Auch die nächsten Gedichte in dem Band Zuversicht von Kurt Ihlenfeld, 1940 herausgegeben, sollen angedacht werden:
Das nächste Gedicht ist von Rudolf Alexander Schröder. Es geht in dem „Christlied“ (1937) um die Geburt von Jesus Christus und vor allem um den damit verbundenen Stern. In der letzten Strophe heißt es: „Der wahre Stern, / Der rechte Stern, / Mit Fried und Freude von dem Herrn: / Lobt Gott den Herren. / Dem rechten Stern zur rechten Stund / Ruft Willkomm, Willkomm jeder Mund / Gott zu Lob und Ehren.“ Vermutlich interpretiere ich zu viel hinein, aber: der Kommunismus hatte den Stern auch als Symbol übernommen.
Die fünf Zacken sollten die fünf Erdteile symbolisieren, in die der Kommunismus sich breit machen wird bzw. wird auch vermutet, was ich nicht nachvollziehen kann, die fünf Finger der Arbeiter, der Proletarier. Zudem hat der Stern, anders als das ältere Symbol Hammer (Handwerk-Proletariat) und Sichel (Landwirtschaftsproletariat), die einen Gegenwartscharakter haben, einen wegweisenden, einen Zukunftscharakter, der vielleicht auch den christlichen Stern von Bethlehem ersetzen sollte. Pasternak hat ein Gedicht geschrieben, in dem er auch den Weihnachtsstern thematisiert – und ich sah diesen als Kontrapunkt zum Sowjetstern: Bei Pasternak wird der lodernde kommunistische Stern zu einem hellen Stern, der auf das Jesuskind schaut. https://gedichte.wolfgangfenske.de/boris-pasternak/ (Gedicht 18) Wird hier bei Schröder der Weihnachtsstern als der wahre Stern dem kommunistischen entgegengestellt? Die Nationalsozialisten haben keinen Stern, sondern die Swastika, das Sonnenrad als Symbol. Dieses sollte vermutlich auch die christlichen Symbole ersetzen. Deutlich wird das daran, dass das Kreuz zu einer Swastika umgemodelt wurde.
Der wahre Stern ist Jesus Christus. Die falschen Sterne versuchen auch Heil und Orientierung zu versprechen, führen aber im Grunde nur auf Irrwege, in den Tod. Schröder lässt politische Eindeutigkeit weg, weist im Grunde allein auf Christus, weist damit alle anderen Heilsversprechen ab. Nicht nur das: diesem Stern, Jesus Christus, soll jeder „zur rechten Stund“ ein Willkommen zurufen.
Das graue Heer, so Walter Flex im Gedicht „Der Christ an der Heerstraße“ (126), zieht an einem Marterl vorbei. Die Soldaten beachten es nicht. Der Marterl-Jesus aber fragt, wo die ostwärts strömenden Soldaten hinziehen. Sie antworten Christus nicht – aber an den durch Finsternis und den im Schlamm watenden Füßen erkennt er, dass sie in den Tod eilen. Das kleine Flämmchen am Marterl will hell leuchten, das morsche Holz mit dem Heiland leuchtet auf. Und der Heiland: „Und Mensch und Tier, die Gott als Opfer schuf, / Weiht segnend er das fremde, dunkle Land.“ Walter Flex starb 1917 nahe Riga im ersten Weltkrieg an einer Verwundung. An diesem Gedicht wird die Sicht von Walter Flex deutlich: Der Soldat muss – wie auch die Pferde – sein Leben als Opfer hingeben, verbunden damit ist eine intensive Beschreibung der Natur, wie in dem genannten Gedicht sind nicht nur die Soldaten und die Füße wund, sondern auch die Straße ist wund von den Füßen und Hufen im Schlamm. Auch wenn das graue Heer in den Tod drängt – für Flex ist das Sterben sinnvoll, von Christus gesegnet, es ist ein Opfer, das Gott will. Der Opfertod wird damit mit Sinn gefüllt. In nationalsozialistischer Zeit wurden, soweit ich einmal gelesen habe, Texte von Walter Flex intensiv rezipiert. Das bedeutet auch für dieses Gedicht: Der Mensch hat sich zu opfern – aber wofür? Im Nationalsozialismus für Volk und Führer. Das war 1917 etwas anders konnotiert: für Kaiser und Reich. Das Soldaten-Opfer wird auf jeden Fall religiös erhoben, der Zwang für Volk und Führer leiden zu müssen, wird mit pseudoreligiösem Sinn gefüllt. Damit wird der christliche Glaube pervertiert, in dem Jesus Christus das Opfer ist, das sich selbst hingegeben hat – nicht Menschen müssen sich für was auch immer opfern.
Ich frage mich, warum Kurt Ihlenfeld, der dem Nationalsozialismus gegenüber kritisch eingestellt war, das Gedicht in seinem Band „Zuversicht“ aufgenommen hat. Diente es der Irreführung der Zensur, dazu, den Band zu tarnen, indem er den beliebten Schriftsteller zitiert? Ihlenfeld kann diese unchristliche Opfermetaphorik nicht ernst gemeint haben. Oder dient es als Zuversicht, damit Soldaten, die an der Front stehen, und Flex kannten, sein Buch lesen, auch Trost oder Korrektur empfangen? Soll mit der Umrahmung durch die Gedichte von Schröder bzw. Kneip (s.u.) das Gedicht neu interpretiert werden? Vermutlich:
Jesus Christus ist, um das dem Flex-Gedicht vorangegangenen Gedicht von Schröder aufzugreifen, der wahre Stern. Die Könige folgten dem Stern zur Krippe – und nicht an die Front in den Opfertod. Und wie einige Gedichte zuvor schon im Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff genannt wurde: Christus ging für die Menschen in den Tod, damit wird dem Soldatentod als Opfertod die Grundlage entnommen. Mit Blick auf das angefügte Gedicht von Kneip: Christus steht vor der Tür des Herzens, nicht an der Front, auf dem Schlachtfeld ist er zu finden, nicht im Schlamm Richtung Front, sondern im Herzen. Im Schlamm Richtung Front für Kaiser und Reich wird er ja auch im Gedicht von Flex von den Soldaten übersehen. Aus christlicher Sicht ist wahrscheinlich auch für Ihlenfeld Christus an der Front, im Schlamm, im Verwundeten, im Sterbenden. Aber dem Flex-Gedicht wird im Kontext der anderen Gedichte die ideologische Intention genommen. Sie wird korrigiert. Der Band wird zu einem Seelsorgetext auch an der Front. (Das wird im Abschnitt über die „Ewigkeit“ besonders deutlich.
