Jesus Christus starb für mich

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Karfreitag – wir denken an Karfreitag an das Leiden Jesu Christi. Wir denken daran, dass er gefoltert wurde, dass er zu Unrecht verurteilt und hingerichtet wurde. Er starb. Wie viele andere Menschen auch – vor ihm, mit ihm und nach ihm. Und an diese entwürdigten Menschen, die in vielen Ländern der Erde gefoltert werden, zu Unrecht verurteilt und getötet werden – an die denken wir auch an Karfreitag, an all die entwürdigten Menschen weltweit. Wir sehen im leidenden Jesus Christus auch die Menschen, die sich durch Krankheit und Spott, durch Verbrechen und mangelnder Selbstachtung erniedrigt und entwürdigt fühlen. Jesus wurde wie sie erniedrigt, er wurde jedoch, und das bekennen Christen seit 2000 Jahren, er wurde erniedrigt unseretwegen. Er nahm diese Entwürdigungen auf sich, um uns die Würde zurückzugeben. Das Geheimnis, das Mysterium seines Todes können wir in seiner Tiefe gar nicht erfassen, wir können es nur staunend und anbetend betrachten, und so sind auch die Passions-Lieder, die staunende, erschrockene aber auch dankbare Betrachtungen dieses Sterbens Jesu.

Das Sterben Jesu gilt mir. Nicht nur der Menschheit insgesamt. Es gilt mir als Individuum. Gott liebt mich, das Individuum. Er liebt nicht nur pauschal die Menschheit. Ihm geht es darum, dass ich als Individuum meine Gottferne erkenne und seine Nähe suche, weil er sie zu mir gesucht hat. Darin darf ich Egoist sein, darf ich mich als Mittelpunkt der Welt wissen: Gott liebt mich. Er liebt mich so sehr, dass Jesus Christus für mich gestorben ist, damit ich Gottes Liebe zu mir erkenne und mich in sie berge. Das hat Konsequenzen für das Leben: Wenn Gott mich liebt – bin ich unabhängig vom Urteil der Menschen – und ich habe den Auftrag, sie weiterzugeben.

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Fußwaschung

Der Papst wäscht Christen, Muslimen, Hindus die Füße. Mit der Fußwaschung tut er das, was Jesus an seinen Jüngern vollzogen hat. Aber warum wäscht der Papst auch Nichtchristen die Füße? Der Papst ist nach dem Selbstverständnis ja nicht allein das Oberhaupt der Katholiken. Er ist Stellvertreter Gottes auf Erden – eben als solcher Oberhaupt jedes Menschen. http://de.radiovaticana.va/news/2016/03/24/fl%C3%BCchtlinge_warten_auf_papst_franziskus/1217799

Protestanten legen auf eine andere Interpretation größeren Wert: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und als solcher eben Statthalter Gottes auf Erden, um die gute Schöpfung Gottes in Menschlichkeit zu bewahren (Genesis 1). Jeder einzelne Christ, der sich an den lebenden Jesus Christus hält, hat den Auftrag, in der Nachfolge Jesu Christi als Christ (Gesalbter) zu leben. Die Fußwaschung ist dann etwas, das jeder tun sollte: Dient einander mit der Gabe, die ihr als Haushalter Gottes bekommen habt (1. Petrus 4,10).

Man sollte beides nicht gegeneinander ausspielen.

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Islamistenszene in Deutschland + Islamisten in der Schule

In Berlin ist sie am größten: http://www.welt.de/politik/deutschland/article153635720/Berlins-islamistische-Szene-waechst-sehr-dynamisch.html Fällt was auf? Hauptstädte sind bevorzugte Orte, an denen sich Islamisten einnisten. Warum wohl?

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Juncker weist darauf hin, dass die Islamisten durch unsere Schulen gegangen sind und nicht von außen importiert wurden: http://www.welt.de/politik/ausland/article153631880/Die-Terroristen-sind-durch-unsere-Schulsysteme-gegangen.html

Das ist das Schlimme. Auch viele, die nach Syrien gegangen sind, sind durch unsere europäischen Schulen gegangen. Was läuft falsch?

