In einem Interview sagt der Systematische Theologe Klaus von Stosch, dass er in seiner vergleichenden Arbeit , in der er Bibel und Koran vergleicht, beide Gewaltpotenzial enthalten, der Koran nicht mehr als die Bibel.
Weiß er als systematischer Theologe nicht, dass das Neue Testament als Auslegungsschlüssel für das AT gilt und für das NT der Auslegungsschlüssel Jesus Christus? Und haben die Muslime einen entsprechenden friedlichen Auslegungsschlüssel? Wenn ja, warum verrät er uns den nicht? Warum verrät er uns nicht, dass der Koran einen ganz anderen Stellenwert für Muslime hat als die Bibel für Christen – eben auch in der Auslegung?
Es folgt nach dieser kurzen Aussage der Versuch, die Islamisten vom Islam zu lösen. Allesamt sind diese Versuche nicht relevant, denn es wird kein neuer hermeneutischer Zugang zu Koran und Ahadith genannt, sondern nur, dass sich die Koranstellen auf Situationen beziehen, in denen Muslime sich verteidigen mussten. Das ist aber a) falsch, es sei denn, man übernimmt die Sicht, dass wenn man sich gegen die Forderungen des Islam wehrt, im Grunde den Islam angreift. Das ist b) falsch, weil es den Koran selbst nicht Ernst nimmt, der davon ausgeht, dass alles Allahs Wort ist und somit nicht zeitlich begrenzt ausgelegt werden darf. Mohammed war schlauer als manche Heutige wahrnehmen, um den Koran vor Kritik und anderem zu schützen.
Muslime wehren sich weltweit gegen Islamisten? Sie distanzieren sich auf allen Ebenen von Terroristen? Nun, dafür benötigen wir noch mehr Beweise. Der Aufschrei von Muslimen gegen den Terror wird immer erwartet – und es ist eine kleine Minderheit, die aufschreit, wenn im Namen ihrer Religion wieder Schlimmes getan wird. Und das ist sehr zu loben, weil sie sich auch als Minderheit wissen und es dennoch tun. Wie groß ist jedoch der Aufschrei, wenn sich die muslimische Ummah angegriffen fühlt. Das Verhältnis stimmt noch nicht. Zudem muss die Mehrheit sich von der Grundlage des Terrors distanzieren – und das funktioniert ebenfalls noch nicht. Viele haben sich auf die bequeme Sichtweise zurückgezogen, dass sie sich nicht distanzieren müssten, weil die Gewalttäter eh keine Muslime seien. Aber das ist wirklich Bequemlichkeit und Denkfaulheit, die die Opfer Tätern überlässt, die im Namen ihrer Religion und aus ihren eigenen Reihen und auch aus den Moscheen kommen. Hier einfach zu sagen: Sie sind keine Muslime, ist verständlich, aber zumindest die Denker unter den Muslimen sollten weiter sehen und fragen: Wie kann das sein? Was müssen wir ändern, dass aus unseren Reihen so brutale Menschen kommen? Wie kann das sein, dass unsere Religion auf brutale Menschen anziehend wirkt?
Das, was an dem Interview richtig ist: Wir sollen unsere Freundschaft mit den Muslimen durch Islamisten nicht stören lassen.
Aber die Weiterführung ist schon wieder eigenartig: Man kann dem Islam nur Wertschätzung entgegenbringen, wenn seine Basis, seine Stellung zum Koran geklärt ist. So lange die mohammedanische Version zählt: Koran=Allahs Wort für alle Zeit gültig – so lange wird es mit der Wertschätzung des Islam als Islam nicht leicht sein, wenn man denn keinen Islam-Light als Grundlage nimmt, also einen Islam, den wir uns selbst zurechtbasteln, entgegen der Mehrheit der Muslime weltweit. Wenn Muslime ihren Islam aus der Perspektive der Menschlichkeit interpretieren, dann sollte man sie unterstützen. Aber leider kann das immer dann kippen, wenn auf einmal die strengen Worte im Koran und Ahadith die Oberhand im frommen Muslim gewinnen.
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