Problem mit dem Schlafen, Problem mit der Politik, Problem mit dem Alter, Problem mit der Schwangerschaft, Problem mit dem Beruf, Problem mit dem PC, Problem mit dem Haustier, Problem mit dem Auto, Problem mit dem Klima und dem Wetter, Problem mit der Ehe und den Kindern, Problem mit der Bahn, Problem mit der Verdauung, Problem: Was essen wir heute?…
Wie schön – dass wir geschätzte 90% des alltäglichen Lebens nicht als Problem wahrnehmen, sondern so wie es ist und vieles sogar äußerst dankbar, schön, angenehm, wohltuend…
Ein Kampfsportler verletzte vier Polizisten – und was geschah, nachdem er festgenommen worden war – die Staatsanwaltschaft ließ ihn laufen. Und was passiert wohl nun mit seiner Ex-Freundin? Sie wird Angst ausstehen müssen. Was passiert mit ihrer Freundin, bei der sie Unterschlupf gefunden hatte? Auch sie wird Angst ausstehen. Und was passiert mit der Staatsanwaltschaft? Sie tut ihre Arbeit. http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/01/Guben-Polizeieinsatz-Anti-Terror-Kaempfer-ueberwaltigt.html
Unter der Mahnung: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in die `Diskursfalle´ tappen“ heißt es Seite 9:
Wann immer wir also Vorurteilen und Ressentiments gegenüber Flüchtlingen mit dem Argument entgegentreten, dass es „auch andere“ gibt oder wenn wir von der „großen Mehrheit“ oder von „99,5 Prozent“ sprechen, die „friedlich“, „freundlich“ oder „gut“ sind, ist die „Diskursfalle nicht weit weg und tragen wir ungewollt möglicherweise dazu bei, dass statt der eigentlich dringlichen „Rassistenfrage“ die „Flüchtlingsfrage“ diskutiert wird und „Täter und Opfer“ vertauscht werden.
Bei so mancher Zahleninterpretation ab Seite 22ff. fallen sie selbst in die Diskursfalle. Aber: Man muss sagen: Diese Broschüre hilft sicher ein wenig zumindest gegen diejenigen, die viel pauschalisieren und weniger tief blicken. Da kann man dann mit Zahlen oder Angaben brillieren. Aber:
„Behauptung: `Die wollen alle zu uns!´“ „Tatsache: Die müssen da weg!“ (Meinen die Schreiber das wirklich so?)
„Behauptung: `Das sind nur Männer!´“ „Tatsache: Die Familien flüchten“ – und was zeigen die Balken?: 58% Männer, 17% Frauen, 25% Kinder. Kinder und Frauen werden getrennt. So kommt man dann auf die Zahl 42% Familien. Wie viel % dürften aber wirklich Familien sein? Mathematiker an die Front! – Das heißt: Sie tappen selbst in die Diskursfalle. Am Besten – ein Tipp für die nächste Broschüre – sagt man schlicht nur das, was Pro Asyl denkt: Ob Männer, Frauen, Kinder – alle sind willkommen!
Doch dann diese Einleitung bei ze.tt: Wer bei diesem Video nicht weint ist ein Monster. Das ist wieder genau das Gegenteil von dem, was das Video zeigen will. Hier wird nun sogar noch eine emotionale Wallung gefordert – und wer diese nicht leisten kann, wird ausgeschlossen. Das ist pervers. Aber das Video ist gut.
„Der Islam nun freilich, so viel Realismus müssen wir aufbringen, ist eine postchristliche Erscheinung, die mit dem Anspruch auftritt, die Kerngehalte des Christentums zu negieren: Den Glauben an den dreifaltigen Gott, die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und sein Erlösungswerk am Kreuz. Nur wer seinen eigenen Glauben entweder nicht kennt oder nicht ernst nimmt, kann hier eine weit reichende Integration des Islam als Islam für möglich halten.“
Dass sich der Islam als Religion nicht in einer christlichen Welt integrieren kann, weil Mohammed eben schon andere Vorzeichen gesetzt hat, eben die der Verneinung des Anspruchs christlichen Glaubens, Gott gemäß zu handeln, dürfte weitgehend deutlich sein. Die Frage ist allerdings: Wie sieht es mit einer säkularen Welt aus? Ist der Islam als Religion fähig, sich einer säkularen Welt zu integrieren? Wahrscheinlich nur, wenn sich die säkulare Welt dem Islam weitgehend anpasst.
Aber: Wir dürfen nicht hoffnungslos und depressiv werden angesichts dieser Zukunft, sondern: Mut machen die Muslime, die den Islam aus einem politischen Islam zu einem Islam der Spiritualität verwandeln wollen oder sich in unserem Land so wohl fühlen, dass sie ihn zähmen wollen mit Hilfe unserer Kultur.
So heißt es hier http://www.ekd.de/download/christlicher_glaube.pdf („Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ (2015):
darum begrüßt sie (die evangelische Kirche) die Entwicklung eines westlich geprägten Islams als Ausdruck der Inkulturation und Beheimatung bei uns.
Die evangelische Kirche sucht das Gespräch mit dem Islam über die Grundlagen der Religion und der Ethik und geht davon aus, dass die Bedeutung der Theologie für die Öffentlichkeit einer pluralistischen Gesellschaft insbesondere dort erkennbar wird, wo der interreligiöse Dialog die Spielräume wechselseitiger Wahrnehmung und Aufmerksamkeit füreinander erweitert.
