Islam-Schluss

Nun ist es erst einmal Schluss damit, den Islam als Thema zu behandeln. Es gibt wichtigere Dinge. Ich denke, der Islam spielt nur darum eine so große Rolle, weil er aufgrund des Auftretens vieler seiner Vertreter Ängste erzeugt (selbst der Anblick einer schwarz gekleideten vollverschleierten Frau macht bei manchem ein banges und trauriges Gefühl) – und wie angeblich ein Kaninchen auf die Schlange starrt, so starrt ein Teil der Welt auf den Islam. Nun, Kaninchen: Starre nicht auf die Schlange, sondern besinne dich auf das, was dich befreit! Die Schlange wird neidisch – und du lernst, über die Schlange zu kichern. Der Blog soll sich nicht zu einem Pro- oder Anti-Islam-Blog mausern (je nach Perspektive).

Islam verstehen 2

Der Einwand, mit Koran und Hadithen handelt es sich ja nur um alte Schriften, verfängt nicht. Denn die Idealvorstellung besteht ja darin, diese Schriften 1 zu 1 umzusetzen, in die Gegenwart zu übertragen. Und das nicht allein in islamischen Staaten, sondern überall auf der Erde. Der muslimische Allah hat den Anspruch, die Menschen der ganzen Erde zu beherrschen. (Warum baut man denn riesige Moscheen, in die 1000 Moslems passen, wenn nur 300 in der Gegend wohnen? Warum versieht man sie häufig mit Namen islamischer Eroberer?) Nun höre ich wieder den Einwand: auch der christliche Gott will über der ganzen Erde herrschen. Salopp gesagt: Er tut es schon – dazu braucht er keine Erdteile erobern. Wir haben hier ganz andere Weltbilder und Gottesbilder vor uns. Wie versucht Allah in der Vergangenheit die Erde zu erobern? Wie versucht der Vater von Jesus Christus, sich bekannt, bewusst zu machen? Es geht dem christlichen Glauben nicht um Länder, sondern um Herzen. Um Herzen, die freiwillig kommen, ohne Angst, ohne eingeschüchtert zu sein, nur ergriffen von der großen Liebe, von Heilung und Perspektive.

Islam verstehen 1

Informiere dich erst einmal über den Islam, sagte er damals zu mir. Ich tat es: Erst liest man den Koran, manches stößt ein wenig auf. Man versucht, diese Aussagen aus der Zeit heraus zu verstehen. Dann die Hadithen – in der gereinigten deutschen Fassung – versteht sich. Und es stößt noch mehr auf. Und man sagt sich: Nun ja, die Nachrichten der Hadithen sind erst lange Zeit nach Mohammed aufgeschrieben worden. Dann beginnt man in vollständigeren englischen Übersetzungen zu lesen. Und man sagt sich als einer, der an der Bibel historisch-kritisch geschult ist: Man muss dies und jenes nur anders interpretieren – aber schnell wird da ein Riegel vorgeschoben: Das darf man nicht, das verfälscht Allahs Wort. Und dann schaut man sich die Fatwas an (http://www.islaminstitut.de/Fatawa-Rechtsgutachten.10.0.html), die Situation in den islamischen Ländern, die Scharia, das Leben Mohammeds – und dann kann und mag man nichts mehr verteidigen, weil viele das, was einem aufgestoßen ist, als Allahs Willen realisieren wollen. Das beste Mittel, dem Islam Anerkennung zu verschaffen, heißt: den Koran und die Hadithen zu verbieten. — Wir Ungläubigen verstehen die Texte nur nicht, weil wir diese nicht auf arabisch lesen. Nun, ob das, was ich gelesen habe, dazu in der Lage ist, mich motivieren zu können, arabisch zu lernen? Der Buddhist würde, wenn er wieder das Glück hat, als Mensch auf die Erde zu kommen, wohl sagen: Im nächsten Leben.

Gedankenlos

Wenn ein Moslem aufgrund seines Islam etwas angestellt hat, sagen Schlaue im Reflex: „Das Christentum ist genauso!“ Da fragt man nach: „Was für ein Christentum?“ Die Antwort kommt prompt: „Das Christentum im Mittelalter war genauso!“ Da fragt man: „Leben wir noch im Mittelalter, dass sich andere so benehmen dürfen?“ Wenn solche hoch-qualifizierten Aussagen kommen, dann frage ich mich weiter: „War das Christentum im Mittelalter wirklich so wie der schlaue Mensch behauptet hat? Weiß er überhaupt etwas vom Christentum im Mittelalter?“ Nein, er weiß nur eins: Das schlimme Christentum wurde durch – die Vernunft – gezähmt. Ein bißchen könnte er heute auch davon gebrauchen. 

