Aus Menschlichkeit Menschen schützen + Gefährliche Politiker + Zeitbedingtheit der Worte + Gegner mundtot machen durch Unterstellungen

Wenn man einen vermutlich Kriminellen vor dem Lynchmob schützen will, muss man dann sagen: „Leute, ich finde nicht toll, was er gemacht hat, aber ihr solltet euch beruhigen!“? Dass man die kriminelle Tat nicht gut findet, versteht sich von selbst. Es gebietet aber die Menschlichkeit und das Recht, diesen Menschen vor den unmenschlichen Bluthunden zu schützen – auch wenn der Kriminelle selbst ein unmenschlicher Bluthund war.

Was mir nun auffällt ist, dass ich unten in einem Blog etwas gemacht habe, das ich nicht machen möchte, aber aus Selbstschutz mache: Ich habe im Kontext von Le Pen gesagt: Ich bin nicht ihr Fan, aber… Das heißt, ich finde manchen Umgang mit ihr unangemessen, allein aus Gründen der Fairness und der Menschlichkeit. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Dennoch muss man heute sagen: Ich bin nicht ihr Fan – um nicht den Zorn irgendwelcher Zeitgenossen auf sich zu lenken.

(Ich muss noch denen sagen, die nicht so denkfähig sind: Der Vergleichspunkt liegt nicht auf Le Pen und kriminell und auf ihre Kritiker als unmenschliche Bluthunde. Der Vergleichspunkt ist: Ich muss Menschen schützen, auch wenn ich mit ihnen nicht übereinstimme, ohne sagen zu müssen, dass ich nicht mit ihnen übereinstimme.)

Eine ganz andere Frage ist es: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Menschen um, die wir für gefährlich halten, von denen wir meinen, sie führen die Gesellschaft in die Irre? Das ist bekanntlich eine schwer zu beantwortende Frage. Aber sie kann nicht so beantwortet werden, dass ich die (vermeintliche) Unmenschlichkeit kopiere. Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft – und dazu gehört es auch, die demokratisch legitimen Mittel auszuschöpfen, zu vertrauen, dass sie stabil sind und die Gesellschaft zu stärken. Aber extreme Menschen an der Spitze deuten auch immer darauf hin, dass in den Jahren zuvor vieles falsch gelaufen ist. Das, was falsch gelaufen ist, das muss man benennen und darauf hinarbeiten, dass die Fehler abgebaut werden – und nach ca. vier Jahren, wenn der Mann oder die Frau an der Spitze wirklich übel sind – sie wieder abwählen. Und dann das demokratische System nachjustieren, damit es wirklich besser gegen schwierige Menschen standhalten kann. Mehrheiten sind übrigens Mehrheiten. Das mag man noch so sehr bedauern oder als gefährlich ansehen. Aber jede Minderheit hat die Chance, demokratisch aktiv zu werden, dass sie Mehrheitsmeinung hinbekommt.

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Zweites Thema: In zeit-online gibt es einen langen Artikel über Tichy http://www.zeit.de/2017/06/roland-tichy-tichys-einblick-meinungsportal-einwanderungspolitik . Dieser Artikel macht neben anderen einen gravierenden Fehler: Er geht davon aus, dass man als Mensch etwas sagt – und das hat Ewigkeitsbestand. Er vergisst, dass wir unser verantwortliches Reden auch von der Situation abhängig machen müssen. Wer das nicht tut, der ist ein Ideologe, der seine einmal als richtig angesehene Meinung, was auch immer komme, durchsetzen will.

Ich finde Ameisen sind tolle Tiere – ich hatte es neulich im Blog. Ich bewundere diese Krabbeltierchen. Aber: Ich mag sie nicht in der Küche. Im Garten gerne – aber in der Küche haben sie nichts zu suchen. Wenn ich nun sage: Ich bewundere Ameisen und sie aus der Küche vertreibe, dann könnte jemand sagen: Was machst du da, du hast doch gestern gesagt: Ich bewundere Ameisen!

Unsere Ansichten, die wir als Menschen äußern, müssen der Situation angepasst werden. Natürlich nicht so, dass man wie ein Fähnchen im Wind ständig der Mehrheitsmeinung hinterherläuft. Wir tragen Verantwortung für unsere Gesellschaft – und so müssen wir sie ganz genau beobachten: Wo läuft auch eine gut gemeinte Handlung falsch? Wo würde meine gute Meinung genau das gegenteil bewirken? Was muss gemacht werden, dass mein Grundprinzip gewahrt bleibt – aber ich es erst durchsetzen kann, wenn ich flexibel bin?

