Verantwortlich+Flüchtlingspolitik

Ja, wer ist verantwortlich für die Gewalt gegen 1400 Mädchen in Großbritannien? Natürlich die Täter. Aber auch diejenigen, die es wussten undnichts dagegen getan haben, weil sie Angst hatten, als Rassisten angesehen zu werden, weil sie einer Gruppe nicht auf die Füße treten wollten. Und dabei haben sie gerade durch die Duldung der Untaten den gutwilligen Pakistanis in Großbritannien einen schlimmen Dienst erwiesen. Dadurch bekommen sie einen Makel, obwohl sie unschuldig sind. Verbrechen müssen geahndet werden ohne Ansehen der Person und auch der Personengruppen. Wie schlimm ist es um eine Zeit bestellt, in der man Selbstverständlichkeiten einfordern muss.

Und ich frage mich noch immer: So etwas gibt es in Großbritannien, in den Niederlanden… – in Deutschland nicht?

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Die Flüchtlingspolitik muss neu ausgerichtet werden: http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlingspolitik-in-den-asylunterkuenften-schlummert-grosses-potenzial-1.2173283 Ja. Allerdings ist man inzwischen ein wenig vorsichtig geworden, angesichts der Aussage, dass aus Osteuropa nur Fachkräfte kommen – so kommen nun Fachkräfte aus aller Welt zu uns? Dem wird nicht so sein. Und man sieht ja bislang, dass es für manche äußerst schwer war, an den Kursen adäquat teilzunehmen. Aber aus einem anderen Grund fände ich eine schnelle  Entnahme aus den Heimen gut: So gelangen sie weniger leicht in die Fänge der Landsleute, die sie ausnutzen wollen.

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Ebola-Tsunami: Fernsehanstalten motiviert die Menschen, damit sie helfen!

Erst hat man Ebola in Westafrika unterschätzt. Nun sprang der Virus über, soweit ich sehe, bislang überwiegend aufgrund von mangelnden Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit den Patienten. Das zeigt jedoch, wie aggressiv der Virus ist. Manche reagieren nun hysterisch, panisch: Jamaika will Einreiseverbot für Reisende aus Westafrika, andere Länder diskutieren das. Flughafenpersonal weigert sich, die Flugzeuge aus diesen Ländern zu reinigen – Flughäfen insgesamt wissen noch nicht so recht, wie man damit umgehen soll. Ein Kreuzfahrtschiff darf nirgends anlegen, weil Ebolaverdacht bei einer Passagierin besteht. Jetzt wird es auch in unseren Ländern heftiger – vor allem weil auch die in den Medien noch nicht ausgesprochene Furcht besteht, dass in den überfüllten Flüchtlings-Aufnahmelagern ein solcher Fall auftreten könnte. Und da sind dann unsere bundesweit 50 Betten nicht gerade hilfreich. Isolation wie auf dem Kreuzfahrtschiff? Was passiert in Häusern, die überfüllt sind und kein Kontakt nach Außen und Innen geschehen darf? Man mag es sich nicht vorstellen – aber die Behörden müssen es sich vorstellen und entsprechend Maßnahmen ergreifen. Aber das Problem ist: Bislang zeigen sie insgesamt große Hilflosigkeit, trotz beruhigende Worte an die Bevölkerung: Wir haben alles im Griff.

Was man nur hoffen kann, ist, dass die dafür Verantwortlichen neben beruhigenden Worten auch die Chance ergreifen, daraus zu lernen, um die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten zu können, wenn es denn soweit ist und die Katastrophe zu uns kommen sollte.

Das größte Problem dürfte sein: Das Mitleid muss bekämpft werden, das Mitleid, sich mit den Kranken zu solidarisieren und dadurch leichtsinnig zu werden. Das Problem besteht nicht bei den Behörden, sondern sehe ich in unserer emotionalisierten Gesellschaft.  So kann ich mir vorstellen, dass Menschenfreunde von Außen die Behörden bekämpfen, wenn ein Haus isoliert werden muss. Menschenfreunde, die in ihrer mitleidsvollen Naivität den Tod unendlich vieler in Kauf nehmen.

