Zum Sonntag 8

Ich wünsche Segen allen Wissenschaftlern, die kritisch suchen und sich nicht mit dem Erreichten zufriedengeben.

Ich wünsche Segen allen wirklich Freien, die sich von Mehrheiten nicht einschüchtern lassen.

Ich wünsche Segen allen Staunenden, dass sie dem Schöpfer mit erhobenem Kopf und Herzen loben.

Signal von Köln

Manche wissen nicht, was in Köln seit Wochen vor sich geht. Ein Tipp – sehr emotional – aber was bleibt manchem anderes übrig, als mit Worten seinem Zorn Ausdruck zu verleihen oder seine Traurigkeit angesichts des Zustands unserer Demokratie, weil andere eben die geballte Macht einsetzen. Ich weise auf diese Seite hin, weil hieran deutlich wird, wie sehr öffentliche Medien sich von der Propaganda einspannen lassen und damit auch Teil der Propaganda sind. Man mag zu ProKöln stehen wie man will – aber das Grundgesetz sieht vor, dass jeder seine Meinung äußern darf. Und das steht auf der Kippe. Man merkt das auch an ganz anderen Themen. Jeder, der ein wenig vom Mainstream abweicht, wird diffamiert – irgendwann wird es auch der letzte merken. Spätestens dann, wenn er Angst bekommt, den Mund aufzumachen.

Nachtrag: Ich sehe, dass sich auch andere unwohl fühlen. So war die Tagesschau vom Samstag ziemlich neutral und ließ Gegenstimmen Raum, die FAZ ist kritisch und ebenso ein wenig welt online. Hoffentlich wagen sich immer mehr aus der Deckung, die Demokratie ist ein zu kostbares Gut, das nicht von Machthabern (z.B. OB Schramma und seine Mannen) und Mainstream Medien beherrscht werden darf.

Evolution und Wissenschaft 4

Neugier über den Menschen und Staunen über die Wunder der Erde, der Welt – und das Fragen findet kein Ende. Doch wer nur die immanente Welt sieht – und nicht mehr nach der transzendenten Welt fragt (wer nur das Sichtbare sieht – und nicht mehr den dahinterstehenden Gott, die Kraft, die Energie, die Person* Gottes), der wagt nicht weiterzufragen. Das ist wie einer, der in einem Raum lebt und darin ganz glücklich ist, jedes Detail des Raumes zu kennen meint, aber nicht danach fragt: Wie kommt es eigentlich zu diesem Raum? Man möchte am Liebsten die Glücklichen wachrütteln und sagen: Leute, schaut weiter, staunt und fragt weiter! Leider ist aber die Lebenszeit zu kurz, mag einer antworten, und man hat genug mit dem sichtbaren Raum zu tun und kann sich auch nicht noch um das Drumherum kümmern. Manche könnens. Gott sei Dank. (* Person heißt hier nicht „Mensch“, sondern zielgerichteter, liebender Wille. Denn nach der unpersönlichen Kraft, der Energie, die das Universum „zusammenhält“ wird ja mit Hochdruck geforscht.) 

PS: Um Teheran gefällig zu sein, setzte Brüssel iranische Oppositionelle auf die EU-Liste terrorverdächtiger Gruppen – und ließ die Fachleute für Felder und Wiesen (Agrarminister) ohne weitere Debatte darüber abstimmen. Juristen in ganz Europa sprechen von einem Bruch fundamentaler Menschenrechte: www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,578724,00.html.

Evolution und Wissenschaft 3

Die Evolutionstheorie wird es schwer haben, sich wirklich durchzusetzen, weil der normale menschliche Verstand nicht darauf programmiert ist, etwas wirklich als Zufall anzusehen, nicht darauf programmiert ist, Kommendes als nicht zielgerichtet anzusehen. Seit Jahrmillionen sehen Menschen: alles kommt von irgendwas – denken Menschen: alles geht auf ein sinnvolles Ziel zu. Und seit ca. 200 Jahren sagen einige: Alles falsch! Alles ist Zufall und alles ist ohne Ziel. Und selbst diese paar Zeitgenossen kommen nicht ohne religiöse Sprache aus. Und darum können diejenigen ganz gelassen sein, die Gottes Kraft erlebt, erfahren haben und aus ihr leben. Freilich erklärt das auch die Aggressivität, in der Evolutionstheoretiker manchmal keine andere Meinung neben sich dulden. Die Christenheit hat diese Phase hoffentlich hinter sich gelassen.  

