Islam

Wie es scheint, tut sich was in so manchem islamischen Land. Im Iran lassen sich die Menschen nicht mehr alles gefallen – auch wenn der Protest jetzt noch niedergetrampelt bzw. politisch ausgehebelt werden sollte – es zeigt doch: Wir lassen uns nicht mehr alles gefallen. Genauo im Jemen. Wenn es stimmt, dass Menschen in Protesten für die ermordeten Christinnen eingetreten sind, dann zeigt das doch, dass der extreme Islam seine Fühler zwar ausstreckt, aber keine Akzeptanz findet. Sicher, deren Gewalt wird noch massiver werden – aber viele Menschen bleiben in ihrem Alltag menschlich, wollen sowas nicht. Und das lässt auch für die anderen Staaten hoffen. Ebenso in Pakistan: Dort versucht der Staat die Taliban zurückzudrängen – weil die massenhafte Flucht der Menschen vor diesem hartcore Islam zum Handeln zwang. Wenn ich mich recht erinnere, tut sich in Bangladesh auch was – muss ich noch mal erkunden… Auch im Nordirak… Der Kampf ist grausam, weil die Mörder Menschen nicht achten. Aber es zeigt sich: Viele lassen sich nicht mehr alles gefallen.

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Gut

Einer der Hassprediger, der die Ermordung von Schwulen fordert, hat aufgrund von Prostesten in Berlin seine Rede abgesagt http://www.shortnews.de/start.cfm?id=770283. Das ist wirklich gut so. So können Träumer vom allseits lieben und friedlichen Islam weiter träumen (s. unten). (Ja, ja, auch in der Bibel gibt es ablehnende Worte zu Schwule – ich mag jetzt darüber nicht diskutieren – was ich zur Paulusstelle Römer 1,18ff. meine, kann man in meinem Paulus-Buch – Paulus lesen und verstehen, S. 106 – nachlesen.) Man beachte auch: http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/kulturzeit/themen/128568/index.html – und lese das, was der Mufti sagt, ganz genau. Genau lese man auch das: http://www.berlin.lsvd.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=91&Itemid=175 (Ui ui ui. Das kann ein Muslim wohl auch nur in wenigen Ländern aussprechen – aber immerhin.) Aber er hat auch wieder für uns was parat: Der zügellose Westen ist daran schuld, dass Muslime orthodoxer werden. Und ob dieser Muslim unseres Landes das ui-ui-ui-Gesagte so unterschreiben kann: http://www.islampress.de/2008/9/10/warum-islam-nie-modern-sein-kann ?

Übrigens: Wenn Ihr den zuerst genannten Link anklickt, achtet auch auf das Video darunter (SOS-Kinderdörfer).  

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Politik

Politik wie wir sie liiiiiieeeeben! Stellen wir uns mal vor, andere Berufe würden auch so handeln. Bevorzugt kommt der Klempner nur per Hinweis ins Haus und teilt mit, was er gemacht hätte, wenn er denn gekommen wäre – Rechnung liegt natürlich bei. Ja, oder die Autoreparaturwerkstatt, oder der Polizist: Schön, dass Sie angerufen haben. Virtuell bin ich gekommen… http://www.welt.de/politik/article3945373/Heute-kungelt-der-Bundestag-verfassungswidrig.html. — Nach dem gestern beschlossenen Gesetz: Ist es da nicht besser, keine Patientenverfügung zu verfassen/auszufüllen? Man sollte sie zumindest regelmäßig überprüfen.

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Urteil

Susanne Winter wurde in Graz wegen verschiedener Aussagen angeklagt: Mohammed sei nach heutigem Rechtsverständnis ein Kinderschänder, sie hat von „Einwanderungs-Tsunami“ gesprochen und von Feindreligion. Sie wurde zur Zahlung von 24.000€ und drei Monate auf Bewährung verurteilt. In der Berufung führte nur die erste Aussage zur Verurteilung. Nun will sie Berufung beim EU-Gerichtshof einlegen. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/488095/index.do?_vl_backlink=/home/index.do Winter bezog sich mit ihrer Aussage auf die in Europa und Amerika viel diskutierte Verehelichung Mohammeds mit Aischa, seiner Lieblingsfrau, die nach eigenen Aussagen von der Schaukel heruntergeholt und diesem Mann zugeführt worden war. Diskutiert wird nicht diese Tatsache, sondern ob der Geschlechtsakt mit ihr wirklich schon mit 9 Jahren vollzogen wurde oder nicht. Mohammed spricht übrigens im Koran schon von Ehe und Geschlechtsverkehr vor der Menstruation. Wer es nachschlagen möchte: Sure 65. In ihr geht es um die Trennung von Frauen. Die endgültige Trennung sollte erst vollzogen werden, wenn drei Monate um sind. Warum? Weil man dann erkennen kann, ob sie – ich sags mal so – vom Mann ein Kind empfangen hat. Und das gilt auch für Mädchen vor ihrer Menstruation. Daraus kann man also schlussfolgern, dass Allah nichts gegen Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen hat – und das findet seine Konkretion ja in Bräuchen in strengen muslimischen Staaten. Wenn Allah nichts dagegen hatte, was hat Mohammed wohl getan?