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Lesenswert: http://bazonline.ch/ausland/standard/freiheit-des-wortes-als-fundament/story/27331252 

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Tierkreis – Sternzeichen – Asshole-Faktor

Ich halte nichts davon, von Horoskopen. Aber ich habe etwas gegen solche Artikel – sie sind diskriminierend. Diskriminierung bedeutet: Menschen zu erniedrigen, die nichts gegen bestimmte Sachen tun können. Und ein Widder ist nun einmal im Sternzeichen Widder geboren. Und ihm dann – das empfinde ich auch als ein Schlag gegen die Menschlichkeit – den größten Asshole-Faktor zuzuweisen, ist Menschen verachtend und hat negative pschische Auswirkungen auf die Horoskop-Gläubigen: http://www.bunte.de/lifestyle/leben/horrorskop-dieses-sternzeichen-hat-den-fiesesten-charakter.html

Manche Sternzeichen gelten als besonders engstirnig, streitlustig oder hinterhältig. Aber einige toppen die Liste der miesen Charaktere: Hier sind die Sternzeichen mit dem größten Asshole-Faktor.

Platz 1: Widder

Arrogant und verletzend pflügt der Widder durch sein Leben, kommandiert andere herum und reißt alle Macht an sich. Ungeduld, gepaart mit impulsivem Verhalten, macht ihn zu einem der unangenehmsten Zeitgenossen.

Man muss auch diese Zeitschriften mehr beachten, denke ich mir. Denn was auf dieser Ebene geschrieben wird, wird morgen die Gesellschaft prägen.

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Marine Le Pen + Tochter des Teufels + Nato: Von der Leyen/Gabriel + Gefährliche Europa-Politik + Afrika-Hilfe

Ein Videoclip von Marine Le Pen:


Dieser Clip passt in unsere Zeit: Viel Emotion – aber keine Lösungsangebote. Ich frage mich, wie sie dieses gute, alte Frankreich wieder herstellen möchte. Schlagworte, aber keine Argumente.

Wirkungsvoller wird sie sein, wenn sie nicht Präsidentin wird – viele hoffen, dass sie es nicht wird. Und nun wird es spannend: Soll sie es nicht werden, damit sie nicht regiert – aber weiterhin einen großen politischen Einfluss ausübt? Oder soll sie es werden, damit die Bevölkerung sieht, sie kocht auch nur mit Wasser – und wählt sie in ein paar Jahren ernüchtert wieder ab?

Die größten Unterstützer von Marine Le Pen: http://www.focus.de/politik/ausland/nach-polizeigewalt-vorwurf-brennende-vororte-in-paris-warum-in-frankreich-die-lage-zu-eskalieren-droht_id_6662508.html

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Dass in einem christlichen Verlag ein Buch von Tanja Kuchenbecker über Marine Le Pen herausgegeben wird, das als Untertitel „Tochter des Teufels“ trägt, spricht nicht unbedingt für den Verlag https://www.herder.de/leben-shop/marine-le-pen-gebundene-ausgabe/c-28/p-7551/

Was ist daran schlimm? Es geht um eine politische Auseinandersetzung – und die wird religiös überhöht. Früher hat man Töchter des Teufels auf Scheiterhaufen verbrannt – heute verurteilt man sie in solchen Verlagen? Auch manche Christen haben überhaupt keinen Maßstab mehr für das, was legitime politische Auseinandersetzung ist und das, was über das Ziel hinausschießt. Ich bin kein Fan von Marine Le Pen – aber man muss doch erkennen, dass das inakzeptabel ist. Schon Trump wurde religiös gesehen, als einer, der das apokalyptische Ende der Welt einleitet. Sie mögen politisch Ansichten haben, die schlimm sind – aber das rechtfertigt keine religiöse Überhöhung. So wichtig sind sie auch wieder nicht. Sie mögen in den Augen ihrer Gegner schlimmere Sünder sein als ihre Gegner sich selbst sehen – auch das rechtfertigt keine religiöse Überhöhung. Vor allem ist auch immer wieder die Arroganz faszinierend: Man kämpft auf der Seite der Guten – und die breite Gesellschaft merkt nicht, wie gefährlich die jeweiligen Politiker sind. Dieser dualistische Ansatz, der immer auch mit gnostischer Selbsterhöhung verbunden ist, ist gefährlich. Jetzt werde ich auch religiöser Überhöhung schuldig: Man treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus.

