Vom Suchen – Finden – Verlieren 4

(Fortsetzung vom 22.8.) Leider führt auch dieser dritte Schritt häufig nur zur Verkrampfung. Erst muss ich mich finden – dann muss ich andere finden, erst muss ich mich lieben – dann muss ich andere lieben … Es geht auch Hand in Hand. Während ich auf andere zugehe, gehe ich auf mich zu. Die Befreiung des Herzens = der Geist der Liebe = der Lichtstrahl Gottes kommt,  indem wir uns ihm hinhalten und auf andere – somit auch auf uns selbst – zugehen.

Kurz: Gott sitzt auf dem Thron und ruft mir zu: Komm, setz dich zu mir und den anderen!   

Vom Suchen – Finden – Verlieren 3

(Fortsetzung vom 21.8.) Wenn der Mensch sich wirklich gefunden hat – oder besser: meint, sich gefunden zu haben – dann folgt ein weiterer Schritt: Er kann sich wieder verlieren – und zwar ganz bewusst. Es geht nicht darum, sich an einen Guru oder an große Weisheiten zu verlieren. Wer sich lieben gelernt hat, der kann andere lieben; wer sich annehmen gelernt hat, kann andere annehmen. Wer seinen Schatz entdeckt hat, kann ihn weitergeben.

Kurz gesagt: Ich sitze neben anderen auf den Stühlen – und biete anderen meinen Stuhl an. (Fortsetzung folgt.)

Vom Suchen – Finden – Verlieren 2

(Fortsetzung vom 20.8.) Damit diese Zerrissenheit aufhört, gilt es, sich zu finden: sich lieben und annehmen zu lernen – gleichgültig, was andere von mir denken. Es gilt zu suchen, um den Schatz, der verborgen in meiner Seele schlummert, zu entdecken, ihn freizulegen und zu bestaunen. Doch Menschen, die dabei stehen bleiben, haben es nicht immer leicht mit sich selbst: Sie verkrampfen sich, sie fordern von anderen, dass sie ihren Schatz auch gebührend bewundern; sie können sich nicht öffnen, sich anderen wirklich zuwenden.

Kurz gesagt: Ich sitze stolz auf meinem Thron. (Fortsetzung folgt.)

Sich suchen – finden – verlieren

1. Wir Menschen sind oft zerrissen, weil wir dem Bild, das andere von uns haben, gerecht werden wollen. Und da verschiedene Menschen verschiedene Bilder von uns haben, haben wir einiges zu tun, um diesen Bildern gerecht zu werden. Nicht nur Schönheitschirurgen leben davon.

Kurz gesagt: Ich sitze auf vielen Stühlen … – oder unter vielen Stühlen? (Fortsetzung folgt.) 

Gläubige und Denken

„Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker sind selten gläubig“ – habe ich mal irgendwo gelesen. Das stimmt auch, wenn manche Nicht-Gläubige (was auch immer das sein soll) bestimmen, was Denken – und wer ein Denker ist.

Kairoer Erklärung der Menschenrechte

Ich wurde gefragt: Was ist die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“? (S. Text vom 5.8.) Dazu s. zur Einführung den gleichnamigen Artikel in wikipedia.org mit der Diskussion zu dem Artikel! Die deutsche Übersetzung finden Sie unter:

www.soziales.fh-dortmund.de/Berger/Forschung/islam/Kairoer%20Erkl%C3%A4rung%20der%20OIC.pdf.

Zu unterscheiden davon ist die Arabische Charta, die liberaler ist, aber auch unter der Scharia als Maßstab steht.

Hinweisen möchte ich ausdrücklich auf die zahlreichen Infos von www.csi.or.at.

Zum Sonntag 3

Ich wünsche Segen allen, die mit Angst auf ihr Ende blicken.

Ich wünsche Segen allen, die angstfrei und in gespannter Erwartung auf ihr Ende hinleben.

Ich wünsche Segen allen, die Geborgenheit und allumfassende Liebe nach dem Lebensende erwarten.

Allen wünsche ich seine Liebe und sein Licht und schon auf Erden einen, der dich begleitet.

