Bringt sie zum Schweigen

Jeder wird mit Meinungen anderer konfrontiert, die er nicht gerne hört. Manche kommen in Diskussionen, die in kleinen Gruppen stattfinden, damit nicht klar und posaunen ihre Meinung lautstark und mit Dominanzgehabe hinaus. Das ist so und wird auch so bleiben. Nur hört man in den letzten Jahren verstärkt davon, dass vor allem linke Gruppen sich darin hervortun, die Meinungen anderer im öffentlichen Raum nicht nur zu stören, sondern die Äußerung sogar zu verhindern suchen. Und das mit massiv gewalttätigem Auftreten – und was mir schon als Schüler aufgefallen ist – immer wenn Kommunisten mitdemonstrierten, gab es Lärm und krach. Das ist eine wunderbare Charaktereigenschaft: viel Lärm machen, soviel, dass Menschen mit anderer Meinung ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen können. Dadurch wird jeder friedliebende Mensch eingeschüchtert – wer mag sich schon mit Krawallschachteln anlegen? Da aber Kommunisten ein – sagen wir – gestörtes Verhältnis zur Demokratie haben, zur Meinungsvielfalt, ist es für unseren Staat nicht ungefährlich, wenn man den Schreihälsen den Raum lässt, den sie sich auf Kosten anderer Meinungen einfordern.

PS: Gedenkstätten kommunistischer Gewalt werden immer weiter verdrängt. Im Mitteilungsblatt der igfm heißt es: „Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft … wirbt für ein repräsentatives, alle Opfer des Kommunismus in Deutschland und Europa … integrierendes Mahnmahl an einem repräsentativen, von der Öffentlichkeit einsehbaren und besuchbaren Ort.“ Mein Tipp: Flughafen Tempelhof. Da würde wohl der rote Wowereit puterrot und das ganze rote Rathaus mit den roten, röter am rötesten Genossen in Bewegung setzen, um das zu verhindern. Oder?

Sie wagte es

Die arme Sophia, Königin von Spanien, sie wagte es zu sagen, was sie dachte. Und sie wagte etwas zu denken, was andere gar nicht mögen. Und dann geht das Geschrei los. Das ist kennzeichnend für manche Gruppen: Wie von Taranteln gestochen springen sie auf. Da gehöre ich doch lieber zu Gruppen, über die alle ablästern dürfen, ohne dass man wie von Sinnen aufspringen muss: Ich bin Hetero, Christ, irgendwas ab 50, also irgendwie sowas wie Grufti und Biedermann, und bin überhaupt ein konservatives Pfui. Ihr lieben Schreier, lassts gut sein. Zuviel Schreien ist kontraproduktiv: Es härtet die Beschrieenen ab.

Denken

Manche haben Angst davor, dass einer sagt, was er denkt, denn dann könnten aufeinmal alle sagen, was sie denken. Und nicht mehr er allein oder seine Gruppe sagen vor und denken vor, was alle sagen dürfen und denken müssen. Tja, nun haben wir den Salat: Der mündige Bürger in Deutschland denkt und sagt was er denkt, im Idealfall. Warum sollte er nur sagen dürfen, was einer vorsagt, und denken, was einer vordenkt? Was für ein Dilemma für unsere kleinen Diktatoren, dass der mündige Bürger einfach nicht versteht, dass er nur denken und sagen darf, was Klein-Diktator selbst und seine Gruppe gesagt und gedacht haben wollen. Auf die mündigen Bürger – mit Gebrüll …

Hoffnungsbuch

Das Neue Testament ist ein Hoffnungsbuch. Es macht Menschen Mut in dem von Übeln geprägten Alltag zu leben. Und zur Zeit der Entstehung des Neuen Testaments ging es nicht nur um vermisste Schlüssel oder sowas, sondern wie heute noch überall in der Welt: um Hunger, Willkür, Rechtlosigkeit, Sklaverei usw. Und auch die Ethik ist eine Hoffnungsethik: In all dem ethischen Chaos gibt es eine Richtung vor: Liebe und Achtung sind dem Nächsten entgegenzubringen. Auch in Fragen der Sexualität darf Ausbeutung keine Rolle spielen. Reichtum darf nicht gehortet werden, sondern muss verantwortlich gehandhabt werden. Hierarchische Gewalt hat seine Grenzen – und muss sich als dienend ansehen usw. Es ist ein Hoffnungsbuch: Gott möchte, dass Menschen nach einer anderen Regel leben als sie es bislang untereinander kennengelernt haben. Und dass es nicht naiv ist, darauf weisen all die Stellen, die davon sprechen, dass Menschen gegen diese neue Lebensweise gewalttätig vorgehen. Aber Gottes Wille/seine Liebe birgt die Menschen, die unter die Räder kommen. Vertröstung? Für den, der Gott nicht kennt/kennen will, sicher. Aber für den, der um Gottes Existenz weiß, nicht.   