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Interessant finde ich, dass unsere Regierung Angst davor zu haben scheint, dass die USA einen anderen Russland-Weg geht, als sie es sich wünscht – ich sprach schon vor längerer Zeit an: Es ist die Angst davor, isoliert zu werden. Denn mit einem Wechsel in der RusslandPolitik wären auch andere EU-Staaten einverstanden. Zudem finde ich interessant, dass von der Leyen und Gabriel eine neue Formel gefunden haben, um die 2% Militärausgaben zu umgehen: Auch andere Hilfen, wie Flüchtlingshilfen usw. dienen ja der Sicherheit. Ob die Nato-Verträge eine solche Interpretation vorsehen? Dann könnte die USA auch sagen: Wir schicken den Deutschen Kartoffeln – das hilft ihnen auch – warum denn Waffen? http://www.tagesschau.de/inland/sicherheitskonferenz-mattis-101.html

Was ich gut fand, das ist, dass von der Leyen von der Nato als Wertegemeinschaft gesprochen hat und mit Blick auf Trump gesagt hat, dass Folter nicht zu unseren Werten zählt.

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Die Akzeptanz der EU in unserem Land wird auch von der Seite der EZB bedroht: http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/neuer-tabubruch-zu-lasten-deutschlands-europaeische-zentralbank-darf-mehr-anleihen-von-italien-oder-spanien-kaufen_id_6660959.html

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Auf vielen Ebenen macht man sich Gedanken über Afrika. Die Schwierigkeit wird immer deutlicher – aber gleichzeitig wird die Notwendigkeit betont. Interessante Darlegung von Stefan Mair http://cicero.de/weltbuehne/Flucht-aus-afrika-afrikanische-renaissance-in-der-deutschen-politik

Es bleibt zu hoffen, dass die intensive Beschäftigung mit Afrika in der deutschen Politik nicht von kurzer Dauer ist und nicht von Überlegungen dominiert wird, sich möglichst effektiv von Zuwanderung abzuschotten. Die Entwicklung des Nachbarkontinents ist für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft eine große Chance, wird aber nicht notwendigerweise zu einer Verringerung des Migrationsdrucks führen. Ein relativ höheres Entwicklungsniveau in Afrika könnte auch zur Folge haben, dass sich mehr Afrikaner die Auswanderung nach Europa leisten können. Nur das Vertrauen in die Zukunftsperspektiven des eigenen Staats, der eigenen Wirtschaft und der eigenen Gesellschaft kann dieser Verlockung entgegenwirken.

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Buchhaltung + Digitalisierung + SPD Schulz + SPD keine Kritik an Erdogan? + Desaströser Zustand: Berliner Polizei

So etwas bewundere ich, der ich keine Ahnung von Buchhaltung habe – am Beispiel der AAS: http://www.achgut.com/artikel/kampf_gegen_rechts_gewinne_bilanztricks_und_buergschaften

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De Maiziere zum Thema Digitalisierung: http://www.focus.de/politik/deutschland/diskussion-ueber-digitalisierung-nach-einer-respektlosen-frage-zeigt-de-maiziere-ploetzlich-die-zaehne_id_6663858.html

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SPD Schulz wird weiterhin angegriffen, wegen finanzieller – was soll man sagen – Auffälligkeit? http://www.tagesschau.de/inland/schulz-mitarbeiter-101.html

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Das war mir noch gar nicht aufgefallen, dass von der SPD kaum Kritik an Erdogan kam, weil man die Deutschtürken als Wählerinnen und Wähler benötigt. Ist dem so?: http://www.n-tv.de/politik/Warum-die-SPD-die-Deutschtuerken-braucht-article18343006.html

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Über den desaströsen Zustand in dem die berliner Polizei politisch bedingt arbeiten muss: http://www.zeit.de/2017/06/berliner-polizei-sparprogramme-personalmangel-ueberforderung Es ist gut, wenn auch große Medien solche Themen aufgreifen. Vielleicht werden die ja gehört.

