Atheismus 4

Man findet immer wieder mal heftige Abwehrreaktionen gegen die Aussage, dass Stalin, Hitler, Mao Atheisten waren. Das Problem liegt darin, dass es keine Definition von Atheismus gibt. Und da kann sogar Comte aus dem Atheismus ausgeschlossen werden. Comte begründete eine eigene Religion, in der Gott „das große Wesen“ genannt wurde. Damit ist aber nicht Gott gemeint, sondern es ist ein Symbol der Menschheit, der sich entwickelnden Gesellschaft. Ein Christ würde sagen: Klarer Fall für Atheismus. Mancher Atheist würde sagen: Klarer Fall – kein Atheismus, sondern eine neue Religion (nur ohne Gott). Von daher haben Atheisten immer gute Karten: Jeder sucht sich selbst aus, ob er einen, der von Gott gar nichts hält, den Atheisten zurechnet oder nicht. Die Gefahr besteht nur, dass diejenigen, die sich heute für Atheisten halten, Morgen von ihren Kollegen/Genossen usw. gar nicht mehr als solche zählen müssen. Aber ich denke, das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist nur, dass Atheisten wie Glibber sein können, glaubt man, man kann sie irgendwie definieren, rutschen sie wieder aus der Hand; oder glaubt man, man habe einen Vertreter von ihnen, nehmen ihn die anderen mir wieder aus der Hand. Das hängt damit zusammen, dass Atheisten sich immer wieder ein Idealbild von einem Atheisten ausdenken – und an dem werden dann die jeweiligen anderen gemessen.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de    Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Ich – ein Feind Europas?

Ich bin einer der Schlimmsten. Warum? Weil ich im Blog dafür eintrete, im Chor der Wissenschaften auch dem Kreationismus zuzuhören – das gehört für mich zur Demokratie, das gehört für mich zur Wissenschaft, weil Wissenschaft nicht im eigenen Saft schmoren sollte. Und was muss ich jetzt erfahren? Ich bin eine Art Feind Europas! Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lebt man so friedlich vor sich hin und merkt gar nicht, dass staatliche Stellen europaweit sich mit meinem Denken befassen. Übrigens beschäftige ich mich zurzeit mit der Aufklärung, mit Kant usw. – der Freiheit, die Vernunft einzuschalten, den Verstand zu gebrauchen. Und dann muss man das lesen: http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta07/ERES1580.htm. Nach der Lektüre beginnt man zu träumen: Oh, ihr Kämpfer für die Freiheit des Denkens, würdet ihr doch wieder eure Stimme erheben! Beruhigend ist, dass andere Christen auch mit ins Visier der Evolutionsfundamentalisten kommen können – ist das denn noch erlaubt?: http://www.pro-medienmagazin.de/themen/nachrichten/nachrichten-single/datum/05/12/2008/widersprechen-sich-evolution-und-schoepfung/

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de    Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Buddha 15

Auch der Westen hat Buddhismus hervorgebracht, so in Ole Nydal (Lama Ole; * 1941) und seiner Frau Hannah. Nydal hat den Diamantweg westlichen Bedürfnissen angepasst. Freilich hat auch er seinen buddhistischen Lehrer, den 16. Karmapa aus Tibet, der im Westen Zentren gründete. Der 1981 Verstorbene beauftragte ihn, so Nydal, Zentren zu gründen, und so hat er inzwischen hunderte von Zentren überall auf der Welt eröffnet. Er hält sich auf seinen Vortragsreisen mit politischen Äußerungen und auch Äußerungen gegen den Islam nicht zurück – diese und das immense – sagen wir: Selbstbewusstsein – brachten ihm Ärger mit der Deutschen Buddhistischen Union ein. Und ich, als einer, der sich intensiv mit der Idiologie der National-Sozialisten auseinandesetzte, muss vorsichtig sagen: Nicht wenig kommt mir nicht so ganz geheuer vor. Nun: Hauptsache er weiß, was wirklicher Buddhismus ist. Aber auch die Deutsche Buddhistische Union (www.dharma.de) ist sehr rege. Ihr – ich sage mal: – Glaubensbekenntnis beginnt mit: „Ich bekenne mich zu Buddha als meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheit verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen …“. Was für ein Glaube angesichts der Fragwürdigkeit der Überlieferung – und anders als Jesus Christus, der als der Lebendige durch seinen Geist Wissen vermittelt, ist Buddha ja für Menschen nicht mehr erreichbar und kann somit auch nichts von sich als Vorbild übermitteln. Oder handelt es sich um den Buddha in jedem Menschen? Nein, es muss Siddharta das Vorbild sein. Man kommt da so ins grübeln – meditieren …

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de    Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Demut