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Mystik

Gestern hatte ich ein paar Worte zur Apokalyptik gesagt. Kommen wir heute zur Mystik. Wir tauchen in eine ganz andere Welt ein. Es geht nicht um den Lauf der Geschichte, nicht um die Vollendung der Geschichte in Gott usw., sondern es geht um das Individuum: die (emotionale) Einswerdung mit Gott, dem Göttlichen, dem Zentrum von allem. Das ist Teil vieler Religionen: Sich versenken, sein Selbst, sein Unterbewusstsein zu erkennen, einswerden mit Brahman, dem Weltgeist, Gleichschwingen mit dem anderen Menschen…  Vielfach wird das mit Drogen erreicht, nicht nur mit Drogen, die dem Körper zugeführt werden (auch im Schamanismus), sondern auch mit körperinhärenten Drogen. Es gibt also Tipps und Tricks, um solch ein emotionales Gefühl zu erlangen. Bekannt ist ja auch der Tanz der Derwische. Ein Stückchen von dem großen Kuchen der Mystik kennt auch die sexuelle Ekstase. Einswerden mit der Natur, Glücksgefühle des Pantheismus, als Glück im Göttlichen zu sein – all das ist (für mich) Teil der Mystik: Der Mensch strebt nach vollkommener Vereinigung.

Für die christliche Mystik war vor allem das Werk von großer Bedeutung, das von einem Dionysios Areopagita stammen soll. Der Name kommt von einem Menschen, den Paulus in Athen getauft hat (Apostelgeschichte 17). Das Werk wurde wohl von einem syrischen Mönch aus dem 5./6. Jahrhundert verfasst und führt viele mystische Traditionen zusammen, Traditionen des Neuplatonismus und von Kirchenvätern. Gregor der Große und Maximus Confessor haben es anerkannt – und so konnte es sein Siegeszug in den Klöstern antreten. Während der Neuplatonismus die Einheit der Seele mit Gott aussprechen konnte, ist für Dionysios jedoch Gott immer auch noch der Unerreichbare, der allerdings durch Reinigung und Erleuchtung erkannt werden kann – allerdings nicht im normalen Sinn „erkannt“ werden kann, sondern im christlich-spirituellen Sinn.

In der christlichen Mystik ist normalerweise Gott = Gott. Der Mensch kann sich nicht zu Gott hin schwingen. Ich kann das tiefe Meer der Mystik auch eines Meister Eckhart (13./14.Jh.) hier nicht ausschöpfen. Ich finde bei seiner Mystik hervorzuheben: Es ist der Liebe der Seele zu Gott, die in der Nachfolge Jesu Christi steht, eine kurzzeitige Einigung mit Gott möglich. Eine schmerzhafte Vereinigung der Seele mit Gott vor dem Beginn der Ewigkeit. Große Mystikerinnen kennt unsere Kultur. Hildegard von Bingen zum Beispiel, die man heute weitgehend aufgrund ihrer Kräuterkunde rezipiert, und viele andere, die die Vereinigung der jungfräulichen Seele mit dem Bräutigam Christus erlebten.

Mystische Traditionen sind überall unter Menschen erkennbar – und gehören mit zu den großartigsten Erlebnissen, die wir Menschen erlangen können. Aus neutestamentlicher Perspektive gibt es über diese Erfahrung hinaus den Glauben an den Heiligen Geist. Das heißt: Gott selbst gibt sich im Heiligen Geist den Menschen, bestimmt ihn und sein Leben. Und das kann mit solchen höchsten emotionalen Erfahrungen (im Neuen Testament „Zungenrede“ genannt) verbunden sein, muss aber nicht: der Heilige Geist äußert sich auch ganz konkret in Taten, die anderen Menschen, die der Gemeinschaft gut tun, in Taten der Liebe. Paulus reflektiert darüber vor allem im ersten Brief an die Korinther im 12.-14. Kapitel. Das bedeutet: Christliche Mystische Erfahrungen können im allgemein menschlichen Erfahrungsbereich liegen – das wird freilich korrigiert: Der Mensch kann den Geist Gottes, kann emotionale Erfahrungen des Geistes nicht herbeiführen, sondern kann diese nur als Geschenk annehmen. Und Menschen, die solche Erfahrungen geschenkt bekommen haben, stehen denen, die solche Erfahrungen nicht geschenkt bekommen haben, in nichts vor. Denn andere lieben zu können, das ist, so Paulus, die höchste Geistesgabe. 

Das bedeutet: Durch die biblisch-christliche Tradition wurden mystische Erfahrungen mit einem neuen Vorzeichen versehen und haben als solche unsere Kultur mit bestimmt. Freilich kommen in den letzten Jahrzehnten andere mystische Traditionen wieder stärker ins Bewusstsein.   