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Türkei-Journalist inhaftiert + Islamisten + Christenverfolgung + KopftuchMuslima entscheidet über ChristenFlüchtlinge

In der Türkei wurde der Journalist Deniz Yücel inhaftiert – er hatte Erdogans Schwiegersohn kritisiert: http://www.tagesschau.de/ausland/deniz-yuecel-polizeigewahrsam-tuerkei-101.html

Türkische Botschaften spionierten auch in anderen europäischen Ländern: http://www.focus.de/politik/ausland/oesterreich-schweiz-belgien-bericht-tuerkei-spionierte-in-mehreren-europaeischen-laendern_id_6664727.html Warum auch nicht. Wir tun es sicher auch. Schlimmer ist es, wenn Imame dazu eingesetzt werden. Wenn sich das bewahrheiten würde, das wäre zu kritisieren. Aber dass Botschaften spionieren – wäre sicher kaum neu.

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Wieder ein verheerender Anschlag in Pakistan – verheerend wegen der vielen Toten, aber auch, weil es das Land weiter destabilisiert: http://www.tagesschau.de/ausland/anschlag-pakistan-117.html Wandert die IS aus dem Irak aus, weil sie merkt, dass der Widerstand zu groß ist und versucht nun, Pakistan in den Griff zu bekommen? Ich denke, dass man das an diesem Anschlag nicht erkennen kann, aber wenn strategisch gedacht wird, ist das denkbar.

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Christenverfolgung im Iran: https://www.opendoors.de/verfolgung/news/2017/februar/iran_regierung_setzt_christen_massiv_unter_druck/

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Eine Muslima entscheidet darüber, ob geflohene Christen in Deutschland bleiben dürfen oder nicht: https://www.welt.de/politik/deutschland/article162160934/Bosbach-kritisiert-Kopftuch-Praxis-beim-BAMF.html Das Vertrauen, das unsere Behörden in Muslime setzt, scheint  in unserem Land grenzenlos. Stellen sie auch die kuriosen Fragen, um zu überprüfen, ob die Antragsteller wirklich Christen sind? (Das war das Thema gestern.)

Nach Angaben von CDU-Innenexperte Bosbach haben die Iraker mittlerweile Klage gegen die Entscheidung des Bundesamtes für Migration eingelegt. Er sagt, sie befürchteten, dass „über ihre Klage jetzt auch noch von einer Richterin entschieden wird, die ebenfalls ein Kopftuch trägt“.

Dass es sich um eine Muslima mit Kopftuch handelt, ist nicht unwichtig, da dann eine stärkere Ummah-Verbundenheit denkbar wäre – es sei denn, sie ist eine Ahmadiyya-Muslima. (Ahmadis werden selbst verfolgt.) Aber das Problem ist eben, dass Flüchtlinge herkommen, weil sie dem Islam entfliehen – und in unserem Land wieder negativ mit ihm konfrontiert werden.

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Kleines Licht am hellen Tag

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Wer achtet am hellen Tag auf das kleine Licht?

Es wird belustigt betrachtet, wenn es überhaupt gesehen wird.

Wer achtet in frohen und leichten Zeiten auf das hilfreiche Wort?

Wenn der frohe, leichte Tag der Finsternis weicht, drängt sich das hilfreiche Wort ins Herz und macht es ein wenig heller.

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Fanatiker und Christen

Man kann Fanatiker nicht voneinander unterscheiden – in ihrem Verhalten.

Es gibt linke und rechte Fanatiker, religiöse und atheistische – und dann freilich auch die vielen Alltagsthemen-Fanatiker.

Die Verhaltensweisen sind gleich, die Einstellung zum Gegner ist gleich. Sie beißen sich fest – es dreht sich alles um die Gegner, es gibt keine Gelassenheit, sie sind im Grunde Sklaven derer, die sie sich als Feinde ausgesucht haben. Der Lebenssinn dreht sich darum, den Gegner zu bekämpfen. Dabei sind auch alle Mittel recht – denn der Gegner hat so eine Macht, in ihren Augen, dass, wenn er gewinnen, die Welt untergehen würde. Alle Mittel sind recht – auch in der Demokratie werden alle Möglichkeiten, die sie bietet, bis zum Zerreißen der Rechtsgrundlage angewandt. Was menschlich ist, was moralisch richtig ist, das wird gar nicht mehr reflektiert – denn alles, was der andere macht, ist verwerflich – also muss ich alle Mittel anwenden, die auch er anwendet bzw. die ich ihm anzuwenden unterstelle.

