Kristina Schröder nennt 10 Punkte zum Thema Islam/Muslime in unserem Land: http://cicero.de/berliner-republik/integrationsdebatte-und-es-hat-doch-mit-dem-islam-zu-tun
Im Wesentlichen stimme ich allem zu. Auch, dass wir als Nichtmuslime bzw. als Staat nicht zu entscheiden haben, ob XY Muslim ist oder nicht, ob der Terrorist Muslim/kein Muslim ist, ob der liberale Muslim Muslim/kein Muslim ist. Das sollen Muslime selbst leisten. Der Staat muss die eigene Verortung des jeweiligen Menschen ernst nehmen. Ebenso hat der Staat nicht die Aufgabe, die wahre Koran-Interpretation vorzulegen, sondern nur zu verlangen, dass Muslime sich an das Gesetz des Landes halten.
Ich selbst versuche ja Koran-Hermeneutik/Exegese immer wieder in den Blick zu bekommen, auch wenn das nicht meine Aufgabe ist, sondern Aufgabe der Muslime. Aber ich habe als Christ schon sehr großes Interesse daran, dass sie endlich einen Weg finden, den Koran und die Ahadith human auszulegen, da für das Zusammenleben der Religionen weltweit viel davon abhängt. Eine westliche Interpretation ist weltweit gesehen irrelevant, weil Muslime eben nur zu einem Bruchteil in Europa leben. Wir als Christen denken global, nicht national. Auch in Hinsicht auf den Islam.
Von daher hat weder eine christlich orientierte Auslegung, noch eine aufgeklärte Auslegung eine Chance, sich weltweit unter den Muslimen durchzusetzen, wenn sie denn nicht aus dem Koran selbst bzw. den Ahadith selbst heraus entwickelt wird.
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Der Kampf gegen den Islamismus wird nicht mit Bekleidungsvorschriften zu gewinnen sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/burka-verbot-in-deutschland-waere-falsch-und-sinnlos-kommentar-a-1107920.html
Recht hat er. Wie wird er denn zu gewinnen sein? Und da schweigt der Autor. Er wird überhaupt nicht zu gewinnen sein, wenn auch kleine Auseinandersetzungen nicht stattfinden. Ich denke, wie gesagt, ein Burkaverbot wird sich nicht durchsetzen, dann müsste auch ein Nikab-Verbot usw. folgen. (Freilich sollte ein Burka usw. Verbot im Straßenverkehr wegen Gefährdung der Frau und anderer Verkehrsteilnehmer unbedingt ausgesprochen werden). Aber ist der Autor bereit, eben auch den Islamismus argumentativ zu bekämpfen, oder spricht er nur Floskeln aus, um eben ein Burkaverbot zu verhindern? Spricht er Frankreich ab, ein demokratisches Land zu sein? Würde mich nur interessieren.
Korsika verbietet jetzt auch Burkinis. http://www.spiegel.de/politik/ausland/burka-verbot-frankreich-streitet-ueber-burkinis-a-1107925.html
Muslimischen Frauen fühlen sich in Frankreich durch die Gesellschaft ausgegrenzt, weil sie Burkas usw. gesetzlich ablehnt. Das ist natürlich traurig. Aber ist solchen Leuten, die sowas von sich geben schon einmal bewusst geworden, dass sich die Frauen, die sich so verhüllen, selbst ausgrenzen, Furcht verbreiten? Und Furcht macht sich auf unterschiedliche Art Luft: Lachen, Kichern, aggressive Sprüche, Rempeleien… Sie grenzen sich selbst aus. So traurig es klingt, aber sie sollten einmal die Schleier von den Augen nehmen – auch die Verteidiger der Verhüllungsmode.
In der http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-symbole-die-burka-gehoert-verboten-1.3118828 wird behauptet, die Vollverschleierung habe nichts mit der Religion zu tun! Nun, da muss der Verfasser mal Muslima fragen, die ihn tragen wollen. In der Antike wurden Frauen nicht aus dem Haus gelassen, wenn sie gehobeneren Schichten angehörten, um sie nicht zu gefährden. Der Islam kam auf eine tolle Idee: Die Frau darf aus dem Haus – aber sie trägt im Grunde das Zimmer um sich herum mit. Gegenüber den ans Haus Gebundenen war das ein toller Fortschritt. Ist vielleicht in manchen muslimischen Ländern noch immer so. Aber: Üble Männer wissen, wer sich hinter den wandelnden Häusern verbirgt, sie sind somit kaum mehr Schutz. Allerdings verleiten sie dazu, die Frauen, die diese Häuser nicht mit sich herumtragen wollen, den Männern auszuliefern: Wer kein Haus um sich trägt, der nimmt in Kauf, belästigt zu werden, fordert es gar heraus. Sie ist eben keine Frau aus gehobener Schicht, die geschützt werden muss.
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Der Islamkritiker Andreas Thiel wird in der Schweiz wie ein Aussätziger in der Antike gemieden: http://www.nzz.ch/feuilleton/andreas-thiel-der-mangel-an-rassisten-ist-fuer-viele-kuenstler-ein-problem-ld.111002
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Politiker vor Ort wissen um die Schwierigkeiten – und sie sagen ihre Meinung, die mit der Merkels nicht übereinstimmen muss – und sie bekommen Merkels angehobene Politik zu spüren. Die Wähler brechen weg: http://mobil.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Frank-Henkel-Merkels-naechstes-Opfer-article18427966.html Aber ich denke, dass Berlin ein anderes Pflaster ist. Die Berliner werden ihre Stadt sehenden Auges ausliefern. Man stelle sich einmal wirklich für Berlin eine rot-rot-grüne Regierung vor. Armes Berlin. Aber die Berliner fühlen sich dabei sexy. Das ist doch was.
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