Das folgende Gedicht „Der fremde Gast“ (129) von Jakob Kneip wurde schon angesprochen. In diesem geht es darum, dass Bauern gefragt werden, was sie tun würden, wenn Christus käme. Sie würden ihr Haus und Hof und Tier schniegeln und striegeln usw. Es endet damit: „Bedenkt, ihr Freunde, keine Nacht vergeht, / Wo nicht der Herr vor eurer Türe steht.“
Damit endet das Kapitel „Der Menschensohn“ und es beginnt das Kapitel „Ewigkeit“.
Islamische Länder wollen keine Islamisten. Darum denken Islamisten, dass sie europäische Länder eher islamistisch umpolen können, als islamische Länder. Denn die Herrscher europäischer Länder, die Trittbrettfahrer linker Ideologen, sind für sie – Allah sei Dank – sehr dumm und naiv, er hat sie mit Blindheit geschlagen.
Anna Christina Olson (1893-1968)
Sie wurde vor allem durch ein Gemälde bekannt. Sie war eine Frau, die durch Muskelschwund nicht mehr gehen konnte und ihre Welt kriechend eroberte. Das hat ein Maler auf einem Bild festgehalten.
Wie können Beiträge zum demokratischen Diskurs „Zersetzung des politischen Diskurses“ sein? Weitere Vorwürfe sind einfach aus der Luft gegriffen und sinnfreie Aggression. Zumindest wird in dem Artikel kein Beleg für diese Aussagen gegeben – und vorgeworfen wird politischen Gegnern: „faktenfreie Meinungsmache“. (Das ist immer wieder spannend zu sehen, dass diese Hochwohlgewählten und ihr Fußvolk anderen das Vorwerfen, was sie selbst betreiben. Wenn es strukturell begründete Belege geben würde, dann ist eine solche Aussage okay. Einzelne Fehler sind immer möglich, siehe auch ÖRR.) Ich denke, es geht auch bei diesem Herrn Herrscher um Nius. Und eine – ich würde am liebsten sagen: Frechheit, sage aber – sonderbare Rhetorik ist es, Nius und co. als „Feinde der liberalen Demokratie“ zu bezeichnen – und daran die Frage anschließen: ob das nicht auch deren Selbstverständnis zutreffend beschreibe. Da wird einmal unterstellt, dass liberale Demokraten Feinde der liberalen Demokratie seien – mit dem Hinweis, dass sie sich selbst als solche ansehen würden. Hat eigentlich Günther von „Feinde liberaler Demokratie“ gesprochen? Er hat von unserer Demokratie gesprochen, wenn ich mich richtig erinnere. Und zudem: Worin liegt der Unterschied zwischen liberaler Demokratie und Demokratie? Und Leute, die demokratischen Diskurs einschränken wollen, sind das Vertreter „liberaler Demokratie“? Ein sonderbares Verständnis von liberal. Nach dem Motto: Ihre seid zwar Demokraten, aber ihr seid keine liberalen Demokraten. Solche sprachlichen propagandistischen Finessen helfen in einer Diskussion nicht weiter.
Dazu auch: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/ueberwachung-neo-totalitarismus-brandmauer/ und Tichy: https://www.youtube.com/watch?v=_-8S90g1L0c (Ein Terrorangriff wird verharmlosend benannt, wer aber kritisiert, wird zum Demokratiefeind erklärt. Interessant auch: Die Rollator-Terroristen haben keine schlimme Tat begangen, sie haben angeblich nur eine geplant. Wenn Planung eines Anschlags auf Demokratie strafbar ist, wie sieht es mit antidemokratischer Aussagen von Herrschern aus?) Und: https://www.youtube.com/watch?v=EY4XT4Vp91k (Kubicki: Grundgesetz geht vom mündigen Bürger aus – Günther usw. eher, dass sie besser wissen, was gesagt oder nicht gesagt werden darf. Die Journalisten sind sonderbar. Die Reaktion von Kubicki ist richtig. Merz wollte laut Kubicki die Werte der Verfassung stärken – was zu diesem Vorhaben nicht passt. Ich frage mich, ob Merz jetzt auch sagen wird: Wir haben es nicht besser sagen können… – als Kubicki oder Günther? Kubicki ist einer der wenigen Vernünftigen in der politischen Landschaft.)
Klagen gegen Günther – auch die Bildzeitung sagt, was ich auch schrieb: zurücknehmen / entschuldigen oder zurücktreten: https://www.youtube.com/watch?v=J9nkGj9xj6Q Sehr gut, dass auch ein CSUler heftig dagegen argumentiert! Hoffentlich haben weitere den Mumm, diese antidemokratische Aussage zu kritisieren, die der CDU schadet. Genau, sagte ich auch: als Bürger kann er das natürlich sagen, aber ich habe hinzugefügt: er hat die Macht, wenn er solche gefährlichen Gedanken hegt, hat das noch einmal eine andere Dimension, als wenn es ein normaler Bürger sagt. Mir war entgangen, und das wird hier hervorgehoben, dass er vor diesen demokratiefeindlichen Aussagen noch sagte, er sage das als Ministerpräsident.
