Demut 3

Faszinierend ist, das sehen wir in unseren Breiten vor allem an Weihnachten, dass uns Gottes Wesen als demütiger Gott fasziniert. Weil es so ganz anders ist. Gleichzeitig erkennen Glaubende in dieser Demut Gottes die eigentliche Herrschaft Gottes, die Herrlichkeit, die Majestät Gottes. Das Kind in der Futterkrippe erstrahlt im göttlichen, im klaren Glanz. Ich schrieb im Blog mal über die Schönheit Gottes – im Kreuz. Es gibt ein Lied in der Apokalypse des Johannes, in der der Autor das Lamm – den geopferten Jesus Christus – auf dem Thron sieht. Und hier haben Christen viele weitere Bilder vor Augen: Der mit vermaledeiten Sündern und zerlumpten und stinkenden Bettlern isst (Sinnbild für uns Menschen) – ist kein anderer als der Höchste in seiner Liebe. Warum das alles? Jesus Christus wirft den Bettlern keine Münzen zu, er verwandelt die Sünder nicht mit einem Fingerschnipps, er macht die Hungrigen der Welt nicht mit seiner Macht satt (wie die Versuchungsgeschichte im Matthäusevangelium 4 zeigt), und die Sensationsgierigen nicht mit dem, was sie erwarten. Er geht den Weg der Demut, er nimmt in Kauf, missverstanden zu werden, er nimmt in Kauf, abgelehnt zu werden – aber er geht diesen Weg, damit wir Menschen zur Besinnung kommen. Damit wir uns auf das besinnen, was wirklich zählt.     

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Jahrestag

Mittwoch, 10.12. – die Menschenrechtsdeklaration wird 60 Jahre alt. Dass es sie überhaupt gibt, macht Mut. Dass sie immer mehr mit den Füßen getreten wird – ist schlimm. Nicht nur von Staaten, die sich gegen sie zusammenraufen (Kairoer Erklärung/Arabische Charta – s. Blogbeitrag vom 18.8.) oder so tun, als gehe sie ihnen nichts an (China und co.), sondern auch die UN selbst tritt sie mit Füßen, wenn sie diktatorischen Ländern in ihren Menschenrechtsgremien so eine große Macht gibt. Einzelbeispiele:  http://www.igfm.de/index.php?id=1180  Nun denn: Es gibt sie – und das lässt hoffen.

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Buddha 16

Buddhismus hat eine gewisse Anziehungskraft für manchen Mitteleuropäer. Schon die ersten übersetzten Schriften haben das Ihre dazu beigetragen. Überhaupt hat „Indisches“ Personen angezogen, die, wie soll man es – ohne deren Jünger zu verletzen – sagen, recht eigen sind: Helena Petrovna Blavatsky, Rudolf Steiner… Und so mancher Anhänger des Nationalsozialismus sah sich stärker zum Buddhismus hingezogen als zum jüdischen Christentum. So der Rassekundler Heinrich Ackermann (H.F.K. Günther): Jesu Lehre sei den Indiogermanen nicht nur schlicht, sondern auch ungenügend und dürftig. Zu nennen ist auch Himmler. Dazu s. http://www.markus-hieber.de/Religion/Buddhismus/buddhismus.html und die schon einmal angegebene Seite von www.trimondi.de. Dabei muss freilich beachtet werden, dass es noch zahlreichere Versuche gegeben hat, das Christentum zu ideologisieren – aber die das versuchten, hatten bei den ganz strammen Nazis schlechte Karten: Christentum lässt sich nun mal nicht vom jüdischen Volk und dem im Alten Testament bekannten Gott lösen. Aber das ist ein anderes Thema (s. Fenske: Wie Jesus zum >Arier< wurde, WBG 2005). Zu dieser Buddhismus-Rezeption beigetragen hat auch die Suche nach Ariern in Asien (Indien/Tibet) – so konnte man dann in Buddha einen blutechten Volksgenossen erkennen, der als Erleuchteter mit den minderen Wüstenreligionen nichts zu tun hatte. Zum anderen lehrt der übliche Profan-Buddhismus (außer: Amitabha): Selbst ist der Mann … – und das liegt so manchem Helden eher im Blut als die Freude an der Liebe und Gnade Gottes.

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Demut 2

Ich sprach Gestern von „Demut“ – auch angesichts Gottes. Damit meinte ich nicht die Macht Gottes, sondern angesichts der Demut Gottes in Jesus Christus. Er wurde Mensch. Viele Menschen wollen hoch hinaus – und Gott wurde Mensch. Gott wurde nicht nur Mensch, er ließ sich – in seiner Demut – in Jesus Christus verspotten, er ließ sich demütigen, foltern, umbringen. Und damit verbunden ist die Liebe zu dem Menschen: Aus Demut sich demütigen lassen und gleichzeitig lieben. Das ist ein Merkmal Gottes – auch heute. Menschen machen sich Gott nach ihrem Bild – und demütigen Gott, weil er nicht ihrem Bild entspricht. Er nimmt das in Kauf. Warum? Weil er demütig ist. Und als solcher setzt er andere Akzente als wir tollen Menschen. Er bestätigt uns nicht mit unseren Lebenskonzepten, in unseren Herrschafts- und Karrierekonzepten. Wer möchte, kann nachlesen: Philipperbrief Kapitel 2.   