Zurück zu Westafrika: Warum gibt es eigentlich keine Sondersendungen, Shows usw. usw., die diesen Kampf gegen Ebola in Westafrika unterstützen? Jauch und co. wo bleiben sie mit ihren Show-Appellen, ARD und ZDF und RTL und wie sie alle heißen: Schlafen sie? Diese Länder benötigen dringend Geld gegen den Ebola-Tsunami. Da wird dann geschaut: Was macht der Staat, schafft er das, macht er auch alles richtig usw. usw. usw. – Doch die Bevölkerung mit zum Handeln zu motivieren, das fehlt.

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Fahimi macht sich wieder bemerkbar

Frau Fahimi macht sich wieder bemerkbar. Ihr Vorschlag: Ein breites Bündnis solle sich gegen die AfD stellen. Da ich davon ausgehe, dass die Kirchen – so hoffe ich zumindest, bin mir aber nicht so sicher – überparteilich sind, werden sie ein solches Ansinnen zurückweisen müssen. Sonst werden sie von der SPD/CDU noch gegen Die Linke eingespannt, von den Grünen gegen die FDP oder ihre Nachfolgerinnen, von… Und warum sollte nur Fahimi ein solches breites Bündnis fordern. Vielleicht kämen dann irgendwann die Atheisten in Form eines Politikers oder einer neu gegründeten FDP-Partei auf die Idee, ein breites Bündnis gegen Kirchen zu fordern. Dass Kirchen ein breites Bündnis gegen Fahimi oder die Atheisten fordern könnten, halte ich eher für abwegig. Dazu sind sie zu brav.  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-yasmin-fahimi-fordert-buendnis-gegen-afd-a-997632.html

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Dieser folgende Beitrag zeigt, welche Menschen heute vielfach medial das Sagen haben. Man muss bestimmte Stereotypen beherrschen – und sofort ist man ein gern gesehener Experte, Hauptsache natürlich, man ist redegewandt und telegen: http://www.jihadwatch.org/2014/10/reza-aslan-marx-and-freud-gave-birth-to-the-enlightenment

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Hitlers US-Schulden

Das ist eine Nachricht! Deutschland schuldet den USA 200Millionen, weil Hitler Schulden nicht beglichen habe. http://www.blick.ch/news/ausland/usa-klagen-gegen-deutschland-wegen-200-mio-schulden-von-hitler-id56351.html Ist das mit unserem Gold das angeblich (Verschwörungstheorie: Ja? Nein?) nicht mehr dort ist, wo es sein sollte, nicht schon dicke abgegolten? Manche beginnen schon nicht ganz klug zu fragen, ob die USA genug Geld an Deutschland zahlt, um die Militärbasen benützen zu dürfen. Das heißt: Wenn einer ein Fass aufmacht, dann muss man damit rechnen, dass andere auch ihre Fässer öffnen.

Wobei ich den alten Amerikanern unendlich dankbar bin, dass sie mit einen immens hohen, nicht bezahlbaren Blutzoll und finanziellen Aufwand Hitler und seine Gesinnungsgenossinnen und Genossen bekämpft und besiegt haben. In gewisser Weise verpflichtet das auch nachkommende Generationen – aber nicht unter Zwang, sondern Dankbarkeit ist immer freiwillig.

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Islamisten

Boko Haram scheint einen Erfolg zu haben: Waffenstillstand – und dafür geben sie die entführten Mädchen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/boko-haram-waffenstillstand-ist-niederlage-fuer-nigeria-a-997829.html So sieht es zunächst aus. Aber darf man der nigerianischen regierung einen Vorwurf machen, wenn selbst die Deutschen wohl Geld zur Freilassung von deutschen Geißeln geben? Aber ich denke, erst einmal geht es darum, die Mädchen frei zubekommen. Ob das noch möglich ist? Und was danach kommt, das wird die nigerianische Armee wissen.