Spannend finde ich daran, dass die Regierungen, die alles regeln wollen, natürlich auch alles verfolgen müssen, was sich diesen regeln nicht unterwirft. Freie Gesellschaften sind daran erkennbar, dass sie den Menschen verantwortliche Entscheidungen überlassen.
Letztlich hilft der Stromausfall in Berlin durch den Terror, die Schwachstellen (Politik, Behörden, usw.) zu erkennen. Hoffentlich wird jetzt nicht alles mögliche an propagandistischem Gedöns durch die Medien geschickt, sondern aufgrund der Erkenntnisse gehandelt: https://www.youtube.com/watch?v=Owttj33Xm-Y
Gefahr für „freiheitlich-demokratische-Grundordnung“?
Viel eher dürfte die AfD als Gefahr für die Parteien gelten, die dann das Argument vorschieben, sie sei eine Gefahr für die Gefahr für „freiheitlich-demokratische-Grundordnung“ Und damit zeigen diese Kleinwohlgewählten, dass sie selbst eine Gefahr für die „freiheitlich-demokratische-Grundordnung“ sind. Von daher möchte man auch ihnen zurufen: Nicht anderen in die Schuhe schieben, was man selbst ist!
Auch die nächsten Gedichte in dem Band Zuversicht von Kurt Ihlenfeld, 1940 herausgegeben, sind von einer besonderen Heftigkeit.
Im dem dem Gedicht. das Annette von Drosten-Hülshoffs Gedicht folgt, geht es um die Frage der Sünde. Mörike fragt: „Was rettet mich von Tod und Sünden?“ – eine in der Zeit in der viele den falschen ideologischen Wegen folgt, sehr wichtige Frage. Ohne Sündenbekenntnis gibt es keine Erneuerung.
Es folgt das Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer: „In einer Sturmnacht“ (119). Er erkennt im Sturm einen dämonischen Kampf. In der vom Sturm gebeutelten Lampe – keine elektrische, sondern eine mit einer Flamme – hört er die Flamme sprechen, die jetzt im Sturm wie damals im Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus leuchtete. In diesem Gespräch sagte Jesus dem Nikodemus: „Hörst, Nikodeme, du den Schöpfer Geist, / Der mächtig weht und seine Welt erneut?“ Dieses Gedicht greift die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium Kapitel 3 auf, das er seinem Gesprächspartner Nikodemus sagt: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt, wohin er geht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist“ – es geht um den Geist Gottes. Der Mensch, der aus Gottes Geist geboren ist, versteht vieles anders, tiefer als Menschen, die es nicht sind. Mit dem Gedicht wird ausgesprochen, dass es im heftigen dämonischen Sturm Hoffnung gibt auf das Neue, das der Geist Gottes wirken wird.
Meyer lebte im 19. Jahrhundert, einer Zeit massiver sozialer, wissenschaftlicher und technischer Umbrüche. Die Welt war auch moralisch aus den Fugen geraten, Religion wurde verspottet. In diese stürmische Welt hinein wird auf den Geist Gottes hingewiesen, der Neues erschafft. Der Blick bleibt nicht im Vordergründigen Chaos hängen, sondern findet einen Anker in der Bewegung des Geistes Gottes. Es mag widersprüchlich klingen – aber Gott ist in der Konstante die Bewegung.
Dieses Gedicht wird von Kurt Ihlenfeld aufgenommen und wird es in seiner Zeit, für seine Zeit interpretiert haben. Der Nationalsozialismus ist als dämonischer Sturm ausgezogen, die Macht des christlichen Glaubens zu brechen. Traditionen werden zerstört, Menschenwürde und Moral werden zerstört – Gewalt, Menschenverachtung, Krieg, Schuld, moralische Verwüstung, geistige Orientierungslosigkeit bzw. bewusst herbeigeführte Irrwege zerrütten die Welt – und Christen machen mit. Hier hinein lässt Ihlenfeld das Gedicht sprechen. Es ist Sturm, heftiger dämonenhafter Sturm, „prophetisch kämpft am Himmel eine Schlacht“ – der Geist Gottes jedoch verwandelt den Menschen. Der Geist Gottes, so Jesus, erneuert Menschen, was noch nicht so sehr erkennbar ist, aber er erneuert sie und lässt sie wirken. Es ist nicht irgendein Geist, es ist der Geist Gottes, Gott ist in dieser aktuell erlebten Geschichte am Wirken. Er lässt die Menschen im Sturm nicht allein. Meyer/Ihlenfeld hören also die Flamme sprechen – ein Hoffnungswort sprechen. Ein Hoffnungswort, denn noch herrscht massiver dämonischer Sturm.
Auch das nächste Gedicht ist von Conrad Ferdinand Meyer: „Alle“ (120). Der Geist Gottes fordert ihn auf: „Sieh auf!“ Und er hatte die Vision: Jesus bricht das Brot und spricht Liebesworte. Er lädt nicht allein die 12 Jünger ein, sondern die Menschen der ganzen Welt. Ihlenfeld dürfte hierin auch einen Gegenpol zu dem Nationalsozialismus gesehen haben: Die ganze Welt wird an der Mahlzeit teilnehmen – die rassistische Gesinnung ist unchristlich. Gott selbst, Jesus Christus, bricht allen das Brot, lädt alle an seinen Tisch ein. Er schenkt sich selbst allen Menschen. Gott errichtet sein Reich, Erneuerung kommt aus Gottes Geist. Nicht der Mensch führt die Heilszeit herbei. Und so wird ein weiterer Kontrapunkt gesetzt gegen die nationalsozialistische Gesinnung, bzw. gegen ideologische Gesinnung überhaupt.