Laschet-Typ

Was ist das denn für ein Typ, der Laschet, der den Schriftsteller Giordano als „fundamentalistisch“ und „fast rechts“ bezeichnet, weil der gegen Moscheen usw. ist? Der hat ja ein interessantes Weltbild, nach dem Motto: Willst du nicht für Moscheen sein, bist du mir ein fundamentalistisches und rechtes Irgendwas. Und so einer beeinflusst die politische Landschaft. Wie schrieb mal einer: Kopfschüttel!

Islam und Frauen

Leserbrief in Focus online zu der Nachricht, dass in Somalia eine 13 Jährige, die vergewaltigt worden war, gesteingt wurde:

„Das ist gegen den Islam!
wir Moslems sollen den Weg Mohammeds gehen. Er hätte es NIEMALS zugelassen das einem Menschen (egal ob Mann oder Frau, Moslem oder Andersgläubiger) angetan wird! Nach dem Tod unseres Propheten haben sich irgendwelche Frauenfeindlichen „Herren“ so einen Mist ausgedacht, um Frauen zu unterdrücken. Das alles ist absolut nicht mit dem Islam vereinbar. Wir Moslems verachten absolut solche Schreckensregime. (Der Islam verbietet sogar Mishandlungen von Tieren). Diese ewig gestrigen (und in meinen Augen kranken) Mullas stellen unsere Religion in einem total falschem Licht dar.

Nun: Im Koran steht – soweit ich mich erinnern kann – nichts von Steinigungen. Aber dass Hure und Hurer mit 100 Peitschenhieben geschlagen werden sollen. Dass das nicht gerade einfach zu ertragen war, zeigt der folgende Satz: „und nicht soll euch Mitleid erfassen zuwider dem Urteil Allahs, so ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag“ (24,2). Ob diese Vorgehensweise für das 13 jährige Mädchen besser gewesen wäre? Und eine der Ehefrauen, die „Hurerei begeht“, soll – wenn vier Zeugen gegen sie da sind – in das Haus eingesperrt werden, bis sie stirbt oder einen Weg in die Freiheit findet (4,15(19)) Es zeigt sich doch hier auch wieder: Was für eine andere Welt zu der Tradition, die in Jesu Fußspuren steht (Johannesevangelium 8). Man würde ja gar nichts sagen, wenn der Koran als vergangen angesehen würde – aber er ist ja – mit den schlimmeren Hadithen – eine Art Gesetzbuch! So sei nur verwiesen auf: Sahih Muslim Buch 17 :

www.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/muslim/017.smt.html ab der Nummer 4191 bes. auch 4207. Folgendes finde ich besonders interessant: Book 017, Number 4194: ‚Abdullah b. ‚Abbas reported that ‚Umar b. Khattab sat on the pulpit of Allah’s Messenger (may peace be upon him) and said: Verily Allah sent Muhammad (may peace be upon him) with truth and He sent down the Book upon him, and the verse of stoning was included in what was sent down to him. We recited it, retained it in our memory and understood it. Allah’s Messenger (may peace be upon him) awarded the punishment of stoning to death (to the married adulterer and adulteress) and, after him, we also awarded the punishment of stoning, I am afraid that with the lapse of time, the people (may forget it) and may say: We do not find the punishment of stoning in the Book of Allah, and thus go astray by abandoning this duty prescribed by Allah. Stoning is a duty laid down in Allah’s Book for married men and women who commit adultery when proof is established, or it there is pregnancy, or a confession. Ein anderes Wort sagt, dass die Frau, die bekannt hatte, nach der Entbindung auf Mohammeds Geheiß hin gesteinigt worden ist. Es ist keine „Gnade“, das Kind austragen zu dürfen – das hängt damit zusammen, dass das Kind dem Mann gehört.

Zivilcourage

Am letzten Samstag schrieb ich für Morgen, Dienstag:

Ich wohne in Hessen. Der 4.11.2008 – ein Tag, an dem so mancher im Parlament Zivilcourage braucht. Denn andere wetzen schon ihre Münder und Stifte, um couragierten Menschen übelste Beweggründe zu unterstellen. Schon im Vorfeld sehen wir, was so manche Parteimitglieder und von der schreibenden Zunft von Demokratie halten. 

