Darf man den Islam nur kritisieren, wenn man vorher gehörig die Kirchen kritisiert hat? Das finden wir nämlich immer wieder – und so auch in diesem Artikel: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article137298804/Gehoert-der-Islam-zu-Deutschland-Ja-wie-der-Faschismus.html „Der Islam gehört nicht zur offenen Gesellschaft. Es ist an ihm, ein Teil von ihr zu werden. Wir warten! In zunehmender Ungeduld.“ Und weiter voran im Artikel finden wir die Aussage: „Gehören die christlichen Kirchen zum heutigen Deutschland? Wenn man ihre Geschichte betrachtet, muss man feststellen, dass fast jeder Fortschritt im humanem Empfinden, jede Verbesserung der Strafgesetze, jede Maßnahme zu Verminderung der Kriege, jeder Schritt zu gerechteren Behandlung etwa der Juden, jede Milderung der Sklaverei und jeder moralische Fortschritt auf der Erde von den organisierten Kirchen der Welt bekämpft wurden.“
Diese Aussage ist in ihren Verallgemeinerungen schlichtweg unsinnig. Kirche ist Teil der jeweiligen Gesellschaft. Und als Teil der jeweiligen Gesellschaft hat sie Teil an den Auseinandersetzungen der Gesellschaft. Und so gibt es Christen, die sich gegen einen Fortschritt aussprechen – wobei eben die Frage ist, ob Fortschritt per se gut ist – oder für einen Fortschritt. Man könnte für all diese Beispiele Christen und Kirchen anführen, die an vorderster Front für eine Veränderung eingetreten sind. Der einzige Punkt, an dem Kirchen bzw. Christen sehr lange übel vorgegangen sind, ist die Frage nach der Gleichberechtigung von Juden. Bei anderen oben genannten Aussagen stellt man sich die Frage: Was meint der Autor? Zum Beispiel, was den moralischen Fortschritt betrifft: Spricht er da von gegenwärtigen Diskussionen, von denen man noch lange nicht weiß, ob sie sich durchsetzen lassen, weil man nicht weiß, ob sie gut sind?
Das weist auf einen anderen Punkt: In den Diskussionen der Zeit weiß man schlicht und ergreifend nicht, was letztendlich für eine Gesellschaft gut ist. Zudem: Die heutige Gesellschaft – auch die Deutsche – ist geprägt worden vom Evangelium. Im Laufe der 2000 Jahre kam man dahin, wo Jesus schon längst war. Man denke sogar an Karl Marx und die Apostelgeschichte.
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Islamisten verstehen „Dschihad“ ganz falsch – sind unsorgfältige Exegeten: http://www.welt.de/kultur/article137318693/Was-der-Islam-wirklich-unter-Dschihad-versteht.html
Alle islamischen Gewalttäter haben den Islam dann ganz falsch verstanden? Mohammed, die ersten Kalifen und andere, die den Islam bis Indien und Spanien ausbreiteten, die Osmanen, die Byzanz überrannten und bis nach Wien zogen. Nein, sie haben den Islam nicht falsch verstanden: Sie haben sich alle nur verteidigt. Dann dürfen Muslime nämlich die Waffen ergreifen. Und wenn sie nicht angegriffen wurden, dann haben sie die pure Existenz von Nichtmuslimen als Angriff verstanden und ebenfalls zu den Waffen gegriffen.
Der nette Herr Seesemann rät den Muslimen: „Auf der Suche nach einer zeitgemäßen Antwort auf das Problem der Gewalt im Namen des Islam kommen Muslime nicht umhin, diesen Weg zu beschreiten.“ Welchen Weg? Den Weg zwischen „reflexhafter Abwehr aller Kritik und rigoroser Selbstanalyse“. Ein interessanter Weg. Dann haben sie sich rigoros analysiert – und dann?
Der Beitrag ist insgesamt rätselhaft. Nicht alle mussten konvertieren. Klar. Man brauchte ja diejenigen, die nicht konvertiert sind. Es gibt viele eigenartige Aspekte in diesem Artikel.
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Die ISIS hat Imame getötet, die sich gegen die Verbrennung des Jordaniers gewandt hatten: http://www.breitbart.com/national-security/2015/02/05/isis-executes-imams-for-condemning-burning-of-jordanian-pilot/ Ich bin gespannt, was das in der muslimischen Welt bewirkt: Eine Abwendung von der ISIS oder eine Zuwendung? Wird eine Spaltung deutlicher? Das wäre gut, wenn Muslime sich immer weniger scheuen, gegen die Islamisten anzugehen, statt still und heimlich oder offen mit ihnen zu sympathisieren. Die freie Welt wartet auf Muslime, die sich gegen die inhumane Welt muslimischer Gruppen wenden.
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In Belgien wurden Islamisten zu Haftstrafen verurteilt: http://www.welt.de/politik/ausland/article137350760/Belgische-Dschihadisten-zu-Haftstrafen-verurteilt.html Greift Belgien endlich durch? Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät. Vielleicht ein Hinweis auf 2012?: http://blog.wolfgangfenske.de/2012/04/23/fundamentalistenmoschee-lies-englisch/ Vgl. http://blog.wolfgangfenske.de/2013/03/07/islamische-gesellschaft/
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Das dürfte das Weltbild unserer Atheisten zerstören, dass es auch unter Atheisten Atheististen gibt – also äußerst Extreme, die auch nicht davor zurückscheuen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Wir kennen es zwar schon von Kommunisten und Nationalsozialisten – aber die zählen unsere guten Atheisten ja nicht zu ihren Gesinnungsgenossen. Rechnen sie diesen hier dazu? http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-mord-an-muslimen-in-chapel-hill-north-carolina-a-1017954.html Aber: Es war kein Mord aus religiösen Gründen bzw. antireligiösen Gründen. Zwar wurden ein Muslim und zwei Muslima erschossen, aber dieser Atheist hatte es, wie seine Seiten zeigen, eher auf Christen abgesehen. http://www.jihadwatch.org/2015/02/leftist-splc-fan-and-supporter-of-ground-zero-mosque-murders-muslims-hamas-linked-cair-brands-it-a-hate-crime Dieser Mord wirft in den USA sicher wieder die Frage danach auf, ob Waffen einfach so erworben werden können, wenn selbst Parkplatz-Auseinandersetzungen mit Waffengewalt gelöst werden.
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In der Elfenbeinküste verschwinden viele Kinder und werden ermordet aufgefunden – man vermutet Magier hinter diesen Gräueltaten: http://www.welt.de/vermischtes/article137298239/Serie-von-Kindermorden-erschuettert-Elfenbeinkueste.html
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