Diesen beiden Gedichten folgt ein weiteres Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer: „Friede auf Erden“ (121). Die Engel sangen vor den Hirten „Friede auf Erden“ und singen es im Himmel weiter – aber seitdem gab es viele Kriege, viel Blutvergießen. Und die Engel singen Friede, aber nur noch gebrochen: „Friede, Friede … auf der Erde!“ Doch der Glaube hört nicht auf, dass der Schwache nicht dem Starken zum Opfer fällt, dass es Gerechtigkeit geben wird: „Etwas wie Gerechtigkeit / Webt und wirkt im Mord und Grauen, / Und ein Reich will sich erbauen, / Das den Frieden sucht der Erde.“ Und dieses Reich des Rechts wird gebildet, und „Und ein königlich Geschlecht / Wird erblühn mit starken Söhnen“ und sie werden für den Frieden kämpfen: die „Tuben dröhnen: `Friede, Friede auf der Erde´“.
Ich denke, es wird hier schwebend, undeutlich formuliert: Geht es hier um Menschen oder um Engel, die die neue Welt durchsetzen? Es ist vom „heil´gen Amte“ die Rede, von „Flammenschwertern für das Recht“. Die Flammenschwerter sind bekannt aus Genesis 3: die Cherubim tragen Flammenschwerter, sie stehen zwischen dieser und der Welt Gottes, dem Paradies, der Gottesherrschaft. Flammenschwerter – Schwerter des Gerichts, der Reinigung. Die Waffen der Gewalt werden auf göttliche Art verwendet. Und es heißt: „ein Reich will sich erbauen“. Zudem ist von Tuben die Rede. Tuben / Posaunen erklingen bei einer Gottesoffenbarung am Sinai, als Jericho erobert wurde durch Posaunenklang, und die Apokalypse des Johannes spricht von den letzten Posaunen. Das Alte, Kriegerische, Gewalttätige, die Ungerechtigkeit und das Unrecht werden zerstört – auf göttliche Art. Aber: Es geht noch nicht um das Reich Gottes, das Überirdische – es geht um „Frieden auf Erden“. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob nicht auch Menschen in die Auseinandersetzung gegen Ungerechtigkeit, gegen Rechtlosigkeit einbezogen werden. Gott handelt in der Welt, Gott handelt zum Wohl der Menschen. Aber nicht ohne Menschen. Von daher denke ich, es wird absichtlich schwebend formuliert: Sind Engel die Akteure oder Menschen? Oder beide zusammen?
Auch dieses Gedicht ist ein einziger Affront gegen die nationalsozialistische (und sozialistische Ideologie). Es ist der Glaube, dass Schwache nicht mehr Starken zum Opfer fallen, es geht um Gerechtigkeit und Recht und um Frieden. Alles, was die Ideologen seiner Zeit nicht bieten können. Was Ideologien so an sich haben: Den ganzen Menschen zu fordern, sein Denken, seinen Charakter, sein Wesen, seinen Körper: dem wird widersprochen – mit all den genannten Gedichten. Der Mensch gehört nicht Ideologen, der Mensch gehört Gott, durchströmt von dessen Geist.
Wieso ist der Glaube an diese neue Welt da? Auch wenn die Engel nur gebrochen singen, der Gesang der Engel vom Frieden ist Kontrast zu den kriegerischen Menschen. Und weil der Gesang Kontrast ist, fördern sie den Glauben daran, dass es so eine Zeit geben könnte. Meyer hat das Gedicht in einer Zeit relativen Friedens 1886 geschrieben. Ihlenfeld und seine Zeit stehen 1940 mitten im Krieg. Und so ist das Gedicht, geschrieben in ruhiger Zeit, ein Hoffnungsgedicht, eines, das die Sehnsucht der Engel aufgreift und Menschen Zuversicht gibt.
Es folgt ein weiteres Gedicht von C. F. Meyer: „Die Krypte“ (123). In diesem Gedicht werden „junge Meister“ aufgefordert, der neuen Zeit mit Macht, Mut, Tat, mit dem Genialen der Zeit Neues, Licht Durchflutetes zu bauen. Eine Rotunde, frühchristliche Bauten, Taufkirchen die Ganzheit, Vollendung ausdrücken sollten, sollen sie bauen. Aber sie sollen nicht vergessen, die Krypta, einen Ort unter dem Altar, an dem der Toten erinnert wird, zu bauen. In diese steigen ein paar Menschen in ihrer Einsamkeit und in ihrem Leid hinab, bekommen Trost, wenn sie den Schmerz des mit Dornen Gekrönten betrachten. Nicht das Helldurchflutete ist das, was den Menschen hilft, sondern der Gekreuzigte, das Denken an Sterblichkeit und Tod.
Meyer setzt dieses Gedicht dem Fortschrittsoptimismus des 19. Jahrhunderts entgegen. „Wir mögen, wenn die Leiden uns umnachten, / Nicht Glück noch Ruhm, nur größern Schmerz betrachten.“ Der Mensch ist mehr als dieses Geniale, das hell durchflutete Oben, mehr als Fortschritt. Aber er ist auch nicht ohne. Beides gehört zusammen. Ich vermute, dass für Ihlenfeld die Krypta der Rückzugsort ist, Ort der Stille, der Befreiung von den ideologischen Parolen, dem Hirn zerstörenden Lärm der Nationalsozialisten, den auch Sebastian Haffner beklagt. An diesem Ort können Menschen im Angesicht des gekreuzigten Jesus Christus in Ruhe an die Toten denken, die der Krieg mit seinem ideologischen Pathos gebracht hat.
