Kritik an Open Doors – Zurückweisung der Kritik + Ditib gegen christliche Feste + Kritik an Konservativen Christen + Die Heilige Angela Merkel + Gabriels kultureller Kampf

Es wird Kritik an Open Doors und der Aussage geübt, dass Christen in Flüchtlingsheimen flächendeckend drangsaliert werden würden. Open Doors weist zurück, dass es von flächendeckend gesprochen habe. Ebenso sei alles, was an Zahlen herausgefunden worden sei, von Open Doors offen kommuniziert worden: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/christenverfolgung-in-fluchtlingsheimen

Als Beobachter sage ich: Es kommt mal wieder auf die Interpretation an. Ist das Glas halbleer oder halbvoll?

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Die Ditib – die aus Gnaden der AKP bestehende Religionsbehörde – kämpft nicht nur in der Türkei gegen christliche Feste, sondern auch in unserem Land. Das wäre nicht auffällig – sondern das ist ein Politkum darum, weil die Ditib von unseren Politikern dazu auserkoren wurde, Religionsunterricht an den Schulen zu gestalten. Die Türkei – die AKP – prägt also den islamischen Religionsunterricht in unserem Land mit – und das nennt man dann wohl Integration: http://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/01/06/mit-der-ditib-gegen-weihnachten/

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Es gibt konservative Christen. Und konservative Christen haben eine bestimmte konservative Sicht. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass die Abtreibung in der real praktizierten Form falsch ist. Und angeblich soll das die AfD auch sagen. Konservative Christen sagten das schon lange, bevor die AfD auf der politischen Bildfläche erschien. Sind die konservativen Christen nun AfD-Anhänger, weil die AfD in Teilbereichen mit deren Ansichten übereinstimmt? Und sie vertritt sie als politische Partei, weil sie eben auch eine konservative Partei ist.

Vielleicht kapiert noch nicht jeder den kleinen aber wichtigen Unterschied. Darum ein anderes Beispiel: Linksextremisten fordern seit langem die Zerschlagung der Bankenmacht. Wenn nun die EU auch die Bankenmacht einschränken will, ist sie nun linksextremistisch-kommunistisch?

Vielleicht gibt es in den Medien noch Menschen, die differenzieren können. Das wäre für unsere Gesellschaft wirklich gut.

Dass es dann auch Überschneidungen in der Politik zwischen konservativen Christen und der konservativen Partei AfD gibt – ist nicht verwunderlich, weil sie eben dort ihre politischen Interessen gewahrt sehen. Aber das heißt nicht, dass alle konservativen Christen nun AfD-Fans sind, weil sie auch Strömungen innerhalb der AfD erkennen können, die sie aus politischen Gründen zurückschrecken lassen, denn in der AfD sind auch Leute, die mit dem christlichen Glauben überhaupt nichts am Hut haben. Das ist wie mit den Linken. Es gibt Christen, die sich in der Partei Die Linke beheimatet fühlen, weil sie meinen, dass ihre politische Meinung dort am besten wiedergegeben wird. Andere Christen denken: Ah, ja, die Linke! – sehen aber eben dort auch extremistische antichristliche Tendenzen, die sie dazu bringen, sich eben nicht dieser Partei anzuschließen. Das ist freilich nur zu sagen, soweit die Linke eben keine rein kommunistische Partei ist – denn extreme Kommunisten sind bekanntlich nicht besonders freundlich gegenüber den Christen (mein Maßstab: Leninisten, Stalinisten, Maoisten und wie sie alle heißen).

Und nun? Nun sind manche ganz empört über die konservativen Christen. Das müssen sie aushalten – gehört zur Demokratie dazu, dass andere andere politische Meinungen haben. Und wenn sie die Partei für verfassungsfeindlich und nicht grundgesetzkonform halten, dann sollen sie gegen sie klagen. Aber ich verstehe schon, solche groß aufgemachten Informationen: Das ist Teil des politischen Kampfes gegen einen politischen Konkurrenten.

