Kritik

In der FAZ gibt es einen Artikel über den Umgang mit Kritik: Wie kritisiert man richtig, wie gehe ich mit Kritik um.

Wie kritisiert man? Da wird unter anderem genannt: Vor der Kritik einen Hinweis geben – Den zu kritisierenden nach Erklärung für sein Verhalten fragen – sachlich und genau erklären, was man kritisiert – „Ich“ sagen – Maßnahmen vereinbaren.

Und wie gehe ich mit Kritik um? Ruhe bewahren – konkrete Beispiele erfragen – wilde Rechtfertigungen vermeiden – welcher Punkt ist brauchbar? – Unsachliches ignorieren.

Was man nicht alles schon weiß – aber doch nicht in der Lage ist, es umzusetzen. Oder?

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Iran-Wahl

Im Iran wird gewählt. Gestern in den Nachrichten war der Kommentator schon vollauf begeistert für den Fall, dass Ahmidiwerweißwas nicht mehr gewählt werden würde. Man hätte meinen können, der wäre schon nicht mehr an der Macht. Wenn die Bevölkerung ihn nicht mehr wählen würde – würde der sich wirklich zurückziehen? Hat er nicht schon alle Vorkehrungen getroffen, dass solche eine Beleidigung des Präsidenten klammheimlich nicht stattfindet? (Er sagte nämlich gegen seine Gegner sinngemäß: Ein Präsident darf nicht beleidigt werden und dass er alle ins Gefängnis werfen wolle…) Ob er wirlich aufgibt oder nicht doch seine Hunde auf die Freieren hetzt? Es wird spannend im Iran.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Internationalität

Zur Internationalität von Christen, die ich Gestern angesprochen habe, noch Hinweise auf open doors, zum Beispiel die Gebetsanliegen im Juni: Nigeria, Mauretanien, Libanon, Iran, China, Nordkorea, Philippinen, Vietnam, Laos, Myanmar, Bangladesch, Sri Lanka, Tadschikistan, Iran, Irak, Algerien, Äthiopien, Eritrea, Somalia, Kolumbien. Solche Listen mit Gebetsanliegen gibt es auch von anderen Organisationen. Dann ist das Engagement von Brot für die Welt, Misereor, Hilfe für Brüder … zu nennen. Paulus schreibt in seinem 1. Brief an die Korinther davon, dass Christen in Jesus Christus ein Leib sind – und alle sind gleich wichtig an diesem Leib. Wenn es einem Glied wehtut, dann sind alle anderen mit beteiligt. Und als so einen Leib verstehen sich Christen auch – Christen in der ganzen Welt. Dann gibt es freilich auch masochistische Christen, das heißt Christen, die meinen, ihren eigenen Leib bekämpfen zu müssen, nicht, weil sie aus unterschiedlichen Völkern kommen, das nationalsozialistische Gedankengut ist soweit ich sehe kaum anzutreffen, sondern weil der rechte Arm manchmal was anderes tut als der linke Arm, meinen sie, einander bekämpfen zu müssen, weil das eine Ohr höher hängt als das andere, meinen sie einander bekämpfen zu müssen – und das macht sie in der Welt auch verständlicherweise lächerlich. Aber diese allzumenschlichen – nicht göttlichen – Anfälle in der Kirche sagen nichts darüber aus, dass die Gemeinde nicht ein Leib ist. Freilich haben in vielen Ländern traditionelle Christen auch schlicht und ergreifend Angst, sich mit zum christlichen Glauben konvertierten Christen zusammen sehen zu lassen, weil das massive Probleme mit sich bringen kann (z.B. Iran, Mauretanien…) Aber das sagt ja nichts darüber aus, dass sie nicht zu dem einen Leib gehören. Und das ist wirklich das Wunderbare: Wenn man sich irgendwo in der Welt trifft, man aber nichts voneinander weiß, dann merkt man nicht selten die „gemeinsame Wellenlänge“, bis man dann herausfindet: Auch sie/er gehört zu diesem Leib. Von daher verstehe ich Christen nicht, die ihre inhaltlichen Differenzen über diese Gemeinsamkeit stellen. Ich habe zum Beispiel eine ganze Menge inhaltlich an den Vorstellungen „unseres“ Papstes auszusetzen (auch als einer, der in der evangelischen Tradition lebt) – aber ich spüre gleichzeitig, dass eine verbindende Gemeinsamkeit da ist… Deswegen kann in der evangelischen Kirche auch von der unsichtbaren Kirche in Trennung von der sichtbaren Kirche (ecclesia invisibilis – ecclesia visibilis) gesprochen werden. Ich sags mal auf meine Art: Innerhalb der unterschiedlichsten Gemeinden gibt es Menschen, die zusammengehören – jenseits aller äußeren Erscheinungsweisen. Sicher bringt diese Unterscheidung  massive Probleme mit sich – aber da ist was dran.  

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de    

Stolpersteine

Ihr Ruhmreichen, die Ihr Euch für Stolpersteine (http://www.stolpersteine.com/) einsetzt – reinigt Ihr (nicht das Fußvolk, Ihr) sie auch von dem Dreck unwissender und unachtsamer Mitbürger? (Eine alte Frage: Wäre es nicht besser, diese an Hauswände oder Laternenmasten anzubringen? Sicher kann man sie dann nicht mehr Stolpersteine nennen – vielleicht Hingucker?)