Dieses Gedicht folgt den vorangegangenen Gedichten, in denen es um Chaos, Hoffnung auf Erneuerung, weltweite Gemeinschaft, Friedensverheißung geht. Nun die Stille, das Besinnen, Tiefe. Ihlenfeld schreibt zu diesem Gedicht in seinem Nachwort, es sei „wohl eins der erschütterndsten Gedichte unserer Zeitspanne, eine Perle der evangelischen geistlichen Dichtung!“ Der Autor „wußte von Leiden genug, den persönlichen und den großen allgemeinen, deren Andenken die Geschichte bewahrt – und er dachte als ein Kenner des Herzens, an die Menschen alle, die den Weg zur Krypte suchen.“ Und: „Wunderbar, wie hier zum Schluß das Wir einsetzt, der Dichter sich schweigend miteinreiht in den Zug der zur Krypte Wallenden, wunderbar, wie er den Trost des Kreuzes als den des größeren Schmerzes deutet; wer es erfahren hat im `wunden Gemüt´, stimmt ihm schweigend zu.“ (156f.) Das heißt: Für Ihlenfeld war es ein wichtiges Gedicht in dem Trubel der Menschen verachtenden Ideologie, der Zeit lärmender Parolen und der von zerstörerischem Krieg aufgewirbelten Zeit.
Aufgrund der Beschäftigung mit den Gedichten aus dem Buch Zuversicht von Kurt Ihlenfeld, bin ich auf Walter Flex gestoßen. Walter Flex starb als Soldat an der Ostfront im 1. Weltkrieg. Er hatte einen Band seinem für „Kaiser und Reich“ gestorbenen Bruder gewidmet. In diesem Zusammenhang habe ich über folgende Aspekte nachgedacht:
Wenn es heißt, er starb für den Kaiser, dann ist der Kaiser nicht Wilhelm II., sondern es geht um Gottesgnadentum, darum, dass der Kaiser Repräsentant der göttlichen Ordnung ist. Er war bekanntlich der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche – eben aus diesem Grund. Er gibt dieser Welt-Ordnung ein Gesicht, eine Stimme. Bei Hitler ging es nicht um Gottgnadentum, es ging nicht darum, dass er der göttlichen Ordnung eine Stimme gibt (auch wenn er viel von Vorsehung sprach), denn Gott gibt es für Nationalsozialisten nicht. Von daher ist er ganz modern, wenn der Kaiser durch den Führer ersetzt wird: Konzentration auf einen Menschen, eben den Führer – weil es Gott nicht gibt. Wie Menschen dem Kaiser als Repräsentanten der göttlichen Ordnung zujubelten, jubelten die Säkularen nun dem Führer als dem aus menschlicher Macht Führenden zu. Die alte Struktur blieb vordergründig in der Säkularisierung vorhanden, aber im Hintergrund ist doch ein großer Unterschied zu erkennen (die alte Struktur bröckelte vermutlich schon unter Bismarck). Nun starb man nicht mehr für den Kaiser, der die göttliche Ordnung repräsentierte, sondern man starb für den selbsternannten Führer.
Entsprechend auch der Unterschied zwischen Reich und Volk. Das Reich hat sakralen, göttlichen Hintergrund. Mit dem Reich ist eine sinnstiftende Ordnung verbunden, die in der Person des Kaisers greifbar wurde. Das Reich ist nicht nur Territorium. Das wird noch einmal deutlicher durch die Bezeichnung: „Das Heilige Römische Reich“. Die Bezeichnung „Reich“ wurde dann eine, die eher geographisch konnotiert war. Es konnte im 19. Jahrhundert säkularisiert in eine neue Richtung „transzendiert“ werden, losgelöst von Gottes Ordnung. In diesem Reich lebt das Volk. Und das Volk war nicht einfach nur „ein“ Volk, sondern im Nationalsozialismus rassisch konnotiert: Blutsgemeinschaft, Schicksalsgemeinschaft, das Individuum zählt nicht als Individuum, es ist Teil eines größeren Ganzen, eben des Volkes. Und dieses Volk wird überleben, wenn der einzelne auch stirbt. Wie die Ameisen überleben, wenn die einzelne Ameise „sich“ geopfert hat. Es stammt von den Germanen, über die man nicht viel wusste, aber viel hineingeheimnisst hat, in den Ariern pseudoreligiös emporgehoben.
Das „Reich“ war in alter Zeit eine transzendente Größe – die dann vom Volk nationalsozialistisch als „transzendente“ Größe abgelöst wurde, während das „Reich“ die Transzendenz verlor und wie geschrieben, geografisch definiert wurde.
Die Besonderheit im Nationalsozialismus bestand allerdings dann weitergehend darin, dass der Führer das Volk ist – denn er hat ja wie das Volk, dessen Blut – und das Volk der Führer ist, denn es hat ja sein Blut. Das ist der nationalsozialistische Unterschied zum Sozialismus. In diesem verkörpert das Politbüro das Proletariat und das Proletariat verkörpert sich im Politbüro. Anders ausgedrückt: Die Partei ist Teil des Proletariats (und weiß, was es will) – und das Proletariat verwirklicht sich in der Partei. Beide Formen, Nationalsozialismus wie Sozialismus, sind Teil der Säkularisierung der Tradition. Der Nationalsozialismus baut einen säkularen Volks-Wissenschafts-Mythos auf, der Sozialismus baut einen säkularen Proletariats-Wissenschafts-Mythos auf.
In der Kaiserzeit opferten sich die Menschen also für Kaiser und Reich, im Nationalsozialismus für Führer und Volk und im Sozialismus für Arbeiterklasse / Proletariat und Partei.