In diesem Artikel wird auch von Kämpfen der Kameruner gegen die Terroristen der Boko Haram gesprochen. Die Boko Haram sind neben der ISIS die zweite große Geißel der Menschheit – aber sie steht nicht so im Fokus der Weltöffentlichkeit, weil sie nicht Saudi Arabien bedrohen. Sie bedrohen jedoch ganz Mittelafrika. Aber das interessiert die Westmenschen alle weniger. Lasst sie schlachten,. lasst sie mjorden, lasst sie entführen – es findet doch alles im Verborgenen statt. Wenn sich dann aber all diese islamistischen Mosaiksteinchen zusammenführen werden, dann gibt es ein erschrecktes Hallodrio!

Und zu diesen Mosaiksteinchen – allerdings weiter weg vom eigentlichen islamistischen Streben, agieren die philippinischen Islamisten. Eine Reporterin sagte, denen ginge es eher um Geld als um den Islam. Das halte ich wieder einmal für eine Falschdarstellung. Der Traum von einem erdumspannenden islamischen Gürtel eint sie: Von Marokko über ganz Nordafrika, über Ägypten, in den Spden bis runter nach Kenia, Zentralafrikanische Republik, dann weiter über Palästina nach Jordanien, Saudi Arabien (im Süden) – Türkei (im Norden), weiter geht es über Afghanistan nach Pakistan, dann überspringen sie im Augenblick noch Indien, dann geht es weiter nach Bangladesh und im Norden die islamistischen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, weiter über Burma, Nordchina, im Süden Teile von Thailand, dann Indonesien – rüber zu den Philippinen. Der Traum eines großen Kalifates – ein Reich, wie es bislang noch nie gegeben hat – und das im Namen Allahs, das hat schon was. Mich wundert, dass im Westen kaum einer die Sprengkraft dieses Traumes ahnt.

Und dazu benötigt man Geld. Auch durch Entführungen. Die Abu-Sayyafs sind sicher sehr dankbar. Ich hoffe nur, sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Aber man kann gegen sie noch nicht so ganz vorgehen, weil sie noch weitere Ausländer in ihrer Gewalt haben sollen. Ich frage mich nur: Wie naiv muss man sein, sich in solche Gegenden zu wagen und damit den Kampf der Islamisten zu unterstützen, denn so kommen sie ja an ihr Geld.

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Islamisten in Deutschland spielen auch mit dem Feuer: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hamburger-hochschule-sagt-event-aus-angst-vor-ausschreitungen-ab-a-997802.html

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Koran-Hermeneutik 7

Im Radio (HR Info) habe ich heute in einem Interview mit Marwan Abou-Taam gehört, dass muslimische Gemeinden zurzeit überfordert sind. Sie sehen sich mit Anklagen konfrontiert, können aber nicht adäquat reagieren. Hier kann man das Interview hören: http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp

Das ist klar. Hat man doch bislang auch den Islam als Ideologie, als politische Religion immer weiter vorangetrieben, bislang ungehindert – warum sollte man dann weiter über andere Themen nachdenken? Wir werden die Gesellschaft durch Geburten besiegen, wir werden die Mehrheit bekommen, der Islam dominiert alles usw. usw. usw. Und wenn jemand dagegen argumentierte oder agitierte – die mediale und politische Öffentlichkeit bildete einen Schutzschild um diese Einstellung herum, warum sollte man nun seine Religion kritisch unter die Lupe nehmen? Es lief doch alles gut? Man konnte sich von allen islamischen Staaten und terroristischen Umtrieben mit einem Achselzucken abwenden: Ist doch nicht unser Land, und die Verteidiger waren es zufrieden.

Und nun wird es auf einmal ungemütlich, weil ein Teil der Gesellschaft aufwacht – allerdings wieder in Tiefschlaf versinken wird, keine Angst – aber das dürfte endlich die Chance sein, über neue Wege des Islam in der westlichen Gesellschaft auf breiterer Ebene nachzudenken, nicht nur auf der Ebene von Experten und ein paar Mutigen. In den Gemeinden geht es nun darum, theologisch (! – so das Interview) nachzudenken, kritisch zu reflektieren – und dazu sind die meisten nicht in der Lage (so das oben genante Interview). Wenn es bislang bedrohlich war, eine eigene Meinung zu haben – wie soll man auf einmal in der Lage sein, rational die Sache in den Blick zu bekommen? Man soll Diskussionsrunden einrichten in den Gemeinden – aber was bringt das, wenn alle nur die gleiche Scheuklappenmentalität haben, weil eben kritisches Nachdenken nicht eingeübt wurde, wenn nicht genügend freie Denker vorhanden sind?