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Buddhismus

Warum immer Islam? Der Dalai Lama kommt nach Frankfurt: http://www.dalailama-frankfurt.de/ Der Buddhismus wird wahrscheinlich unsere Gesellschaft stärker verändern als der Islam. Warum das? Weil der Buddhismus unerkannter, stiller menschliche Hirne und Herzen erobert. Er – bzw. die buddhistischen Strömungen – ist Ergebnis Jahrhunderte langer menschlicher Traditionen. Alles was es an Guten und Dunklen Dingen auf dem Weg der „Seelenwanderung“ gibt, findet man in ihm vereint. Und das ist natürlich spannend – zumindest in der Form des Buddhismus-Light, der eher für Europa bestimmt ist. Die Härten sind weitgehend herausgenommen, das Leichte ist geblieben. Manche finden z.B. leichter, an Reinkarnation zu glauben als an die Auferweckung der Toten durch Gott – oder: leichter, in sich selbst sich selbst zu suchen, als Gott zu suchen – oder: sich selbst zu suchen als den anderen – oder: … – und das beeinflusst unsere Gesellschaft immens: Welche Rolle wird die Nächstenliebe spielen? Wie geht man mit Menschen um, wenn er sowieso reinkarniert? Dass auch der Dalai Lama Mensch ist – der wohl viel und gerne lacht – weiß nicht nur http://www.trimondi.de/H-B-K/H-B-K-Front.htm. Und interessant dürfte vielleicht für einige sein: Auch die realen Buddhisten in Asien verquicken ihr Dasein mit massivem Geister- und Götterglauben. Der Mensch ist halt nicht nur vergeistigtes in sich selbst Ruhen.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de  Wer Lügen benutzt, um anderen zu sagen, wie wundervoll sie sind, findet an ihnen wohl nichts Gutes, um das Ziel ohne Lügen zu erreichen.

Ehrenmord

Wieder ist eine Deutsche türkischer Abstammung aus Recklinghausen von ihrem Mann getötet worden – also ein so genannter Ehrenmord. Der Leserbriefschreiber Mtz plädiert für die Beibehaltung des Begriffs. Nicht, weil er mit unserer Vorstellung von Ehre zusammentrifft, sondern grade darum, weil er im Gegenteil die Diskrepanz ausdrückt: Das verstehen diese Zugereisten unter Ehre – wir verstehen darunter ein vollkommen anderes Verhalten. – Zumindest ist sein Vorschlag nachdenkenswert. 

Freilich steht im Koran – soweit ich sehe – nicht, dass Frauen ermordet werden dürfen. Doch es findet sich auch kein Aufschrei Mohammeds, als ein Mädchen ermordet wird – vor allem aber: Solange Männer die Verfügungsgewalt über „ihre“ Frauen haben, solange die Rechte der Frauen unter denen der Männer stehen, solange ist das alles leichter möglich. Und dass die Rechte der Frauen unter denen der Männer stehen, sieht man ja allein schon an der Aussage, dass sie weniger Wert seien (im Kontext des Erbrechts), dass sie die Lasten der begehrlichen Männer zu tragen haben (Kleidungsvorschriften; die Vergewaltigung einer Sklavin ist verboten – aber Allah vergibt; die Verheiratung von Mädchen vor der Menstruation), dass sie mit mehreren einem Mann gehorsam sein müssen, dass ihre Männer sie durch Strafen erniedrigen dürfen… – all das trägt dazu bei, Frauen als Besitz anzusehen und entsprechend mit ihnen umzugehen. Hadithe habe ich übrigens mit diesen Aussagen noch gar nicht berücksichtigt.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de  +++  http://literarisches.wolfgangfenske.de/10.html   Wer Lügen benutzt, um anderen zu sagen, wie wundervoll sie sind,

findet an ihnen wohl nichts Gutes, um das Ziel ohne Lügen zu erreichen.

Fronleichnam

Fron-leichnam = Herren-leib – die römisch-katholische Kirche feiert seit dem 13. Jahrhundert dieses Fest, bei dem die Elemente des Abendmahls/der Eucharistie (Brot und Wein/Leib und Blut Jesu Christi) besonders große Bedeutung haben. Mit Beginn der Auseinandersetzungen um die Reformation bekamen die Prozessionen auch demonstrativen Charakter: Wahre Eucharistie gibt es nur in der römisch-katholischen Kirche. Diese Demonstration führte schon zu heftigsten Rangeleien. Ich weiß nicht, ob dieser abgrenzende Charakter noch irgendwo vorhanden ist. Man kann die Prozession auch mit dem Hebräerbrief als Beispiel für das wandernde Gottesvolk verstehen, das auf seinem irdischen Weg von Brot und Wein – dem Leib Christi – lebt. In München ist das Fest – mit seinen geschmückten Straßen – sehr beeindruckend. Freilich kenne ich das nicht nur als dieses geballte Zeichen römisch-katholischer Macht, sondern auch: kleine Häufchen von Glaubenden ziehen unter Lautsprecherlauten etwas verloren und unsicher durch die Gegend. Heute können Protestanten damit leben – man kann aber manchmal lesen, dass diese Züge von anderen gestört werden: Menschen, die nicht vertragen, dass andere ihren Glauben öffentlich bezeugen. Soweit ich sehe, bleiben Störer heutzutage unbehelligt. Das war leider nicht immer so. 

Zu diesem Tag grüße ich meine römisch-katholischen Schwestern und Brüder: http://www.youtube.com/watch?v=wr1rAv_XOWk

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de