Dass all das mit dem christlichen Glauben nichts zu tun hat, sondern Glaubensaussagen säkularisiert oder politisch instrumentalisiert wurden, dürfte trotz aller Kürze deutlich sein: Nicht ein menschliches Wesen, das greifbar ist, ist im christlichen Glauben Glaubensgrund, sondern der Sohn Gottes, Jesus Christus. Nicht ein irdisches Reich begrenzt das Denken der Glaubenden, sondern Gott wird sein Reich, seine Herrschaft aufrichten. Der christliche Glaube kennt keine Grenzen, kein Blutsvolk, keinen Rassismus, keine Vernichtung Reicher / Bonzen / Kapitalisten usw. Jeder Einzelne ist Kind Gottes, er muss sich nicht opfern für irgendwas Menschliches, geschweige denn für Ideologien, die Gott ersetzen wollen, er hat nicht nur seinen Wert als Teil eines Ganzen, eines Größeren, sondern die Würde liegt im Individuum selbst. Von daher spielt im Christentum auch das Gewissen eine Rolle, das bei Nationalsozialismus wie Sozialismus bedeutungslos wird, weil sich das Individuum unterordnen / einordnen muss. Nicht Volk nicht Partei ist letzte Instanz, sondern eben Gott.
Soweit ein paar kurz angerissene Gedanken. Für Gott und Vaterland opferten sich auch Menschen – aber das mag ich jetzt nicht auch vertiefen. Kommt vielleicht noch. Ebenso stellt sich die Frage: Wie ist es heute?
*
Nachträglich eine Anmerkung: Dass ich selbst all diese Ideologien ablehne, dürfte jedem, der meinen Blog verfolgt, deutlich sein (ich sage das deutlich, weil ich weiß, dass manche alles so lesen, dass sie mir mit Freuden einen Strick umlegen können). Ich denke, wir Christen sollten selbstbewusster werden und nicht denken, dass irgendeine Ideologie uns aufpimpen könnte. Sie ziehen uns nur runter, machen unmenschlich. Wie sagte der Apostel Paulus: Prüft alles, das Gute behaltet. Von daher sind auch diese zu prüfen – der Maßstab ist aber nicht eine Ideologie, der Maßstab ist Jesus Christus, das Leben aus dem Geist Gottes. Ein paar Grundlagen dieses Maßstabes habe ich im vorletzten Absatz genannt.
Nicht: Staat halt dich raus, sondern: Regierungen: haltet euch raus! Mischt euch nicht ein. Überlasst Bürgern Verantwortung! Also, kurz: Mehr Liberalismus anstatt Sozialismus.
Fanny J. Crosby (1820-1915)
Fanny bekam im Alter von sechs Monaten eine Augenentzündung, die durch falsche Behandlung zur Erblindung führte. Der Vater ist gestorben. Mutter und Großmutter erzogen sie im evangelischen Glauben und sie arbeitete als Kind in der Gemeinde mit. Sie schrieb schon mit acht Jahren Gedichte, wurde schon als Kind durch sie weit bekannt. Die Familie zog um und sie bekam mit 15 Jahren in einer Blindenschule Unterricht. Sieben Jahre ging sie zur Schule und lernte zahlreiche Musikinstrumente spielen. Sie wurde Aktivistin, die sich für Blinde einsetzt, sprach als erste Frau vor dem amerikanischen Senat (1846) und lehrte bis 1858: Rhetorik, Grammatik, Geschichte. Danach wurde sie Stadtmissionarin, schrieb Lieder zur Abschaffung der Sklaverei. Sie heiratete, die Tochter, die geboren wurde, starb früh, die Ehe wurde geschieden. Sie starb mit 95 Jahren – und hinterließ sehr viele in der Kirche gesungene Lieder. Sie hat mit den in viele Sprachen übersetzten Liedern sehr viel zur Erweckungsbewegung beigetragen. zum Beispiel mit:
Bei der Beerdigung eines Präsidenten hat sie 1885 das folgende Lied vorgetragen:
Iran: Brennende Moscheen / Kampf gegen Kurden
Echt? Moscheen werden angezündet? Wenn es denn nicht nur Propaganda des Islamistischen Regimes ist, ist es spannend. Wenn es Propaganda ist, dann geht es darum, dem braven Volk zu zeigen: Schaut, die bösen Demonstranten sind gegen Allah – sie haben den Tod verdient. Wenn sie wirklich von Demonstrierenden in Brand gesetzt worden sein sollen, dann zeigt das, wie abgrundtief der Hass gegen diese Schiitischen Extremisten in der Regierung sind. Mancherorts hören wir einen Abgesang auf das Regime. Aber ist es schon soweit, dass dieser faule Apfel wirklich vom Baum fällt?
Über die Zurückhaltung der ÖRR und der Regierung zur Situation im Iran – eine Einordnung auch mit Blick auf die politische Vergangenheit der Anti-Schah-Kämpfer in unserem Land: https://www.youtube.com/watch?v=cCEng7QviAw
Die Menschen im Iran sie sind zu bewundern, auch wenn hier so viele sie aus ideologischen Gründen missachten. Das gilt auch für die Menschen, die sich sehr darüber freuen, dass endlich Maduro weg ist. Aber unsere Meinungselite versteht die Freude nicht, weil sie zu sehr in ihrer engstirnigen ideologischen Bubble verhaftet sind. Verkrümmt in ihren eigenen ideologischen Gehirnwindungen. Wir wissen nicht, wie es im Iran und in Venezuela weitergeht, ob die Tyrannen siegen werden oder der Freiheitswille der Bevölkerung. Gerade darum sollten wir im fernen Deutschland ihnen keine Steine in den Weg legen.