Regenbogen, Gefühl und Geist

„Der Regenbogen war wunderschön!“ Selbst das Wort „wunderschön“ gibt das Gefühl nicht wieder, das ich hatte, als ich den Regenbogen gesehen, gespürt habe. Das Fühlen hat mehr – als sich denken bzw. in Worte fassen lässt. Darum kann das Gefühl auch durch Worte und Denken nur angeregt aber kaum verändert werden. Es kann nur von Innen heraus verändert werden, wenn man lernt – besser: darauf achtet – sein Gefühl zu fühlen. Für mich ist ganz wichtig, dass das unter der Anleitung einer außer mir liegenden guten Wirkmacht, die in meine tiefsten Tiefen eingreift, geschieht: dem Geist Gottes, die ergreifende Weite und Tiefe Jesu Christi.

PS: Das Denken ist so schlau – schlauer wird es, wenn es mühsam die Sprache des Gefühls erlernt. Und weiser wird es, wenn es die Sprache der Sehnsucht nach Gott in uns hören lernt.

Gefühl, Denken, Rache und Liebe

Ein negatives Gefühl beeinflusst die Gedanken, bevor das Denken das Gefühl überhaupt wahrnimmt. Können Gedanken negative Gefühle beeinflussen? Aber wenn Gedanken die Gefühle gar nicht bemerken? Das ist eine Frage der Wahrnehmung: Das Denken muss sensibler werden für die Gefühle – auch die Körpergefühle. Erst dann können beide überhaupt erst miteinander kommunizieren. Die Frage bleibt: Bestimmt das Gefühl das Denken oder das Denken das Gefühl? Oder: Können negative Gefühle nur durch positive Gefühle verdrängt werden? Wenn dem so ist, dann ist das eine Frage der Grundeinstellung zum Menschen, zum Leben.

Warum so kompliziert, wenn es auch einfacher geht?: Rache ist ein Gefühl – Folge einer Kränkung vielleicht. Das Rachegefühl bestimmt das Denken. Dann sagt das Denken aufeinmal: „Oh, da ist ja ein Rachegefühl, das mich beeinflusst!“ Und dann muss das Denken das Rachegefühl fragen: „He, du, wo kommst du her?“ Dann antwortet das Rachegefühl: „Kränkung, Kränkung!“ Und das Denken sucht Auswege – aber das Rachegefühl braucht keine Argumente und kreischt weiter – wenn, ja wenn nicht was anderes dazu kommt: nennen wir es das seelische Gefühl: Liebe, Vergebung, Wunsch nach Frieden, Freiheit … Und dieses kann – ohne Argumente – das Rachegefühl langsam aber sicher zur Ruhe bringen.

Alltagsrituale

Nicht zu verachten sind die Tätigkeiten des Alltags, die „automatisch“ getan werden. Ohne zu denken, greift man müde zur Zahnbürste und Zahnpasta, ohne nachzudenken, werden zahlreiche Schubladen und Türen geöffnet, um das Frühstück zuzubereiten … Was das bedeutet, wenn es nicht so geht, das merkt man dann, wenn man in einem fremden Haushalt das Frühstück zubereiten muss – das Gehirn wird schon am Morgen immens strapaziert. Nicht zu verachten sind auch die wiederkehrenden Worte: „Guten Morgen, gut geschlafen?“, „Tschüss, machs gut!“, und die gemeinsamen Rituale: Gemeinsames Frühstücken … Diese wiederkehrenden Handlungen und Worte entlasten, schaffen Vertrautheit, Miteinander, schaffen eine Basis, auf der man den Tag beginnt, durch den Tag geht und ihn abschließt. Wenn man allein ist, dann können diese Worte auch – modifiziert natürlich – wirksam werden: Man begrüßt sich im Spiegelbild, holt Luft, bevor man das Haus verlässt und sagt sich ein mutmachendes Wort … Doch manchmal werden diese Alltäglichkeiten leer, wirken wie hohl – wenn sie nicht mehr stimmig sind. Es liegt dann nicht an den Ritualen – wir selbst sind innerlich irgendwie durcheinander. Und daran muss man dann in aller Geduld arbeiten.