PS: Erdogan forderte laut Handelsblatt in Straßburg vor dem Europarat die westlichen Staaten dazu auf, die dort lebenden Muslime besser zu integrieren. Auf den Schutz von Menschenrechten und religiöser Minderheiten in der Türkei sei er nicht eingegangen. — Ich frage mich: Ist er bei seinen Worten eigentlich vor Scham rot geworden? Ich befürchte nicht. 

Evolution und Wissenschaft 2

Ich staune über die Sicherheit mancher Naturwissenschaftler, die meinen, alles zu verstehen – auch dann, wenn sie wissen, dass sie nichts verstehen und alles nur Theorien sind; ich staune über Wissenschaftler, die nichts verstehen und dennoch mit großer Sicherheit sagen können: Auch wenn ich nicht weiß, wie alles zu verstehen ist, weiß ich doch bestimmt, dass es so nicht war bzw.: so wie ich es denke, muss es (gewesen) sein. Da vermischt sich dann Glaube an sein eigenes Vermögen mit Wissenschaft.

PS: Der freut sich aber! Anglikanische Kirche entschuldigt sich bei Darwin: www.heute.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,7379759,00.html. Und bei wem entschuldigt sie sich in 200 Jahren? Vielleicht bei Darwins Gegner von damals? Entschuldigung – aber hier handelte es sich doch nur um normale gesellschaftspolitische bzw. wissenschaftliche Auseinandersetzungen! Nun, wenn sie meinen … – aber dann müssten sie vielleicht weitermachen! Herr Smith und Frau Miller wurden aus der Anglikanischen Kirche vertrieben, weil sie sich nach damaligem Recht falsch verhalten haben …; die Anglikanische Kirche müsste sich dafür entschuldigen, dass es sie überhaupt gibt, denn sie ist so manchem Menschen ein Dorn im Auge … vielleicht auch bei der Katholischen Kirche entschuldigen, dass sie sich vom englischen Herrscher vor den Karren spannen ließ … Und ich entschuldige mich hiermit öffentlich für den – was heißt: den! für meinen! – Sarkasmus.

Evolution und Wissenschaft 1

In Aussagen über Evolution verwenden auch diejenigen, die nicht an den Schöpfer glauben, Begriffe, welche die Natur als Schöpferin bezeichnen, die alles sinnvoll eingerichtet habe und ähnlich. So auch in dem neuen PC-Spiel „Spore“: Es geht um Evolution – aber der Mensch darf sie in eine Richtung führen. Er bestimmt also den Lauf der Evolution – was ja eigentlich gar nicht mehr „Evolution“ genannt werden kann. Auch die Evolutionstheorie kommt ohne religiöse Sprache nicht aus – weil der Mensch nicht von einer Theorie lebt, sondern über all das, was um ihn herum ist, staunt. 

PS: Verspätet aber dennoch interessant: Der Präsident des Menschenrechtsrates der UN verbietet Kritik an der Scharia: www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,563714,00.html.

Noch ein Einwand

Noch einem Einwand muss begegnet werden: Ich habe nicht von Muslims, sondern von Moslems gesprochen. Vor nicht langer Zeit nannte man Muslims/Moslems noch Mohammedaner. Jedes Wort wird erst dann als diskriminierend empfunden, wenn mit dem Wort diskriminiert wird. Oder? Nein, immer dann, wenn einer denkt, ich werde mit dem Wort diskriminiert – oder einer denkt, mit dem Wort könnte ein anderer diskriminiert werden. Bald wird auch das Wort Muslim als diskriminierend angesehen, und wir müssen wieder ein neues Wort lernen – und das geht immer schneller so …  Irgendwann weiß keiner mehr was eigentlich „erlaubt“ ist und was nicht. Das betrifft auch andere Gruppen. Und dann wird einfach „Südländer“ gesagt, und die traditionellen  „Südländer“ (Italiener, Griechen, Spanier) finden das wiederum gar nicht lustig – und außerdem ist das diskriminierend, weil es südeuropäische Menschen von nordeuropäischen Menschen unterscheidet, wo doch alle gleich sind.

Auf diese Weise wird übrigens auch die Identifikation der Gruppen, die sich jeweils als solche bezeichnen oder bezeichnet werden, aufgehoben: Sie müssen sich ständig umorientieren. Ob das nicht ebenso diskriminierend ist?

PS.: Ich muss gestehen, dass ich eigentlich „Mohammedaner“ als passendste Bezeichnung ansehe – es sind eben die Anhänger der Lehre Mohammeds/Muhammads oder diejenigen, die der Lehre des Mohammed/Muhammad gehorsam sind. Die Bezeichnung Muslim/Moslem bedeutet, dass sie der Lehre Allahs („Allah“ heißt „Gott“) gehorsam sind, sich ihm hingeben/unterwerfen. Das auszusprechen ist für Christen – gelinde gesagt – etwas eigenartig. Weil Christen ein vollkommen anderes Gottes- und Menschenbild haben, würden wir uns ja gleichzeitig als die bezeichnen, die Gott/Allah nicht gehorsam seien, sich ihm nicht hingeben.

