Wenn ich die gegenwärtige Architektur anschaue: Alles gerade Linien. Ich bin gespannt, wann sich diese Gradheit löst und wieder spielerisch wird. Denn diese Gradheit ist kalt. Man kann sie in noch so romantisches Umfeld tun, sie lässt keine Heimat aufkommen: http://www.designboom.com/architecture/jean-nouvel-miami-monad-terrace-05-26-2016
Neulich hatte ich das Thema, dass manche alles auf Gene zurückführen (Soziobiologen) und dagegen andere, die alles der Umwelt zuschreiben (Behavioristen). Spannend ist in diesem Zusammenhang die Epigenetik. Sie untersucht die Einwirkungen der Umwelt auf die Gene. Zwar werden diese nicht direkt verändert, aber sie können aktiviert oder deaktiviert werden usw. (Die Kodierungen, die die Chromosomen strukturieren, sind modifizierbar). So kann zum Beispiel Stress der Eltern dazu führen, dass das kodiert wird und auch die später geborenen Kinder beeinflusst. Oder, was schon älter ist: Wenn die Vorfahren hungern mussten, entwickeln die Kinder leichter Diabetes usw. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/epigenetik-armut-hinterlaesst-spuren-im-erbgut-von-kindern-1.3006578 Epigenetische Fehlsteuerungen können, so der Verdacht, wohl auch Krebs auslösen.
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Menschen können in einem Versuch, in dem sie nicht ihre Hand sehen – aber eine Gummihand, meinen, ihre Hand wird gestreichelt, wenn die Gummihand gestreichelt wird. Warum? Das Gehirn lässt die Gummihand als eigene Hand erkennen. Und Forscher meinen, dass auch das Smartphone auf diese Weise vom Gehirn als Körperteil aufgenommen werden kann: http://www.report-psychologie.de/news/artikel/smartphones-als-teil-des-ichs-2016-05-25/
Ich habe das mit eigenen Worten formuliert – der Beitrag von Bartels ist lesenswert! Vor allem auch, weil er so manchem Wohlredner nicht gefallen wird.
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Wenn der islamische Religionsunterricht nicht von an der Uni ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern gehalten wird, dann sollte er nicht stattfinden. Man kann nicht einfach den islamischen Gruppen den Islamunterricht lassen. Denn das ist ja auch gerade die Kritik von liberalen Muslimen an den Zentralverbänden, dass sie einen Islam vertreten, der die Menschen eben nicht vor dem Fundamentalismus immunisiert. Im Gegenteil. Ich hoffe, Bedford-Strohm ist da genauer, statt einfach etwas zu fordern. Und wie stellt er sich das vor? Sunnitisch, schiitisch, Ahmadiyya…? Türkisch, arabisch, indonesisch, pakistanische Version? Das ist ein äußerst kompliziertes Thema und Naivität führt unser Land in eine äußerst schwere Lage. Im Augenblick bin ich noch dafür, dass Muslime den Ethik-Unterricht besuchen sollten. Und Schritt für Schrott kann dann, wenn ausgebildetes Personal da ist, Islamunterricht eingeführt werden. http://www.welt.de/politik/deutschland/article155732263/Evangelische-Kirche-fuer-flaechendeckenden-Islamunterricht.html
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Katholiken hadern mit der Ausrichtung ihrer Kirche, in der es eher um Politik geht als um Theologie, eher um Entscheidungen aus politischen Motiven als aus Glaubensgründen: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/05/zdk-und-katholikentag-spalten-die.html Die Kirchen fühlen sich sicher. Aber Schafe können sich von irdischen Hirten ganz schnell abwenden, weil sie ja den himmlischen Hirten kennen. Und aus dieser Perspektive sind auch die irdischen Hirten nichts als Schafe, die in die Irre laufen und ganze Teile der Herde mit in die Irre verführen.
Die Nato sollte dem Wunsch der Balten nicht nachgeben. Man kann ihn verstehen, aber wenn die Russen das Baltikum bis jetzt nicht angegriffen haben, ist kaum abzusehen, dass sie es später angreifen. Es sei denn, um einem Nato-Eingreifen schnell zuvorzukommen. Dann hätten wir die Katastrophe unter der vor allem die baltischen Staaten leiden würden.
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Es klang in der Tagesschau durch: Es ist schon kurios, dass das G7-Treffen stattfindet – aber diejenigen, mit denen Konflikte herrschen, außen vor bleiben: Russland und China. Das G20-Treffen mit den beiden in China zu veranstalten könnte wiederum kaum Zeit für das Wesentliche lassen, weil die anderen 11 Staaten auch Gehör benötigen.
