Missachtung von Frauen

In einem Artikel der igfm-Mitteilungen vom Dezember 2008 heißt es: Jüngere konvertierte Frauen werden fast immer unverzüglich verheiratet. Da es sich um eine >Schande< handelt, bestimmt das Familienoberhaupt in der Regel einen Cousin, der die Konvertitin heiraten muss. So finden sich Konvertitin und Ehemannn in einer erzwungenen Ehe wieder. Schlimmer noch: im kulturellen Kontext von >Ehre< und >Schande< wird von der übrigen Familie und auch von der Nachbarschaft erwartet, dass der Ehemann seine Frau wieder zu einer >guten Muslimin< macht. Gelingt ihm das nicht, so verliert er vor der Familie und der muslimischen Nachbarschaft das Gesicht. Für christliche Konvertitinnen, die ihrem neuen Glauben nicht überzeugend abschwören, beginnt ein oft jahrelanges Martyrium. Sie werden geschlagen, oft auch anders körperlich und seelisch misshandelt, bis hin zur Folter durch den Ehemann oder durch Brüder. …

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Atheismus 2

Es ist ja nicht so, dass die Führer des Kommunismus und National-Sozialismus gesagt haben: Wir morden im Namen des Atheismus. Das wird als Verteidigung des Atheismus häufig genannt. Atheismus ist ja eine abstrakte Größe, in dessen Namen kann man nicht morden. Aber im Namen der Klasse, der Rasse – unchristliche Vorstellungen. Leichter geht es natürlich im Namen eines Gottes zu töten, da er in den Vorstellungen nicht abstrakt ist. Nur: Wann wurde im Namen eines Gottes getötet und eine Gottheit nicht nur vorgeschoben, um die Menschen zu mobilisieren – Religion nur als Mittel zum Zweck? Das ist immer recht schwer einzuschätzen. Da können zum Teil sogar die Kreuzzüge genannt werden: Es gab für sie innenpolitische Gründe – zum Beispiel: Die Horden an jungen Männern, die nicht mehr zu disziplinieren waren (die zum Teil ja auch nicht heiraten durften, wenn sie nicht zu den Erstgeborenen gehörten), mussten irgendwie außer Landes geschafft werden. Die alten Griechen schafften das, indem sie diese in fremde Länder schickten, um griechische Kolonien zu errichten. Es gab Abenteurertum: Es ist schöner, in die fremde Welt zu ziehen, als zu Hause den Pflug zu halten. Es lagen auch außenpolitische Gründe vor: Aggressiver Islam breitete sich nicht gerade freundlich in aller Welt aus. Im Gegenteil – auch wenn die militärischen Führer in dieser Zeit eher ruhiger gewesen sein sollten – militärisch waren sie dennoch eine ständige Bedrohung für Byzanz – und wurde dann letztlich auch überrannt. Das bedeutet: Es ist alles viel komplizierter als Vereinfacher es einem weis machen wollen.

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Kirche + Sex

Neulich warf einer bei einer Diskussion der Kirche vor, alle Menschen in Dingen der Sexualität bestimmen zu wollen. Das ist sein großer Ärger. Meine Frage – auch wenn es im Grunde nur die katholische Kirche ist -: Will die Kirche den Sex aller bestimmen oder nur den der Glaubenden, also der Katholiken? Was ist daran so schlimm? Hat nicht jede Gruppe ihre Regeln? Darüber hinaus: Wenn alle möglichen Gruppen zu diesem Thema gesellschaftspolitisch Stellung nehmen – soll das den Kirchen verboten werden?

Eine damit zusammenhängende Frage: Eine Religion, die an ihrem 1000 und irgendwas Jahre altem Gesetzbuch klebt, wie kann sie frei sein? Das Christentum lebt von seiner Grundlage her anders. Das Neue Testament ist kein Gesetzbuch. Dazu gibt es zu wenig detaillierte Lebensanweisungen. Es gibt die Grundzüge eines Lebens vor, das sich vor Gott verantworten muss. Und dazu gehört eben, was Paulus sagt: Prüft alles – das Gute behaltet. Nun, die Gemeinde der Galater hatten mit dieser Grundlage ihre Probleme und wollten lieber alles gesetzlich geregelt wissen. Paulus weist sie hingegen auf das Leben aus dem Heiligen Geist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit. Das müssen sich auch Funktionäre der Kirche – was für ein Wort! – sagen lassen. Immer wieder.

Und das Leben aus dem Heiligen Geist bestimmt auch das eigene Sexualverhalten. Sollte es zumindest. Wie auch das Leben – von dem das Sexualverhalten ja nur ein (freilich sehr wichtiger) Teil ist – insgesamt. Sollte es zumindest.

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Glaube und Emotion

Nachdem ich unter „Beruhigend 3“ Glaube mit Emotion verbunden habe, ist noch Folgendes hinzuzufügen: Glaube und Emotion gehören zusammen. Nur kann der Glaube nicht allein bei der durch Rhetorik hervorgerufenen Emotion, nicht auf Gemeinschafts-Emotion, Musik-Emotion, Visuelle-Emotion stehen bleiben. Das allein ist keine Basis. Denn wenn die Stürme kommen, dann kann diese sehr schnell wegbrechen. Sie können allerdings in den Stürmen helfen. Die Basis ist allein – wie die Geschichte vom sinkenden Petrus zeigt: der Blick auf Jesus Christus. Wer freilich dem Glauben vorwerfen mag, dass er auch mit Emotionen leben mag und kann, sollte nicht übersehen, dass auch Unglauben auf Emotionen beruht. Es ist nicht alles Verstand – was sich so nennt. Enttäuschungen, Verletzungen sind genauso Führer des Verstandes, wie Glücksgefühl, Gefühl der Geborgenheit und Liebe – auch in Fragen des Glaubens. 