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Kunst 39

Am 15.6. habe ich auf die Gotik verwiesen – heute möchte ich die Romanik ein wenig näher bringen. Sie ging der Gotik voran zum Teil parallel: 750-1250 nach Christus – sie prägt somit unsere Vorstellung vom frühen bis zum hohen Mittelalter, beginnt zeitlich ungefähr mit Karl dem Großen. http://www.die-romanik.de/index.htm.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de — Nur wer die eigene Kultur kennt, weiß, was er an ihr hat.

Apokalyptik

Die Geschichte hat einen Anfang – hat ein Ziel. Nicht nur der Mensch – alles geht auf ein Ende zu. Es ist nicht nur ein Ende, sondern das Ende, das Gott selbst herbeiführen wird. Uns im Westen kommt diese Vorstellung in der Apokalypse/Offenbarung des Johannes am nächsten. Das viel geliebte und gehasste Buch greift Traditionen auf, die in alltestamentlichen Büchern ihren Niederschlag gefunden haben: so im Buch Daniel. Jesus lebte in dieser Tradition, die frühen Christen insgesamt: Gottes Herrschaft ist nahe herbeigekommen, kehrt um. Durch das Mittelalter hindurch bis in die Gegenwart ist diese Vorstellung vorherrschend. Gott wurde zwar herausgenommen – aber ein Ende haben auch Gottlose im Blick. Nicht die Liebe Gottes steht am Ende, sondern die Katastrophen welcher Art auch immer: Erderwärmung, Erderfrierung, Waldsterben, ersticken im Müll, Atomkatastrophen, Meteore die Dinos den Garaus machten, werden auch uns den Garaus machen, Sonnensterben und Venuskollision, das Jahr 2000… Diese Vorstellung davon, dass alles auf ein Ende zugeht ist in unserer Kultur dominant (wenn die Völuspa – in der Edda – noch germanische Intention beinhaltet, dann kannten auch die alten Germanen die Vorstellung vom Ende). 
Die Vorstellung vom Ende prägt auch die Verhaltensweisen. In jüdischer Apokalyptik ist mit der Vorstellung von einem nahen Ende verbunden: haltet fest an eurem gerechten Leben … in der christlichen Vorstellung: ändert euer Leben, wirkt das, was Gott will … in der Katastrophenapokalyptik dominieren andere Verhaltensänderungen: weniger CO2, kein Atom, Wissenschaft muss es richten, trennt Müll… Und durch die Jahrhunderte hindurch gab es die unterschiedlichsten Bewegungen: Büßerbewegungen, zum Teil Kreuzzüge, religiöse Splittergruppen en masse entstanden (Zeugen Jehovas) – über die Gegenwart muss ich nicht viel sagen. Ein anderes Weltbild vermittelt uns die östliche Tradition, wenn sie das Lebensrad in den Blick rückt. Wie das individuelle Leben ins Rad der Wiedergeburten rückt, so auch das gesellschaftliche Leben. Es wird ein Ende kommen – aber diesem folgt wieder ein Neuanfang. Und das Rad dreht sich und dreht sich unentwegt. (Freilich gibt es, soweit ich mich erinnern kann, auch da Räder, die zum Stillstand kommen…)
Dagegen steht ein anderes Welt- und Geschichtsbild, das eher der Mentalität unserer Zeit entspricht: Es gibt kein Ende – und wenn, dann kommt es eben wie es kommt. Lebe dein Leben, schau nicht aufs Ende, tue dein Bestes, was auch immer es ist.
Mit der Vorstellung vom Ende ist auch die des Anfangs geknüpft: Gott hat erschaffen – damit fing alles an… bzw. es gab einen Urknall – damit fing alles an… Gott wird das Ende sein – die kosmische Katastrophe wird das Ende sein… (wobei kosmische Katastrophen auch die alte Apokalyptik prägen) – jüdisch-christlicher Tradition entspricht es, sich auf dieses von Gott geführte Ende vorzubereiten, um ewig bei Gott sein zu können. Modernes Denken versucht, die Katastrophen zu verhindern – wobei auch dieses Denken im Alten Testament vorbereitet wurde: Gott verhindert nationale Katastrophen,wenn sein Volk wieder den Willen Gottes tut; vom neutestamentlichen Denken wurde stärker die Vorstellung inspiriert: der Mensch muss sich gut verhalten, dann kann er auch eine Art Reich Gottes auf Erden errichten.
Altes Griechisches Denken ist eher anfangslos-endelos (freilich ist auch da das Weltenfeuer bekannt). Aber: Man denkt nicht soviel nach über das Woher und Wohin. Man lebt seinen Alltag, lebt ihn möglichst gut, lebt in den Tag, tut was man kann, damit man zufrieden ist. Es ist das Leben, das ich mir eher von einem Tier vorstelle: Es lebt, es lebt einfach so. Das hat natürlich was Faszinierendes, etwas Beruhigendes. Aber was ist mit dem Menschen, dass er einfach weiter denken will? – Naja, was ist mit manchen Menschen, die einfach weiter denken müssen?

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