Das braucht alles seine Zeit – lange Zeit. Und ich befürchte, wenn der ISIS-Druck nachlässt, dass dann auch diese guten Ansätze wieder schnell verschwinden, weil es eben schöner ist, sich als die kommenden Herrscher zu fühlen, seine Religion als die dominierende Religion anzusehen, den Islam zu politisieren und zu ideologisieren, statt neue Wege zu suchen, die auch schwer und beschwerlich sind und zu harten Auseinandersetzungen führen können. Es wird wieder so sein, dass die gesellschaftlichen Schutzschilde den Islam in unserem Land isolieren, damit er sich ja nicht in Frage stellen muss, ja nicht in unserer aufgeklärten Gesellschaft ankommen kann.

Und das ist das Grundproblem: Wenn die islamischen Gruppen vor Diskussion und Argumentation geschützt werden – wie sollen sie dann lernen, sich in der freien Gesellschaft zu integrieren? Wer nicht gelernt hat zu argumentieren, eine Gruppe unter anderen zu sein – von dem kann man nicht erwarten, dass er argumentiert und sich als Gruppe unter anderen ansieht.

Und das ist nicht allein Schuld der Moscheegemeinden – es ist die Schuld derer, die den Islam immer sofort in Watte einpacken, damit er ja nicht herausgefordert wird. Er muss herausgefordert werden zum Nachdenken, sonst wird er in dem archaischen System verankert bleiben und es wird dann immer wieder starke Gruppen geben, die diese archaische Grundordnung gewalttätig durchzusetzen versuchen. Jede Gruppe hat ihre zu Gewalt neigenden Ränder. Aber die Menge derer, die im Islam dazu neigt, die kann nur verringert werden, wenn der Islam beginnt, über sich selbst zu diskutieren. Es ist mein Wunsch, dass unsere Gesellschaft eine solche kritische Diskussion nicht wieder verhindert, sondern wie es ihre Art ist, auch den Islam dazu herausfordert.

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Realität in islamischen Ländern+Koran-Hermeneutik 8

Ein syrischer Muslim wurde Christ und seine Familie sucht ihn zu töten: http://www.jihadwatch.org/2014/10/christian-converts-muslim-family-hunting-him-down-hopes-to-cut-his-throat Wie der Artikel einleitend schreibt: Bukhari 9.48.57 heißt es, Mohammed habe gesagt, dass Apostaten getötet werden müssten. Demgegenüber stellen Muslime im Westen immer den Kora-Vers dar: der von der Freiheit des Glaubens spricht. Und der Artikel fragt, warum sich überall Muslime auf diesen Bukhari-Satz stützen und selbst der prominente Kleriker al-Qaradwi sagt, Apostaten müssen gestraft werden, alle wesentlichen islamischen Richtungen sagen, er müsse getötet werden (Hanafi, Maliki, Shafi´i, Hanbali, Az-Zaidiyyah, Al-Ithna-´ashriyyah, Al-Ja ´fairiyyah, Az-Zaheriyyah), statt diesen Kernsatz, der im Westen so populär ist, zu übernehmen. Die einzige Frage ist unter den genannten Schulen nur, ob nur Männer getötet werden müssten oder auch Frauen.

Und damit sind wir wieder bei dem Thema: Koran-Hermeneutik. Alle berufen sich auf Koran bzw. Ahadith. Und wenn der eine oder andere sagt, das ist veraltet, das kann man heute nicht mehr machen in der aufgeklärten Welt, dann werden alle anderen automatisch sagen: Aber es ist der Wille Allahs. Das heißt, mit der westlichen Welt zu argumentieren, springt zu kurz. Muslime müssen aus dem Koran und Ahadith heraus argumentieren.