Constantin Schreiber über das Schweigen derer, die zum Gaza geschrien haben. Es zeigt sich aus meiner Perspektive: Es ging nicht um die Menschen in Gaza – es ging um den Kampf gegen Israel: https://www.youtube.com/watch?v=21UTjn8maEw
Übrigens auf TikTok hat sich ein Muslim aus der Türkei gemeldet, der die Demonstranten nicht versteht. Es geht denen doch gut! Wichtig ist der Islam! Daran sehen wir, dass die iranischen Tyrannen auch bei uns ihre muslimischen Fürsprecher haben. Menschen scheinen ihnen egal. Hauptsache ihre ideologische Form der Religion.
Papst Leo XIV. und Meinungsfreiheit
Er wendet sich auch gegen das, was hier im Westen immer deutlicher wird: Die Bestrebungen, Meinungsfreiheit einzuschränken. Es ist sehr zu loben, dass er an dieser Stelle warnend das Wort erhebt. Aber diejenigen, die sie einschränken, dürften nicht unbedingt echt christlich orientiert sein. Von daher lassen sie sich vom Papst vermutlich nicht zurückhalten, ihr übles Treiben weiter zu führen. Aber er ermutigt wenigstens diejenigen, die für die Meinungsfreiheit eintreten.
Es wird tatsächlich überall erkennbar. Einschränkungen durch übergriffige Krakenarme der EU, durch Regierungen und ihre langen mit Steuergeldern finanzierte ideologischen Arme, durch ideologisches und entsprechend aggressives Fußvolk.
Darüber kann man sich wundern nach dem Motto: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus – oder eine Hand wäscht die andere? Hat er nur verfrüht ausgeplaudert, was die auf der höheren CDU-Ebene, gar Regierungsebene, denken und vorhaben? Es ist spannend, wie es weiter geht.
Übrigens hatte im 20. Jahrhundert einer im 1000jährigen Reich möglicherweise den Plan, zumindest gibt es Hinweise darauf, den ideologie-kritischen Papst im Vatikan einzusperren. Wenn er den Herrschern zu aufmüpfig wird, könnten solche Pläne wieder aufleben. Ach ja, und Napoleon hatte die Päpste verhaften lassen bzw. Revolutionstruppen hatten ihn verschleppt (Pius VI. und Pius VII. – 1798 und 1809-1914). Wenn der Papst ihnen zu unangenehm wird, kennen die weltlichen Mächte keine Skrupel. Aber das war früher. Heute sind sie alle ganz anders.
Zwei Studien: Jugend in Deutschland / Kampf gegen Christen
Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=mAiBwhYLZVQ : 80% der Jugendlichen sind es satt, von Klimatisten bevormundet zu werden. Nur 6% der 18-22 jährigen engagieren sich für Klimatisten. Dass sich nicht wenige für den traditionellen christlichen Glauben interessieren, bekommt man auch auf TikTok mit. Sehr gute Beiträge, authentisch. Christsein, so heißt es, sei bei vielen älteren eher Tradition, bei jüngeren wirklich Glaube.
Wenn die Maßstäbe dermaßen verrutscht sind, gefährden die Verantwortlichen Menschen. In diesem Fall wurde in Großbritannien zur Förderung der Diversität einer bei der Polizei angestellt, der wegen Vergewaltigungen auch von Kindern verdächtigt wird. Um die Diversitätsansprüche zu fördern, wurden 1000e von Polizisten nicht ordnungsgemäß überprüft.
Der dumme Bürger dachte nach den grausamen Fällen in Manchester, in denen Polizisten und andere weggeschaut haben, weil sie befürchteten, als Rassisten bezeichnet zu werden, seien die Ideologen zurückgedrängt worden. Das sieht leider nicht so aus. Wenn Ideologen die Sicherheitskräfte, Politiker und Medien durchdringen, unterwandern, dann können die Bürger niemandem mehr vertrauen. Und das bedeutet: Delegitimierung des Staates durch die verantwortlich Regierenden selbst.
Nun denn, wie bekannt eben – nichts Neues. Es fällt den Herrschaften leichter über die Grenzen zu schauen und zu kritisieren, anstatt das wahrnehmen zu wollen, was in unserem Land geschieht. So zu recht unter diesem Link. Natürlich muss man Trump kritisieren. Aber dabei die Gefahren im eigenen Land zu übergehen, ist schofel. Aber wahrscheinlich Absicht Herrschender, um von den Machenschaften von Ideologen im eigenen Land abzulenken. Natürlich eine Verschwörungstheorie von mir. Lesen, Hütchen ziehn und weitergehn.
Das ist interessant, was Ostermann sagt. Ich bin eher von Verblödung ausgegangen bei Menschen, die so einen Mist pro Hamas und gegen Israel schwafeln. Aber Ostermann weist darauf hin, dass es antisemitische Strategie ist, weil sie ihre Feindbilder pflegen wollen, weil es Gratisfeministinnen sind, die Frauen verachten und GratisQuere, die meinen, im Namen von Communities zu sprechen, dabei nur eingetaucht sind in den Unsinn ihrer Bubble. Mit eigenen Worten gesprochen.
Natürlich können Extremisten auch kriminell sein – aber wie auch immer: beide halten unser Land in Atem. Ein Fall, der etwas zurückliegt, den ich aber übersehen hatte: Der Neffe eines in den Niederlanden inhaftierten Drogenbosses wurde in Düsseldorf, als er in einem Taxi saß, beschossen. Beide haben türkische Staatsbürgerschaft.
Es geht um kriminelle Kinder: https://www.news38.de/salzgitter/article300645633/salzgitter-kinder-jugendkriminalitaet-polizei-strafe-trend.html Was in der Aufzählung allerdings fehlt: Wie sieht es aus mit der Erziehung? Zu kleine Kinderzimmer usw. mögen ein Grund sein – aber wesentlicher sind doch vermutlich überforderte und unfähige Eltern, falsche Freunde – also das soziale. kulturelle Drumherum. Das wird leider nicht angesprochen. Sie versuchen den Problemen nicht auf den Grund zu gehen, sondern sekundäre Themen werden als Primärgründe dargelegt.