Warum nennt man das üble Geschehen nicht einfach: böse. Man versucht es irgendwie zu relativieren oder gar anderen in die Schuhe zu schieben: den Amerikanern, den deutschen Ureinwohnern, den Israelis, den Christen … – nein, der ist es, der es aus seiner Tradition heraus getan hat, ob er sie nun falsch verstanden hat oder nicht – wer mag das schon zu beurteilen?  Es werden nur Sündenböcke gesucht – und zwar unter denen, von denen man meint, sie besser beherrschen zu können. Aber damit trifft man ja nicht die Übeltäter – die laufen, billig entschuldigt, in der Gegend rum.

Links und rechts / rinks und lechts

Wenn alle irgendwie links sein wollen, dann werden auch irgendwann die Linken rechts. Ein alter Kalauer – dennoch drängeln sich alle in der einen Ecke. Ich drängel mich mit. Da ists schön warm und so gemütlich, man ist einer Meinung und gut, ist sich nichts Böses bewusst, denn das tun nur die anderen. 

Auch die Nazis sahen sich nicht nur rechts – sonst hätten sie sich wohl nicht National-Sozialisten genannt. Eigentlich ist das verniedlichende „Nazis“ irreführend. Nicht nur wegen der Verniedlichung. Nasos wäre richtiger. Das war übrigens ein schlauer Zug: Selbst die größten Gegner verniedlichen das politische Übel. Wer hat die Bezeichnung eigentlich geprägt?

Auch Antisemiten gab es nicht nur rechts. Es gibt sie auch noch rechts und links und in der Mitte auch. Ob das unser Geschichtslehrer wusste? Dass es rechte Antisemiten gibt wurde so sehr betont, dass die Linken sich davonschleichen konnten, gegen Israel.

Auch die Konservativen sind nicht sicher. Weil Linke oft konservativer sind als die Konservativen.

Aber lassen wir das. Sonst kommen wir noch ins Grübeln. Halten wir uns lieber an die alt bewährten Schubladen.

Zum Sonntag 6

Ich wünsche Segen allen, die den Weg zu Gott suchen – dass sie ihn finden zur rechten Zeit, der Zeit der Not, der Zeit der Freude, der Zeit des Gleichmaßes.

Ich wünsche Segen allen, die den Weg Gottes gehen – trotz Spott, Anfeindung und Gefahr, dass sie ihn in Liebe gehen und das Leben in Fülle bekommen.

Ich wünsche Segen allen, die den Weg Gottes wieder verlassen haben – dass die Sehnsucht nach Gottes Weg im Herzen brenne.

Atheismus 6: Dialog unter Religionen und Atheismus

In diesem Dialog der Religionen und der Auseinandersetzung mit dem Atheismus geht es ja nicht allein um Jesus Christus, als Stein des Anstoßes. Es geht nicht allein um Gott und Gottesbilder. Damit verbunden sind Themen, die von gesellschaftspolitischer Relevanz sind: Wie verhalten wir uns anderen Menschen gegenüber (Frauen, Männern, Kindern, Ungeborenen, Kranken, Sterbenden, Behinderten, Verbrechern, Fernen, Armen, Reichen …)? Wie leben wir angesichts des Todes – was kommt nach dem Sterben? Wie leben wir, wenn das eigene Leben dunkel wird, Hilfe braucht – wie gehen wir mit uns selbst um? Bildung – Technik – Natur … – alles sieht anders aus, je nach Perspektive, aus der wir sie betrachten (Atheismus, Agnostizismus, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Animismus, Christentum – mit den jeweils verschiedensten Fazetten, versteht sich). Die Auseinandersetzungen sind wegen den gesellschaftspolitischen Folgen so hart – und Menschen, die sich als Atheisten bezeichnen, mögen sich hier nicht ausnehmen, auch wenn sie es gerne tun und alles den Religionen in die Schuhe schieben. Sie sind Teil der Auseinandersetzung und stehen nicht über sie. Denn ihr Weltbild ist nur eines unter vielen.

PS: Wir sind stolz auf den Lehrstuhl – doch was ist, wenn sie sich nicht belehren lassen wollen/können?  http://www.ksta.de/html/artikel/1220565672295.shtml.

Atheismus 5: Intellektuelle Redlichkeit

Leicht geht so manchem Atheisten über die Lippen: Alle Religionen sind gleich. Genauso gut könnte man sagen: Alle Atheisten sind gleich. Doch wenn man genauer hinsieht, dann muss man differenzieren. Genaues Hinschauen verlangt schon ein wenig intellektuelle Redlichkeit, Liebe zum Menschen, Wunsch nach Gerechtigkeit. Aber das kann man ja nicht verlangen – oder?

