und sonstwo unter Extremnuslimen und Islamisten unsäglich viel leiden – und hier in Europa hat man nichts besseres zu tun, als allen Religionen vorzuwerfen, sie seien für Kriege usw. verantwortlich und man solle die Religionen abschaffen.
Das ist Verhöhnung der Opfer, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Abgesehen davon ist das nicht allein Verhöhnung, sondern Dummheit mancher Religionskritiker, die von sozialen Prozessen überhaupt keine Ahnung haben, von Gruppenbildung nicht, von Abgrenzungen, von Angriffen. Denn das alles hat nichts mit Religion zu tun, sondern ist ein Gruppenverhalten – das nur dann mit Religion zu tun hat, wenn es religiös begründet wird.
Es ist einfach auch historisch gesehen ein Zeichen für Verstandlosigkeit, wenn man alle Kriege den Religionen allgemein in die Schuhe schiebt. Es gibt friedliche Religionen und es gibt brutale Religionen. Aber unabhängig davon: Alexander der Große – Religionskriege? Der Expansionsdrang der Babylonier, Assyrer, der Römer – Religionskriege? Hitlers Drang die Welt zu unterwerfen, der Drang der Kommunisten in aller Welt andere ihrer Weltanschauung anzupassen – Religionskriege? Napoleon – Religionskrieg?
Das habe ich gestern angekreidet: Es gibt Vorschläge für Problemlösungen, die einfach nicht durchdacht sind. Menschen formulieren ihre Träume von Gleichheit, Einheit usw. – aber sie entbehren jeglicher Realität oder sind sogar unmenschlich (Elitedenken, neue Gruppen, die diskriminiert werden…) Und dazu gehört auch dieser Vorschlag, den Abdel-Samad kritisiert: http://www.achgut.com/artikel/im_menschen_zoo_eines_alt_gruenen
Mir spukt ja auch noch immer der Vorschlag im Kopf herum, der in etwa vor einem Jahr geäußert wurde, bevor publik wurde, dass vor allem Männer nach Deutschland – sagen wir mal: – flüchten, dass Prostituierte ihre freie Zeit diesen Männern zur Verfügung stellen sollen, damit sie die Frauen in Ruhe lassen – oder hätten sie vom Staat eine Pauschale bekommen? Ich weiß es nicht mehr so richtig.
Das sind alles solche Vorschläge, die das Problem erkennen, aber es auf Kosten anderer lösen wollen.
Die Täter machen, was sie wollen – die Opfer werden nicht ernst genommen – das ist eine Ermutigung der Täter für die nächsten Taten. Die Gesellschaft darf die Frauen nicht allein lassen und solchen Leuten ausliefern. Zudem: Die Täter schüchtern die Frauen ein, diese wagen sich nicht mehr frei auf die Straße, damit haben manche auch ihr Ziel erreicht, sie können also religiös Pluspunkte sammeln für ihr sonderbares Paradies:
*
In der ARD wurde am Montag ab 20:15 Uhr ein Beitrag über kommunale Gebühren gesendet. Und es war erschreckend, wie unterschiedlich es den Kommunen geht. Manche sind sehr schlecht dran und kassieren die Bürger ab, manche sind gut dran und den Bürgern geht es gut, manche haben eine üble Kommunalpolitik betrieben – und die Bürger müssen zahlen, manche haben vorausschauend gehandelt und die Bürger müssen nicht zahlen. Bei manchen Beispielen stieg der Blutdruck massiv an, so bei dem Thüringer Beispiel, das ich auch schon im Blog hatte, in dem Bürger eine Straßenerneuerung zahlen müssen, die 21 Jahre zurückliegt. Aber auch das Wuppertaler Beispiel kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen: Wasserpreis wurde zu Recht vom Kartellamt beanstandet, die Bürger bekamen Recht, aber die Wassergebühren sind noch immer so hoch, weil die Stadt das Wasserwerk zurückgekauft – oder was auch immer – hat. Und da darf das Kartellamt nichts manchen. Ich denke, die Bürger werden dort so clever sein, das gerichtlich überprüfen zu lassen, ob bei den Abwicklungen alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
Aber es stellt sich die Frage: Warum legen es manche Kommunen regelrecht auf einen Streit mit ihren Bürgern an? (Wenn sie es nicht bezahlen können, müssen sie eben ihr Haus verkaufen – und von dem Geld die Straßengebühren bezahlen!) Andere Beispiele zeigten doch, dass es auch anders geht. Sie müssen auch zahlen – aber es geht menschlich ab, wird auf vielen Schultern verteilt. Alle sind es zufrieden. Überprüft keiner die Gebaren der Verwaltungen?