Unterschiedliche Schwerpunkte, die Muslime legen

Aber nicht nur Apostaten müssen getötet werden, sondern es gilt Krieg gegen Ungläubige zu führen, bis sie konvertieren, so manche Stellen im Koran weisen darauf hin (z.B. Sure 2, 190ff – wobei hier gesagt wird, dass der Kampf denen gilt, die Muslime bekämpfen – aber das kann recht frei ausgelegt werden: Jeder kann im Grunde bekämpft werden, der mit der islamischen Doktrin nicht übereinstimmt, denn dadurch erweist er sich ja als Feind Allahs – vgl. auch 9,5.29) Warum nun berufen sich die westlichen Muslime auf 2,256 (Es gibt keinen Zwang im Glauben“) und andere (10,99; 3,20) http://www.islamreligion.com/de/articles/661/  Und warum berufen sich die dominanten Muslime in islamischen Staaten eben auf den genannten und andere Texte? Diese Frage muss geklärt werden – von den Muslimen. Doch wie erklären Muslime in Saudi Arabien den Satz vom „Kein Zwang in der Religion“? Das finden wir hier: http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M518b0ca8598.0.html

Der Anfang des Islam nach Mohammed

Soweit ich das sehe, hat der Islam recht lebendig begonnen. Nach Mohammeds überraschenden Tod (632) gab es viele Hin und Her und auch in der Herausgabe des Koran gab es so manche Kuriositäten, bis dann die letzt gültige Version endlich alle anderen aus den Verkehr warf. Der Dritte Kalif Uthman sammelte die Suren, die auf alle mögliche Weise irgendwo aufgeschrieben worden waren. Dann kamen die Ahadith auf den Markt – und auch hier gab es ein vielfältiges Durcheinander, wie man an den jeweiligen Hadith selbst sehen kann – auch diese wurden dann im 9. Jahrhundert intensiver gesammelt. Auch auf politischem Gebiet gab es viele Spannungen – und zuletzt verfestigte sich alles dann im 9. / 10. Jahrhundert.

Nach-Mohammedanische Weiterentwicklungen

Wichtige Aussagen oder Verhaltensweisen – so die fünf bzw. sechs Säulen – haben zum Teil keinen eindeutigen Anhaltspunkt im Koran. So gibt es das bzw. die muslimischen Glaubensbekenntnisse (Schahada) so nicht im Koran: „Es gibt keinen Allah außer Allah und Mohammed ist der Gesandte Allahs“. Diese zwei Glaubensbekenntnisse sind eine Zusammenführung von Aussagen, die man in etwa im Koran findet. Die Weiterführung der Schiiten „und Ali ist der Freund Gottes“ dürfte noch weniger im Koran zu finden sein. Oder auch die Gebetszeiten und der Gebetsritus finden sich so nicht im Koran und sind zum Teil auch erst nach-mohammedanisch (Salat).

Es wird auch deutlich, dass die Haddsch begründet wird, die historisch so nicht stimmen kann. Das heißt, dass fromme Legendenbildung stattfindet und dann rühmend für den Islam ausgelegt wird. So setzt sich diese Seite mit dem Vorwurf auseinander, die Kaaba sei ein Götzentempel gewesen, der dann dem Islam angepasst worden sei: http://hadsch.dwih.info/der-schwarze-stein-ein-goetzenbild Und es wird gesagt: Ja, das war ein Tempel mit Götzen – aber Abraham hatte das Haus erbaut mit seinem Sohn Ibrahim und danach hätten die Heiden diesen Tempel entweiht und Mohammed habe ihn wieder gereinigt und seinem eigentlichen Zweck zugeführt. So gibt es auch weitere Versuche, Unstimmigkeiten des Koran mit der historischen Realität so zu interpretieren, dass sie irgendwie zusammenpassen – so zum Beispiel dass die Miriam, die Schwester des Mose und Aaron gleichzeitig die Mutter Jesu ist. Es sind aus dem Glauben heraus tiefgründige und plausible Antworten, aber historisch nicht ganz einsichtig. Warum muss man sie jedoch aus dem Glauben begründen? Weil Allah sich nicht irren kann.