PS: Die EU hat Wichtiges zu tun: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576106,00.html. Und noch was zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wär: faz.net berichtet, dass kurdische Dörfer sich an einem Kloster aus dem 4. Jahrhundert stören, weil es auf ihrem Weideland stehen würde. Und das Kloster hofft, wenn die Auseinandersetzung nicht beigelegt werden könne, auf Hilfe durch die EU. Man bedenke: Lange bevor Mohammed und seine tapferen Mannen in  Saudi Arabien in den Windeln lagen und bevor Kurden überhaupt daran dachten, dass sie eines Tages vom Islam beglückt werden würden, gab es schon dieses Kloster. Wenn man freilich in Mohammeds Denkkategorien zu denken versucht, dann muss man sagen, diese Schaf-usw.-Hirten haben Recht und die Kreide-AKP wirds wohl noch Rechter sehen: Allah hat, bevor er Mohammed beauftragte, den Koran zu diktieren, schon geplant, dass das Kloster ab dem Jahr 2008 in seiner jetzigen Form nicht weiter existieren dürfte. Das heißt: Für Allah ist es so gut wie nichtexistent – ja, war es eigentlich nie existent – es sei denn als Schafstall, wie so manche alt ehrwürdige Kirche in dem später von Türken eroberten Gebiet, die heutige Türkei. Darum hat es als Kloster auch für die Schafe nicht existent zu sein. Ob das Kloster Hilfe von der EU erwarten kann? Wieweit unseren europäischen Vertretern die Lage der Christen in der Türkei wirklich am Herzen liegt, ist mir nicht bekannt. Außerdem haben die Wichtigeres zu tun: s. den genannten Link.

Atheismus 4: Dialog mit Atheisten

Es müsste nicht nur ein Dialog der Religionen propagiert werden, sondern auch ein Dialog der Religionen mit Atheisten. Das Problem ist ähnlich groß, wie das, vor dem unser Innenminister steht, wenn er Vertreter des Islam an den Tisch holen will: Wer vertritt wen? Wer wird von den eigenen Leuten als Verhandlungspartner akzeptiert? Wer schiebt sich nur als Verhandlungspartner in den Vordergrund – hat aber in eigenen Reihen nichts zu sagen? Was ist mit den vielen Menschen, die sich nicht von den Vertretern vertreten fühlen, sondern ihnen von Unwissenden nur zugeschoben werden? Das Bild atheistischer Lebenseinstellungen ist ähnlich dem der Religionen: vielfältig – nur ohne Gott – oder doch mit Gott – nur ohne den Gott der Tradition, welcher Tradition – oder neuzeitlicher Tradition mit pantheistischem Weltbild? Wie sieht es mit dem sogenannten Neuheidentum aus, das sich immer mal wieder zu formieren sucht? Nun, schon seit ca. 100 Jahren versucht man sich gegen die wüstenländischen Religionen (Judentum + Christentum – inzwischen kommt auch der Islam hinzu) abzugrenzen (darin ist man sich einig), indem man sich ohne ein einheitliches Bekenntnis zu sammeln sucht. Viele halten es nicht durch – und dann kommt dann der Naturalismus (gibt es den Naturalismus?) hinein oder ein europäisierter Buddhismus. Oh weh, mit wem spreche ich, wenn ich mit einem wahrhaften Atheisten reden will? Vielleicht mit einem, der gerade einen Bestseller veröffentlicht  hat – der muss es ja wissen.

Nun, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen – aber es hat Spaß gemacht.   

Atheismus 3: Verbalaggressionen und Spott

Wenn man in anderen Blogs herumstöbert, kann man nicht selten sehen: Wenn einer den Namen „Jesus“ erwähnt oder Bibelverse nennt, gibt es Spott und heftige Verbalaggressionen. Diese lassen tief in das Herz der Spötter und Aggressoren blicken.

Andere werfen vor, dass Glaubende unwahrhaftig seien, sie würden lügen, glauben nur um sozialer Vorteile willen, Christentum sei schwachsinnig, sei pervers. Wenn ich so etwas lese, denke ich manchmal: Der das sagt, würde gerne glauben, kann es aber nicht. Er spürt, dass ihm ohne Glauben das Wichtigste fehlt. Ich möchte empfehlen: Einfach zu warten, um Vergebung zu bitten, sich Gott – den Jesus Vater nennt – offen zu halten und ihn zu bitten, ins Leben zu kommen. Wenn Gott nicht jetzt kommt – dann vielleicht irgendwann in den kommenden Lebenstagen. 

Dass das Christentum nichts mehr taugen und bald von der Bildfläche verschwinden würde, das haben schon ganz andere Kaliber der letzten Jahrhunderte gehofft und mit Inbrunst beschworen (s. mein Buch: Wie Jesus zum >Arier< wurde. Auswirkungen der Entjudaisierung Christi im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, WBG 2005). Nun: Es lebt; man muss nur bereit sein, auf das lebendige und reiche christliche Leben zu schauen. Wer nie in den Garten geht, kann  mit tiefem Ton der Überzeugung sagen: „Es gibt keine Tomaten mehr!“ – aber Recht hat er dennoch nicht.

PS: Ich habe gelesen, dass der Verteidigungsminister den Angehörigen der Frau und der zwei Kinder, die an einer Sperre getötet wurden, Blutgeld gezahlt habe (obwohl eine Schuld der deutschen Soldaten nicht feststeht). Wird damit diesen afghanischen Stämmen nicht eine neue Einnahmequelle eröffnet? Hoffentlich, hoffentlich nicht.