Wen dürfen Christen wählen? Diese Diskussion geht weiter. Darf man als verantwortlicher Christ einen Politiker wählen, der sich gegen christliche Kerngedanken ausspricht? http://www.kath.net/news/55310
Nun hatte man in der EU ein paar Monate Zeit, sich eine Strategie auszudenken, wie man die Flüchtlinge aus Afrika daran hindern kann, sich auf die gefährliche Fahrt zu machen. Und was hat man getan? Zumindest nichts, das irgendeinen Erfolg zeigt. Und so ertrinken weiter und weiter Menschen. Und diejenigen, die dann hier sind – was passiert mit denen? Italien wird wieder zusehen müssen, wie es allein mit dieser Flut zurechtkommen muss. Alles wie gehabt.
Soll die Integration nur halbherzig stattfinden? http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fluechtlinge-bundesregierung-bricht-integrations-versprechen-a-1094294.html Es ist ein Dilemma: Flüchtlinge mit Bleibeperspektive sollen schnell die Möglichkeit bekommen, Deutsch zu lernen usw., damit sie schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden können, wenn sie bleiben dürfen. Was ist mit den anderen? Die Erfahrung zeigt bislang, dass viele derjenigen, die keine Bleibeperspektive haben, auch nicht so recht freudig daran interessiert sind, Deutsch zu lernen usw., wenn es ihnen ermöglicht wird. Aber wie wäre es, wenn man sie auch gut ausbilden würde und dann als „Botschafter“ der Deutschen Sprache in ihrem Heimatland Chancen böte? Wir haben sehr gute Möglichkeiten, viele Chancen, die sich auch wirtschaftlich rechnen könnten. Wir müssen sie nur klug nutzen!
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In Ägypten wurde eine 70Jährige Christin entkleidet und unbekleidet durch die Straßen getrieben. Ihr Vergehen? Sie hatte nichts dagegen, dass ihr Sohn eine muslimisch Freundin hat. Im Islam ist es erlaubt, dass ein Muslim ein christliches Mädchen zur Frau nimmt (das dann in der Regel konvertieren muss), es ist aber nicht erlaubt, dass ein muslimisches Mädchen einen christlichen Jungen zum Mann nimmt, es sei denn, er konvertiert. Der Hintergrund: Im Islam gehört das Kind dem Mann. Und wenn eine Muslima einen christlichen Mann heiratet, würde das Kind im Christentum erzogen werden, Und das ist Muslimen diesen Schlages ein Gräuel. https://www.jihadwatch.org/2016/05/egypt-muslims-strip-70-year-old-christian-woman-naked-parade-her-through-village
Rechtsextreme wie Linksextreme werden gewalttätiger. Die Ziele der Gewalt mögen jeweils andere sein, aber die Gesinnung der Gewalttäter ist für die Gesellschaft gleich schlimm. Dieser muss man auf den Grund gehen. Ideologen haben aber immer ein Problem: Sie meinen, die Rettung der Gesellschaft muss jetzt geschehen und hängt von ihnen ab. Die Rettung der Gesellschaft ist nur erreichbar, indem man den Gegner vernichtet bzw. umerzieht, denn er hindert ja die Gesellschaft daran, paradiesisch zu werden. Die Ableger der ideologischen Weltanschauungen Nationalsozialismus und Kommunismus machen heute immer stärker von sich reden. Die Islamisten sind Anhänger einer religiösen Ideologie. Der Unterschied zu beiden zuvor genannten liegt darin, dass hier Allah noch ins Spiel kommt. Mit Zwangsmaßnahmen tritt aber auch der ideologische Liberalismus auf. Er wird gesellschaftspolitisch erst einmal nicht so deutlich, weil er den Staat, Medien, Bildungselite usw. benutzt, um die Menschen erzieherisch und mit gesetzlichen Repressalien auf Vordermann zu bringen (Marcello Pera). Weltanschauungen welcher Couleur auch immer nehmen für sich in Anspruch, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
Und hier muss man ansetzen: Demokratie bedeutet für mich: Es gibt eine Auseinandersetzung der unterschiedlichsten Strömungen innerhalb einer Gesellschaft, mal mehr mal weniger heftig. Aber man weiß darum, dass das eine muntere Auseinandersetzung bleiben muss und es nicht um Leben und Tod geht. Und sobald eine Gruppe für sich in Anspruch nimmt, dass alle nach ihrer ideologischen Pfeife tanzen müssen, weil es um Leben und Tod der Gesellschaft geht, beginnen auch die anderen aggressiver zu werden. Und ich denke, dass der ideologische Liberalismus inzwischen vielen auf den Keks geht. Darum der Kampf gegen Political Correctness, gegen die Lügenpresse, der Schwenk gegen die etablierten Parteien – und zwar nicht nur durch verändertes Wahlverhalten, sondern auch durch Verbalaggression.
Was können Christen in dieser gegenwärtigen Auseinandersetzung für Akzente setzen?