Und noch etwas ist äußerst ärgerlich: Viele Kommunen sind am Rand des finanziellen Zusammenbruchs, müssen also Gebühren erheben. Liegt es nur an der falschen Politik? Liegt es daran, dass die Länder die Menschen vor Ort allein lassen? Dass ihnen immer mehr aufgebürdet wird und die Kommunen damit an den Rand des Ruins getrieben werden? Auf diese Frage ist der Beitrag leider nicht eingegangen. Und es bleibt nur zu hoffen, dass die Bürgermeister den jeweiligen Ländern massiv auf den Keks gehen – und wenn diese vom Bund allein gelassen werden, dem Bund massiv auf die Füße treten. Denn ich befürchte, dass so mancher Käse, den der Bund fabriziert, von den Ländern bzw. Kommunen gemampft werden muss. Man denke nur an die Flüchtlingsfrage und wie lange es gedauert hat, bis der Bund sich einen kleinen Schritt weit bewegte.
Ich habe einmal eine Frage: Manchmal hört man so klingeln, dass manche muslimischen Eltern ihre Mädels nicht mit auf Klassenfahrten lassen. Die werden auf einmal krank – und die Klasse muss plötzlich ohne sie fahren. Alle müssen damit rechnen, dass sie (pro Tag?) 300€ Strafe zahlen müssen? Wenn denn, was natürlich nie und nimmer der Fall sein wird, sondern nur hypothetisch sein könnte, falls das Töchterchen dann auf einmal doch wider Erwarten aller nicht krank sein sollte?
Muss man vielleicht – was ich ja nicht annehme, aber es könnte ja doch sein, dass… – vermuten, dass hier mit zweierlei Recht hantiert wird? Natürlich nicht. Aber man darf ja noch einmal in Rendsburg nachfragen…
Die EU ist äußerst – was soll man sagen – schwerfällig. Erst glauben sie nicht, dass es jemand wagt, aus der EU austreten zu wollen, dann denken sie, dass die Austretenden hart angefasst werden müssen ohne Rücksicht auf Verluste – und dann wundern sie sich, dass diese so Bedrohten wirklich ihre eigenen Gesetze machen – und die EU dadurch Schaden nimmt. Und – ich vergaß es – sie wundern sich, dass es auf einmal für die Zurückgebliebenen viel teurer wird.
Darum wieder mein Rat eines törichten kleinen Laien der von Wirtschaft keine Ahnung hat: Scheidet Euch im Frieden, versucht einander das Leben so leicht zu machen wie es geht – kommt gut weiterhin miteinander aus! Alle Drohgebärden sind nichts.
Vielleicht sollten Scheidungsanwälte, die nicht auf die Scheidung, sondern auf das Miteinander aus sind, die Verhandlungen der EU führen und nicht irgendwelche Apparatschiks, die alle in den Strudel der Unvernunft hineinreißen.
*
Ceta – man muss weiter beobachten: Sind die Fragen, die noch für manche offen sind, wirklich so gravierend, dass der Vertrag platzen muss oder geht es einfach nur noch darum, dass man die Verhandlungen zu Fall bringt? Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob die Ceta-Gegner nicht über das Ziel hinausschießen. Wir benötigen Handelsregeln. Wo liegen jetzt eigentlich noch die Probleme?
Die Berichterstattung in der Tagesschau über Calais hat gewechselt. Nun freuen sich auf einmal viele, aus dem Dschungel wegzukommen. Befürchtungen werden zwar noch geäußert: Was ist mit denen, die nicht wegwollen, oder: Es kommen ganz schnell wieder welche nach. Bedenkenträger Tagesschau. Aber der Staat wäre ganz schön bekloppt, wenn er das nicht sofort verhindern würde.