Einwand

Zum letzten „Islam verstehen“ Beitrag noch eine Bemerkung zu einem Einwand: Sicher sah es vielfach in der Vergangenheit der Kirche auch sehr gewalttätig aus. Es gibt Christen, die ihren Nationalismus über den Glauben stellen, es gibt Christen, die ihre politischen Ziele über den Glauben stellen. Doch dieses Verhalten widerspricht der Intention und den Worten Jesu. Und da stellt sich dann die Frage: Widerspricht zum Beispiel kommunistisches Vorgehen der damaligen Sowjetunion, Chinas und vieler kleiner (Alltags-)Diktatoren auch den Grundschriften? Widerspricht das Vorgehen sogenannter Islamisten den Vorstellungen des Koran und der Hadithen? Christen können gewalttätiges Vorgehen nicht mit ihrem neutestamentlichen Maßstab rechtfertigen. Sie müssen sich das Wort eines Alten aus dem 2. Jahrhundert vorhalten lassen: „Ihr habt im Neuen Testament das Feindesliebegebot – und haltet euch nicht daran.“ Können andere Religionen und Weltanschauungen das auch so sehen? Und wenn wir Westler sie daran messen: Entspricht das überhaupt ihrem Selbstbild oder wird ihnen einfach unterstellt, sie hätten auch dieses christliche Menschenbild? Dass hier so manches Land andere Vorstellungen von Menschenrechten hat als Europäer und Amerikaner, sollte doch denen zu denken geben, die allen anderen aus ihrer christlichen Tradition heraus die eigenen Maßstäbe unterstellen.

Banal gesagt: Christen sehen das Kastensystem als Übel an, Christen sehen Steinigungen als Übel an (in der Tradition Jesu: Johannesevangelium Kap. 8!) – aber muss das aus dem Blickwinkel von Hindus und Moslems übel sein? Und wenn ihre Verteidiger hier sagen: „die tun das nicht“ oder: „das ist nicht deren eigentliche Intention“, „das sind dort nur die Bösen, die das tun“, nehmen die dann überhaupt noch andere religiöse und weltanschauliche Traditionen ernst? Können sie diese überhaupt noch ernst nehmen, ohne ihnen die eigene christliche Tradition/Kultur überzustülpen? Ein Hindu, der die Kasten verteidigt, ist ernst zu nehmen, ein Moslem, der der Scharia hörig ist, ist ernst zu nehmen – und nicht christlich weichzuzeichnen.

Zum Sonntag 7

Ich wünsche Segen allen, die Schubladen sprengen – und die strengen Blicke der jeweiligen >Schubladenhersteller< munter und mutig überwinden.

Ich wünsche Segen allen, die sich nicht selbst betrügen und Tatsachen frei in die Augen sehen.

Ich wünsche Segen allen, denen der Geist Gottes die Augen öffnet – und sie fröhlich leben können.

Viel Glück!

Zitat: „Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker hat das Ergebnis des dritten Tages der Religionen, der am 20. August in Kassel stattfand, gelobt: „Diese dritte Begegnung von Spitzenvertretern evangelischer Kirchen und muslimischer Verbände in Hessen hat nicht nur in einer deutlich entspannten Atmosphäre und im Geist persönlicher Wertschätzung stattgefunden, sondern auch ein herausragendes Ergebnis erbracht, das eine bundesweite Ausstrahlung entfalten wird. Die dort verabschiedete Kasseler Erklärung ist ein wegweisender Schritt für die theologisch begründete Akzeptanz der Religionsfreiheit durch muslimische Verbände. Sie vertreten darin, zusammen mit den Kirchen, erstmals das allgemeine Recht auf die freie Wahl der Religion und Konfession. Damit wird das theologisch begründete Recht auf missionarische Aktivitäten nicht nur hingenommen sondern auch akzeptiert. Deutlich wird darin die Bereitschaft der muslimischen Verbände, den Islam mit den Rechtsgrundlagen der deutschen Gesellschaft zu verbinden und sich darin zu integrieren.“ Steinacker wies auch darauf hin, das damit in den muslimischen Verbänden ein erweiterter Umgang mit den eigenen religiösen Quellen, insbesondere dem Koran, einherginge.“ (Quelle: www.ekhn.de)

Da kann man nur wünschen: Viel Glück und Beglückung auch weiterhin.