Ich wiederhole mich: Wenn die CDU leichtfertig ihre konservative Basis aufgibt, dann ist sie eben selbst daran Schuld, wenn eine Partei ihre konservativen Leute abzieht. Da hat man sich in der CDU-Führung wahrscheinlich gedacht: Nehmen wir der SPD und der FDP Leute weg, indem wir linksliberal werden. Die Konservativen sind so ein gutmütiges Häufchen, die werden schon alles mitmachen, was wir ihnen vorsetzen – sie sind eben konservativ – und was sie einmal gewählt haben, werden sie immer wählen. Und siehe da, der Plan ging nicht auf und jetzt kämpft die CDU gegen diese konservative Kraft und SPD und Linke gleichermaßen, weil in dieser Gruppe eben Leute drin sind, die nicht mehr nur konservativ sind, sondern auch nationalistisch…

Die hier in Frage kommenden Medien hatten schon immer in der Kirche einen nicht leichten Stand, denn die Auseinandersetzung innerhalb der Kirche zwischen den Flügeln ist doch nicht neu. In den letzten Jahren hat man sich ein wenig aneinander gewöhnt und sich aneinander angenähert, wahrscheinlich weil auch die links-liberale Kirche merkte, was sie an den Evangelikalen hat. Ohne Evangelikale wäre die EKD nur ein Stuhl mit zwei Beinen. Zudem: Nicht Politik ist das, was die Kirche bestimmen sollte, sondern der gemeinsame Glaube an Jesus Christus als ihren Herrn. Und der Glaube muss es aushalten, dass es in der Kirche Die Linke-Wähler gibt, SPD, FDP, Grüne, CDU-CSU, AfD und welche sonst noch. Ob die Kirche auch aushalten muss, dass es in ihr NPD-Wähler gibt? Da würde ich sagen: Gibt es überhaupt ernsthafte Christen, die sie wählen. Aber die NPD als eine Partei, die sich irgendwie in Verbindung mit den antichristlichen Nationalsozialisten der NSDAP sieht, ist für Christen unwählbar. Manche sehen das auch in der AfD. Meine Meinung dazu habe ich neulich ausführlich kundgetan (http://blog.wolfgangfenske.de/2016/12/28/ekd-und-afd-und-cdu-und-antwort-auf-kritiker/ ).

Angeregt wurde dieser Beitrag durch diese Informationen: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Christliche-Medien-Neue-Plattformen-fuer-die-AfD,afd578.html

Noch eine Anmerkung: Dass die konservativsten unter den Konservativen immun gegen Argumente sind, müsste bewiesen werden. Da wird das, was man über sämtliche Fundamentalisten denkt, einfach pauschal auf die konservatisten der Konservativen übertragen. Ob das begründet ist oder nur Gefühl dessen, der das sagt, muss er selbst wissen.

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Merkel bekommt den Eugen-Bolz-Preis für praktizierte Christliche Verantwortung: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/angela-merkel-erhaelt-preis-fuer-christliche-verantwortung/ Ich gratuliere Frau Angela Merkel. Sie ist schon in den Stand der Heiligen erhoben worden – von dieser katholischen (!) Seite. Warum? Man muss sich nur einmal das Bild anschauen: Der Sonnen-Nimbus – sogar mehr als siebenstrahlig – der Nimbus des Sonnengottes umstrahlt ihr weises Haupt. Etwas erschrocken schaut sie. Aber sie wird sich sicher auch an diese Hommage des katholischen Liberalismus gewöhnen.

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In den Nachrichten hört man immer wieder, dass Gabriel den kulturellen Kampf gegen Islamisten will. Doch was bedeutet das? Hier wird es erklärt:

Das bedeute, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken und dafür zu sorgen, „dass Stadtteile nicht verwahrlosen, Dörfer nicht verkommen und Menschen sich nicht immer mehr radikalisieren“.

Ich muss gestehen, ich habe etwas vollkommen anderes darunter verstanden: Integration – dass Menschen an unsere Kultur herangeführt werden, dass es sich die Gesellschaft zum Ziel setzt, ihnen die Sprache zu lehren, sie an unsere moralischen Grundlagen heranführen, sie Kunst schnuppern lassen und selbst dazu animieren, künstlerisch tätig zu werden. Die Werte vertreten und vermitteln. Dafür zu sorgen, dass Stadtteile nicht verwahrlosen, Dörfer nicht verkommen – das ist Aufgabe der Politik vor Ort, der Sicherheitskräfte, der Behörden, die dafür zuständig sind, Ghettobildung zu verhindern, Sauberkeit durchzusetzen, dass sich Menschen an die Ordnung unseres Landes halten (gilt nicht nur für die Zugereisten). Der Bevölkerung bleibt, Kirchen und Vereine zu öffnen, Gemeinschaften zu bilden, die die Zugereisten auffangen (was ich neulich hatte: Kolping)… Was Gabriel nennt, das erwarte ich im Grunde als Bürger dieses Landes von der Politik und denen ihr unterstellten Behörden als Voraussetzung.

Impressum http://www.wolfgangfenske.de/

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