Menschen, die gar nicht zum Gegner gehören, werden automatisch diesem zugerechnet, wenn er sich nicht auch fanatisch auf die Seite des Fanatikers ziehen lässt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Schwarz-weiß-zeichnen, dualistisches Denken, das ist dem Fanatiker eigen. Grautöne sind ihm nicht lieb, differenzieren ist ihm nicht lieb, am Feind das Gute zu erkennen ist ihm verhasst, weil das schon bedeutet, den Feind gelassen zu nehmen. Man scheut sich, den Feind als normalen Menschen zu sehen. Denn wenn man ihn als normalen Menschen sieht, dann kann man ihn nicht mehr so rigoros bekämpfen.

Wer nicht für uns ist, ist gegen uns – dieser Satz kommt aus dem Neuen Testament. Ihm entgegengestellt wird im Neuen Testament der Satz: Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Dieser letzte Satz lässt Freiraum und ist auch eher der Haltung Jesu zuzuordnen. Darum: Christen sind heutzutage zumindest in unseren Breiten weniger als Fanatiker für ihre Religion auffällig – würde auch schlecht zu ihrer Grundlage, dem Neuen Testament passen. Dafür wenden sie sich in der Neuzeit eher politischem Fanatismus zu.

An alle fanatische Christen – wenn es sie denn gibt: Wir können Gott dankbar sein, dass er alle liebt – meinen fanatisch bekämpften Gegner wie mich. Wie sagt Jesus: Gott lässt seine Sonne aufgehen über Gute und Böse, über Gerechte und Ungerechte. In diesem Kontext sagt er auch: Liebt eure Feinde. Bittet für die, die euch verfolgen… (Matthäus 5,43ff.). – Auf diese Weise bricht Jesus Fanatismus auf. Ich sehe ihn als Menschen. Er sagt auch: Segnet die, die euch fluchen – das heißt: Man soll dem anderen verbal und mit Taten als Mensch entgegentreten, der jesuanische Gesinnung hat – und sich nicht mit dem Fanatismus verbinden. Jesus spricht an dieser Stelle freilich von einem wirklichen Feind – und nicht von einem Menschen, den ich mir als Fanatiker zum Feind mache. Aber ich denke, der Maßstab Jesu gilt auch dann – erst recht.

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Religionsunterricht Berlin + Ditib-Razzien + Ausweisung und Taufen von Flüchtlingen

Das ist ein eigenartiger Antrag der AfD in Berlin:

Die AfD ist im Berliner Abgeordnetenhaus mit einem Antrag zur Einschränkung des islamischen Religionsunterrichts gescheitert. Er zielte darauf ab, Passagen aus dem Koran, die nach Meinung der Partei zu Gewalt aufrufen oder gegen die freiheitliche Grundordnung verstoßen, in unteren Jahrgangsstufen nicht mehr zuzulassen.

http://www.focus.de/politik/deutschland/einschraenkung-geplant-afd-scheitert-mit-antrag-zu-islamischem-religionsunterricht_id_6657399.html

Wie die Grüne Bettina Jarasch zu recht sagte: „Der Glaubensinhalt geht den Staat nichts an.“ –

Die Lehrpläne werden Hand in Hand von Staat und Religionsgemeinschaft erstellt. Und auf diesem Weg – und mit Hilfe der Religionsbücher (vgl: Saphir – Religionsbuch für junge Musliminnen und Muslime) greift der Staat in das ein, was im Religionsunterricht gelehrt wird – der Religionsunterricht untersteht zudem der Schulaufsicht. Das heißt: Lehrpläne wählen aus – die Schulaufsicht muss kontrollieren, dass der Unterricht auch gemäß Lehrplan erteilt wird und extremistisches Gedankengut nicht in den Schulen verbreitet wird. Das ist schwer hat sich im christlichen Religionsunterricht, soweit ich das beurteilen kann, bewährt. Was den islamischen Religionsunterricht betrifft, müssen – soweit ich sehe – erst noch die Anfangsschwierigkeiten überwunden werden. https://www.bibelwissenschaft.de/wirelex/das-wissenschaftlich-religionspaedagogische-lexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/lehrplan/ch/a61455060bc97a6246e8b7110cc2fd7f/

Aber Eingriffe des Staates in Heilige Schriften – das geht nicht. Dagegen müssen auch Christen ihre Stimme erheben.

