Ypsilanti

Jede Blogleserin und jeder Blogleser weiß, dass ich Ypsilantis Tun befremdend fand, dass ich ihr Handeln nicht gerade freundlich kommentiert habe. Dass jetzt ein paar Ortsverbände über sie herfallen – das war zwar zu vermuten gewesen – aber dass sie Ypsilanti jetzt schubsen und beißen und sich dabei noch gegenseitig übertrumpfen wollen, zeigt doch, was für Kleingeister nun schon wieder den Mund aufreißen. Vor der Wahlniederlage haben bis auf wenig Mutige alle mitgemacht – und nach den 4 Abweichlern getreten. Jetzt treten sie Ypsilanti. Man mag zwar denken, das geschieht ihr recht, das ist gerecht – aber ich denke eher: Was für armselige Fieslinge. Statt jetzt zu versuchen, mit vereinten Kräften den Karren aus dem Dreck zu ziehen, schubsen sie wieder ein paar, die in Ungnade gefallen sind, herum – und merken gar nicht: Je mehr sie wegbeißen, desto weniger schaffen sie es.   

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Leiden

Wie kann Gott Leiden zulassen? Wenn man bedenkt, was alles Leiden verursachen kann, kann man diese Frage nicht mehr stellen. Nicht nur anerkannt große Leiden, sondern auch die vielen alltäglichen Leiden sind für den, der sie gerade erfährt, groß. Es müsste eher die Frage nach der Leidensfähigkeit gestellt werden. Wie kann Gott Leidensfähigkeit zulassen? Wenn es diese jedoch nicht mehr gäbe, wären wir noch Menschen? — Das soll kein Versuch sein, die Theodizee-Frage zu beantworten. Ist nur ein Gedanke. 

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Dank und Klage

Jeder Dank für Bewahrung durch Gott ist eine Anklage für Nichtbewahrungen.

Dann wäre ja auch jede Klage über Nichtbewahrung durch Gott ein Dank für Bewahrung.

Dank und Klage haben ihren jeweiligen Platz im Erleben.

Zeigt das Bekenntnis, dass man etwas nicht weiß, Dummheit oder Ehrlichkeit? Die Erkenntnis, dass man etwas nicht weiß, muss jedoch nicht dazu führen, dass man es nicht mehr wissen will. Man muss sogar darum ringen, kämpfen – dazu hält Gott uns wach, weil Teiletappen nur so zu bewältigen sind – bis unser Kämpfen in Gott seine Ruhe findet. Das mag ich an den Agnostikern und Atheisten: Sie stellen unsere Fragen, Fragen, die wir manchmal aus Bequemlichkeit nicht mehr gerne hören wollen.  

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Sterben und Tod

Am Freitag habe ich auf das Video über das kurze Leben hingewiesen. Wenn Glaubende in den Augen anderer auch nicht viel haben, eins haben sie sicher: das Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Lukasevangelium 15). Ich möchte es auch auf Sterben und Tod beziehen. Wir sind weit weg vom Zuhause. Uns geht es schlecht. Wir sind dem Tod nahe. Sterben bedeutet: Heimkehr. Wir überlegen, was wir Gott alles zu unserer Entschuldigung sagen wollen. Je näher wir zu Hause ankommen, detso ängstlicher werden wir, das Herz schnürt sich zusammen – die Tür öffnet sich: Gott, der Vater Jesu Christi und unser Vater, kommt herausgerannt, nimmt uns in den Arm und sagt: Mein Kind! Ich freue mich, dass du bei mir bist. Und dann nimmt er uns mit in unser wahres Zuhause, nimmt uns zu sich. 

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Freundschaft

Meine Frau und ich lernten ein türkisches Ehepaar kennen, sie unverschleiert und beide westlich-modern gekleidet – moderner als wir. Wir haben Sympathien zueinander empfunden. Wir besuchten uns auch häufiger gegenseitig und plauderten und knabberten dies und das. Während eines Besuchs bei ihnen, klingelte es, und es kamen, wie wir vermuteten, Verwandte. Dann wars mit der Gastfreundschaft aus. Es wurde nur noch türkisch gesprochen, man machte dies und das miteinander, und wir beide saßen auf dem Sofa, lächelten hierhin und dahin, ohne Erwiderungen – dann brachen wir freundlich auf. Da ist uns bewusst geworden, wie geknechtet diese Menschen sind. Sie wollen vielleicht auch anders leben, aber sie dürfen nicht. Ich bewundere jeden Muslim und jede Muslima, die sich Freiraum erkämpfen können.  

Dazu s. auch: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3939461,00.html. Diesen Link habe ich bei dem nachdenkenswerten Beitrag von Kybeline gefunden: http://www.kybeline.com/2009/01/15/an-was-orientiert-sich-ein-moslem/#more-2034

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Zum Sonntag 25

Ich wünsche Segen allen, die einen ruhigen Alltag haben, dass sie die Ruhe nutzen, sich selbst und dem, was sie begegnet, auf den Grund zu gehen.

Ich wünsche Segen allen, die einen lebhaften, hektischen Alltag haben, dass sie ihren ganz eigenen Rhythmus von Ruhe und Betriebsamkeit finden.

Ich wünsche Segen allen, die schwere Entscheidungen treffen müssen, dass ihr Verstand, ihr Herz, ihr Gewissen, ihre Seele, ihr Glaube Einklang finden.

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Humanismus/Argumente4

(Fortsetzung vom 16.1.) Als Humanismus wird die Anschauung angesehen, die die Würde eines jeden Menschen betont, die Toleranz, Gleichheit, Gewissensfreiheit einfordert. Ein berühmter Vertreter ist zum Beispiel Johann Gottfried Herder. Herder selbst war unter anderem Theologe. In Deutschland ist die Giordano-Bruno-Stiftung als Organisation, die sich dem Humanismus verpflichtet weiß, sehr aktiv. Grundsätze sind zu bewundern unter Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (http://giordano-bruno-stiftung.de/human/manangebot.htm.) Immer wieder, wenn ich die zehn Angebote des Humanismus lese, dann denke ich: dass den Herausgebern eigenartige Formulierungen nicht aufgefallen sind! Da ist nur mal der Punkt 10 zu nennen:  

10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz. Es scheint so, dass Altruisten die cleveren Egoisten sind, da die größte Erfüllung unseres Eigennutzes in seiner Ausdehnung auf Andere liegt. Wenn du dich selber als Kraft im „Wärmestrom der menschlichen Geschichte“ verorten kannst, wird dich das glücklicher machen, als es jeder erdenkliche Besitz könnte. Du wirst intuitiv spüren, dass du nicht umsonst lebst und auch nicht umsonst gelebt haben wirst!

Das können National-Sozialisten, Kommunisten und Anhänger anderer ideologischer Strömungen und Diktaturen auch unterschreiben. Auch andere Formulierungen sind, gelinde gesagt, zu überarbeiten. Humanisten unserer Zeit nehmen die Bezeichnung „Humanismus“ für ihre atheistische bzw. agnostische Weltanschauung in Beschlag. Um sie als alte Weltanschauung zu konzipieren, werden angenehme Menschen dem Humanismus integriert (z.B. mein Freund Cicero + 47 v.Chr.). Humanismus wird den Religionen entgegengesetzt – wobei freilich freundlicherweise nicht ganz ausgeschlossen wird, dass Humanismus auch in Religionen vorkommen kann.  

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