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Atheismus

Es ist nicht umstritten, dass Kommunismus atheistische Wurzeln hat, dass Lenin, Stalin, Mao Atheismus auf ihre Fahnen geschrieben haben. Bei dem National-Sozialismus ist das anders. Dort gab es alle möglichen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen in der Spitze: Kerr – Protestantisch, Himmler – Okkult, Rosenberg und Goebbels (nicht zu vergessen: Bormann) Atheisten usw. Und Hitler? Das heißt, dass dieser weltanschaulich unterschiedliche Haufen als Diktatur eine zentrale Figur benötigte, die alles zusammengehalten hat, und das war Hitler. War Hitler selbst Atheist? In seinen öffentlichen Reden weniger. Dort signalisierte er Frömmigkeit, sprach vom „Herrn“ – aber zentral war seine Vorstellung von der Vorsehung, in die alle möglichen Strömungen alles mögliche hineininterpretieren konnte. Doch es gab auch noch den anderen Hitler, wie er in Goebbels und weiteren Tagebüchern und Aufzeichnungen vor Augen tritt: Der Hitler, der den Tag herbeisehnte, an dem er den Kirchen den Garaus machen konnte, der Tag, an dem Hitler-Tempel besucht werden konnten. Er baute einen eigenen Märtyrerkult auf usw. Hitler war gegen Gott – also Atheist -, weil er selbst diese Position einnehmen wollte, in sich und den Augen seiner Fans wohl schon eingenommen hat.

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Armes Irland

Hans-Gert Pöttering, der von der EU-CDU – und mir bisher eher negativ aufgefallen, hat laut factum-magazin den Auftrag bekommen, die irischen Bischöfe zu bearbeiten, damit sie die Bevölkerung umstimmen und für die nächste Wahl EU-freudig machen. Hier wird die katholische Kirche also politisch gebraucht. Was für ein Witz. Hoffentlich fühlen die Bischöfe sich nicht so geehrt, dass sie diesem Treiben nachgeben. Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin nicht gegen die EU – nur gegen die Vorgehensweise, die ich für undemokratisch halte.

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Beruhigend 3

Jugendliche führten in der Gemeinde eine Musikpräsentation auf. Dabei wurden ähnliche Bilder gezeigt, wie sie das folgende Musikstück begleiten. Eine Hörerin war nicht begeistert. Sie fühlte sich an Hefte der Zeugen Jehovas erinnert. Nur: Das muss mit den Zeugen Jehovas gar nichts zu tun haben. In den letzten Jahrzehnten war in bestimmten Kreisen religiöses Gefühl verpönt. Aber andere Glaubensströmungen haben diese beibehalten, vor allem die in katholischer Tradition. Und ich denke, dass diese Strömungen in Europa z.B. in Italien zu Hause ist oder in Irland, in Nordamerika in Mexiko und Mittel- wie Südamerikanischen Ländern. Man denke nur an die alten Kindergottesdienstbildchen, die aus dem Angebot verschwunden sind, wohl weil sie von bestimmten protestantischen Kreisen als unangemessen empfunden wurden. Auch wenn es nicht jedermanns Stil ist – ich finde ihn durchaus anregend – und eben eine der vielen Ausdrucksmöglichkeiten unseres Glaubens. http://de.youtube.com/watch?v=nmo6CAvn_dE  

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Buddha 10

(Fortsetzung) Der Dalai Lama, den wir heute kennen, ist also die Wiedergeburt der voran gegangenen Dalai Lamas. Er floh aus dem Tibet, man sagt, mit Hilfe der USA – man bedenke: 1959. Was war mit China 1959: Kommunismus pur. Die Flucht war auch politisches Ereignis und die politische Hofierung des Dalai Lamas ebenso. Da versteht man, dass die Chinesen nicht besonders amused sind, wenn der Dalai Lama als politischer Mönch von Regierungen eingeladen wird. Und man wundert sich, dass mal eine Tat der USA von den Aufgeklärten akzeptiert wird – äh – oder wussten sie davon nichts. Egal: Seitdem findet der Dalai Lama zahlreiche Menschen im Westen, die ihm wohlgesonnen sind, die von seinem Charme und seiner Weisheit bis in professorale Höhen umgarnt werden. Nur selten gibt es Skeptiker wie www.trimondi.de. Solche Stimmen mag man nicht gerne hören, weil der Westen gerne „edle Wilde“ mag, Exoten, die lachen und weise Worte sagen. Lachen ist ein Kennzeichen dieses Dalai Lama – lachen als Antwort auf Fragen, das ist auch eine Idee, auf die man erst kommen muss. — Wenn es zeitlich klappt, werfen wir in dieser Woche noch einen Blick auf den Zenbuddhismus. 

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Zum Sonntag 17

Ich wünsche Segen allen, die menschliches Streben nach Liebe, Wahrheit, Heiligkeit und Freiheit achten.

Ich wünsche Segen allen, die – angesteckt von der Liebe und Zuwendung Jesu Christi – ihre Traditionen verändern.

Ich wünsche Segen allen, die ihre Gruppe, in der sie leben, für neue wertvolle Erfahrungen, Wege und Menschen öffnen.

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