Ich denke nicht, dass das ein Problem der Schule allein ist, es ist ein Problem der Gesellschaft. Unser System bietet nicht viele Möglichkeiten, sein Leben sinnvoll zu gestalten: berufliche Karriere + Geld verdienen – das erfüllt manche nicht besonders, vor allem auch dann, wenn sie sehen, dass sie damit nicht weit kommen. Der Islam weist intensiv auf sinnerfülltere, Allah-relevantere Lebensziele hin. Der Mensch ist auf Transzendenz hin ausgelegt. Und der Staat ist ein säkularer Staat, der eben solche Lebensziele nicht vorgeben darf, sonst wäre er ein ideologischer Staat. Das ist die Aufgabe der Kirchen, die Sehnsucht nach Transzendenz mit einem sinnerfüllten Leben zu verbinden. Können die Kirchen das heute noch aktiv vorantreiben? Können sie formulieren, was sie am Glauben haben, was der christliche Glaube für die Gesellschaft bedeutet, was es heißt, sich vom guten Gott senden zu lassen, zum Dienst an den Menschen? Hat jeder einzelne Christ, auch außerhalb der Gemeindemauern, den Mut, sich mit dem Leben zu Jesus Christus zu bekennen, so zu leben, wie Jesus Christus es will? hat jeder einzelne Christ, auch außerhalb der Gemeindemauern, den Mut, sich mit seinen Worten zu Jesus Christus zu bekennen, so zu reden, wie Jesus Christus es will?

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Verfolgte Christen + Nichts mit dem Islam zu tun

Gibt es eigentlich in den beiden großen Kirchen jeweils einen Beauftragten für die Verfolgung von Christen weltweit?

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Dschihadisten haben nichts mit dem Islam zu tun: http://www.welt.de/politik/deutschland/article153653166/Dschihadisten-haben-keine-Ahnung-vom-Islam.html Was sagen wir nun all den Christen, die durch Extrem-Muslime, fromme Muslime… verfolgt, bedrängt, entführt, ermordet werden? Was sagen wir all den Muslimen, die gerne freier – sagen wir nach dieser Diktion: als wahre Muslime – leben würden, es aber nicht wagen, weil sie von Moschee-Gemeinden unter Druck gesetzt werden? Was sagen wir den Mädchen, die verheiratet werden, die Frauen, die unter die Burka gepresst werden… – das hat alles nichts mit dem Islam zu tun? Wie viele Imame haben – aus dieser Sicht heraus – nichts mit dem Islam zu tun? Was ist mit all den Christen und Atheisten, die weltweit irgendwo in Gefängnissen sitzen, ausgepeitscht werden – weil sie den Propheten, Allah oder den Koran gelästert haben sollen? Alle Ankläger und Richter haben nichts mit dem Islam zu tun? Die Männer und Frauen, die sich für Jesus Christus entscheiden und darum Unsägliches – selbst durch ihre Familie – erleiden müssen: Das bedrückende Umfeld hat nichts mit dem Islam zu tun? Hat der Koran, haben die Ahadith, wenn man sie wörtlich nimmt, etwas mit dem Islam zu tun?

Gibt es überhaupt etwas, das mit dem Islam zu tun haben – oder ist das eine Phantom-Religion?

Natürlich nicht. Wahrscheinlich: Die Euro-Muslime haben mit dem Islam zu tun, die guten Muslime weltweit, die nach christlich-aufgeklärten Maßstäben mit anderen Menschen umgehen.

Christen haben den Auftrag, das Leiden, das Menschen über andere bringen, zu benennen. Sie haben den Auftrag, Stimme zu sein für diejenigen, denen die Stimme genommen wird, sie haben die Pflicht, sich an die Seite der Verfolgten und Versklavten zu stellen. Und das gilt auch dann, wenn Religionen, Kulturen, Systeme, Tradition angegriffen werden müssen, wenn sie die Quelle des Unheils sind.