Das hören die Steuererhöher doch gerne, dass es Leute gibt, die höhere Steuern fordern. Und da lassen sie sich nicht lumpen und planen schnell eine solche. Und was wird die Folge solcher besoffener Steuererhöhungen sein? Mehr Kriminalität. War da nicht mal was mit der Prohibition in den USA?: Woran scheiterte diese? Kriminelle wurden mächtig, Illegales wurde gebrannt, Bevölkerung war nicht begeistert. Und dass sich Jugendliche davon abhalten lassen – man möchte den Herrschaften zurufen: Träumt weiter! Oder sollen sie auf Cannabis umsteigen?
Wenn es nach mir ging, könnte man Alkohol auch verbieten. Aber das würde der Realität nicht gerecht werden. Politik greift sowieso schon zu tief in das Private ein. Es muss gesellschaftlich mehr getan werden, um Alkoholmissbrauch einzuschränken. Aber dazu gehört – wie bei den anderen Drogen auch – : es muss ein Sinnangebot vorliegen. Dieses Versagen, kein Sinnangebot zu geben bzw. alte Angebote zerstört zu haben, ist in unserer Gesellschaft nicht so leicht abzuändern – von daher kommen sie auf die Idee, Alkohol höher zu besteuern und letztlich, wie Zigaretten, im Grunde zu verbieten. Höhere Steuern wären wohl nur ein erster Schritt. Denn die Gier nach mehr Steuern ist groß. Ist auch einfacher, als Politik zu verändern.
Das war am 10.01.2026 mal wieder voll manipulativ. Anstatt neutral darüber zu berichten, dass der ICE-Mann auch angefahren wurde, gingen sie kurz drüber hinweg um dann Durchhalteparolen mitzuteilen. Einfach nur zum Kopf schütteln, diese Manipulationen.
Auch das nächste Gedicht in dem Band „Zuversicht“ von Kurt Ihlenfeld, 1940 herausgegeben, ist von einer besonderen Heftigkeit. Es ist ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff: „Gethsemane“. Es schließt sich also nahtlos an das vorangegangene Gedicht von Eichendorff an. Detailliert wird in dem Gedicht beschrieben, was Jesus in seinem Gebet im Garten Gethsemane gesehen, wahrgenommen hat. Was ihm an Leidenszukunft bevorstehen wird, wurde ihm vor Augen gemalt: Er sieht das Kreuz mit seinem eigenen Leichnam. Dann bittet er: „Herr, ist es möglich, so laß die Stunde / An mir vorübergehn!“
Dann sah er ein strahlendes Kreuz herunterkommen. Und er sah, dass viele Menschen aus der Zukunft und aller Welt sich an das Kreuz klammern werden, sogar aus den Gräbern stieg nebelhaft ein Flehen – und dann sagte Jesus: „Vater, dein Wille mag geschehen.“ „Und aus dem Lilienkelche trat ein Engel / Und stärkte ihn.“
Und auch hier eine Vermutung, wie Ihlenfeld das Gedicht in seiner Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges verstanden haben könnte. Die mutigen Christen wollen nicht leiden, wollen das Kreuz nicht auf sich nehmen. (Die Deutschen Christen, die mit den Nationalsozialisten mitmarschierten und ihnen huldigten, sind nicht gemeint. Sie passen sich an, um nicht leiden zu müssen.) Es ist kein heroischer Weg in den Tod, Angst, Ohnmacht bestimmen den Christen, der diesen Weg gegen die Machthaber gehen muss – also anders, als es der Weg des Nationalsozialismus, der eine Helden-Ideologie propagierte. Doch erkennen die im Nationalsozialismus gegen diesen kämpfende Christen, dass ihr Handeln die Rettung vieler sein wird. Und so gehen sie wie Jesus den harten Weg, weil sie sich verantwortlich fühlen. Es handelt sich um einen kolossalen einen christlichen Gegenentwurf zum nationalsozialistischen Zeitgeist – besser gesagt: Das Gedicht macht deutlich, dass die nationalsozialistische Ideologie (wie jede Ideologie) ein Affront gegen Christen ist. Darum duldet der christliche Glaube kein Mitläufertum mit Ideologien, sondern muss wie Jesus den Weg des Leidens gehen, um Menschen zu retten.
Christen werden auf dem Weg gestärkt. Und das eben nicht spektakulär – sondern: aus der Reinheit heraus tritt der Engel. Eine Lilie (auch Zeichen für Maria wegen der Unschuld, Reinheit) erwächst aus der Natur, der Engel ist ein Wunder in der Natur, ein stilles, leises Wunder. Die Natur ist in der Romantik durchlässig für Gottes Wirken, ist transparent. Aus der Zartheit bekommt er Kraft, die Gott ihm schickt, denn Gott ist in christlicher Tradition immer der Herr der Engel. Heute werden sie vielfach von Gott gelöst, als eigene Größen. Aber das ist unchristlich. Ein sich von Gott lösender Engel ist der gefallene Engel, der Satan, der die Menschen verwirrt. Dieser Engel erhebt sich aus der Lilie, nachdem Jesus „Vater, Vater“ gerufen hatte, und sich in Gottes Willen geborgen hat.
In der schweren Zeit, in der machtvolle, grausame, lärmende Ideologen herrschen, ist dieses Zuversichtsgedicht ein Kontrapunkt. Gott stärkt diejenigen, die seinen Willen tun durch leise, verborgene Zeichen – auch in der Natur, weil Gott ihr Schöpfer ist, kann sie ihm auch dienen – Engel hervorbringen. Doch müssen sie als solche erkannt werden. Und dazu regt dieses Gedicht an.