Berühmte Muslime + Koran Hermeneutik

Berühmte Muslime waren:

Ibn Sina – Avicenna (+1037) – er war Allroundwissenschaftler, der die islamische Mystik beeinflusste und die europäische Medizin und als Aristoteliker auch die Philosophie: http://de.wikipedia.org/wiki/Avicenna Wobei ich vorsichtig bin, seine Sicht über alles zu stellen, ich schrieb schon einmal darüber. Unsere mitteleuropäische Medizin hat unterschiedliche Traditionen. Und man darf nicht vergessen, dass großes Wissen aus der griechischen Antike über Byzanz zu uns nach Mitteleuropa gekommen ist. Ist das schon genug untersucht worden?

Ibn Rushd Averroes (+1198) – wenn man wirklich begründet sagen will, dass der Islam zu Europa gehört, dann wäre dieser einzigartige Name zu nennen: http://de.wikipedia.org/wiki/Avicenna Er war Philosoph, Kommentator aristotelischer Schriften. Allerdings hat er in muslimischen Kreisen so seine Feinde gehabt, sodass Werke von ihm verbrannt wurden. Er versuchte zu begründen, warum der Koran das Denken erlaubt – mit Hilfe des Koran -, legte dann aber seinen Aristoteles untheologisch aus (Rückschluss aus dem genannten Artikel). Zu Averroes schrieb ich schon einmal: http://blog.wolfgangfenske.de/2011/07/05/ex-oriente-lux/ Aber was er erkannte und meines Erachtens so mancher freiere Muslim heute nicht erkennt: Eine neue KoranInterpretation hat nur Chancen von Muslimen angenommen zu werden, wenn sie aus dem Koran selbst her begründet wird. Alle anderen Maßstäbe (z.B. Aufklärung, Christentum, Humanes usw.) schaffen es nicht, über die Kreise von ein paar Liebhabern hinaus zu kommen, weil für Muslime der Koran Allahs Wort ist und für manche Rechtsschule (s.u.) die Ahadith mindestens genauso große Relevanz besitzen. Das heißt, die Interpretation muss aus dem Koran klipp und klar herzuleiten sein. Averroes hat es zwar versucht – aber das bedeutete noch nicht, dass er bei seinen Glaubensgenossen anerkannt war. Das heißt also: Der aristotelische Averroes-Islam gehört zu Europa – aber dann nur bedingt zur islamischen Welt.

Ahmad Al Ghazali (+1111) Er war ein Philosoph, der Theologie und Philosophie miteinander verband – die islamische Theologie aber vorordnete, sich dann dem mystischen Islam (Sufismus) zuwandte: http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Ghaz%C4%81l%C4%AB Weitere bekannte Mystiker: Jalal ad-Din Rumi (+1273)

Al Idrisi (+1166) war Geograph und Kartograph, der die europäische Kartografie beeinflusste. Die Karten erstellte er unter anderem mit Hilfe von normannischen Seefahrern und Kaufleuten: http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Idrisi Man darf sich allerdings von dieser Karte nicht zu viel versprechen. Er griff auf alte Karten aus der griechischen Tradition zurück – hatte gegenüber den europäischen Karten jedoch die Besonderheit, dass sie nicht theologisch eingebettet war. Ob diese Karte allerdings wirklich anders ist als die von der Beatushandschrift aus dem 10.-12. Jahrhundert, kann ich als Laie nicht erkennen: http://de.wikipedia.org/wiki/Beatus_(Buchmalerei)#mediaviewer/File:ApocalypseStSeverFolios45v46rWorldMap.jpg

Mohammad Ibn Idris asch-Schafii (768-820): Sunna ist in rechtlichen Fragen göttlich inspiriert (ich denke, er hat die anderen sunnitischen Rechtsschulen auch maßgeblich beeinflusst); unter den Rechtsschulen ist vor allem für die Gegenwart besonders bedeutsam: Mohammed Ibn-`Abd al-Wahhab (+1792), weil er in Saudi Arabien und Katar dominant ist und damit weltweit überall da, wo diese Länder im Islam mitmischen. Die schiitische Rechtsschule, die auf Ja´afar as Sadiq (+765) zurückgeht muss ebenso genannt werden.

Moderne berühmte – die Politiker wie Erdogan – lasse ich weg, ebenso die alten Kalifen. Genannt sei nur:

Nagib Machfus (Schriftsteller – erster muslimischer Nobelpreisträger für Literatur). Kurios ist das, was Abdus Salam passierte. Auch er ist ein islamischer Nobelpreisträger. Und so schrieb man auf sein Grabstein: Erster islamischer Nobelpreisträger. Da er allerdings der Ahmadiyya angehörte, strich man „islamischer“ – so dass er zum „ersten Nobelpreisträger“ mutierte http://de.wikipedia.org/wiki/Abdus_Salam . Auch wenn Ideologen sich selbst nicht für witzig halten – es wäre schade, wenn es sie nicht gäbe. Man hätte weniger zu lachen (freilich nur mit weinendem Auge, da sie vielfach sehr viel unmenschlichen Schaden anrichten).

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