Die Welt muss nicht nach unserer Pfeife tanzen. Und sie wird nie nach unserer Pfeife tanzen, so sehr man sich auch anstrengt. Von daher: Gelassenheit!
Wir haben politische Ansichten, sie werden energisch aber versöhnlich in die Diskussion eingebracht.
Dass man sich irren kann, schuldig werden kann vor Gott und Mensch, sollte einem immer wieder bewusst werden.
Rücksichtnahme ist einzufordern – Rücksichtnahme auf jeden in der Gesellschaft, auch auf den politischen Gegner.
Vergebungsbereitschaft.
Das Betonen der Abhängigkeit: Jeder und jede in der Gesellschaft ist von anderen abhängig, auch jede politisch/ideologische Gruppe ist abhängig von den anderen Gruppen.
Man kann immer von anderen lernen, nicht nur, wie man sich bekämpft, sondern auch, wie man zum Wohl der Gesellschaft wirken kann.
Menschenrechte sind zu achten – auch des politischen Gegners. Und denen, die Menschenrechte verweigert werden, muss man sich zur Seite stellen, auch wenn er politischer Gegner ist.
Solidarität heißt für mich: Verantwortlich handeln. Das mit Blick auf die unterschiedlichsten Zeitgenossen, die kommenden Generationen, die vergangenen Generationen.
Jeder sollte die Kunst der Politik beherrschen – auch Politiker: Alle Gruppen (auch die politischen Gegner), so sie auf der Basis des Grundgesetzes stehen, in den Entscheidungsprozessen berücksichtigen und die für die meisten Menschen einer Gesellschaft besten Wege zu finden.
Es muss allen ermöglicht werden, an den Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Vielleicht hat sich in unserer Gesellschaft an dieser Stelle eine Erstarrung breit gemacht – eben durch den ideologischen Liberalismus. Aber auch durch das erstarrte Parteiensystem. Es gibt sicher auch Modelle von Fachleuten, die an dieser Stelle weiterführen können.
Die Kritik an der Studie muss fundiert sein. Ich schrieb (24.5.): „Jetzt werden wahrscheinlich überall die Zweifel (an der Studie) kolportiert.“ Auch Open Doors Kritiker sollten nicht einfach nachplappern, sondern recherchieren.
Christen sind Kinder Gottes. Sie wissen das. Sie sind in und durch Jesus Christus Brüder und Schwestern. Und das gilt über alle politischen Grenzen hinweg. Darum sollten sich Christen nie durch Politik auseinander dividieren lassen. Diejenigen, die sich wirklich als Kinder Gottes wissen, lassen sich auch nicht aus politischen Gründen auseinandertreiben. Das heißt nicht, dass man sich nicht hart auseinandersetzen darf. Aber das heißt, dass man trotz harter politischer und weltanschaulicher Auseinandersetzungen um die gemeinsame Basis weiß und aufgrund dieser Basis gemeinsam miteinander lebt. Einander zuhört, miteinander spricht, miteinander um den richtigen Weg für die Gesellschaft ringt, einander vergibt, miteinander feiert, singt, betet.
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Ohne Internet soll angeblich bei Jugendlichen nichts mehr gehen. Wie sagte Luther: Woran du dein Herz hängst, wovon du dich abhängig machst, das ist dein Gott. Aber die Jugendlichen sind eben Abklatsch ihrer Eltern.
Apropos Internet: Viele haben Sehnsucht nach einer festen Beziehung. Zu Menschen.
Ich kenne so manchen Jugendlichen, der das Internet vor lauter Langeweile benutzt. Und je mehr er das Internet benutzt, desto langweiliger wird es ihm. Ein Teufelskreis. Wie bricht man aus? Durch Freunde, mit denen man durch das Internet verbunden ist – aber auch durch gemeinsame Erlebnisse.
Gott wird wahrscheinlich erst eine Rolle spielen, wenn das Internet zusammen gebrochen ist. Jesus könnte zu diesem Thema sicher ein tolles Gleichnis erzählen.
Das verlorene Kind. Ein Kind sagte zu seinem Vater: Schenk mir ein Smartphone. Und der Vater schenkte ihm ein Smartphone. Seitdem sprach das Kind kaum noch mit dem Vater, sah kaum noch die Wunder der Natur in natura, sondern höchstens noch hier und da auf dem kleinen Bildschirm. Eines Tages fühlte das Kind sich einsam und allein, trotz Smartphones schönen Bildern, den Stimmen aus dem kleinen Gerät. Die Augen brannten, die Finger verkrümmten sich wie der Nacken. Es konnte nicht mehr schlafen. Und da besann es sich und sagte: Wie gut konnte ich mit meinem Vater reden! Wie gut konnten wir gemeinsam was unternehmen! Und es nahm das Smartphone, und…