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Die Razzien gegen Imame von Ditib-Moscheen erzürnen selbstverständlich die Türkei: http://www.focus.de/politik/deutschland/durchsuchungen-bei-imamen-tuerkische-politiker-toben-nach-ditib-razzia-und-lassen-schlimmen-vorwurf-anklingen_id_6658360.html Beck (Grüne) kritisiert das Vorgehen – es käme zu spät, das Beweismaterial könnte schon längst vernichtet worden sein. Andererseits meint Özoguz (SPD), die Ditib solle endlich die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe erkennen und reagieren. Die Ditib sieht sich als einzige „gemäßigte islamische Organisation in Deutschland“ – die Menschenrechtsorganisation sieht die Ditib als Organisation, über die Erdogan Menschenrechtsverletzungen finanziert und dirigiert https://www.igfm.de/news-presse/aktuelle-meldungen/detailansicht/

Zu dem Thema äußert sich auch die Gewerkschaft: http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2017-02/recep-tayyip-erdogan-gew-einfluss-unterricht-deutschland

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Man muss vorsichtig sein, dass man Taufe nicht als Köder benutzt – Taufe als Köder zu benutzen, muss verhindert werden. Vorsichtig muss man sein, weil das nicht dem allgemeinen christlichen Verständnis entspricht: Erst Taufe, dann Unterweisung. Christlich ist es umgekehrt: Erst Unterweisung, dann die Erwachsenentaufe. Auch die Flüchtlinge, die getauft werden, müssen vorsichtig sein, weil sie nach einer Abschiebung, wie der Beitrag zeigt, in islamischen Ländern gefährdet sind. Ebenso gefährdet ein Verschleudern der Taufe, die Menschen, die wirklich Christen werden wollen, dann aber ausgewiesen werden, weil ihre Konversion vom Staat nicht anerkannt wird – und die Art der Fragen, die das Amt stellt, die diese Menschen gar nicht wissen können, hatte ich neulich – sind zum Teil kurios.

Bei uns herrscht Religionsfreiheit. Sekten und Sondergruppen sind freilich zu beobachten, weil sie Menschen fesseln können. In diesem Zusammenhang würde ich vorschlagen, dass die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen http://www.oekumene-ack.de/ueber-uns/mitglieder/ und die Evangelische Allianz http://www.ead.de/ – was solche Gruppen betrifft, die Ämter beraten sollten.

Zudem: Wenn sich jemand taufen lässt, um hier zu bleiben, und auch in den Gemeinden betreut und aufgenommen wird, dann bedeutet das, dass die Person einen großen Willen zur Integration zeigt. Wer allerdings wie auch immer als kriminell auffällt, der sollte dann keine Chance bekommen: http://m.schwaebische.de/region_artikel,-Fluechtlinge%C2%A0nutzen-Pendeltrick-zur-Abzocke-_arid,10615303_toid,441_type,amp.html

Ich hatte neulich einen Beitrag darüber, dass Abschiebungen nicht pauschal stattfinden sollten, sondern Menschen, die integriert sind bzw. denen nachweislich anzumerken ist, dass sie ihre Integration forcieren, dass diesen erlaubt wird, hierbleiben zu dürfen. Dass die Ämter in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort solche erkennen und erlauben, hier zu bleiben. Das wurde gestern dankenswerter Weise auch von HR-Info als Thema gebracht.

Es sei noch angemerkt: Man muss ebenso vorsichtig sein, was solche Artikel betrifft: http://www.deutschlandfunk.de/ploetzlich-christ-sekten-locken-fluechtlinge-in-angst-vor.886.de.html?dram:article_id=378593  Es ist gut, wenn sie auf Missstände hinweisen. Aber es stellt sich doch die Frage: Was für ein Interesse steht dahinter? Sind die Autoren autorisiert zu sagen, mit Gruppe X handelt es sich um eine Sekte? Bauschen sie ein Thema auf?

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