Demut ist Folge der Selbsterkenntnis. Der Mensch, der weiß, dass er endlich ist, dass all seine großartigen Fähigkeiten vergessen sind – und wenn sie eine Weile bleiben, so doch der eigentliche Mensch vergessen wird – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der um seine Kleinheit weiß angesichts der Zeit, im Vergleich mit anderen Menschen, mit Blick auf die Natur, angesichts Gottes – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der weiß, dass er ständig seinem Ideal nicht gerecht werden kann, dass er vor anderen Menschen den Kasperle spielt, gerade dann, wenn er meint, stolz und hervorragend zu sein, der wird demütig. Demütig wird er – doch nicht kleinmütig, doch nicht resigniert, doch nicht zum Jammerlappen und zu einem, mit dem jeder machen kann, was er will. Demütig wird, wer die geballte Macht Gottes über sich spürt – und er erfährt diese geballte Macht Gottes als Liebe, die ihn aufrichtet, stärkt und sendet – und trotz allem das Herz fröhlich macht.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de   —   Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!    

Buddha 14

Damit erschöpft sich der Buddhismus nicht, da er sehr anpassungsfähig ist. So ist neben dem Dalai Lama der Buddhist Thich Nhat Hanh aus Vietnam in Europa wohl der Bekannteste. Er gründete dort eine Art buddhistische Kirche, die vom Staat verboten wurde – und er wurde des Landes verwiesen. Bei Paris ließ er sich nieder und zahlreiche Menschen pilgern zu ihm – auch schrieb er zahlreiche Bücher. Er integriert den Dienst am Menschen in seine buddhistische Weltsicht. Er wirbt auch um Christen – und ist manchmal nicht wenig erregt über die Christen, die doch noch an ihren spezifischen Traditionen hängen bleiben und nicht bereit sind, diese zu modifizieren.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de  —  Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Zum Sonntag 18

Ich wünsche Segen allen, die Freiheit suchen – dass sie erkennen, dass lebendige Freiheit nicht ohne den anderen zu finden ist. 

Ich wünsche Segen allen, die Angst haben vor der Freiheit – dass sie gute Menschen finden, die mit ihnen den Lebensweg gehen.

Ich wünsche Segen allen, die auf dem Weg in die Freiheit sich selbst nicht verlieren.

Ich wünsche Segen allen, die sich trotz Begrenzungen und Einschränkungen frei wissen, weil sie in der Freiheit leben, die Jesus Christus schenkt.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de    —   Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Freiheit

Der große Traum des Kleinkindes führt in die Freiheit des Kindergartens – der Traum des Kindergartenkindes führt in die Schule – der Traum des Schülers führt in den Beruf – der Traum des Menschen überhaupt in Ehe/Partnerschaft – der Traum des Berufstätigen führt in die Rente – der Traum des Rentners: Gesundheit – der Traum des Gesunden – so möge es immer bleiben? Der große Traum von Freiheit führt in die Illusion der Selbstbestimmung, der Selbsterfüllung. Wie mit der Freude auf das Wochenende, auf den Urlaub – haben wir den Traum erreicht, verheddern wir uns in unseren selbstgebastelten Netzen. Wir könnten fallen. Nie hatte der Mensch in unseren Breiten mehr Gelegenheit, frei zu sein. — Unter den frühen Christen waren viele Menschen, die abhängig waren von anderen (auch Sklaven). In der Gebundenheit frei zu sein, das ist eine Lebenskunst. Nicht nur. Wer Lust hat, kann mal nachschlagen: Brief des Paulus an die Galater 5,1 und 13 – Johannesevangelium 8,32 und 36.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de     

Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!

Buddha 13

Der bekannteste buddhistische Zweig Japans ist bei uns der Zen-Buddhismus. Auch dieser kommt ursprünglich aus China (Chan-Buddhismus). Zen = Meditation sagt, dass in jedem Wesen ein unerweckter Buddha lebt, der durch Erwachung erkannt werden kann. Dazu braucht man Buddha-Siddharta nicht, nicht seine Worte, nicht seine Schriften: Man muss nur zusehen, dass man den Buddha in sich selbst schaut. Nun, dieser Gang zum Buddha in sich ist kein Zuckerschlecken und führt bei so manchem zu geistiger Umnachtung. Zucht, Disziplin ist das Zauberworte. Harte Zucht, härteste Disziplin. Und nur wenige schaffen es. Bei Kriegern war der Zenbuddhismus beliebt, weil er Bogenschießen und Fechten perfektionierte. Wie Buddha auch, ist der Zen-Buddhismus nicht sehr bescheiden: Er sieht sich als das Wesentliche, als den Kern aller Religionen an. In unseren Landen hat er namhafte Fans – bis in die Professorenschaft. Besonders beeindruckend ist der schöne Zen-Garten, der uns nicht zuletzt aus den Frauenzeitschriften bekannt geworden ist.     

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de  —  Beachte das Stichwort Blumenau links auf der Legende!