Das muss unser Ziel sein: Den liberalen Kräften des Islam Raum zu geben. Im Augenblick gibt man in der Politik eher den konservativen Kräften Raum, weil sie sich zusammengeschlossen haben. Aber ich hoffe, dass liberale Kräfte auch so langsam aufwachen.
Um nicht von bewussten Missverstehern missverstanden zu werden: ich bin nicht dafür das Rechtsextremisten an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg Raum bekommen sollen, weil Linksextremisten ihn bekommen. Ich bin dafür, dass Extremisten welcher Couleur auch immer nicht vom Staat unterstützt werden.
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In Kanada wurde der mögliche Attentäter, der Muslime in einer Moschee angegriffen hat, festgenommen: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/kanada-anschlag-moschee-quebec-einwanderungspolitik Man muss auch hier beachten – das soll aber nicht den/die Gewalttäter verteidigen: Es wird eine Politik betrieben, die ein Teil des Volkes nicht nachvollzieht. Somit wird eine Spaltung der Kanadier vorangetrieben – und das bedeutet eben auch, dass die Gesellschaft gewalttätiger werden wird. Man kann das alles beklagen – und tut es auch zu recht. Aber Kenntnisse in Soziopsychologie sollten grundlegend alle Politiker haben.
Eine Nachricht kursiert: Trump greift Deutschland an. Es geht um die Wirtschaft. Die anderen US-Chefs haben es nicht gemacht? Ich nenne nur Wirtschaftsspionage, NSA… – nun ja, Trump mag dies und das sagen, darin ist er offen und ehrlich wie ein Kind. Die anderen haben nicht gesprochen, sie haben es gemacht.
Die Umfrage zu Trump ist wirklich interessant: Am meisten Zustimmung findet er bei Menschen zwischen 18 und 24 Jahren; ebenso sehr viel bei Muslimen, danach kommen die Protestanten und erst danach die Katholiken. Die anderen zahlen finde ich nicht überraschend. Weder, dass so viele ihn ablehnen – wie könnten sie auch nicht, angesichts des medialen Dauerbrenners. Die meisten Leute werden eben nur die Infos haben, die ihnen unsere EliteMedien präsentieren. Man sollte noch die „Ich weiß nicht“ Fraktion beachten. Der rechne ich mich nämlich selbst zu: Mal abwarten und dann cool reagieren – wie neulich geschrieben. http://cicero.de/berliner-republik/ciceroumfrage-klare-mehrheit-der-deutschen-gegen-trump – auch wenn das von manchen als politisch dumm darstellen – und Trump mit Hitler vergleichen.
Herrlich: Lanz, Lanz, Lanz – typischer Ausdruck vieler unserer Zeitgenossen. Sachlich richtig: Ranga Yogeshwar. Ich frage mich: Hat Lanz überhaupt kapiert, worum es ging, weil seine Einwürfe nur zeigen, dass er von seinem Kontrafaktischen sehr überzeugt war. Wenn man über kontrafaktisch spricht – und dann eben ein solches Bild vorzeigt, das eben selbst kontrafaktisch ist, dann zeigt das die eigene Begeisterung fürs Kontrafaktische. Yogeshwar zeigt – und das finde ich klasse: Man muss nicht für Trump sein, um Ehrlichkeit in der Berichterstattung einzufordern:
Dass Obama Stellung bezieht – übrigens auch Fakten verdrehend – zu dem Einreiseverbot – zeigt, dass die Demokraten keine funktionierende Führung mehr haben. Obama wollte schweigen – aber er muss die Stimme erheben – weil eben die Demokraten-Führung vor lauter Schock gelähmt ist. Oder ist sie nur dabei, Widerstand der Straße und der somit der Elite-Medien zu organisieren, um Trump das Regieren schwer zu machen.
Nachdem nun Aleppo endlich von den bewaffneten Banden befreit wurde – hilft die westliche Gemeinschaft nun beim Aufbau angemessen mit, damit die Flüchtlinge zurückkönnen?
Unsere Propaganda-Medien haben inzwischen das Thema Aleppo – Syrien verlassen. Ihr politischer Einfluss war dankenswerter Weise nicht wahrnehmbar. Auch unsere Politik, die sich hat anstacheln lassen und selbst angestachelt hat, ist inzwischen verstummt – und hatte Gott sei Dank keine weiteren Auswirkungen auf die Lage vor Ort.
Ein Wort des Bedauerns der Politik und der Medien? Ich habe keins wahrgenommen.
Die Fehlurteile unserer Medien angesichts der großen politischen Lage sind eklatant – aber sie lernen nicht daraus – sie machen weiter wie gehabt, nur mit Blick auf andere Themen.
Jetzt sollten sie als Entschuldigung wenigstens eine Kampagne starten, die den Aufbau Aleppos unterstützt.
Menschen werden gnadenlos an ihren Fehlern der Vergangenheit gefesselt.
Menschen werden gnadenlos an ihre vermeintlichen Fehlern der Vergangenheit gefesselt.
Es gibt keine Chancen, auch wenn sie längst ihre Meinung geändert haben.
Wie heißt es – abgewandelt:
Lieber in die Hände Gottes fallen als in die Hände der Menschen.
Nur von Gott befreite Menschen, müssen andere nicht an ihren Fehlern fesseln? Sie müssen sich nicht beweisen. Sie müssen dem Anpassungsdruck nicht nachgeben. Sie sind frei – und können Freiheit schenken.