Im Namen Jesu Christi.

Und was geschieht, wenn wir unserem Auftrag nicht gerecht werden?

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Gründonnerstag: Nicht erhörte Gebete

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Beten verändert den Menschen. Gott ist keine Wunscherfüllungsmacht. Gott ist eine eigenständige Kraft, die einen eigenen Willen hat. Wenn unser kleiner Dickkopf auf Gottes Willen stößt, dann kann es sein, dass der Dickkopf frustriert wird. Auch dann, wenn es wirklich um ernsthafte, schwere Bitten geht, ist Gott keine Wunscherfüllungsmacht, sondern es geht darum, uns zu verändern. Es geht darum, dass wir unseren Willen dem Willen Gottes anpassen. Es geht darum, dass wir uns mit Gottes Willen synchronisieren.

Das Gebet lässt keinen kalt. Wenn es nicht erhört wird, ist man enttäuscht – wenn es erhört wird, ist man dankbar. Das Gebet ist etwas, das unser ganzes Wesen in Beschlag nimmt – von daher kann es uns so furchtbar frustriert zurücklassen. Das vor allem auch dann, wenn unsere ganze Liebe zu Gott in dem Gebet, unser ganzes Vertrauen zu Gott in dem Gebet Wort wird.

Doch wenn das Gebet nicht erhört wird, werden wir gottgemäßer. Gott synchronisiert uns. Menschen wollen diese Synchronisierung nicht – darum wenden sie sich enttäuscht von Gott ab und sagen: Es gibt dich nicht. Sie wollen – und das ist für jeden Menschen sehr verständlich – lieber einen Wunscherfüllungsgott.

Wer im Gebet lebt, wendet sich jedoch immer stärker von einem ersehnten Wunscherfüllungsgott ab – und wird immer dankbarer für die Synchronisierung mit dem Willen Gottes. Heute ist Gründonnerstag. Im Gethsemanegebet Jesu heißt es: Vater, lass diesen Kelch an mir vorübergehen – aber nicht mein Wille, dein Wille geschehe.

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Pontius Pilatus – Augustus – Herodes

Ein Blick auf Pontius Pilatus von Mathias von Gersdorf: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/03/pontius-pilatus-prototyp-des-korrupten.html

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Was wurde aus Pilatus? Er musste im Jahr 35 nach Rom, weil er eine Volksbewegung gewaltsam bekämpft hatte. Der Caesar Tiberius ist gestorben, bevor Pilatus sich vor ihm rechtfertigen konnte, dann musste er sich vielleicht unter Caligula verantworten. Vielleicht wurde er verbannt und enthauptet, oder er hat Suizid begangen. Vielleicht ist er auch Christ geworden. Vielleicht war auch alles ganz anders: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienP/Pontius_Pilatus.html

Wichtig ist: Pilatus ist neben Jesus und Maria der einzige Mensch, der im Apostolischen Glaubensbekenntnis erwähnt wird. Auch als Machtpolitiker wäre er im Orkus der Geschichte verschwunden, wenn er nicht Jesus, den Christus, hingerichtet hätte. Keiner würde sich mehr für ihn interessieren. So ist er in die Geschichtsbücher hineingeschliddert – und bekannter noch als jeder andere Politiker. Ach ja, auch Augustus ist weit bekannt – nur durch seine Erwähnung in der Weihnachtsgeschichte. Wer würde noch von Herodes sprechen – außer Geschichtsfans des Nahen Osten natürlich -, wenn er nicht mit dem Leben Jesu verbunden worden wäre?

Geschichte ist spannend. Vor allem auch christliche Geschichte. Auch als Protestant sieht man, was man an den Heiligen hat: Auf einmal werden solche, die in der Geschichte als Verlierer angesehen werden, eben die Opfer, bekannter als die Täter. Die Täter versinken im Orkus, die Opfer sind im Himmel. Die Namen der Täter sind Schall und Rauch – die Namen der Opfer sind bekannt.

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