Mohammeds Interpretationen bzw. Allahs Darstellungen

Das sind nur drei Beispiele für die wesentlichen fünf bzw. sechs „Säulen“ des Islam – zu denen die sechs Grundsätze gehören: Glaube an Allah und die Engel, an den Koran als Wort Allahs bzw. auch an die Bücher: Tora, Evangelium, Psalter; die Gesandten Allahs, darunter der letzte und natürlich wichtigste Mohammed ist. Unter ihnen ist auch Jesus. Genauso wesentlich ist der Glaube an das Jüngste Gericht (Hölle bzw. Auferstehung) und das von Allah gelenkte Schicksal. http://www.ahlul-sunnah.de/aqida-glaubenslehre/glaubensgrunds%C3%A4tze/

Dass hier so manche Übereinstimmung mit Juden und Christen zu erkennen ist, ist kein Zufall, denn Mohammed steht in jüdisch-christlicher Tradition. Von daher haben Juden, Christen und Muslime auch viele Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede rühren daher, dass Mohammed die von ihm weitergegebenen Worte Allahs als alleinigen Maßstab des Verstehens jüdisch-christlicher Texte ansieht. So finden wir wesentliche Aussagen neu formuliert, sodass nicht mehr der Jesus der Evangelien gilt, obwohl die Evangelien und Jesus für Mohammed relevant sind, sondern es gilt eben nur Jesus in der Interpretation Mohammeds, die mit den Worten Allahs identisch sein sollen. Oder nicht mehr die biblische Deutung Abrahams steht in seinem Blick, sondern eben seine – wie Mohammed es sieht – von Allah übermittelte Deutung. Traditionen werden aufgegriffen und neu formuliert. Das geschieht ganz bewusst, denn um diese Sicht durchzusetzen werden die Schriften der Juden und Christen als solche dargestellt, die von bösartigen Menschen verfälscht worden seien.

Fazit

Interpretationen, Modifikationen, Differenzierungen – die finden wir in muslimischen Texten genauso wie in muslimischen Traditionen, die als fester Bestandteil des Islam gelten, auch wenn sie im Koran so keinen Anhaltspunkt haben. Von daher gesehen lässt der Islam eine Menge Spielraum, etwas Neues einzuführen. Meine Frage ist, auf die ich bislang keine Antwort gefunden habe: Wie werden die fünf Säulen begründet, wie wird die Ausführung der fünf Säulen begründet? Ist bewusst, dass es sich um spätere Ausformulierungen handelt oder gelten sie auch als Ausdruck des Willens Allahs? Ist Tradition ebenso Maßstab für den Willen Allahs wie der Koran? Wurde sie nur Maßstab, weil es Gelehrte so sehen? Man weiß, dass muslimische Gruppen lange miteinander gerungen haben, um letztendlich diese Traditionen zu prägen und zu initiieren.

Was sagt uns das für die Zukunft des Islam? Es gibt auch hier mit Blick auf die Tradition und den Koran zahlreiche Möglichkeiten, dem Islam ein neues Gesicht zu geben. Sie können nur nicht aus der Moderne kommen, sondern sie müssen fromm neu begründet werden.

Was wäre, wenn man wieder auf das 7.-9. Jahrhundert in seiner Vielfalt zurückgreifen würde? Wenn die Uthman-Koran-Sammlung nicht als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden würde, sondern man die Bibliotheken Saudi Arabiens, Jemens usw. öffnen würde, um Vorfassungen des Koran zu entdecken – und um an ihnen zu sehen, ob die Mutter des Buches wirklich der vorliegende Koran ist oder ob nicht doch eine andere Version bei Allah aufzufinden ist? Denn es sieht ja zurzeit so aus, als seien auch Uthman und die Seinen als Letzt-Redigierer im Grunde die wahren Koran-Zusammenführer. Haben sie im Sinne Mohammeds bzw. Allahs gehandelt?

Vermutlich wird das aber alles scheitern. Warum? Weil im Islam die Meinung vorherrscht: Wir müssen nichts ändern, denn der islamische Fundamentalismus hat mit dem Islam nichts zu tun. Und alle Muslime, die sich jetzt aufgrund politischen Oberwassers weit hinauswagen, werden dann ihre massiven Schwierigkeiten bekommen.

Und so kann die Welt auf ein Wunder hoffen – oder sagen: Was der Islam macht, geht mir an der Hutschnur vorbei. Nur diese Sicht hat sich bislang als trügerisch erwiesen. Denn Muslime sind nicht quietistisch.

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