Nun kam alles schon heute anders. Ich hoffe, die Partei zeigt Größe gegen diejenigen, die ihrem Gewissen treu geblieben sind. Neuwahlen wären eigentlich schon seit Wochen das sauberste Procedere gewesen.  

Nachtrag: Es geht schon los. Nun, der Wowereit spricht laut faz-online von Moral: >Es sei „moralisch verwerflich“ und unsolidarisch, sich erst nach den ganzen Verfahren in der Partei einen Tag vor der geplanten Wahl der hessischen SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu äußern. „Das ist keine politische Frage, das ist eine moralische Frage.“< Leute, zeigt Größe und demoliert euch nicht weiter so, wie bisher.

Nachtrag 4.11.: Sicher wäre es besser gewesen, drei der vier hätten schon vorher nicht mitgemacht. Nur: Wer weiß denn schon immer, wann man so mutig ist, den letzten Schritt zu wagen? Vielleicht gibt es weitere nicht ganz so Mutige, die ihn erst bei der Abstimmung gewagt hätten (s. Simonis)? Das Gesetz sieht ja keinen Zeitpunkt vor, bis zu dem der Mut da sein muss. Bis zur Wahl – eben: bis zur Wahl.

Gott verachten

Neulich habe ich in einem Leserbrief gelesen (sinngemäß): Wenn es einen Gott gibt, dann verachte ich ihn, weil er all das Unrecht zulässt. Das veranlasste mich, ein Gleichnis Jesu umzuformulieren. Als der König zurückgekommen war, sagte er zu diesem Menschen: Ich habe gehört, du verachtest mich, weil all das Unrecht geschieht. Hast du es aus großer Liebe zu den Menschen gesagt – und bist dann hingegangen und hast alles dir mögliche getan, damit deren Leid gewendet wird? Dann gehe ein in meine Liebe. Hast du aber nur am PC gesessen und über das Elend der Welt schwadroniert und nichts getan, damit es den Menschen besser geht, dann geh aus meinen Augen.

Moslems c. Mohammed

Ich habe wiederholt gelesen, dass Christen vorgeworfen wird, den Koran misshandelt zu haben: verbrannt, Seiten herausgerissen usw. An den Beschuldigungen war nichts dran – vor allem werden sich Christen in Pakistan und sonstwo hüten, den Mob zu reizen. Oder dass moslemische Schüler in Nigeria Aufsätze schreiben, in denen der Prophet Mohammed beleidigt wird – diese werden dann Christen in die Schuhe geschoben was zu gewalttätigen Ausschreitungen führt. Wie ist das soziopsychologisch zu erklären? Da „beleidigen“ sie Mohammed, Allah und Koran, um Handhabe gegen Christen zu bekommen!

Spielt da der inhärente Zorn gegen die eigene Religion eine Rolle? Ich bin auf meine Religion wütend, darf es nicht zeigen, werfe anderen das vor, was ich am liebsten selbst machen würde – und stelle mich dann, um mich selbst reinzuwaschen, als besonders fromm dar, indem ich Gegner massakriere? Interessant fand ich auch – ich weiß nicht, ob ich das schon mal geschrieben habe – dass in Indonesien ein Mob eine Bibelschule angegriffen hat. Und der oberste fromme Einpeitscher schrie die ganze Zeit: Wir haben keine Angst – auch wenn ihr uns tötet. Die paar jungen Leute sollten diesen in Massen zusammengelaufenen Mob, der mit Stöcken und wutverzerrtem Gesicht bewaffnet war, töten? Verschüchtert und friedlich wie sie waren? Auch hier: Das eigene mordlüsterne Tun wird auf die selbsternannten Gegner projiziert – und die Helden geilen sich daran auf und meinen, wer weiß wie mutig sie sind. Feiges Pack – oder was soll man sonst dazu sagen? 

Zum Sonntag 13

Ich wünsche Segen allen, die glauben, aber Gott in ihrem Leben nicht wirken sehen – dass sie Geduld haben mögen.

Ich wünsche Segen allen, die krank sind, einsam, von Menschen verlassen und sterbend – und Gott für seine Nähe und Liebe dankbar sind.

Ich wünsche Segen allen, die Gott nicht verstehen, ihn anklagen, vor ihm klagen, vor ihm verzweifelt sind – dass sie in Jesus ihren Bruder erkennen, der wie sie gerufen hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Dr. Wolfgang Fenske – Anschrift s. auf  www.wolfgangfenske.de