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Atheismus 4

Man findet immer wieder mal heftige Abwehrreaktionen gegen die Aussage, dass Stalin, Hitler, Mao Atheisten waren. Das Problem liegt darin, dass es keine Definition von Atheismus gibt. Und da kann sogar Comte aus dem Atheismus ausgeschlossen werden. Comte begründete eine eigene Religion, in der Gott „das große Wesen“ genannt wurde. Damit ist aber nicht Gott gemeint, sondern es ist ein Symbol der Menschheit, der sich entwickelnden Gesellschaft. Ein Christ würde sagen: Klarer Fall für Atheismus. Mancher Atheist würde sagen: Klarer Fall – kein Atheismus, sondern eine neue Religion (nur ohne Gott). Von daher haben Atheisten immer gute Karten: Jeder sucht sich selbst aus, ob er einen, der von Gott gar nichts hält, den Atheisten zurechnet oder nicht. Die Gefahr besteht nur, dass diejenigen, die sich heute für Atheisten halten, Morgen von ihren Kollegen/Genossen usw. gar nicht mehr als solche zählen müssen. Aber ich denke, das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist nur, dass Atheisten wie Glibber sein können, glaubt man, man kann sie irgendwie definieren, rutschen sie wieder aus der Hand; oder glaubt man, man habe einen Vertreter von ihnen, nehmen ihn die anderen mir wieder aus der Hand. Das hängt damit zusammen, dass Atheisten sich immer wieder ein Idealbild von einem Atheisten ausdenken – und an dem werden dann die jeweiligen anderen gemessen.

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Ich – ein Feind Europas?

Ich bin einer der Schlimmsten. Warum? Weil ich im Blog dafür eintrete, im Chor der Wissenschaften auch dem Kreationismus zuzuhören – das gehört für mich zur Demokratie, das gehört für mich zur Wissenschaft, weil Wissenschaft nicht im eigenen Saft schmoren sollte. Und was muss ich jetzt erfahren? Ich bin eine Art Feind Europas! Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lebt man so friedlich vor sich hin und merkt gar nicht, dass staatliche Stellen europaweit sich mit meinem Denken befassen. Übrigens beschäftige ich mich zurzeit mit der Aufklärung, mit Kant usw. – der Freiheit, die Vernunft einzuschalten, den Verstand zu gebrauchen. Und dann muss man das lesen: http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta07/ERES1580.htm. Nach der Lektüre beginnt man zu träumen: Oh, ihr Kämpfer für die Freiheit des Denkens, würdet ihr doch wieder eure Stimme erheben! Beruhigend ist, dass andere Christen auch mit ins Visier der Evolutionsfundamentalisten kommen können – ist das denn noch erlaubt?: http://www.pro-medienmagazin.de/themen/nachrichten/nachrichten-single/datum/05/12/2008/widersprechen-sich-evolution-und-schoepfung/

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Buddha 15

Auch der Westen hat Buddhismus hervorgebracht, so in Ole Nydal (Lama Ole; * 1941) und seiner Frau Hannah. Nydal hat den Diamantweg westlichen Bedürfnissen angepasst. Freilich hat auch er seinen buddhistischen Lehrer, den 16. Karmapa aus Tibet, der im Westen Zentren gründete. Der 1981 Verstorbene beauftragte ihn, so Nydal, Zentren zu gründen, und so hat er inzwischen hunderte von Zentren überall auf der Welt eröffnet. Er hält sich auf seinen Vortragsreisen mit politischen Äußerungen und auch Äußerungen gegen den Islam nicht zurück – diese und das immense – sagen wir: Selbstbewusstsein – brachten ihm Ärger mit der Deutschen Buddhistischen Union ein. Und ich, als einer, der sich intensiv mit der Idiologie der National-Sozialisten auseinandesetzte, muss vorsichtig sagen: Nicht wenig kommt mir nicht so ganz geheuer vor. Nun: Hauptsache er weiß, was wirklicher Buddhismus ist. Aber auch die Deutsche Buddhistische Union (www.dharma.de) ist sehr rege. Ihr – ich sage mal: – Glaubensbekenntnis beginnt mit: „Ich bekenne mich zu Buddha als meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheit verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen …“. Was für ein Glaube angesichts der Fragwürdigkeit der Überlieferung – und anders als Jesus Christus, der als der Lebendige durch seinen Geist Wissen vermittelt, ist Buddha ja für Menschen nicht mehr erreichbar und kann somit auch nichts von sich als Vorbild übermitteln. Oder handelt es sich um den Buddha in jedem Menschen? Nein, es muss Siddharta das Vorbild sein. Man kommt da so ins grübeln – meditieren …

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Demut

Demut ist Folge der Selbsterkenntnis. Der Mensch, der weiß, dass er endlich ist, dass all seine großartigen Fähigkeiten vergessen sind – und wenn sie eine Weile bleiben, so doch der eigentliche Mensch vergessen wird – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der um seine Kleinheit weiß angesichts der Zeit, im Vergleich mit anderen Menschen, mit Blick auf die Natur, angesichts Gottes – dieser Mensch wird demütig. Der Mensch, der weiß, dass er ständig seinem Ideal nicht gerecht werden kann, dass er vor anderen Menschen den Kasperle spielt, gerade dann, wenn er meint, stolz und hervorragend zu sein, der wird demütig. Demütig wird er – doch nicht kleinmütig, doch nicht resigniert, doch nicht zum Jammerlappen und zu einem, mit dem jeder machen kann, was er will. Demütig wird, wer die geballte Macht Gottes über sich spürt – und er erfährt diese geballte Macht Gottes als Liebe, die ihn aufrichtet, stärkt und sendet – und trotz allem das Herz fröhlich macht.

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